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Tipp: Amazon Kreditkarte – Achtung Kostenfalle

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Das große Internetkaufhaus Amazon bietet in Zusammenarbeit mit der Landesbank Berlin (LBB) eine Visa-Kreditkarte an. Amazon wirbt dabei auf der Webseite mit Vergünstigungen für den Käufer, wenn dieser viel bei Amazon einkauft. Die Kreditkarte kann wie eine normale Kreditkarte auch bei anderen Händlern genutzt werden. Allerdings hat die Amazon Kreditkarte einen Haken und zwar einen gewaltig großen: Bei Erwerb der Amazon Visakarte ist die Ratenzahlung voreingestellt.

Amazon Kreditkarte bestellen

Um eine Amazon Kreditkarte zu erwerben klickst du auf den Amazon Kreditkarten-Shop. Man klickt einfach auf den “Jetzt beantragen”-Button, füllt ein Online-Formular aus und schon ist man im Besitz der Kreditkarte. Das Mindestalter von 18 Jahren sowie ein Wohnsitz in Deutschland muss natürlich gegeben sein. Amazon bewirbt die Kreditkarte damit, dass beim ersten Kauf mit der Kreditkarte derzeit eine Ersparnis von 30 Euro winkt. Weiterhin kann die Amazon Kreditkarte im ersten Jahr ohne Kartenpreis genutzt werden. Erst ab dem zweiten Jahr werden 19,99 Euro Gebühren fällig.

Punktesystem

Mit der Amazon Kreditkarte sammelt der Kunde Bonuspunkte. Pro 1-Euro Umsatz bei Amazon bekommt der Nutzer 2 Punkte gutgeschrieben. Bei 2-Euro Umsatz außerhalb von Amazon wird immer noch ein Punkt gutgeschrieben. Mit diesen gesammelten Punkten kann der Nutzer dann bei Amazon einkaufen.

Jedoch entspricht der Wert eines eingelösten Punktes lediglich 1 Cent. Für jeden Euro, welchen du bei Amazon ausgibst, erhältst du also maximal 2 Cent gutgeschrieben. Für die Einkäufe bei anderen Händlern gibt es höchstens 0,5 Cent pro ausgegebenem Euro. Somit kommt also erst ab einem Kundenumsatz von 1000 Euro der Jahrespreis der Karte wieder rein.

Der Haken mit der Ratenzahlung

Hat man also die Kreditkarte erhalten und kauft über diese bei Amazon ein, wird jedoch nicht, wie man annehmen sollte, der komplette Kaufpreis direkt über die Kreditkarte abgebucht; nein, voreingestellt ist eine Ratenzahlung von 10%. Und diese Ratenzahlung schlägt mit einem Sollzins von 14,98% zu Buche. Dieser ist um einiges höher als der Dispozins bei deinem Girokonto.

Sollte man also das Kleingedruckte im Vertrag nicht genau in Augenschein genommen und immer fleißig über die Kreditkarte abgerechnet haben, macht der Käufer in einigen Monaten große Augen. Und zwar dann, wenn er auf sein Konto blickt und feststellt, das die LBB pro Monat nur einen Betrag von 50 Euro abbucht. Egal welches Produkt zu welchem Preis bestellt wurde.

Zahlungsrate ändern

Um die Abbuchung zu ändern, muß zunächst ein Online-Zugang bei der LBB beantragt werden. Einige Tage später bekommt man die Zugangsdaten per Post geschickt. Nun hast du den Online-Zugang, welchen du benötigst, um die Ratenzahlung zu ändern beziehungsweise zu deaktivieren. Dazu klickst du links im Menü auf In Teilen zahlen und änderst hier die gewünschte prozentuale Rate auf 100%.

Aber hier lauert aber auch schon die nächste Falle! Du musst unbedingt darauf achten, dass du unterhalb der Ratenzahlungs-Einstellungen unter Zahlungsschutz (dieser schützt bei Zahlungsunfähigkeit in folge von Arbeitslosigkeit sowie Arbeitsunfähigkeit) den Haken bei “Ich wünsche diesen Schutz nicht” einstellst. Sofern du diesen Haken nicht setzt, schließt du hiermit die Versicherung ab bzw. es werden dir die Versicherungsunterlagen per Mail zugesendet.

Hast Du die Eingaben bestätigt wird dir gesagt, das die Änderung zur nächsten Abrechnung wirksam sein wird. Im Menüpunkt wird dir aber bis dahin noch die alte Rate angezeigt.

Gebühren

Auch bei Kartenzahlungen außerhalb der Eurozone gilt eine Gebühr für das Bezahlen in fremder Währung von 1,75%. Durch das Abheben von Geld im In- und Ausland entstehen keine Kosten, solange Guthaben auf dem Kartenkonto ist. Übersteigst du hier allerdings wieder den Verfügungsrahmen und beanspruchst den Kredit der Karte wird es richtig teuer. Dann bezahlst du nämlich 3% des Umsatzes, mindestens jedoch 5 Euro im Ausland und sogar 7,50 Euro im Inland.

Fazit

Wir von Android User sind mit diesem Verhalten der Landesbank Berlin nicht einverstanden und sagen “Pfui Amazon” dafür, dass sie sich darauf einlassen, das Vertrauen ihrer Kunden auf diese Art auszunutzen. Aus unserer Sicht wird der Verbraucher mit solch einer Voreinstellung der Ratenzahlung arglistig getäuscht bzw. abkassiert.