Start Magazin Unlock- und Root-Anleitung für alle aktuellen Nexus-Geräte 4, 5, 7, 10

Unlock- und Root-Anleitung für alle aktuellen Nexus-Geräte 4, 5, 7, 10

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Die Nexus-Geräte von Google gehören zu den Smartphones, die sich am einfachsten und sichersten entsperren und rooten lassen. Wir zeigen Ihnen, wie das funktioniert.

Nexus-Geräte lassen sich dank Googles Offenheit und Nexus Root Toolkit [1] von WugFresh für das Nexus 4, 5, 7 (2012 & 2013) und Galaxy Nexus sowie das Nexus 10 relativ einfach und schnell rooten. Dennoch sollten gerade Anfänger ein paar wichtige Hinweise beachten. Der wichtigste Schritt ist das Entsperren des Bootloaders. Dieser kann bei allen Nexus-Geräten recht einfach über die Kommandozeile oder mit dem hier vorgestellten Tool erfolgen. Dabei wird das Gerät in jedem Fall auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt und alle Daten werden gelöscht. Beachten Sie diesen Umstand bei unseren Anleitungen unbedingt!

WARNUNG!

Halten Sie sich strikt an die Anleitungen. Beim Unlocken des Bootloaders sowie beim Zurücksetzen des Geräts werden alle auf dem Smartphone gespeicherten Daten gelöscht! Android User übernimmt keine Verantwortung für gelöschte Daten oder defekte Smartphones.

Nexus-Geräte rooten

Als Universallösung für alle Nexus-Geräte gilt das Nexus Root Toolkit von WugFresh. Wir beschreiben das Tool hier am Beispiel Nexus 5. Sie können es aber auch mit dem Nexus 4, Nexus 7 (2012 & 2013) und Nexus 10 nutzen. Die folgende Anleitung ist allgemein gehalten und auf allen Geräten gleich auszuführen. Die aktuelle Toolkit-Version 1.8.0 lädt die benötigten Dateien aus dem Internet nach, sodass man – im besten Fall – immer die aktuelle Software hat. Das Nexus Root Toolkit gibt es nur für Windows. Arbeiten Sie mit Mac OS X oder mit Linux, dann müssen Sie auf die manuelle Methode zurückgreifen.

Das Nexus Root Toolkit ist ein gewöhnliches Windows-Programm, für dessen Bedienung man nicht viel Fachwissen benötigt. Es kommt lediglich darauf an, in der richtigen Reihenfolge auf die richtigen Knöpfe zu drücken. Laden Sie von [1] die Datei NRT_v1.8.0.sfx.exe herunter (70,9 MByte) und starten Sie sie per Doppelklick. Windows wird einen Warnhinweis anzeigen, dass die Datei aus dem Internet heruntergeladen wurde. Diesen Hinweis können Sie ignorieren. Anschließend installieren Sie das Toolkit mit dem Installer wie jedes andere Windows-Programm auch. Im ersten Dialog fragt das Tool nach dem Modellnamen des Smartphones und dem Build, mit dem es aktuell arbeitet. Den finden Sie in den Android-Systemeinstellungen in der Kategorie Über das Telefon bzw. Über das Tablet. Dort steht ganz unten die Build-Nummer. Falls Ihre Build-Nummer nicht zur Auswahl steht, klicken Sie einfach auf Any Build.

Damit die folgende Anleitung funktioniert, muss ab sofort in den Entwickleroptionen USB-Debugging aktiviert sein. Dazu schalten Sie zunächst die Entwickleroptionen frei, indem Sie in den Einstellungen zu Über das Telefon bzw. Über das Tablet navigieren und sieben Mal schnell hintereinander auf die Build-Nummer klicken. Danach erscheint in den Einstellungen die neue Kategorie Entwickleroptionen. Schalten Sie diese mit dem An- und Aus-Switch oben als erstes ein und aktivieren Sie dann mit einem Haken das USB-Debugging. Als nächstes schließen Sie Ihr Nexus-Smartphone an den Computer an. Sobald ein Dialog mit dem Fingerprint des Computers erscheint, setzen Sie einen Haken bei Dieser Verbindung immer trauen und bestätigen mit OK.

Nachdem die Einrichtung am Computer mit OK abgeschlossen wurde und das Toolkit ggf. speziell für Ihr Nexus benötigte Dateien heruntergeladen hat, öffnet sich das eigentliche Programmfenster. Darin stehen alle Funktionen des Toolkits zentral zur Verfügung.

Bootloader unlocken

Beginnen Sie nun mit dem Unlocken des Bootloaders von Ihrem Smartphone. Das ist die Basis für alle weiteren Modifikationen, Root eingeschlossen. Bei diesem Vorgang wird Ihr Gerät komplett auf den Werkszustand zurückgesetzt, machen Sie deshalb vorher unbedingt Backups Ihrer Daten. (Das ist auch mit dem Toolkit möglich, einfach unter der Kategorie BACKUP + RESTORE nachsehen). Das Entsperren beginnt mit einem Klick auf Unlock in der Übersicht. Im Toolkit müssen Sie diese Aktion mit OK und einem Klick auf Yes autorisieren. Das Gerät bootet nun in den Bootloader und zeigt dann eine Sicherheitswarnung an. Nutzen Sie die Lautstärkewippe, um Yes auszuwählen. Die Bestätigung mit der Power-Taste führt dazu, dass sich das Gerät entsperrt und anschließend in neuer Frische normal startet. Da Ihr Nexus von nun an entsperrt ist, können Sie mit dem Rooten fortfahren.

Rooten

Zum Rooten führen Sie die oben aufgeführten Schritte zum Aktivieren des USB-Debugging aus und schließen Ihr Google-Smartphone erneut an den Computer an. Im Toolkit klicken Sie aber nicht auf Unlock, sondern auf Root. Wer mag, kann bei diesem Schritt gleich ein Custom Recovery (im Toolkit standardmäßig das TeamWin-Recovery Project) mitinstallieren. Dies hat den Vorteil, dass Sie es später nicht manuell aufspielen müssen. Weil ein Custom Recovery in Kombination mit Root eine sehr gute Basis für Modifikationen ist, empfehlen wir, den Haken zu setzen. Beim Klick auf Root erscheint wieder ein Dialogfenster, das den Prozess erklärt. Die Bestätigung mit OK startet den Root-Prozess, der in der Regel wenige Sekunden dauert.

Nun können Sie sich wieder Ihrem Smartphone zuwenden und die neu installierte SuperSU-App starten, sodass diese einmal ausgeführt wird. Nach dem Schließen von SuperSU öffnen Sie die ebenfalls neu installierte App "BusyBox Free". Im erscheinenden Dialog genehmigen Sie der App Root-Zugriff und warten dann, bis sie den Smart Installer vollständig instanziiert hat. Das Toolkit empfiehlt, den Installationsort von /system/bin auf /system/xbin zu verändern. Tippen Sie auf Install und Smart Install. Die BusyBox zeigt eine Erfolgsmeldung mit der Information, dass das Smartphone gerootet wurde. Gratulation!

Abbildung 1: Die Schaltzentrale des Toolkits lässt kaum Wünsche offen.
Abbildung 1: Die Schaltzentrale des Toolkits lässt kaum Wünsche offen.

Abbildung 2: Das Toolkit lädt alle benötigten Dateien vollkommen automatisch aus dem Internet herunter. Dadurch arbeiten Sie immer mit der neusten Version.
Abbildung 2: Das Toolkit lädt alle benötigten Dateien vollkommen automatisch aus dem Internet herunter. Dadurch arbeiten Sie immer mit der neusten Version.

Abbildung 3: Wählen Sie Ihren Build aus der Liste aus, damit das Toolkit die benötigten Dateien für Ihre Umgebung laden kann.
Abbildung 3: Wählen Sie Ihren Build aus der Liste aus, damit das Toolkit die benötigten Dateien für Ihre Umgebung laden kann.

Abbildung 4: Von der SuperSU-App aus verteilen Sie den Root-Zugriff an andere Apps.
Abbildung 4: Von der SuperSU-App aus verteilen Sie den Root-Zugriff an andere Apps.

Abbildung 5: Um die BusyBox zu installieren, müssen Sie der Installationsapp Root-Rechte gewähren.
Abbildung 5: Um die BusyBox zu installieren, müssen Sie der Installationsapp Root-Rechte gewähren.

Abbildung 6: Der Klick auf Install startet den letzten Schritt zum gerooteten Nexus.
Abbildung 6: Der Klick auf Install startet den letzten Schritt zum gerooteten Nexus.

Manuelles Rooten – Nexus 4

Wenn Sie schon immer einmal wissen wollten, was bei einem Root-Vorgang eigentlich vor sich geht, dann empfehlen wir die manuelle Methode. Dazu erforderlich sind zunächst das Isecure Boot Image aus dem XDA Developer Thread [2] sowie die Root-Dateien unter [3], die in ein beliebiges Verzeichnis entpackt werden können. Danach navigieren Sie auf Ihrem Nexus 4 unter den Einstellungen zum Menü Über das Telefon und klicken sieben Mal auf die Build-Nummer. Aktivieren Sie nun in den eben freigeschalteten Entwickleroptionen den Punkt USB-Debugging.

Als nächstes verbinden Sie das Nexus 4 über ein USB Kabel mit dem Computer und installieren – falls noch nicht geschehen – zuvor die passenden Treiber von [4]. Laden Sie danach die adb– und fastboot-Dateien von [5] herunter und entpacken das Archiv. Anschließend geben Sie in der Windows-Suche im Startmenü cmd.exe ein, machen einen Rechtsklick auf den Eintrag und wählen Als Administrator ausführen. Im erscheinenden Konsolenfenster geben Sie den Befehl cd [Pfad zu den extrahierten Dateien] ein und bestätigen die Eingabe mit [Enter]. Schalten Sie jetzt Ihr Nexus aus und starten es mit der Tastenkombination [Power]+[Leiser] in den Bootloader-Modus (alternativ über den Befehl adb reboot bootloader). Um den Bootloader zu entsperren, geben Sie in der Windows-Konsole fastboot oem unlock ein. Dieser Schritt bewirkt einen kompletten Reset des Geräts und alle vorhandenen Dateien werden gelöscht!

Abbildung 7: Die Befehle geben Sie in die (Windows-)Kommandozeile ein.
Abbildung 7: Die Befehle geben Sie in die (Windows-)Kommandozeile ein.

Am Nexus 4 wird eine Sicherheitswarnung erscheinen, die Sie bejahen müssen. Nach der Rückkehr in den Bootloader legen Sie die heruntergeladene Datei boot.img sowie die Dateien aus Root_Files.zip in das Verzeichnis, das beim Entpacken der Fastboot bzw. ADB-Dateien entstanden ist. Booten Sie als nächstes mit dem Befehl fastboot boot boot.img provisorisch das heruntergeladene Boot-Abbild boot.img. Hat das geklappt, geben Sie der Reihe nach die Befehle aus Listing 1 ein und warten nach jedem einzelnen, bis er ausgeführt wurde. Nach dem letzten Exit-Befehl startet das Nexus 4 neu und die App Superuser ist unter den Anwendungen gelistet.

Listing 1

Manuelles Rooten

adb shell mount -o remount,rw /system
adb push su /system/bin/
adb push Superuser.apk /system/app/
adb push busybox /system/xbin/
adb shell
chmod 06755 /system/bin/su
chmod 0644 /system/app/Superuser.apk
chmod 04755 /system/xbin/busybox
cd /system/xbin
busybox -install /system/xbin/
exit

Original-Firmware einspielen

Bei allen Nexus-Geräten lässt sich jederzeit die Original-Firmware von Google wieder einspielen. Die passenden Firmware-Dateien stehen auf den Google-Entwicklerseiten zum Download [6] bereit. Unter Windows benötigen Sie zudem die passenden Plattform-Tools (ADB und Fastboot), die man unter [4] herunterladen kann. Alternativ installieren Sie das komplette SDK, das ist auch die beste Vorgehensweise unter Linux und Mac OS X. Dabei ist zu beachten, dass der Bootloader für diesen Vorgang entsperrt sein muss! Versuchen Sie also nicht, eine Nexus-Firmware von Hand zu installieren, wenn der Bootloader noch gesperrt ist. Auch bei diesem Vorgang werden sämtliche Daten auf dem Gerät gelöscht.

Vor dem Flashen überprüfen Sie am besten, ob fastboot und adb richtig funktionieren. Das Gerät muss den Aufruf von fastboot devices auf der Kommandozeile anzeigen und beim Befehl adb reboot bootloader direkt den Bootloader-Modus auf Ihrem Nexus-Gerät starten. Dazu muss es per USB-Kabel mit dem Rechner verbunden sein und in den Entwicklereinstellungen muss die Debugging-Option aktiviert sein.

Laden Sie von der Google-Seite [6] die passende Firmware herunter. Für sämtliche hier beschriebenen Nexus-Geräte ist das aktuell (Stand Anfang Januar 2014) Version Android 4.4.2 (KOT49H). Beachten Sie, dass die 3G-Version des Nexus 7 (2013 & 2014) eine separate Firmware benötigt (nakasig bzw. razorg statt nakasi bzw. razorg).

Entpacken Sie diese Datei, bis Sie ein Verzeichnis mit der Bezeichnung Ihres Geräts (siehe Tabelle "Codenames") und der Firmware-Version erhalten. Für das Nexus 5 also hammerhead-kot49h. Wechseln Sie in dieses Verzeichnis und führen Sie unter Windows die Datei flash-all.bat aus. Linux- und Mac-Nutzer rufen das Script flash-all.sh auf. Das Skript erledigt nun sämtliche Arbeit selbstständig und nach rund einer Minute startet das Nexus-Gerät mit der Original-Firmware neu. Um den Bootloader nun wieder zu sperren, rufen Sie einfach den Befehl fastboot oem lock auf (wiederum mit USB Debugging aktiviert). Ihr Nexus-Gerät befindet sich nun quasi wieder im Auslieferungszustand.

Codenames

Gerät Codename Aktuelle Firmware
Galaxy Nexus yakju JWR66Y
Nexus 4 occam KOT49H
Nexus 5 hammerhead KOT49H
Nexus 7 nakasi KOT49H
Nexus 7 3G nakasig KOT49H
Nexus 7 (2013) razor KOT49H
Nexus 7 3G (2013) razorg KOT49H
Nexus 10 mantaray KOT49H

Fazit

Obwohl Einsteiger das Rooten auf den ersten Blick für sehr kompliziert halten, ist es dank Toolkits auch weniger erfahrenen Usern möglich, in den Genuss von Root-Features zu kommen. Dennoch sollten Sie Vorsicht walten lassen, denn wenn Sie bösartigen Apps Root-Zugriff gewähren, können diese erheblichen Schaden an Ihrem Gerät verursachen. Informieren Sie sich also vorher gewissenhaft, welche Root-App Sie installieren, und meiden Sie dabei Quellen außerhalb von Google Play.


1 Kommentar

  1. Frage: kann ich nach unlock & root mit dem NRT 1.8.8 meine kostenpflichtig erworbenen apps wieder benutzen ?
    Wolte ein „backup virtual SD card machen (backup data/media)“ muss davor aber schonn unlock & root gemacht haben.

    Habe vorher schon „backup all apps(craete android backup file – include system apps+data)
    Nexus 4 KitKat 4.4.4 KTU84P
    Axel

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