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Tipp: Was ist das Widevine DRM Level?

Widevine Icon | Android-USer.de

Eventuell hast du ein Tablet oder Smartphone mit Full HD-, 2.5 K- oder sogar 4 K-Display und doch ist es nicht möglich Serien in hochauflösender Qualität zu streamen. Woran liegt das? Vielleicht hast du schon einmal von DRM oder dem Widevine Level gehört. Wenn nicht, erfährst du es in unserem Tipp-Artikel.

Widevine Level und DRM – Was ist das?

Einige Streaminganbieter, darunter Google Play Movies, Netflix, Amazon Prime und andere erlauben es einigen Smartphones nicht, Filme oder Serien mit Auflösungen über 480p zu streamen. Der Grund für dieses Verbot ist, dass diese Dienste durch das Verschlüsselungsverfahren Digital Rights Management, kurz DRM oder Widevine DRM, geschützt sind, um das Kopieren und die unbefugte Weitergabe dieser Videodateien zu verhindern.

Widevine 1 | Android-User.de
(Bildquelle: Google Widevine)

Die Widevine DRM-Plattform von Google wurde von Widevine Technologies entwickelt und gehört seit 2010 zum Google Universum. Insgesamt ist der DRM-Dienst auf über 4 Milliarden Android-Geräten installiert. Der Schutz beginnt dabei schon auf Prozessor-Ebene. Widevine erhebt keine Lizenzgebühr. Stattdessen müssen Hardwarehersteller lediglich einen Zertifizierungsprozess bestehen.

Wie arbeitet Widevine DRM?

Widevine implementiert eine Auswahl an Industriestandards ins System (ab Android 3.0 und höher ist das Widevine DRM-Plugin in das Android DRM-Framework integriert), welche zum Schutz von Inhalten sind, die über das Internet übertragen und auf den Smartphones wiedergegeben werden. Sämtliche für Smartphones genutzte Chipsätze unterstützen die erforderlichen Standards. Man nutzt dabei eine Kombi aus CENC-Verschlüsselung, Lizenzschlüsselaustausch und adaptiver Streaming-Qualität. Damit können Videos verwaltet und an die Benutzer gesendet werden. Um den Arbeitsaufwand auf der Seite des Streaming-Anbieters zu vereinfachen, werden basierend auf der Sicherheitsfunktion des Smartphones verschiedene Stufen der Streaming-Qualität unterstützt.

Widevine 2 | Android-User.de
(Bildquelle: Google Widevine)

Widevine unterstützt beziehungsweise schützt dabei drei Sicherheitsstufen, Smartphones sind entweder L1 oder L3 zertifiziert. Abhängig ist das von der Hardware und Software-Implementierung:

  • Widevine Level 1 zertifizierte Geräte können HD Inhalte streamen
  • Widevine Level 2
  • Widevine Level 3 zertifizierte Geräte können nur SD Inhalte streamen

Um also Inhalte in HD Qualität streamen zu können muss dein Smartphone mit Widevine Level L1 zertifiziert sein. Viele importierte Smartphones durchlaufen den Zertifizierungsprozess für Widevine L1 nicht. Doch auch einige Geräte, die hierzulande erhältlich sind, besitzen keine Zertifizierung nach Widevine L1.

Um eine Zertifizierung nach L1 zu bekommen muss die gesamte Inhaltsverarbeitung beim Streaming, die Kryptographie und Kontrolle in der Trusted Execution Environment (TEE/vertrauenswürdige Ausführungsumgebung) des Geräteprozessors durchgeführt werden, um externe Manipulation und das Kopieren einer Videodatei zu verhindern. Alle ARM Cortex-A-Prozessoren haben dafür die TrustZone-Technologie. Diese erstellen eine Hardware-Trennung mit der ein vertrauenswürdiges Betriebssystem (Android) eine TEE oder auch vertrauenswürdige Ausführungsumgebung für DRM und andere Apps erstellen kann.

Bei einer Zertifizierung nach L2 wird die Kryptographie, nicht jedoch die Inhaltsverarbeitung innerhalb der TEE durchgeführt.

Und bei einer Zertifizierung nach L3 hat das Gerät keine TEE oder die Verarbeitung der Daten erfolgt außerhalb einer vertrauenswürdigen Ausführungsumgebung. Dabei müssen jedoch geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um die Kryptographie innerhalb des Host-Betriebssystems zu schützen.

Widevine 3 | Android-User.de
(Bildquelle: androidauthority.com)

Kann mein Smartphone HD Inhalte streamen?

Aus den meisten Datenblättern ist nicht ersichtlich, ob dein Smartphone HD Inhalte streamen kann oder nicht. Denn der Widevine-Level taucht oftmals gar nicht in der Beschreibung auf. Die meisten High-End-Geräte ermöglichen jedoch das HD-Streaming der oben genannten Dienste.

Aber auch als Nutzer der Streaming-Dienste müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, damit zum Beispiel Netflix Streaming in HD oder auch Ultra HD anbieten kann. So muss zum Beispiel die Internetgeschwindigkeit stimmen, ein Abo mit HD Unterstützung abgeschlossen sein und auch die Endgeräte müssen mindestens eine HD-Auflösung von 720p unterstützen.

Technisch gesehen kann jedes Smartphone Widevine L1 unterstützen. Da die Implementierung kostenlos ist, kann es also nicht am Geld scheitern. Jedoch zieht sich der Zertifizierungsprozess bei kostengünstigen Smartphones mitunter lange hin und rentiert sich dabei nicht mehr für die kleinen Hersteller. Oder der Hersteller (gerade aus Asien) nutzt andere Streaming-Dienste als hierzulande und hält dann eine Zertifizierung für nicht notwendig.

Um herauszufinden, ob dein Smartphone nach Widevine L1 zertifziert ist und damit HD Inhalte streamen kann, gibt es die kostenlose App DRM Info. Nach dem Öffnen der App findest du hier erst einmal sämtliche Infos zu deinem Smartphone. Anschließend erscheint das Widevine CDM. Unter Security Level ist die Zertifizierung nach L1 oder L3 gelistet.

Widevine 4 | Android-User.de
Das Widevine Level des Pixel 2 XL liegt bei L1

Fazit

Google Widevine ist ein DRM-Verschlüsselungsschema für den Schutz, die Wiedergabe und gegen die illegale Verbreitung von Streaming-Inhalten auf Smartphones. Doch wer trotz Widevine an illegale Filme kommen möchte, wird auch hier einen Weg finden.

Weiterhin wird es vielen von uns auf den kleineren Displays der Smartphones nicht auffallen, ob Inhalte in HD gestreamt werden oder nicht, beziehungsweise ob das Smartphone eine L1 Zertifizierung aufweist oder nicht. Anders sieht es bei größeren Bildschirmen wie den Tablets aus. Hier fällt es schon eher auf, ob das Gerät eine L1 oder nur eine L3 Zertifizierung hat.

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