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Tipp: Drohnen nutzen, Vorschriften und Genehmigungen

Drohne DFS | Android-User.de
(Bildquelle: DFS)

Eine Drohne ist entweder ein automatisch oder ein manuell, von Menschenhand gesteuertes, unbemanntes Objekt. Es gibt sie im militärischen Bereich oder im Hobby-Bereich für jedermann. In unserem heutigen Tipp-Artikel befassen wir uns einmal mit den Drohnen aus dem Hobbybereich, den Nutzervorschriften sowie den benötigten Genehmigungen.

Was ist überhaupt eine Drohne?

Eine Drohne ist zuerst einmal ein unbemanntes Objekt in der Luft oder unter Wasser (unmanned arial vehicle oder kurz UAV). Dabei gibt es Drohnen, welche autonom/automatisiert fliegen oder auch solche, die manuell von einer Person über einen Controller gesteuert werden. Wenn wir von einer Drohne sprechen, meinen wir meistens die sogenannten Hobby-Drohnen, die fliegenden Quadro- oder Multicopter.

Eine Drohne kann von Zivilisten hobbymäßig zum Fliegen oder, ausgerüstet mit einer Kamera, für Luftaufnahmen genutzt werden. Ebenfalls können damit zum Beispiel von Technikern Hochspannungsleitungen kontrolliert oder große Gebiete und Wälder zur Kontrolle überflogen werden. Sie kann aber auch für militärische Zwecke als Militär- oder Kampfdrohne zur Aufklärung, Erkundung, Spionage, Zerstörung, Tötung und Rettung genutzt werden.

Die Drohnen haben verschiedene Abmessung von wenigen Zentimetern bis hin zur Größe eines richtigen Flugzeuges. Im Hobbybereich bei den RC– (Radio Controlled/Funkferngesteuerten)-Drohnen gibt es weiterhin verschiedene Bauformen wie Quadrocopter, Hexacopter und Octocopter, welche man unter dem Oberbegriff Multicopter zusammenfasst.

Quadrocopter

Ein Quadrocopter (auch Quadcopter, Quadricopter oder Quadrotor genannt) ist eine Drohne mit vier Rotoren (quadrum kommt aus dem lateinischen und bedeutet Viereck). Diese sind in einer Ebene angeordnet und wirken senkrecht nach unten, um Auftrieb und durch die Neigung der Rotorebene auch Vortrieb zu erzeugen. Man unterscheidet hierbei die X4 und die +4 Bauform. Bei der X4-Bauform sind die Rotoren wie ein X angeordnet. Bei der +4-Bauform sind die Rotoren wie ein Plus-Symbol angeordnet.

Drohne Quadrocopter | Android-User.de
Ein Quadrocopter in + und x Form (Bildquelle: Wikipedia)
Quadrocopter 1 | Android-User.de
Ein Quadrocopter (Bildquelle: Amazon)

Hexacopter

Der Hexacopter ist eine Drohne mit sechs Rotoren (Hexa aus dem griechischen steht für die Zahl 6). Die Rotoren sind in einer Ebene (zur gleichen Richtung hin) angeordnet und können durch ihre größere Anzahl auch mehr Last fliegen als ein Quadrocopter. Die Hexacopter liegen auch ruhiger in der Luft, da sie meist schwerer sind als ein Quadrocopter.

Hexacopter | Android-User.de
(Bildquelle: Amazon)

Octocopter

Der Octocopter ist, auch wieder abgeleitet von der griechischen Vorsilbe Octo für die Zahl acht, eine Drohne mit 8 Rotoren. Mit 8 Rotoren kann ein sehr hoher Auftrieb erfolgen. Mit einem Octocopter kann zum Beispiel eine Videokamera in die Luft gebracht werden.

Octocopter DJI | Android-User.de
(Bildquelle: DJI)

Multicopter

Als Multicopter bezeichnet man eigentlich jede Drohne mit mehr als zwei Rotoren (Duocopter) in einer Ebene. Sollte einmal ein Rotor ausfallen, kann der Ausfall automatisch erkannt und geregelt werden.

Die Steuerung eines Duocopter erfolgt durch die Beschleunigung der Rotorblätter zur gezielten Schuberzeugung während einer Umdrehung. Bei der Nutzung eines Tricopters (3 Rotoren) wird die Gierachse durch einen von einem Servo geschwenkten Motorträger angesteuert.

Wer darf eine Drohne fliegen?

Es gibt zwar kein gesetzliches Mindestalter, jedoch muss man für die Nutzung einer richtigen Drohne diverse Versicherungen abschließen, was bei den Versicherungsgesellschaften erst ab einem gewissen Alter möglich ist. Bei Drohnen über 2kg gilt jedoch ein Mindestalter von 16 Jahren. Weiterhin ist hier ein Drohnenführerschein/Flugkundenachweis (gewerblich und privat) erforderlich. Die Prüfung muss durch eine vom Luftfahrt Bundesamt anerkannte Prüfstelle oder durch einen Luftsportverband (Modellflugverband) erfolgen; der Nachweis gilt anschließend für 5 Jahre. Für den reinen Betrieb auf einem Modellflugplatz ist kein Nachweis erforderlich.

Bei einem Abfluggewicht von mehr als 5kg wird zusätzlich noch eine Aufstiegserlaubnis, welche von den jeweiligen Landesluftfahrtbehörden der einzelnen Bundesländer erteilt wird, benötigt.

Bei einem Abfluggewicht von mehr als 25kg herrscht ein Betriebsverbot. Diese sind hierzulande nicht gestattet.

Welche Versicherung benötigt eine Drohne?

Wer eine Drohne (oder laut LuftVZO ein Luftfahrzeug) besitzt, muss diese Haftpflicht versichern. Die private Haftpflichtversicherung deckt die Drohnennutzung jedoch nicht ab. Somit muss eine Zusatzversicherung abgeschlossen werden. Dieser Versicherungsschein muss immer mitgeführt werden. Das Nichtmitführen wird als Ordnungswidrigkeit geahndet. Bei der Haftpflichtversicherung sind folgende Punkte zu berücksichtigen:

  • Flexible Vertragslaufzeit oder Versicherung ohne Mindestlaufzeit: für eine monatliche oder tägliche Kündigung
  • Deckungssumme: ab 1,5 Millionen Euro, um im gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen für eine Drohnen Haftpflichtversicherung zu bleiben. Je höher die Deckungssumme, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass große Schäden abgedeckt sind.
  • Selbstbeteiligung: Eigenanteil an der Schadenssumme im Schadensfall. Je höher der Eigenanteil, desto niedriger der Beitrag. Es gibt jedoch auch Drohnen Haftpflichtversicherungen ohne Eigenanteil.
  • Geltungsbereich: einige Versicherungen decken nur den deutschen Raum ab, andere gelten weltweit
  • Anwendungsbereich: Gewerblich oder Privat. Gewerbliche Drohnenversicherungen schließen eine private Nutzung meist mit ein. Private schließen jedoch gewerbliche Anwendungen nicht mit ein.
  • Drohnenanzahl: Es gibt Versicherungen, die nur einzelne Drohnen beinhalten. Andere wiederum schließen eine unbegrenzte Anzahl an Drohnen ein. Hierbei muss die Seriennummer jeder Drohne angegeben werden.
  • Eigentümer: Darf nur der Eigentümer fliegen oder auch Familienangehörige/Freunde.

Besteht schon eine Privathaftpflichtversicherung kann es sein, dass diese auch eine Drohnennutzung mit beinhaltet.

Muss eine Drohne gekennzeichnet sein?

Laut LuftVZO muss jede Drohne ab 0,25 kg Startgewicht gekennzeichnet werden. Das Drohnen-Kennzeichen in Form einer feuerfesten Plakette muss Name und Anschrift enthalten. Die Beschriftung muss dabei dauerhaft (graviert) und feuerfest sein. Empfohlen wird hier eine Plakette aus Aluminium.

Wie hoch darf ich fliegen?

Generell müssen Drohnen und Multikopter bemannten Luftfahrzeugen immer ausweichen. Nachfolgend findest du eine Tabelle mit den einzuhaltenden Regeln:

Maximale Flughöhe einer DrohneNicht mehr als 100 Meter über dem Boden, in Sichtweite mit Sichtkontakt
Flughöhe einer Drohne auf einem ModellflugplatzHier dürfen die 100 Meter überstiegen werden
Flughöhe über 100 MeterNur mit Ausnahmeerlaubnis durch die Landesluftfahrtbehörden möglich
FPV Flüge (First Person View)Erlaubt, wenn die Drohne nicht schwerer als 0.25 kg ist und nicht höher als 30 Meter geflogen wird.

Erlaubt, wenn die Drohne nicht schwerer als 0.25 kg ist und die Flughöhe von 50 Metern nicht überschritten wird. Die Drohne muss dabei aber in Sichtweite von mindestens einer weiteren Person bleiben, welche den Piloten mündlich vor Gefahren warnen kann.

Bei mehr als 0.25 kg Gewicht nur erlaubt, wenn eine zweite Person den Piloten mündlich auf Gefahren hinweist und die Flughöhe von 30 Metern nicht überschritten wird. Die Drohne muss in Sichtweite bleiben.
Flüge über WohngrundstückeDrohnen mit weniger als 0.25 kg ohne Kamera, welche auch keine optischen, akustischen sowie Funk-Signale empfangen können
Drohnen unter 5 kgkeine allgemeine Aufstiegserlaubnis oder Einzelgenehmigung notwendig (privat oder gewerblich)
Drohnen über 5 kgnur mit Erlaubnis
Gewerbliche Nutzung einer DrohneBei gewerblicher Nutzung ist das Betriebsverbot außerhalb der Sichtweite aufgehoben, jedoch weiterhin genehmigungspflichtig
NachtflügeNur mit Erlaubnis

Wo darf man fliegen und wo nicht?

Drohnen dürfen auf ausgewiesenen Modellflugplätzen geflogen werden. Weiterhin ist es möglich Drohnen bis 0,25 kg mit einer ausdrücklichen Erlaubnis des Besitzers über Grundstücke/Häuser fliegen zu lassen (für eventuelle Luftaufnahmen). Somit sind Flüge über dem eigenen Grundstück erlaubt.

Nicht fliegen darfst du unerlaubt über Wohngebieten. Mit Erlaubnis eines Hausbesitzers darfst du jedoch dessen Grundstück überfliegen. Weiterhin dürfen Drohnen, welche optische oder akustische Funksignale empfangen, aufzeichnen oder übertragen können, nicht über Wohngrundstücken eingesetzt werden, egal welches Gewichts sie haben.

Mindestens 100 Meter Abstand muss gehalten werden zu Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften, Menschansammlungen, Naturschutzgebieten, Hauptverkehrswegen, Flugplätzen (An- und Abflugbereichen/Kontrollzonen).

Bei allen Verboten gilt jedoch: Behörden dürfen und können Sondergenehmigungen erteilen, sofern von der Drohne keine besondere Gefahr ausgeht (Flugverkehr wird nicht gefährdet) (Quelle: BMVI)

Drohne | Android-User.de
Bildquelle: BMVI

Drohnen-App der Deutschen Flugsicherung

Die Deutsche Flugsicherung oder auch DFS mit Sitz im hessischen Langen ist für die Flugverkehrskontrolle in Deutschland zuständig. Im Auftrag des Bundes nimmt die DFS die Flugsicherungsaufgaben (wie im Luftverkehrsgesetz §27c Absatz 2 beschrieben) wahr. Dazu gehört auch die Überwachung von Drohnenflügen.

Die DFS bietet auf ihrer Webseite auch Infos rund um den Drohnenflug an. Weiterhin gibt es die DFS Drohnen-App sowie den DFS Drohnen-Check.

Die Drohnen-App informiert dich über geltende Regeln und Vorschriften für die Verwendung von Drohnen in Deutschland.

Der Drohnen-Check unterstützt dich bei der Vorbereitung eines sicheren Drohnenflugs und gibt Hinweise auf eventuell benötigte Genehmigungen.

Ebenfalls kannst du über einen Online-Antrag einen Drohnenaufstieg beantragen. Dieser wird auf Aspekte der Luftverkehrssicherheit geprüft und anschließend genehmigt oder nicht.

Bei der Erstnutzung der Drohnen-App gewährst du zuerst den Zugriff auf deinen Standort. Anschließend kann die App mit und ohne Registrierung genutzt werden. Auf der Startseite befindet sich nun die Karte sowie am unteren Bildschirmrand die Tabs Standort, Profil (nur nach Anmeldung nutzbar) und Mehr mit Logbuch, Account, Benutzereinstellungen, Datenschutz, Feedback, Nutzungsvereinbarung und Informationen.

Drohne 1 | Android-User.de

Um die App richtig zu nutzen muss du zuerst eine Drohne auswählen. Dies geschieht über Drohne Konfiguration auswählen. Hier findest du eine Liste möglicher Drohnen von 0-0.25 kg bis hin zu sehr großen Drohnen von 25-150 kg. Nach der Auswahl tippst du auf den Button Konfiguration auswählen. Die App zeigt sofort an, ob du mit der gewählten Drohne an deinem derzeitigen Standort fliegen darfst oder nicht. Des Weiteren kann nun noch der Umkreis erweitert werden. Per Klick auf Radius einstellen erhältst du dann ebenfalls wieder eine Info, ob das Fliegen hier erlaubt ist oder nicht. Zum Schluss kannst du noch die Flughöhe eingeben, um anschließend eine weitere Info zur Erlaubnis oder nicht Erlaubnis eines Fluges zu bekommen.

Mit dem Kartenlayer oben rechts wählst du aus, welche Kartenebenen die App berücksichtigen soll: Airspaces (Kontrollierter Luftraum, Flugbeschränkter Luftraum, RMZ – Radio Mandatory Zone, TMZ – Transponder Mandatory Zone), Flughäfen, Flugplätze, Hubschrauberlandeplätze, NOTAM (NOTAM steht für Notice to Airmen und gibt Änderungen am zivilen Luftfahrthandbuch eines Landes bekannt) oder sonstige Drohnenverbotszonen.

Drohne 6 | Android-User.de
Es können verschiedene Kartenebenen gewählt werden.

Für einen schnellen Überblick über Start- und Flugmöglichkeiten ist die Drohnen-App gut nutzbar. Die Bedienung gerade von Höhenangaben und Radius müsste jedoch ein wenig intuitiver gestaltet sein, da das Einstellen nur sehr langsam über Plus- und Minus-Buttons von Statten geht.

DFS-DrohnenApp
DFS-DrohnenApp
Entwickler: UniFly NV
Preis: Kostenlos

Fazit

Mit einer Drohne kannst du eine Menge Spaß haben, musst jedoch auch eine Menge an Regeln beachten, um andere Flugverkehrsteilnehmer oder auch Personen nicht zu gefährden. Erwerben kannst du verschiedenste Drohnen im normalen Handel oder bei Idealo. Des Weiteren ist eine gute Versicherung notwendig, um im Falle eines Unfalles abgesichert zu sein.

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