- Lokale KI (Uliya): Fokus auf maximalen Datenschutz; alle Berechnungen bleiben ohne Cloud-Zwang auf dem NAS.
- Gemächliches Tempo: Die Textausgabe ist hardwarebedingt im Vergleich zu Cloud-Modellen langsam (ca. 8 Tokens/s) – es wirkt eher wie ein Live-Chat als eine sofortige Antwort.
- Smarte Features: Starke Objekterkennung in Fotos, hilfreiche Transkription von Audios und direkte Systemsteuerung per Textbefehl.
- Hardware-Basis: Intel Ultra 7, 64 GB RAM und OCuLink für extreme Erweiterbarkeit (z.B. externe GPU).
Inhaltsverzeichnis
Unboxing und Zubehör
Beim Auspacken fällt sofort das Gehäuse auf: Es ist massiv gefertigt und unterstreicht den Anspruch des iDX6011 Pro, im Premium-Segment mitzuspielen.

Das beiliegende Zubehör ist zweckmäßig und liefert alles, was du für den sofortigen Start brauchst:
- 2x CAT 7-Netzwerkkabel: Passend zur schnellen 10GbE-Infrastruktur
- 1x Netzkabel: Standard-Stromanschluss
- 2x Schraubendreher: Ein Kreuzschlitz- und ein Torx-Dreher
- Schraubenset: Diverse Schrauben für die Befestigung von 2,5″-Laufwerken und M.2 SSDs.
- 2x M.2 SSD-Kühlkörper: Massive Aluminium-Kühler inklusive Wärmeleitpads.+1
- 2x Schlüssel: Zum Verriegeln der Festplatten-Schubladen gegen unbefugten Zugriff.
- Dokumentation: Quick Start Guide in mehreren Sprachen und eine Karte zur 3-jährigen Garantie.
Die Vorderseite: Volle Kontrolle per Touch
Das Gehäuse wird an der Front von einem 3,71 Zoll LCD-Touch-Display dominiert. Es dient als Kontrollzentrum, auf dem du die Auslastung von CPU, GPU und der NPU sowie die Systemtemperatur direkt ablesen kannst.

Über das Menü lässt sich das Gerät zudem steuern: Du kannst die Helligkeit anpassen, Spracheinstellungen vornehmen oder das NAS direkt neu starten und herunterfahren.
Ergänzt wird die Front durch den Power-Button, einen SD 4.0 Kartenslot, zwei Thunderbolt 4 Ports und einen USB-A 3.2 Gen 2 Anschluss.
Die Rückseite: Konnektivität ohne Kompromisse
Auf der Rückseite befinden sich die Anschlüsse für hohe Datendurchsätze. Ein Alleinstellungsmerkmal ist der OCuLink-Port, der eine externe PCIe Gen4 x8 Anbindung mit bis zu 64 GT/s bietet
Für das Netzwerk stehen dir zwei 10GbE-LAN-Ports zur Verfügung. Ein HDMI-Port unterstützt zudem die Videoausgabe bis 8K, und drei weitere USB-Ports (1x USB 3.2, 2x USB 2.0) bieten Platz für zusätzliche Peripherie

Blick unter die Haube
Nach dem Entfernen der Seitenabdeckungen wird der Aufbau der Hardware sichtbar. Das Layout ist strukturiert und nutzt den Platz effizient aus.
Kühlung und Energieversorgung
Auf der einen Seite sitzt das verbaute Netzteil. Direkt darunter befindet sich die Kühleinheit für den Intel Core Ultra 7 255H. Kupfer-Heatpipes führen die Wärme zum Kühlkörper ab, um die Rechenleistung von 96 TOPS auch bei der Nutzung lokaler KI-Modelle stabil zu halten.

Erweiterungsmöglichkeiten: M.2 und PCIe
Die andere Gehäuseseite beherbergt die Schnittstellen für Upgrades:
- Zwei M.2 NVMe Slots: Diese unterstützen PCIe Gen4 x4 für schnellen Cache oder SSD-Speicher.
- Interner PCIe Gen4 x8 Slot: Dieser ermöglicht die Installation von Erweiterungskarten direkt auf dem Mainboard.
- GPU-Nutzung: Die Grafikeinheit des Intel-Prozessors ist so integriert, dass sie für Aufgaben wie Medien-Transcoding oder KI-Berechnungen effizient eingesetzt werden kann.

Hardware-Installation
Der Einbau der Laufwerke ist beim iDX6011 Pro schnell erledigt. Die 3,5-Zoll-Festplatten lassen sich komplett werkzeuglos montieren: Du nimmst die Laufwerksschublade heraus, drückst die seitliche Klammer auf (mit „Press“ markiert), legst die Platte ein und verriegelst sie wieder.
Falls du doch 2,5-Zoll-Laufwerke verwenden möchtest, musst du diese laut Hersteller mit den beiliegenden Schrauben in der Schublade fixieren.

M.2 SSDs und Cache-Einstellungen
Beim Einsetzen der M.2 SSDs solltest du darauf achten, die SSD-Heatsinks vorher auf die Module aufzukleben, um die Wärmeabfuhr zu sichern. Die SSDs werden in einem leichten Winkel eingesteckt und anschließend mit den Schrauben festgezogen.
Bevor du M.2 SSDs später einmal entfernst oder austauschst, solltest du unbedingt in der UGREEN-App in die Einstellungen gehen und den SSD-Cache entfernen. Andernfalls kann es zu Datenverlust kommen.
Technische Daten
- 6x SATA (6 Gbps), unterstützen 2,5″-/3,5″-Festplatten
- 2x M.2 NVMe 2280 SSD (PCIe 4.0 x 4, Übertragungsrate bis zu 64 GT/s)
- 2x Thunderbolt 4 (bis zu 40 Gbit/s)
- 2x USB 3.2 Gen 2 (bis zu 10 Gbit/s)
- 2x USB 2.0 (bis zu 480 Mbit/s)
Betriebssystem: UGOS Pro
Wie alle aktuellen NAS-Systeme von UGREEN nutzt auch das iDX6011 Pro das hauseigene Betriebssystem UGOS Pro, welches auf Debian Linux basiert. Es bietet eine moderne Weboberfläche, über die du alles von der RAID-Konfiguration bis hin zu komplexen Docker-Containern steuerst.
Bewährte Basis mit Fokus auf KI
Der entscheidende Unterschied beim iDX6011 Pro liegt jedoch in der spezialisierten Software-Schicht für künstliche Intelligenz. Während die „kleineren“ Modelle primär auf Datenspeicherung und klassische Server-Dienste ausgelegt sind, schaltet das iDX6011 Pro durch seine enorme Rechenleistung von 96 TOPS neue Funktionen frei:
- Lokale LLMs: Mit dem System „Uliya“ betreibst du dein eigenes Sprachmodell direkt auf dem NAS, ohne dass Daten in eine Cloud geladen werden.
- KI-Konsole: Ein zentrales Dashboard zur Verwaltung und Überwachung deiner lokalen KI-Modelle.
- Erweiterte Medienanalyse: Blitzschnelle Gesichtserkennung und Objektsuche in deiner Fotosammlung, die lokal verarbeitet wird.
Da ich die grundlegenden Funktionen von UGOS Pro – wie die Benutzerverwaltung, die Einrichtung von Speicherpools oder die Virtualisierung – bereits ausführlich in meinem Testbericht zur UGREEN NASync DXP4800 Plus beschrieben habe, werde ich hier nicht erneut auf jedes Detail eingehen.
Im nächsten Abschnitt schauen wir uns genau diese Kern-Features an und prüfen, wie sich das „AI“ im Namen des NAS im Alltag bemerkbar macht.
Performance: Rechenpower für lokale KI
Dass UGREEN beim iDX6011 Pro nicht an der Hardware gespart hat, zeigt sich besonders bei den Leistungswerten für KI-Anwendungen. Während herkömmliche NAS-Systeme oft nur grundlegende Speicheraufgaben bewältigen, ist dieses Modell auf echte Rechenlast ausgelegt.
CPU und KI-Leistung (TOPS)
Das Herzstück ist der Intel Core Ultra 7 255H. Dieser Prozessor wird vom Hersteller mit einer kombinierten KI-Leistung von 96 TOPS (Tera Operations Per Second) angegeben.
In meinem Praxistest via Docker erreichte das System bei einem CPU-Benchmark (sysbench) über 31.300 Events pro Sekunde. Damit wird die theoretische Einordnung des Herstellers von über 30.000 CPU-Mark-Punkten bestätigt.

Zum Vergleich: Das Vorgängermodell DXP6800 Pro mit dem i5-1235U spielt mit weniger als der halben Leistung in einer völlig anderen Liga.
Arbeitsspeicher: LPDDR5/x macht den Unterschied
Ein oft unterschätzter Faktor bei lokalen Sprachmodellen (LLMs) ist die Speichergeschwindigkeit. UGREEN verbaut im Pro-Modell 64 GB LPDDR5/x RAM. In Praxistests zeigt sich, dass dieser Speicher bei LLMs eine um bis zu 30 % schnellere Antwortzeit (Initial Response Speed) ermöglicht als herkömmlicher DDR5-RAM. Das ist entscheidend, wenn du mit der KI „Uliya“ chattest und flüssige Antworten erwartest.
Konnektivität: OCuLink und 10GbE
Für Power-User bietet das iDX6011 Pro Erweiterungsmöglichkeiten, die weit über den Standard hinausgehen:
- OCuLink-Port (Rückseite): Dies ist das Highlight für externe Upgrades. Mit bis zu 64 GT/s lassen sich hier eGPU-Docks oder schnelle Speicher-Arrays anbinden, ohne das Gehäuse öffnen zu müssen.
- Interner PCIe Gen4 x8 Slot: Auf dem Mainboard befindet sich ein vollwertiger PCIe-Steckplatz. Da herkömmliche Grafikkarten aufgrund ihrer Bauhöhe nicht in das kompakte Gehäuse passen, lässt sich hier mit einem klassischen Riser-Kabel arbeiten, wie man es etwa aus dem Krypto-Mining kennt. So kann die GPU außerhalb des Gehäuses platziert werden, während das Kabel durch eine entsprechende Aussparung am Gehäuse nach außen geführt wird.
- Netzwerk: Gepaart mit den zwei 10GbE-LAN-Ports ist das System bestens für Umgebungen gerüstet, in denen riesige Datenmengen bewegt werden.
Die KI-Features: Mehr als nur Marketing?
Das Herzstück des iDX6011 Pro ist die lokale Künstliche Intelligenz. UGREEN setzt hier konsequent auf Datenschutz: Die Verarbeitung erfolgt vollständig lokal auf deinem NAS, ohne dass sensible Daten in die Cloud geladen werden.
Uliya: Dein privater KI-Assistent
Uliya ist das integrierte Large Language Model (LLM) von UGREEN. Du kannst es dir wie ein privates Gemini oder ChatGPT vorstellen, das direkt auf deiner Hardware läuft.

- Wissensdatenbank: Du kannst eigene Dokumente (TXT, DOCX, PDF) in einer zentralen Wissensdatenbank innerhalb der App organisieren.
- Datei-Chat & Zusammenfassungen: Lade ein langes Dokument hoch und lass dir mit einem Klick eine Zusammenfassung, eine Gliederung oder sogar eine Mindmap erstellen. Auch Übersetzungen in Sprachen wie Deutsch, Englisch oder Japanisch sind direkt möglich.
- Intelligente Befehle: Du kannst das NAS direkt über Sprache oder Text steuern. Befehle wie „Erstelle ein Fotoalbum“ oder „Passe die Lüftergeschwindigkeit an“ werden von der KI verstanden und umgesetzt.
KI-Konsole: Das Cockpit für deine private Cloud
In der KI-Konsole behältst du die volle Kontrolle über die Rechenleistung deines NAS. Sie dient als zentrales Dashboard, um die installierten Modelle zu verwalten und die Systemressourcen zu überwachen:
- Modell-Management: Hier siehst du auf einen Blick den Status deiner lokalen Modelle wie Qwen3 oder Uliya-v 2b und kannst diese bei Bedarf aktivieren oder deaktivieren.
- App-Autorisierung: Ein wichtiges Feature sind die „Intelligenten Befehlswerkzeuge“. Hier legst du per Schalter fest, welche Anwendungen – von der Systemsteuerung über die Foto- und Musik-Apps bis hin zu Docker – auf die KI-Funktionen von Uliya zugreifen dürfen.
- Optionale Cloud-Anbindung: Falls die lokale Rechenpower für extrem komplexe Aufgaben nicht ausreicht, bietet die Konsole die Möglichkeit, externe Dienste wie OpenAI via API einzubinden. Zum Zeitpunkt des Tests (Februar 2026) ist hier nur das Cloud-Modell von OpenAI für den Api-Zugriff verfügbar.



Smarte Medienverwaltung
Auch die klassischen NAS-Apps profitieren massiv von der neuen Hardware:
- Sprachmemos: Die App nimmt Audios auf und transkribiert sie in Echtzeit zu Text. Ideal für Meetings: Die KI erkennt verschiedene Sprecher und erstellt automatisch ein Protokoll samt Zusammenfassung.
- Fotos-App: Dank Objekterkennung findest du Bilder jetzt über Textbefehle wie „Hund am Strand“ oder „Auto im Schnee“, ohne dass du vorher Schlagworte vergeben musst. Auch doppelte oder sehr ähnliche Fotos erkennt das System automatisch, um Platz zu sparen.
Praxis-Check: Uliya im Einsatz
Soviel zur Theorie – nun schauen wir uns die KI-Features in der Praxis an. Die Einrichtung von Uliya über das App Center ist unkompliziert. Schon vor dem Download der KI-Modelle gibt UGOS Pro eine klare Orientierung, welche Performance auf der Hardware zu erwarten ist. Es handelt sich hierbei um vom System hinterlegte Leistungswerte für die installierten Modell-Versionen:
| Modell-Typ | Modell-Name | Fokus | Geschwindigkeit | Speicherbedarf (RAM) |
|---|---|---|---|---|
| Large Language Model | Qwen3 | Text, Code & Q&A | 8.22 tokens/s | 12 GB |
| Vision Language Model | Uliya-v 2b | Bildverständnis | 16.53 tokens/s | 1.5 GB |

In der Anwendung fühlen sich die 8.22 tokens/s für das Textmodell sehr flüssig an. Das entspricht in etwa der Geschwindigkeit, in der ein Mensch einen Text liest, sodass keine störenden Wartezeiten entstehen. Dass das System für das große Modell satte 12 GB RAM reserviert, zeigt, warum UGREEN das Pro-Modell direkt mit 64 GB ausgestattet hat – so bleibt auch bei aktiver KI genug Puffer für Docker-Container oder virtuelle Maschinen.
Arbeiten mit dem Uliya-Chatbot
Normale Chats
Wenn du mit dem Uliya-Chatbot arbeitest, ist es wichtig zu wissen, dass jeder einzelne Chat eine in sich geschlossene Sitzung ist. Möchtest du, dass die KI Informationen aus bestimmten Dokumenten berücksichtigt, musst du diese über den Plus-Button direkt in den jeweiligen Chat hochladen.
Da jede Unterhaltung mit Uliya standardmäßig lokal auf deinem Gerät läuft, stehen der KI keine Informationen aus dem Internet zur Verfügung. Dies ist der Preis für die maximale Privatsphäre: Uliya weiß nur das, was im Modell trainiert wurde oder was du ihr in Form von Dokumenten fütterst.
Hybride Suche: Lokal vs. Cloud
- Online-Suche: Diese lässt sich über einen Button unter dem Chat-Fenster aktivieren.
- Modell-Wechsel: Du kannst vom lokalen Qwen3-Modell auf ein Cloud-Modell (derzeit GPT-4.1-mini von OpenAI) umstellen.
Wichtiger Hinweis zum Datenschutz: Sobald du das GPT-Modell aktivierst, werden deine in diesem Chat gestellten Fragen an die Server von OpenAI übertragen. Das NAS weist dich jedoch darauf hin, sodass du jederzeit die Wahl zwischen maximalem Datenschutz (Lokal) und maximalem Wissen (Cloud) hast.

Beim Chatten mit Uliya fällt auf, dass Qwen3 Vorgaben und Formate ziemlich genau umsetzt. Die Antworten klingen flüssig und verzichten weitestgehend auf die üblichen KI-Floskeln. Wenn die Aufgaben aber zu komplex werden oder viele Schritte erfordern, verliert die KI oftmals den Überblick (Cratering).
Arbeiten mit der Wissensdatenbank
In der Wissensdatenbank kannst du deine Dokumente thematisch organisieren und in Ordnern wie „Wordpress-Projekte“ oder „Holzbau“ strukturieren. Ein direkter Upload vom PC in diese Datenbank ist zwar nicht möglich – die Dateien müssen sich bereits auf dem NAS befinden –, dafür bietet dieser Bereich einen spezialisierten Chatbot.
Im Gegensatz zum Standard-Chat kann dieser direkt auf die Inhalte der ausgewählten Wissensdatenbank zugreifen und spezifische Fragen zu den dort hinterlegten Dateien beantworten. Aktuell dient dieser Bereich somit als echtes Wissenszentrum, während der normale Chatbot eher für ad-hoc Analysen via manuellem Datei-Upload über das Plus-Symbol gedacht ist.

Effiziente Analyse: Die Zusammenfassungs-Funktion
Ein weiteres mächtiges Werkzeug in der Uliya-App ist die dedizierte Funktion für Zusammenfassungen und Übersetzungen. Hier steht die schnelle Verarbeitung einzelner Dokumente im Vordergrund:
- Flexibler Import: Im Gegensatz zur Wissensdatenbank kannst du Dateien hier auf drei Wegen laden: per Drag-and-Drop, direkt vom lokalen Computer oder vom NAS-Speicher. Unterstützt werden die Formate DOCX, TXT und PDF bis zu einer Einzelgröße von 100 MB.
- Intelligente Ergebnisse: Sobald ein Dokument hochgeladen wurde, erstellt die KI auf Knopfdruck prägnante Zusammenfassungen, strukturierte Gliederungen oder sogar Mindmaps.
- Sofortübersetzung: Texte lassen sich direkt in Sprachen wie Chinesisch, Englisch, Deutsch oder Japanisch übersetzen, wobei das System versucht, das ursprüngliche Format und die Struktur weitgehend beizubehalten.
- Interaktive Rückfragen (Q&A): Nach der Analyse kannst du spezifische inhaltliche Fragen zum Dokument stellen, wie etwa nach den Hauptthemen oder Kerndaten.
Damit die Analyse funktioniert, müssen Dokumente (besonders PDFs) textbasiert sein, also auswählbaren Text enthalten. Reine Bild-PDFs ohne vorherige Texterkennung können derzeit noch nicht verarbeitet werden.

Intuitive Steuerung durch Intelligente Befehle
Ein absolutes Highlight der Software-Integration ist die Sektion Intelligente Befehle, die eine direkte Interaktion mit den Systemfunktionen des NAS ermöglicht. Statt sich mühsam durch tiefe Menüstrukturen zu klicken, lässt sich das Gerät über einfache Textbefehle steuern.
Die KI kann beispielsweise die Lüftergeschwindigkeit anpassen, die Musikwiedergabe stoppen oder Alarmbenachrichtigungen konfigurieren. In meinem Test habe ich über diesen Weg die Option Wake-On-LAN in der Systemsteuerung aktiviert, was reibungslos funktionierte.

Allerdings arbeitet das System noch nicht fehlerfrei: Gelegentlich kommt es zu Fehlinterpretationen der Befehle. So aktivierte die KI in einem Fall die Option „Automatisches Einschalten bei Stromzufuhr“, obwohl der Befehl lautete, das SSH-Terminal zu aktivieren. Ein hilfreiches Feature ist hierbei, dass Uliya als Antwort immer explizit aufführt, welche Änderung an welcher Stelle im System vorgenommen wurde.
Zur besseren Orientierung werden unter dem Eingabefeld interaktive Schaltflächen eingeblendet, die verfügbare Aktionen vorschlagen. Diese decken ein breites Spektrum ab: von der Mediensteuerung (Suchen und Abspielen von Musik und Filmen) über die Bildverwaltung (Alben erstellen und Fotos suchen) bis hin zu Systembefehlen.

Auch administrative Aufgaben wie das Verwalten von Docker-Containern, das Erstellen von Sync-Aufgaben sowie die Hardware-Steuerung (Lüfter, LED und Signaltöne) lassen sich so mit einem Klick einleiten. Selbst technische Optimierungen wie das Komprimieren des Arbeitsspeichers oder das Abrufen von Geräteinformationen sind direkt über diese Schnellwahl-Buttons erreichbar.
Bildersuche über die Intelligenten Befehle
Um die Intelligenten Befehle mit der Foto-Mediathek zu nutzen, müssen in den Einstellungen der Fotos-App unter „KI-Einstellungen“ zunächst die entsprechenden Modelle aktiviert und heruntergeladen werden.
Besonders wichtig: Unter dem Punkt Bilderkennung müssen die Szenen- und Objekterkennung separat aktiviert werden. Nur so ist die KI in der Lage, Bildinhalte für die Intelligenten Befehle zu verarbeiten.

Sobald die Bilder indexiert sind, funktioniert die Suche hervorragend. Man kann gezielt nach Motiven suchen und diese direkt in ein neues Album verschieben. Im Test ließen sich so beispielsweise problemlos alle Bilder und Videos anzeigen, auf denen eine Oberfräse verwendet wurde.



Ebenfalls möglich ist die Suche nach Details wie Zeit, Ort, Personen und textbasierten Infos. Zum Beispiel „Suche Fotos mit einem Quad auf einer Crossstrecke“ oder „Suche nach einer Katze mit blauen Augen“.
Universelle Suche
Nachdem die App Universelle Suche installiert wurde, lassen sich dort detaillierte Einstellungen festlegen – etwa die Indizierung von Dateinamen oder die KI-gestützte Suche in Dokumenteninhalten. Dank der semantischen Dokumentensuche versteht das System dabei auch den Kontext: Suchst du nach einem Thema wie „Finanzen“, werden auch Dokumente gefunden, die inhaltlich dazu passen, selbst wenn der Begriff nicht im Dateinamen vorkommt.

Im Test lieferte das System die Ergebnisse schnell aus. So genügte beispielsweise die Suche nach „Rezept für Linsencurry“, um sofort das entsprechende Dokument aufzuspüren, ohne den genauen Speicherort oder Dateinamen kennen zu müssen.

Auf dem Desktop wird die Suche über das Lupen-Symbol am oberen rechten Bildschirmrand aufgerufen. Hierbei kann flexibel gewählt werden, ob die Abfrage über das gesamte System laufen soll oder gezielt auf Kategorien wie Dateien, Bilder oder die Systemsteuerung eingeschränkt wird.
Ein besonderes Feature ist das kleine Uliya-Symbol hinter jedem Suchergebnis: Mit einem Klick darauf wird die gefundene Datei direkt in einen neuen Uliya-Chat eingefügt. Dies ermöglicht es, der KI unmittelbar Fragen zum Inhalt des Dokuments zu stellen – etwa um die Zutatenliste des Linsencurrys kurz zusammenzufassen oder nach Alternativen für eine Zutat zu fragen.
Spracherkennung und Transkription
Für die lokale Verarbeitung von Audioinhalten nutzt das iDX6011 Pro ein Spracherkennungsmodell, das vorab über die KI-Konsole installiert wird. Das Modell arbeitet mit einer Geschwindigkeit von 0,072 RTF (Real Time Factor) und belegt 8,2 GB RAM im Betrieb.
In der App Sprachmemos lassen sich neue Aufnahmen erstellen oder vorhandene Audiodateien importieren. Der Prozess für die Transkription umfasst folgende Schritte:
- Sprachauswahl: Das Transkript kann direkt in Sprachen wie Deutsch, Englisch, Chinesisch oder Japanisch erstellt oder übersetzt werden.
- Kategorisierung: Über Vorlagen wird festgelegt, ob es sich um ein Meeting, einen Bericht, einen Anruf oder eine Schulung handelt.
- Sprecherunterscheidung: Bei Aufnahmen mit mehreren Teilnehmern unterscheidet das System im Transkript zwischen den verschiedenen Personen.
- Analyse-Funktionen: Nach Abschluss der Transkription generiert die KI zusätzlich eine Zusammenfassung sowie eine Mindmap des Inhalts.
In meinem Test mit verschiedenen Sprachdateien sowie einer Meeting-Simulation wurden die Audioinhalte präzise transkribiert. Die KI konnte dabei die verschiedenen Sprecher im simulierten Meeting identifizieren und den jeweiligen Textabschnitten korrekt zuordnen.



Auch die anschließende Zusammenfassung der Kernpunkte sowie die Erstellung der Mindmap basierten auf den tatsächlich gesprochenen Inhalten, sodass die wesentlichen Informationen der Aufnahmen ohne manuelles Nacharbeiten strukturiert vorlagen.
Stromverbrauch
Ein leistungsstarkes System wie das iDX6011 Pro mit seinem Intel Core Ultra 7 255H und dem integrierten LCD-Display hat einen höheren Grundbedarf als einfache Einsteiger-NAS. Die CPU selbst ist mit einer Basisleistung von 28 Watt spezifiziert, kann aber unter Last bis zu 115 Watt abrufen.
Für den Praxistest wurde das System mit sechs 3,5″-Festplatten und einer Kingston KC3000 M.2 SSD bestückt.
Leerlauf (Idle)
Wir haben den Verbrauch in zwei verschiedenen Leerlauf-Szenarien gemessen:
- Ruhezustand: Wenn die Festplatten nicht rotieren (Spindown), liegt der Verbrauch bei 31 Watt.
- Bereitschaft: Rotieren die Festplatten ohne aktive Zugriffe, steigt der Wert auf ca. 50 Watt.
Dieser Bedarf setzt sich maßgeblich aus der Grundlast der sechs Laufwerke, dem LCD-Kontrollzentrum und der im Hintergrund aktiven KI-Bereitschaft zusammen.
Betrieb unter KI-Last
Sobald die lokale KI aktiv wird, steigt der Bedarf spürbar. Für die Spracherkennung und Transkription wird beispielsweise ein Modell mit einer Speichernutzung von 8,2 GB RAM geladen. Während die NPU und CPU die Audiodaten mit einer Geschwindigkeit von 0,072 RTF verarbeiten, erhöht sich die Leistungsaufnahme auf bis zu 93 Watt.
Volllast: KI und Virtuelle Maschine (VM)
Das forderndste Szenario ist der Parallelbetrieb. Wenn zusätzlich zur KI-Verarbeitung eine virtuelle Maschine mit 32 GB RAM und 14 Kernen (z. B. Fedora Linux für Videoschnitt) betrieben wird, stößt das System in neue Bereiche vor:
- Kombinierte Last: Die Zuweisung von 32 GB Arbeitsspeicher und mehreren CPU-Kernen für die VM sorgt für eine hohe dauerhafte Grundlast.
- Spitzenwerte: Bei aktiven Rechenprozessen in der VM (wie Rendering) und gleichzeitiger KI-Analyse überschreitet das Gesamtsystem die 100-Watt-Marke. Wir hatten bei unserem Test 108 Watt erzielt.
Preise und Verfügbarkeit (Stand: März 2026)
| Modell | UVP | Super Early Bird (UVP minus 40%) | Early Bird (UVP minus 30%) |
|---|---|---|---|
| NASync iDX6011 Pro 64 GB | 2.599 Euro | 1.559 Euro | 1.819 Euro |
| NASync iDX6011 64 GB | 1.999 Euro | 1.199 Euro | 1.399 Euro |
| NASync iDX6011 32 GB | 1.699 Euro | 999 Euro | 1.189 Euro |
Fazit
Das UGREEN NASync iDX6011 Pro ist aktuell eines der leistungsstärksten Consumer-NAS auf dem Markt. Es richtet sich klar an Nutzer, die ihre Daten nicht nur speichern, sondern lokal verarbeiten wollen – sei es durch KI-gestützte Dokumentenanalyse, professionelle Fotoverwaltung oder schnelle Virtualisierung.
Was mir besonders gefällt:
- Lokaler Fokus: KI-Funktionen wie Uliya laufen ohne Cloud-Zwang, was den Datenschutz enorm stärkt.
- Erweiterbarkeit: OCuLink und Thunderbolt 4 bieten Optionen, die man sonst kaum findet.
Was du wissen solltest:
Der Fokus liegt hier massiv auf der Hardware. Wer „nur“ einen Datenspeicher sucht, wird die 96 TOPS kaum ausreizen. Das iDX6011 Pro ist ein Arbeitsgerät für Enthusiasten und Profis, die die Kontrolle über ihre eigene KI-Infrastruktur behalten wollen.
Alles in allem funktioniert das Zusammenspiel der KI-Komponenten bereits gut. Der größte Pluspunkt ist das Sicherheitsgefühl: Dass die KI lokal läuft und alle Chats sicher auf dem eigenen NAS bleiben, ist ein echter Mehrwert für den Datenschutz. Auch die Lösung mit dem optionalen Online-Modus ist durchdacht und gut umgesetzt.
Verbesserungspotenzial gibt es hingegen noch bei der Performance: Für Schnellschreiber hakt die Eingabe im Chatfenster spürbar. Auch die eigentliche Textausgabe ist gewöhnungsbedürftig: Wenn du die blitzschnellen Antworten von Cloud-Diensten wie Gemini gewohnt bist, musst du dich hier auf ein deutlich gemächlicheres Tempo einstellen.
Mit den in der Konsole angegebenen 8,22 Tokens/s baut sich der Text Wort für Wort auf – es fühlt sich tatsächlich so an, als würde das Gegenüber die Antwort in Echtzeit langsam eintippen. Hier zeigt sich das physikalische Limit lokaler Hardware gegenüber riesigen Rechenzentren. Es bleibt zu hoffen, dass zukünftige Software-Updates die 96 TOPS des Intel Ultra 7 noch effizienter nutzen, um die Ausgabegeschwindigkeit zu steigern. Aktuell ist ein produktives Arbeiten mit längeren Ausgaben in dieser Geschwindigkeit noch etwas geduldsfordernd.
Die Transkription und Übersetzung der Sprachmemos klappte in unserem Test super und auch die Universelle Suche ist hervorragend. Die intelligenten Befehle sind gut umgesetzt, auch wenn manche Anfragen hier und da noch etwas haken. Dass man Systemeinstellungen über diesen Chat ändern kann, ist ein echtes Highlight.
Ein wünschenswertes Feature wäre noch, dass man die intelligenten Befehle auch auf Dateisystem-Ebene verwenden kann – etwa damit die KI Dateien selbstständig sortiert. Weiterhin wäre es spannend, wenn man die KI künftig als autonomen Agenten nutzen könnte; diese Möglichkeit bietet das System aktuell noch nicht.
Zum Stromverbrauch: Mit Werten zwischen 31 und 108 Watt zeigt das iDX6011 Pro eine große Spannbreite. Es ist kein klassisches „Datengrab“, sondern ein vollwertiger Server, der seine Leistung bei Bedarf auch energetisch einfordert.
Meine Empfehlung:
- Für Pioniere & Profis: Das UGREEN iDX6011 Pro ist eine beeindruckende Hardware-Basis für alle, die das technisch Machbare suchen. Wer auf rechenintensive Virtualisierung ohne Flaschenhals und die massive Erweiterbarkeit durch eine externe GPU (via OCuLink) angewiesen ist, findet hier ein aktuell konkurrenzloses System.
- Wichtig zur KI: Als produktive „Workstation“ für tägliche KI-Chats, also wenn man umfangreiche KI-Antworten erwartet, ist das System aufgrund der hardwarebedingten Antwortzeiten (ca. 8 Tokens/s) meiner Meinung nach noch etwas zu langsam.
Wer jedoch die lokale KI-Funktion nutzen und dabei die volle Hoheit über seine Daten behalten will, erhält hier ein sehr leistungsfähiges Fundament. - Für Sparfüchse: Wenn du einen reinen Fileserver (Datengrab) für den privaten Gebrauch suchst, sind das UGREEN DXP4800 Plus oder das DXP4800 Pro die vernünftigeren Optionen – schon allein wegen der deutlich geringeren Anschaffungskosten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann man den Arbeitsspeicher beim UGREEN iDX6011 Pro erweitern?
Nein, im Gegensatz zur DXP-Serie ist der 64 GB LPDDR5x RAM beim iDX6011 Pro fest verlötet. Dies liegt laut Hersteller an den höheren Taktraten (bis 8400 MT/s), die für KI-Anwendungen optimiert sind.
Wie laut ist das NAS im Betrieb?
Im Leerlauf ist das System dank guter Lüftersteuerung nahezu lautlos (ca. 31W Verbrauch). Unter KI-Volllast oder bei aktiver Virtualisierung drehen die Lüfter spürbar hoch, bleiben aber im Vergleich zu Rack-Servern wohnzimmertauglich.
Benötigt die KI „Uliya“ eine Internetverbindung?
Die Kern-Funktion von Uliya ist der lokale Betrieb. Alle Berechnungen, Transkriptionen und Analysen finden direkt auf dem Intel Ultra 7 Prozessor des NAS statt. Nur wenn du explizit auf externe Modelle wie GPT-4 zugreifen möchtest, muss du die optionale Cloud-Anbindung aktivieren.
