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Tipp: Was ist der Google Knowledge Graph?

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Knowledge Graph Icon | Android-User.de
(Bildquelle: Wikipedia)

Täglich sitzen wir vor dem Rechner und googeln dabei den ein oder anderen Begriff. Und da Google dank der vielen Algorithmen ziemlich schlau ist, bekommen wir fast immer die Antworten angezeigt, welche wir gesucht haben. Dabei hilft uns auch Googles Knowledge Graph. Doch was ist das eigentlich? In unserem Tipp-Artikel erfährst du es.

Was ist der Google Knowledge Graph?

Der Begriff Knowledge Graph verbirgt eine Systematik, mit der Informationen gesucht und miteinander verknüpft werden. Bei Google nennt sich das Ganze “Google Knowledge Graph” und zeigt neben den Suchergebnissen zusätzliche Informationen in Form einer Extra-Box am rechten Bildschirmrand zu der entsprechenden Anfrage an. Auf diese Weise kann Google dem Nutzer die passenden Informationen ohne den weiteren Besuch einer anderen Webseite anzeigen. Google hat den Knowledge Graph im Mai 2012 zuerst auf der amerikanischen Webseite vorgestellt. Ab Dezember 2012 war er auch auf der deutschsprachigen Webseite von Google verfügbar. Mit dem “Hummingbird”-Update von 2013 wurden die Funktionen noch einmal erweitert – das Prinzip blieb aber gleich.

Aus welchen Datenquelle setzt sich der Knowledge Graph zusammen?

Für eine Anzeige im Knowledge Graph werden mehrere “verlässliche” Datenquellen herangezogen. Der Knowledge Graph greift auf die sogenannte “Knowledge Base” zu. In dieser Datenbank sind die Informationen nicht einfach auf einer Ebene gespeichert, sondern auf mehreren Ebenen über Verweise miteinander verknüpft. Je mehr Einträge du im Netz hinterlassen hast, desto mehr Datenquellen kann der Knowledge Graph nutzen. Hierzu zählen zum Beispiel Wikipedia, Amazon und andere offizielle Webseiten.

Google kann mit dem Knowledge Graph eine breite Auswahl an Informationen bieten, welche den Suchbegriff direkt enthalten, oder aber die Suche danach vereinfachen. Allerdings hat auch der Knowledge Graph seine Grenzen. Er liefert nicht zu jedem Thema Daten. Die Stärken liegen bei Suchanfragen zu Persönlichkeiten und Unternehmen. Ebenfalls gibt der Knowledge Graph Antworten auf einfache Fragen. Zum Beispiel: Gibst du im Suchfeld den klar definierten Begriff “Katze” ein, bekommst du nicht nur den Steckbrief zur Katze, sondern auch zusätzliche, für dich interessante Infos zur Katze. Bei komplexen Suchanfragen wie zum Beispiel “Steuergesetze in Deutschland” musst du ohne Knowledge Graph auskommen und dich allein auf die Suchergebnisse von Google verlassen.

Knowledge Graph 1 | Android-User.de
Bei einfachen Suchanfragen wird oft der Knowledge Graph angezeigt.
Knowledge Graph 2 | Android-User.de
Komplexe Fragen müssen ohne Knowledge Graph auskommen.

Der Knowledge Graph kann für SEO (Suchmaschinenoptimierung, oder englisch Search Engine Optimization) genutzt werden.

Wie ist der Knowledge Graph aufgebaut?

Der Knowledge Graph besteht aus drei Bereich:

  • Antwortbox
  • Knowledge Panel
  • Karussell

Antwortbox

Die Antwortbox erscheint über den Search Engine Result Pages (SERPs sind Seiten, auf denen die Suchergebnisse von Google oder anderen Suchmaschinen aufgelistet sind). Allerdings erscheint die Box nur, wenn Google die Antwort auf die konkrete Frage liefern kann. Handelt es sich beim gesuchten Begriff um ein komplexes Thema, wird keine Antwortbox erscheinen.

Knowledge Panel

Das Panel ist das Herzstück des Graph. Hier findet man, kompakt zusammengefasst, die Informationen zum gesuchten Begriff. Diese Informationen stammen zu einem Großteil von Wikipedia, da Google vielfach darauf zugreift. Welche Informationen im Panel erscheinen hängt von der Suchanfrage ab. Google wertet nach der Anfrage aus und erstellt daraus eine ausgewogene Mischung an Informationen. Denn das Ziel des Knowledge Graphs ist ohne Umwege über andere Webseiten für den Nutzer ein schneller Zugriff auf Informationen.

Karussell

Das Karussell ist der Teil des Knowledge Graphs, welcher nicht sofort mit den Suchergebnissen erscheint. Unter der Antwortbox und im Knowledge Panel befindet sich meist ein Link “Wird auch oft gesucht”. Darüber gelangst du zum Karussell. Das Karussell bündelt noch mehr Informationen auf einen Blick. Bei einer gezielten Suchanfrage nach einem Autor und einem seiner Bücher zum Beispiel werden direkt die weiteren Bücher im Karussell angezeigt. Mit dem Karussell bietet Google also weiterführende Informationen, falls du in der Antwortbox oder im Knowledge Panel nicht fündig geworden bist. Klickst du auf eines der gezeigten Bilder im Karussell wird automatisch die entsprechende Anfrage bei Google gestartet und passende Suchergebnisse mit einem neuen Knowledge Panel angezeigt.

Stört der Knowledge Graph den Traffic der anderen Webseiten?

Mit dem Knowledge Graph bekommt ein Nutzer die gesuchten Informationen auf einen Blick direkt auf der Google-Startseite angezeigt. Also hätte er doch eigentlich gar keinen Grund mehr auf die Webseite eines Unternehmens zu gehen. Das stimmt jedoch nur bedingt. Denn wenn der Nutzer zum Beispiel nur wissen will, wann Angus Young von ACDC geboren wurde (*31.3.55), reicht ihm die schnelle Aussage auf Google. Will er jedoch weitere Informationen, greift er automatisch auf tiefergreifende Informationen der angezeigten Webseiten zu.

Weiterhin können die Webseiten auch beeinflussen, welche Infos im Knowledge Graph auftauchen. Google nutzt ja für den Knowledge Graph oft Wikipedia sowie die Seite des Unternehmens. Werden Daten auf der eigenen Homepage strukturiert dargestellt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass diese ebenso im Knowledge Graph angezeigt werden und das Unternehmen somit gut dasteht.

Kann der Knowledge Graph manipuliert werden?

Seit vielen Jahren ist Google das Nonplusultra im Suchen und Finden von Antworten. Du suchst etwas und Google weiß die Antwort. Allerdings kann der Knowledge Graph manipuliert werden. Denn wenn nur ein einziger Parameter geändert wird, wird Donald Trump zum Bundeskanzler von Deutschland und München zur Hauptstadt von Deutschland. Die Informationen können durch einen einfachen Parameter in der URL der Websuche verfälscht werden. Durch den Parameter kgmid gefolgt von einer eindeutigen ID lässt sich jeder beliebige Knowledge Graph in der Websuche einblenden. Der echte Knowledge Graph wird ignoriert und stattdessen der falsche angezeigt. Gibt man den Parameter &kgmid=/m/0cqt90 hinter einer Suchanfrage ein wird immer der Knowledge Graph von Donald Trump angezeigt.

Knowledge Graph 3 | Android-User.de
Ändert man den Parameter wird aus dem Bundeskanzler von Deutschland Donald Trump….
Knowledge Graph 4 | Android-User.de
…und aus der Hauptstadt von Deutschland München.

Die ID eines Knowledge Graphs lässt sich über die Teilen-Funktion herausfinden. Du klickst dazu einfach auf den Teilen-Link im Knowledge Graph und bekommst sofort die Kurz-URL angezeigt. Diese muss angeklickt werden, damit sie sich in eine lange Version inklusive des kgmid-Parameters verwandelt. Nun kann dieser überall hin kopiert und verteilt werden.

Knowledge Graph 5 | Android-User.de
Der Parameter lässt sich über den Teilen-Button herausfinden.

Der Bug ist Google seit drei Jahren bekannt, wurde aber nie gefixt.

Fazit

Der Knowledge Graph ist für viele Suchende eine praktische Hilfe, um schnell an die unterschiedlichsten Informationen zu gelangen. Eine Webseite kann durch den Knowledge Graph zwar Traffic verlieren, aber mit den richtigen Maßnahmen lässt sich hier ebenfalls gegensteuern. Strukturierte Daten auf der eigenen Webseite beeinflussen die Informationen für den Knowledge Graph positiv und wenn sich dann noch hochwertiger Content auf der Webseite befindet kann eventuell verlorener Traffic wieder ausgeglichen werden.

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