5. Dezember 2022
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Tipp – Notfallkontakte unter Android einrichten und finden

Auf deinem Smartphone gibt es schon seit längerem die Möglichkeit, Notfallkontakte zu hinterlegen. Mit dem Start von Android 12 hat Google das Notfall-Menü für alle Hersteller und deren Geräte ab Android 12 vorgeschrieben. Wie du die Notfallkontakte anlegst, wo du sie findest und wie sie im Notfall helfen können, erfährst du in unserem Tipp-Artikel.

Notfallkontakte – Vorgeschrieben ab Android 12

Jeder, der ein Smartphone mit Google-Diensten anbietet, muss gewisse Voraussetzungen beachten. Das Notfall-Menü ist eine Voraussetzung, um Google-Dienste auf den Smartphones anzubieten. Es ist zwar bereits auf vielen Smartphones vorinstalliert, wird mit Android 12 jedoch verpflichtend.

Je nach Hersteller und Land kann sich der Umfang der Notfallinformationen ein wenig unterscheiden. In den USA zum Beispiel wird die Autounfallerkennung angeboten, aber auch nur auf Googles eigenen Pixel Phones. Hier in Deutschland haben wir immer noch keinen Zugriff auf die Unfallerkennung. Was jedoch vorhanden ist sind die Möglichkeit, Notfallkontakte zu hinterlegen, Allergien, Blutgruppe und mehr anzugeben.

Wo finde ich das Notfall-Menü?

Mit Android 12 ist das Notfall-Menü ganz einfach über die Einstellungen erreichbar. Vorher war es entweder über die Suchfunktion der Einstellungen oder über die Option Sicherheit auffindbar.

20220111 Notfall Android | android-User.de1

In den Systemeinstellungen scrollst du bis zum Eintrag Sicherheit und Notfälle, um die Notfall-SOS, medizinische Informationen und Warnungen aufzurufen. Ebenfalls öffnest du hier die App Notfallinformationen.

Persönliche Sicherheit
Persönliche Sicherheit
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos

Sicherheit und Notfälle, Notfallinformationen – Informationen eintragen

In der Kategorie Sicherheit und Notfälle finden sich folgende Einträge:

  • Medizinische Informationen wie Name, Blutgruppe und andere Daten
  • Notfall-Kontakte
  • Notfall-SOS
  • Autounfallerkennung
  • Katastrophenwarnung
  • Notfall-Standortdienst

Medizinische Informationen

Per Klick auf den ersten Eintrag, medizinische Informationen, gelangst du zur Notfallinformationen-App. Du kannst die App ohne Google-Account oder mit deinem Account verwenden. Anschließend hinterlegst du deine Notfallkontakte oder fügst über den Plus-Button neue Kontakte hinzu. Sofern ein Notfall eintritt, können Helfer über den Sperrbildschirm diese Kontakte sehen, ohne dass dein Smartphone dazu entsperrt werden muss. (Der Zugriff auf die Notfallinformationen kann über die App-Einstellungen der Notfall-App auch wieder entzogen werden).

Mit einem Klick auf den Weiter-Button gelangst du zu den medizinischen Informationen. Dabei handelt es sich um deinen Namen, Blutgruppe, Allergien, Medikamente, Adresse, medizinische Informationen wie zum Beispiel Operationen und die Abfrage, ob du ein Organspender bist oder nicht. Alle Informationen werden nur lokal auf dem Smartphone abgespeichert und können auch hier wieder im Falle eines Notfalls von Helfern über den Sperrbildschirm abgerufen werden.

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Notfallkontakte und Notfall-SOS

Über die Option Notfallkontakte siehst du ebenfalls bereits vorhandene Notfallkontakte und kannst weitere hinzufügen.

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Mit der Notfall-SOS kannst du schnell Hilfe holen. Das Einrichten erfolgt ebenfalls über die Einstellungen. Für den Notfall-SOS-Ruf drückst du die Ein-/Aus-Taste in einem Notfall 5 Mal oder öfter kurz hintereinander. Dein Smartphone macht dann automatisch folgendes:

  • Rettungsdienst anrufen
  • Informationen mit Notfallkontakten teilen
  • Ein Video aufnehmen
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Per Klick auf „Jetzt einrichten“ wählst du aus, ob ein Alarmton verdeutlichen soll, dass ein Notfall-SOS-Anruf gestartet wird. Der Alarmton kann getestet werden.

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Nach der Auswahl klickst du auf den Weiter-Button. Anschließend wird angezeigt, was passiert, wenn du die Notfall-SOS startest. Per Klick auf Starten wird die Nummer des Rettungsdienstes angezeigt, um zu kontrollieren, ob es sich dabei um die richtige Nummer handelt. Durch einen Klick auf Nummer ändern ist es auch möglich, die Nummer eines eigenen Kontaktes zu hinterlegen. Weiter geht es mit den Informationen für die Notfallkontakte, welche noch einmal aktiviert werden. Zum Schluss gelangst du zur Funktion Video aufnehmen sowie der Prüfung der Aufnahmefunktion und dem Aktivieren der Notfallaufzeichnung.

Notfallaufzeichnung

Mit der Notfallaufzeichnung kann eine Notfallsituation aufgezeichnet werden sowie die anderen Funktionen deines Smartphones weiter genutzt werden. Die Aufzeichnung erfolgt rund um die Uhr. Ein Video kann 45 Minuten lang sein oder so lange, bis du die Aufzeichnung manuell beendest. Die Videos sind in deinem Google-Account sowie in der App „Notfallinformationen“ gespeichert. Dazu ist eine Internetverbindung notwendig. Die durchschnittliche Größe eines Videos beträgt 10 MB pro Minute. Um Speicherplatz zu sparen erfolgt eine Komprimierung der Videos, ohne dabei die Qualität zu beeinträchtigen.

Es erfolgt noch ein Hinweis zum verantwortungsvollen Aufzeichnen und dass du die Verantwortung für Videos trägst, welche du aufnimmst und teilst.

Du klickst auf den Aktivieren-Button. Nach dem Sichern des Videos kannst du automatisch einen Downloadlink mit deinen Notfallkontakten teilen. Dazu wählst du aus „Nach dem Sichern automatisch teilen“. Es ist aber auch möglich, das automatische Teilen zu unterbinden. Mit einem Klick auf den Fertig-Button ist Notfall-SOS nun bereit.

In den Notfall-SOS Einstellungen kannst du die Funktion aktivieren oder deaktivieren oder auch nur einzelne Komponenten der Notfall-SOS-Funktion aktivieren und deaktivieren.

Autounfallerkennung

Mit der Autounfallerkennung ist zwar die Option in den Notfallinformationen sichtbar, jedoch hierzulande nicht nutzbar. In Ländern, in denen die Autounfallerkennung funktioniert, erkennt das Smartphone, wenn du einen schweren Autounfall hast. Anschließend vibriert es und gibt einen akustischen Alarm aus, mit Abfrage, ob du Hilfe benötigst. Ohne Reaktion wird die 112 angerufen, um den Standort und Angaben zum Unfall zu melden.

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Katastrophenwarnung und Notfallstandortdienst

Als letzten Eintrag findest du noch die Katastrophenwarnung. Nach der Aktivierung erhältst du Informationen über Naturkatastrophen und Risiken für die öffentliche Sicherheit in deiner Umgebung. Des Weiteren aktivierst du, sofern noch nicht geschehen, den Notfallstandortdienst.

App Notfallinformationen

In der App Notfallinformationen sind nun alle Notfallinformationen hinterlegt. Hier wählst du nun aus, welche Statusinformationen du teilen möchtest, wenn „Notfallinformationen senden“ aktiviert ist.

Du wählst aus, ob du während eines Notfall das Starten und Beenden eines Anrufs mit deinen Notfallkontakten teilen möchtest, das Starten und Beenden eines Notrufs und der niedrige Akkustand und den Echtzeit-Standort.

In der App befindet sich am unteren Bildschirmrand die Option Sicherheitscheck und Notfallinformationen.

Per Klick auf den Button Sicherheitscheck wählst du einen Grund aus, weshalb du den Check aktivieren möchtest sowie eine Dauer. Hier gibt es mehrere Auswahlmöglichkeiten. Anschließend wählst du alle oder auch nur einen Notfallkontakt aus, welcher benachrichtigt werden soll, falls keine Reaktion deinerseits erfolgt. Es kann auch sofort eine Benachrichtigung deines Notfallkontaktes oder direkt ein Anruf bei der 112 erfolgen.

Per Klick auf Notfallinformationen gibst du deinen Echtzeitstandort für 24 Stunden für deine Notfallkontakte frei oder solange, bis du die Freigabe manuell deaktivierst.

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Fazit

Mit von dir hinterlegten Notfallinformationen in deinem Smartphone können Helfer im Falle eines Notfalls schnell und einfach relevante Gesundheitsinformationen von dir einsehen, ohne dein Smartphone zu entsperren. Das Einrichten funktioniert einfach und schnell. Lediglich die Autounfallerkennung wird hierzulande nicht angeboten.