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Tolle Root-Apps für Poweruser

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Nicht jeder, der sein Handy gerootet hat, nutzt auch das volle Potenzial von Android. Deshalb stellen wir Ihnen in diesem Artikel vier ganz besondere Apps vor.

Wer sein Android-Gerät rootet, benötigt den Zugriff oft nur für den Dateimanger, Titanium Backup oder um die CPU etwas zu übertakten. Sehr häufig werden die Root-Möglichkeiten nicht einmal ansatzweise genutzt. Wir möchten dieser Tatsache entgegenwirken und stellen in den kommenden Ausgaben von Android User nützliche und bisher eher unbekannte Root-Apps vor.

Chrome UA Switcher


Der Google Chrome Browser arbeitet wirklich schnell und wird mittlerweile von Google sogar als Standardbrowser auf den Nexus-Geräten ausgeliefert. Doch in der mobilen Version des Programms lassen sich keine Erweiterungen nutzen, die den eher schmalen Funktionsumfang erweitern würden. Ein Feature, das in anderen Browsern häufig zur Standardausrüstung gehört, ist das Verändern des User Agents. Damit gaukeln Sie Webseiten vor, dass sie zum Beispiel mit einem iPhone oder einem Desktop-Computer surfen. Der Chrome UA Switcher [1] ermöglicht die Veränderung des User Agents.

Nach der Installation legen Sie sofort los und wählen in der Anwendung den gewünschten User Agent aus. Anschließend müssen Sie eine eventuell laufende Chrome-Instanz beenden, damit die Änderungen wirksam werden. Zum Testen, ob alles geklappt hat, öffnen Sie die URL [2] in Chrome. Diese Webseite ermittelt das Profil, mit dem Sie aktuell surfen, und zeigt Ihnen unter anderem auch den Browser Agent an. Die Auswahl der verschiedenen Agents ist breit gefächert. Sie haben die Möglichkeit, mit iPad, iPhone, Galaxy Nexus, XOOM, Nexus 7 oder dem normalen Chrome Browser zu surfen. In der 1,46 Euro teuren Pro-Version ist zudem die Option vorhanden, eigene User Agents festzulegen und auf dem Homescreen Icons zum schnellen Wechsel der Agents anzulegen. Der Chrome User Agent lässt sich einfach bedienen und fügt sich dank Android-Holo-Optik ideal in das System ein.

Abbildung 1: Als Googlebot durch das Internet surfen - kein Problem für den Chrome UA Switcher.
Abbildung 1: Als Googlebot durch das Internet surfen – kein Problem für den Chrome UA Switcher.

DriveDroid


Als Poweruser wechseln Sie des Öfteren zwischen verschiedenen Betriebssystemen, testen hier mal die neue Version von Ubuntu und updaten dort mal eben Debian. Die Installation ist dabei häufig aufwendig: Image herunterladen, brennen oder auf einen USB-Stick kopieren und dann vom entsprechenden Medium booten. Dabei könnte das alles so einfach sein. Smartphones haben in der Regel viel Speicher, der selten komplett genutzt wird. DriveDroid [3] ermöglicht es, Images auf Ihrem Android-Gerät zu verwalten und bei Bedarf das Smartphone einfach an den PC anzuschließen und vom Image zu booten. So haben Sie all Ihre Images in der Hosentasche dabei und können schnell darauf zugreifen. Nach der abgeschlossenen Installation der kostenlosen Anwendung kopieren Sie entweder ein bereits geladenes Image auf Ihr Smartphone oder wählen eine Abbilddatei aus der riesigen, nach Distributionen sortierten Liste aus und laden es – vorzugsweise via WLAN – auf das Handy herunter.

Das Booten des Images verläuft dann relativ einfach: Schließen Sie Ihr Android-Smartphone an den Computer an, und suchen Sie in der App das zu bootende Image aus. Als nächstes müssen Sie auswählen, auf welchem Port das Image bereitgestellt werden soll. Sobald das erledigt ist, müssen Sie am Computer fortfahren und das Smartphone als Bootmedium festlegen. Am Computer arbeiten Sie wie gewohnt. Es gibt keine Einschränkungen dadurch, dass Sie nur von einem Smartphone aus booten. DriveDroid finanziert sich durch Werbeeinblendungen, die sich aber durch ein Upgrade auf die 2,42 Euro teure Paid-Version unterdrücken lassen. Von manchen Geräten ist bekannt, dass es zu Komplikationen kommen kann. Falls Ihr Gerät betroffen ist, weist die App Sie direkt beim Start auf diesen Umstand hin, sodass Sie gewarnt sind. Außer der Werbefreiheit bringt die kostenpflichtige Version keine Vorteile oder Features mit. Die helle und angenehm zu bedienende App ist eine wirklich gute Option, um die USB-Sticks zum Booten hinter sich zu lassen.

Abbildung 2: DriveDroid bietet eine Downloadliste verschiedenster Distributionen an.
Abbildung 2: DriveDroid bietet eine Downloadliste verschiedenster Distributionen an.

GMD GestureControl


In iOS ist es schon länger möglich, das Betriebssystem mit Gesten zu steuern. Der komplette Workflow wird angenehmer, und es macht einfach Spaß mit den Fingern über das Display zu wischen und definierte Aktionen auszuführen. Google hat bisher in Android noch keine Gestensteuerung integriert. Glücklicherweise lässt sich dieses Feature aber durch eine Root-App nachrüsten: GMD Gesture Control – root [4]. Die App kommt mit voreingestellten Gesten daher, die Sie aktivieren und deaktivieren können. Die Vollversion mit allen Funktionen schlägt mit 4,12 Euro zu Buche, die kostenlose und im Funktionsumfang abgespeckte Lite-Version bietet allerdings auch schon recht viel. Es besteht zudem die Wahl, ob Sie Gesten aus der Gruppe für Tablets oder für Smartphones verwenden möchten.

Wie die Gesten auszuführen sind, ist anschaulich dargestellt, sodass Sie schnell verstehen, welche Geste zu welcher Aktion führt. Doch GMD GestureControl beschränkt sich nicht nur auf vorgefertigte Gesten. Sie legen im Reiter User Gestures Ihre eigenen Bewegungsabläufe an und sind dabei völlig frei, wie Sie diese definieren. Entweder zeichnen Sie eine Geste auf und ordnen diesem Muster dann eine Aktion zu, oder Sie geben das Muster manuell an. Außerdem beinhaltet die App ein sogenanntes Launchpad, das sich durch bestimmte Gesten aufrufen und individuell konfigurieren lässt. Bestimmen Sie einfach die Apps, die es enthalten soll.

Abbildung 3: Sie können Ihre eigenen Gesten entwerfen und mit Aktionen versehen.
Abbildung 3: Sie können Ihre eigenen Gesten entwerfen und mit Aktionen versehen.

MarketHelper


Da kaufen Sie sich ein tolles neues Android-Gerät und müssen dann enttäuscht feststellen, dass viele Apps auf der Errungenschaft nicht laufen? Das ist häufig der Fall, weil die Entwickler die Anwendung nicht auf allen Geräten testen und deshalb nur für eine begrenzte Auswahl zur Verfügung stellen. Meistens würden die Apps trotzdem laufen, die Einschränkung durch Google Play verbietet dies allerdings. Zur Lösung dieses Problems laden Sie sich unter [5] die neuste Version des MarketHelpers herunter. Diese App gaukelt dem Google Play Store vor, dass Ihr Gerät ein anderes sei. Nachdem Sie in der Anwendung das gewünschte Gerät sowie Land und Anbieter gewählt haben, klicken Sie auf Activate. Anschließend müssen Sie lediglich noch einmal https://play.google.com/settings aufrufen, um die Aktualisierung bei Google anzustoßen. Nun ist Ihr Smartphone oder Tablet unter einem anderen Gerätetyp bei Google registriert, und Sie können die gewünschten Apps ohne Probleme herunterladen.

Abbildung 4: Der MarketHelper definiert für Sie das Profil Ihres Smartphones im Play Store neu.
Abbildung 4: Der MarketHelper definiert für Sie das Profil Ihres Smartphones im Play Store neu.


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