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Tipp: Was ist Bluetooth und wie gefährlich ist die Strahlung wirklich?

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Bluetooth Icon | Android-User.de

Gastbeitrag von René Kutter

In unserem Alltag gibt es immer mehr Geräte mit ausgehender Strahlung. Ob WLAN- Mobilfunk oder eben Bluetooth-Strahlung. Doch was ist Bluetooth eigentlich genau und hat die Strahlung Folgen auf unseren Organismus? Und kann man diese Strahlung auch minimieren?

Was ist Bluetooth?

Bluetooth ist ein Funkstandard, welcher in Smartphones, Tablets und anderen elektronischen Geräten eine Datenübertragung auf kurzen Distanzen (meistens zwischen 10 m und 30 m) ermöglicht. Mit Bluetooth sollen die Kabelverbindungen zwischen den Geräten ersetzt werden. Mittlerweile sind wir bei Bluetooth Version 5 angekommen. Der Name “Bluetooth” geht zurück auf auf den dänischen König Harald Blauzahn (Bluetooth). Dieser vereinte verfeindete Teile von Norwegen und Dänemark. Das Bluetooth Logo besteht aus einem Monogramm der altnordischen Runen und .

Die Funktionsweise von Funkverbindungen

Alle kabellosen Übertragungstechniken, sei es WLAN, NFC, DECT oder eben Bluetooth, bauen ein hochfrequentes, elektromagnetisches Feld zwischen Sender und Empfänger auf. Sofern die Funkfrequenz einzelner Geräte innerhalb dieses Feldes übereinstimmt, können diese kabellos Daten austauschen. Je nach Übertragungstechnik unterscheiden sich die Frequenzen teils stark. Bluetooth nutzt eine Übertragungsfrequenz von 2,4 bis 2,4835 GHz, das entspricht rund 2,4 Milliarden Impulse in der Sekunde.

Bluetooth Strahlung hängt von der Bluetooth Klasse ab

Neben den Bluetooth Versionen, welche die Bluetooth Funktionen verbessern bzw. erweitern, gibt es auch unterschiedliche Bluetooth Klassen. Wie stark ein Bluetooth Gerät ausstrahlt, hängt größtenteils genau davon ab. Neben weiteren Faktoren, wie die Beschaffenheit der Umgebung, sorgen diese Klassen für unterschiedliche Reichweiten der Geräte.

Die 3 Bluetooth Klassen im Überblick

Die Reichweite hängt primär davon ab, mit welcher Leistung ein Gerät ausstrahlt. Gemessen und angegeben wird diese in Milliwatt (mW).

  • Klasse 3: bis 1,0 mW : ca. 10 Meter im Freien.
  • Klasse 2: bis 2,5 mW : ca. 50 Meter im Freien.
  • Klasse 1: bis 100 mW : ca. 100 Meter im Freien.

Die allermeisten Geräte wie z.B. Bluetooth Kopfhörer den Klassen 2 und 3 an.

Was ist der SAR-Wert und wofür wird er benötigt?

Der SAR-Wert (spezifische Absorptionsrate) ist ein Maß für die Absorption von elektromagnetischen Feldern in das menschliche Gewebe. Die spezifische Absorptionsrate wird als Einheit W/kg (Leistung pro Masse) angegeben.

Der Wert gibt Aufschluss über die Wärmeeinwirkung einer Hochfrequenzstrahlung auf das menschliche Gewebe. Er soll sicherstellen, dass sich das menschliche Gewebe bei einer Strahlungsbelastung von 2 W/kg (Watt pro Kilogramm) nicht mehr als 1°C erwärmt. Der SAR-Wert von Smartphones (Mobilfunk-Strahlung) liegt zwischen 0,3 bis 1,5 W/kg. Hier findest du eine Liste von SAR-Werten der unterschiedlichsten Smartphones.

Der SAR-Wert ist bloß ein Richtwert und für Hersteller nicht verbindlich.

Wie wird der SAR-Wert ermittelt?

Der SAR-Wert wird von der Mobilfunkindustrie mittels eines eigens konzipierten Zulassungsverfahren ermittelt. Für das Verfahren wurden die durchschnittlichen Körpermaße von 10% der Rekruten der US-Armee im Jahr 1989 ermittelt. Aus den ermittelten Werten wurde eine 1,88 Meter große und 100 Kg schwere Modellpuppe entwickelt. Deshalb trägt dieses Verfahren den Namen SAM-Zulassungsverfahren (SAM = Specific Anthropomorphic Mannequin; dt. spezifische menschliche Puppe).

Der SAR-Wert vermittelt also bloß eine Scheinsicherheit, da der Wert an einer Modellpuppe gemessen wird. Somit können keine Aussagen über die Auswirkungen auf Zellvorgänge in lebenden Organismen gemacht werden.

Quelle: diagnose-funk.org – Die Grafik zeigt die Tiefe der Strahlenabsorption bei einem 5 jährigen Kind, einem 10 jährigen Kind und einem Erwachsenen. Als Strahlungsquelle diente ein GSM-Handy mit einer Frequenz von 900 MHz. Auf der Farbskala rechts sieht man den SAR-Wert in W/Kg.

Erkenntnis aus der Studie

Wie diagnose-funk.org berichtet und die obige Grafik zeigt, sind die Auswirkungen in Wirklichkeit gravierender. Die Studie belegt, dass die zugelassene Strahlendosis bei 97% der Bevölkerung deutlich überschritten wird. Bei Kindern kann die Strahlungsbelastung am Kopf bis dreimal höher und an Augen und Knochen bis zu 10 mal höher ausfallen. Dadurch besteht vor allem bei Kindern akute Gesundheitsgefahr.

Gesundheitliche Risiken von elektromagnetischer Strahlung

Laut einer stetig steigenden Anzahl wissenschaftlicher Studien, bedroht elektromagnetische Strahlung ausgehend von Bluetooth, WLAN, Mobilfunk & Co, unsere Gesundheit enorm. Die schleichende, allgegenwärtige und unsichtbare Verschmutzung unserer Umwelt, trägt den treffenden Namen Elektrosmog. Gesundheitsprobleme wie

  • Krebs (vor allem Tumore im Gehirn, Auge oder Ohr sowie Leukämie),
  • Fehlgeburten,
  • Missbildungen,
  • chronische Müdigkeit,
  • Kopfschmerzen,
  • Stress,
  • Lernstörungen,
  • Herzprobleme,
  • Schwindelanfälle,
  • Autismus,
  • Schlaflosigkeit
  • und Alzheimer/Demenz…

… werden mit EMR in Verbindung gebracht.

2013 stufte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), die Teil der WHO ist, niederfrequente Magnetfelder (wie z.B. von Hochspannungsleitungen) als “möglicherweise krebserregend” ein.

Tatsächlich bewiesene Auswirkungen sind thermische Effekte wie eine lokale Erwärmung an Hautstellen, welche mit dem Smartphone in Kontakt kommen. Da der Körper allerdings seinen Wärmehaushalt gut regulieren kann, besteht dadurch nur eine geringe Gefahr. Lediglich Augen, Gehirn und Hoden gelten als besonders wärmeempfindlich.

Tierversuche haben hingegen gezeigt, dass ein Wachstum von bestehenden Tumoren durch elektromagnetische Strahlung gefördert wird. (Experiment des Biologen Prof. Alexander Lerchl von der Jacobs University Bremen).

Auch ein erhöhtes Leukämierisiko bei Kindern, welche in der Nähe einern Hochspannungsleitung leben ist in geringer Fallzahl anerkannt worden.

Quelle: https://www.morgenpost.de/ratgeber/article207389535/Wie-gefaehrlich-ist-elektromagnetische-Strahlung-wirklich.html

Sind Bluetooth Kopfhörer gefährlich?

Während bei Smartphones die Strahlungsbelastung durch Mobilfunkstrahlung bei maximal 1,5 W/kg liegt, ist die Belastung durch Bluetooth Strahlung deutlich geringer. Bei Bluetooth Kopfhörern mit einer Reichweite von 10 Metern liegt diese bei gerade einmal 0,0008 W/kg. Aufgrund dessen ist eine Nutzung von Bluetooth Kopfhörern z.B. zum telefonieren absolut empfehlenswert. Warum? Die Strahlungsbelastung im Kopf wird deutlich verringert, da kein Smartphone direkt an das Ohr gehalten werden muss.

6 Tipps um die Strahlungsbelastung zu minimieren

Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt in einer online-Broschüre elektromagnetische Strahlung möglichst zu meiden. Wir haben 6 Tipps zusammengefasst, mit denen Sie dieser Empfehlung nachgehen können.

Tipp 1: Abschirmstoffe

  • Abschirmfarbe – Es gibt spezielle Wandfarben welche allerdings meist nur in Schwarz erhältlich ist. Dafür lässt sie sich nach dem Trocknen mit getönter Farbe überstreichen.
  • Abschirmgewebe und -gitter – Polyestergewebe mit hohem Metallgehalt oder Spezialstahl-Gewebe sind diffusionsoffene Abschirmmaterialien, die sich alternativ im Fassadenbereich einbauen lassen.
  • Abschirmvlies – Metallisiertes Nylonvlies ist perfekt für den Innenbereich. So könnte es z.B. unter einem Bodenbelag verlegt oder unter Wandbelägen vertackert werden.
  • Lehmbaustoffe – Lehmputze weisen durch den Zusatz von elektrisch leitfähigen Additiven eine hohe Abschirmwirkung gegenüber Hochfrequenzstrahlung auf.
  • Spezielle Gipskartonplatten – Durch den Zusatz von Graphit im Gipskern, weisen speziell für die Reduzierung hochfrequenter Strahlung hergestellten Gipsplatten eine hohe Wärmeleitfähigkeit und elektrische Leitfähigkeit auf.

Tipp 2: Elektrostecker “richtig herum” einstecken

Viele sind der Meinung, dass von ausgeschalteten Elektrogeräten, welche sich noch in der Steckdose befinden, kein Elektrosmog mehr ausstrahlt. Tatsächlich ist es so, dass es darauf ankommt wie der Stecker eingesteckt ist. Bei normalen einpoligen Schaltern wird ausschließlich eine Leitung getrennt. Wird dabei nur der Neutralleiter getrennt, wird der Stromkreis zwar unterbrochen und das Gerät ausgeschaltet, doch die Spannung liegt weiter an.

Tipp 3: Steckdosenleisten mit einem zweipoligen Schalter

Dieser Tipp knüpft an Tipp 2 an. Bei zweipoligen Schaltern werden beide Leitungen (Phase & Neutral) unterbrochen. Daher empfiehlt es sich Steckdosenleisten mit einem solchen Schalter zuzulegen. So ist es egal wie Stecker in die Steckerleiste eingesteckt werden.

Tipp 4: Telefone ohne dauer-sendende Basisstation

Bei den heute weit verbreiteten schnurlosen DECT-Telefonen, sendet die Basisstation bei einigen Geräten dauerhaft mit 100 Hertz aus. Zum Vergleich – WLAN-Router senden mit nur 10 Hertz. Aus diesem Grund die dringende Empfehlung, nur Geräte zu kaufen, bei denen die Basisstation ausschließlich während Telefonaten sendet und anschließend abschaltet.

Tipp 5: Sendeleistung des WLAN-Routers reduzieren

Bei so ziemlich allen Routern ist es möglich im Menü die Sendeleistung zu reduzieren, jedoch wird dadurch die Reichweite negativ beeinflusst. Eine weitere Möglichkeit wäre es, sendefreie Zeiten (z. B. Nachts) zu programmieren. Der beste Weg wäre selbstverständlich ein kompletter Umstieg auf LAN, doch dies gestaltet sich bei so vielen Geräten im Haushalt natürlich sehr schwer.

Tipp 6: Netzabkoppler für Sicherungskasten

Netzabkoppler, auch Netzfreischalter genannt, wandeln die Wechselspannung in biologisch verträgliche Gleichspannung um, sobald im betroffenen Stromkreis keine Energie mehr benötigt wird.

Fazit

Wir alle sind im Alltag zu hoher Strahlungsbelastung ausgesetzt. Die Verschmutzung durch Elektrosmog ist vor allem in Großstädten enorm. Studien und kluge Köpfe belegen, dass dies eine Gesundheitsgefährdung darstellt. Wie stark vor allem die Langzeitfolgen für unseren Organismus sind, ist noch nicht ganz erforscht. Klar ist jedoch, elektromagnetische Strahlung fördert unter anderem das Wachstum von bereits bestehenden Tumoren.

Die Strahlungsbelastung durch Bluetooth Geräte, macht dabei einen sehr geringen Teil aus. Allerdings sollten wir uns der Gefahr bewusst werden und Gegenmaßnahmen ergreifen, um Langzeitfolgen auszuschließen.