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Tweaks, Mods und Custom-ROM für das Motorola Moto G

© Motorola

Das Moto G erfreut sich unter Android-Entwicklern recht großer Beliebtheit. So gibt es inzwischen auch viele Tweaks für das Handy. Wir stellen die besten vor.

Wenn Sie bereits die volle Macht über Ihr Moto G besitzen, dann möchten Sie damit vermutlich auch etwas anfangen! Wir stellen Ihnen in diesem Artikel die besten Mods und Tweaks mit Installationsanleitung für Ihr Motorola-Smartphone vor.

Bootloader-Warnung entfernen

Mit dem Unlocken des Bootloaders schleicht sich eine unschöne Warnung in ihr Moto G ein, die bei jedem Gerätestart angezeigt wird. Doch diese Meldung können Sie ganz leicht mit nur einem Kommando entfernen.

Dazu laden Sie aus dem XDA-Thread [1] das Motorola-Logo herunter, entpacken die ZIP-Datei und kopieren die darin enthaltenen Dateien in den platform-tools-Ordner des Android SDK (siehe Kasten "SDK installieren"). Schalten Sie das Moto G aus und booten Sie es in den Bootloader-Modus. Dazu halten Sie Leiser-Taste und Power-Button für drei Sekunden gedrückt und lassen dann beide los. Schließen Sie das Moto G mit dem mitgelieferten USB-Kabel an den Computer an und tippen Sie anschließend in der Eingabeaufforderung im platform-tools-Ordner des SDK den Befehl fastboot flash logo logo.bin ein.

Hat alles geklappt, erscheint eine Ausgabe, die den Vorgang bestätigt:

target reported max download size of 536870912 bytes
sending 'logo' (619 KB)...
OKAY [  0.054s]
writing 'logo'...
OKAY [  0.105s]
finished. total time: 0.159s

Beim nächsten Start des Moto G erscheint anstelle der Warnung ein schöneres Motorola-Logo.

SDK installieren

Um Mods auf Ihrem Moto G zu installieren, benötigen Sie einen bestimmten Teil des Android SDK. Das Software Development Kit für Ihr Betriebssystem steht unter [2] zum kostenfreien Download bereit. Entpacken Sie die ZIP-Datei. Anschließend öffnen Sie die Eingabeaufforderung unter Windows mit der Tastenkombination [Windows]+[R] und geben in das erscheinende Fenster den Befehl cmd.exe ein. Nach der Bestätigung mit [Enter] öffnet sich die Konsole. Unter Mac OS lässt sich das Terminal einfach mit dem Launchpad öffnen. In beiden Eingabeaufforderungen müssen Sie nun in den platform-tools-Ordner navigieren. Dieser befindet sich in der obersten Ebene des entpackten Android SDK. Tippen Sie cd ein, fügen Sie den vollständigen Pfad des Ordners an und bestätigen Sie anschließend mit [Enter]. Beispielsweise sieht unter Windows das Kommando so aus: cd C:UsersIHR-BENUTZERNAMEDesktopadt-bundle-windows-x86-20131030adt-bundle-windows-x86-20131030sdkplatform-tools.

Netzbetreiber aus der Statusleiste entfernen

Motorola setzt beim Moto G anders als viele Hersteller auf ein fast pures Android. Eine Modifikation stört allerdings viele Anwender: Die linke Ecke der Statusleiste zeigt permanent den Namen des Netzbetreibers an. Das nimmt viel Platz für etwaige Benachrichtigungen weg. Doch auch hier sorgt ein Mod für Abhilfe, falls Ihr Moto G bereits gerootet ist.

Damit die folgende Anleitung funktioniert, muss in den Entwickleroptionen USB-Debugging aktiviert sein. Dazu schalten Sie zunächst die Entwickleroptionen frei: Gehen Sie in die Einstellungen zum Punkt Über das Telefon und tippen Sie sieben Mal hintereinander auf die Buildnummer. Danach erscheint in den Einstellungen die neue Kategorie Entwickleroptionen. Schalten Sie diese mit dem An- und Aus-Switch oben als erstes ein und aktivieren Sie dann mit einem Häkchen das USB-Debugging. Als nächstes schließen Sie Ihr Moto G an den Computer an. Es taucht ein Dialog mit dem Fingerprint Ihres Computers auf. Markieren Sie darin die Checkbox bei Dieser Verbindung immer trauen und bestätigen Sie mit OK.

Zum Entfernen des Netzbetreibers müssen Sie die Datei SystemUI.apk ersetzen. Die bereinigte Version ohne Providereinblendung für Android 4.3 liegt unter [3] (BHR-Version). Läuft auf Ihrem Gerät bereits KitKat, befindet sich die passende Datei bei [4]. Nennen Sie die heruntergeladene Datei in SystemUI.apk um, kopieren Sie die APK-Datei in den platform-tools-Ordner des Android SDK und schließen Sie Ihr Smartphone an den Computer an. Öffnen Sie auf dem Rechner ein Terminalfenster und geben Sie folgenden Befehl ein:

<C>adb push SystemUI.apk /sdcard/<C>

Nun sind einige Zeilen Code einzugeben, um die neue Datei in das System zu integrieren. Bestätigen Sie nach jeder Zeile mit [Enter] und warten Sie, bis der Befehl ausgeführt wurde. Die einzelnen Schritte zeigt Listing 1.

Listing 1

Provider ausblenden

adb shell
su
stop
mount -o rw,remount /system/ /system/
mv /system/app/SystemUI.apk /system/app/SystemUI.apk.bak
mv /system/app/SystemUI.odex /system/app/SystemUI.odex.bak
cp /sdcard/SystemUI.apk /system/app/
rm /system/app/SystemUI.odex
chmod 644 /system/app/SystemUI.apk
mount -o ro,remount /system/ /system/
reboot

Code für Android 4.4 "KitKat"

adb shell
su
stop
mount -o rw,remount /system/ /system/
mv /system/priv-app/SystemUI.apk /system/priv-app/SystemUI.apk.bak
mv /system/priv-app/SystemUI.odex /system/priv-app/SystemUI.odex.bak
cp /sdcard/SystemUI.apk /system/priv-app/
rm /system/priv-app/SystemUI.odex
chmod 644 /system/priv-app/SystemUI.apk
mount -o ro,remount /system/ /system/
reboot
<C>

Bei der Eingabe des su-Befehls meldet sich üblicherweise die SuperSU-App auf dem Moto G und fragt, ob der ADB-Shell-Rootzugriff genehmigt werden soll. Diesen Zugriff müssen Sie gestatten.

Mit der Ausführung des Reboot-Befehls startet das angeschlossene Moto G neu und das Netzbetreiberlogo ist von nun an Geschichte.

Abbildung 1: Nach der Installation des Mods ist Ihre Statusbar frei für ankommende Benachrichtigungen.
Abbildung 1: Nach der Installation des Mods ist Ihre Statusbar frei für ankommende Benachrichtigungen.

Musiksteuerung über die Lautstärketasten

In vielen ROMs ist es möglich, durch langes Drücken der Lautstärkewippe zum nächsten oder vorherigen Song zu springen – auch wenn das Display ausgeschaltet ist. Mit einem kleinen Mod aus dem Android-Hilfe-Forum ist dieses Feature auch auf Ihrem Moto G verfügbar.

Diese Modifikation benötigt Root und zusätzlich eine Deodex-Firmware [5]. Bei der offiziellen Firmware von Motorola sind, wie bei praktisch allen Herstellern, die Programmbibliotheken in ODEX-Dateien ausgelagert (ODEX = Optimized Dalvik Executable Format). Deshalb ist es nicht möglich, diesen Tweak mit der offiziellen Firmware des Moto G zu verwenden.

Läuft auf Ihrem Gerät jedoch ein Deodexed-System, laden Sie aus dem Thread unter [6] die Datei apj.zip herunter, entpacken das Archiv und verschieben die erhaltene android.policy.jar-Datei in den platform-tools-Ordner des Android SDK. Starten Sie die Eingabeaufforderung wieder wie im Kasten beschrieben. An Ihrem Moto G müssen Sie USB-Debugging aktivieren und es dann via USB mit dem Computer verbinden. Im Konsolenfenster geben Sie den Befehl adb push android.policy.jar /sdcard/ ein und bestätigen mit [Enter]. Als nächstes sind die Befehle aus Listing 2 einzugeben. Nach dem letzten Befehl startet das Handy automatisch neu und der Tweak ist aktiv.

Listing 2

Musiksteuerung

adb shell
su
stop
mount -o rw,remount /system/ /system/
cp /sdcard/android.policy.jar /system/framework/
mount -o ro,remount /system/ /system/
reboot

Modifikation mit Custom-ROMs

Der Inbegriff von Mods und Tweaks sind selbstverständlich Custom-ROMs, die viele kleine Features und Modifikationen vereinen. Da das Moto G noch relativ neu auf dem Markt ist, gibt es noch nicht sonderlich viele ROMs. Wir zeigen Ihnen trotzdem zwei Kandidaten, mit denen Ihr Moto G auf einen Schlag viele neuen Funktionen erhält.

Beim Nexus G ROM ist der Name Programm. Der Entwickler hat alle Nexus-spezifischen Features gesammelt und sie in ein ROM für das Moto G gepackt. Sie erhalten also pures Nexus-Feeling durch Nexus-Sounds, eine Nexus-Boot-Animation, die Nexus-Telefon-App, den typischen Google Experience Launcher und die System-Apps von Nexus-Geräten. Das ROM steht im XDA-Thread [7] zum Download bereit. Sie können es dann problemlos mit einem Custom-Recovery flashen (vorher Data, Cache und Dalvik-Cache wipen). Die Entwicklung steckt noch in den Kinderschuhen, hier und da funktionieren noch einzelne Sachen nicht oder stürzen manchmal ab. Der Entwickler behebt aber die meisten Probleme recht schnell, sodass dem puren Nexus-Feeling auf Ihrem Moto G nichts im Wege steht.

Abbildung 2: Mit dem Nexus G ROM wird Ihr Moto G zu einem Nexus!
Abbildung 2: Mit dem Nexus G ROM wird Ihr Moto G zu einem Nexus!

Das Infusion-ROM bringt viele kleine Features auf Ihr Moto G. So ist der aus dem CyanogenMod bekannte DSP-Manager mit an Bord und die Firmware bringt Miracast-Support mit. Von Haus aus sind außerdem Busybox und der Nova Launcher installiert. Die Motorola-Apps wurden vom Entwickler komplett entfernt. Zudem ist das System deodexed, wodurch sich Mods wie die Musiksteuerung über die Lautstärkewippe nutzen lassen. Trotz des ROMs bleibt die Möglichkeit bestehen, Updates over the Air zu erhalten, was Aktualisierungen immens vereinfacht. Außerdem sind erweiterte Einstellmöglichkeiten zu Performance- und System-Tweaks enthalten. Die Installation läuft wie beim Nexus G ROM ab, im XDA-Thread [8] bekommen Sie die neuste Version, die sich via Custom-Recovery einspielen lässt.

Abbildung 3: Das Infusion-ROM erweitert das normale Android-System um viele Funktionen und Features.
Abbildung 3: Das Infusion-ROM erweitert das normale Android-System um viele Funktionen und Features.

Abbildung 4: Im Infusion-ROM sind auch erweiterte Anpassungen wie die Änderung der Taktfrequenz möglich.
Abbildung 4: Im Infusion-ROM sind auch erweiterte Anpassungen wie die Änderung der Taktfrequenz möglich.


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