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Tiere und Pflanzen bestimmen mit dem Smartphone

Im Sommer ist man viel in der Natur unterwegs und trifft, je nach Region, auf zahlreiche Tiere und die unterschiedlichsten Pflanzen. Nicht jeder weiß jedoch, mit welcher Spezies er es da gerade zu tun hat. Die App "Tiere und Pflanzen bestimmen" will in solchen Fällen helfen – und hat uns als Naturliebhaber zu einem ausführlichen Test geradezu herausgefordert.

Die App ist eng mit der anymals.org-Homepage verknüpft – das Duo ist laut Eigenauskunft ein "Tool zur Information und Protokollierung der lokalen Artenvielfalt". Die App soll "den Nutzer über die biologische Vielfalt an seinem (per GPS ermittelten) Standort aufklären". Als Basis für diesen Service dient die Global Biodiversity Information Facility (GBIF) und die anymals-Datenbank.

Der Startbildschirm der App öffnet mit 8 Buttons im iOS-Stil. Vier davon sind von besonderem Interesse: Neben der Suchfunktion finden sich hier die Knöpfe Artenliste, Kartenansicht und Beobachtungen.

iOS-Style: Die App wurde offenbar kaum abgewandelt übernommen.
iOS-Style: Die App wurde offenbar kaum abgewandelt übernommen.

Klickt man auf den Suche-Button, kann man nach bestimmten Spezies direkt suchen, unabhängig von der aktuellen Position. Neben Blau- und Buckelwal sind zwar auch Stockente und Höckerschwan vertreten, viele Tiere bietet die App allerdings noch nicht an. Erscheint die Frage "Spezies nicht gefunden?", kann man daher auf die Online-Suche umstellen um dort umfangreichere Informationen zu den einzelnen Spezies zu erhalten. Der schlaue Rotfuchs fand sich beispielsweise nicht auf der App, aber auf dem Server.

Keine Tier-Enzyklopädie, eher wachsende Tiersammlung

Man darf die App nicht mit einer Tier-Enzyklopädie verwechseln, denn ihre Absicht ist vielmehr, ein Abbild der lokal vorhandenen Spezies zu schaffen. Deshalb ist jeder einzelne Naturfreund dazu aufgerufen, Tier- und Pflanzenbeobachtungen in seiner Umgebung zu dokumentieren. Betätigt man den Button Artenliste, zeigt einem die App die per GPS ermittelten Spezies an, die in der direkten Umgebung ansässig sind. In unserem Fall waren das jedoch ganze vier Tiere (Blässhuhn, Haubentaucher, Höckerschwan und Stockente) – da hätten wir uns etwas mehr Auswahl gewünscht.

Haben Sie einen Behaarten Taumelkäfer gesehen? Melden Sie es der App!
Haben Sie einen Behaarten Taumelkäfer gesehen? Melden Sie es der App!

Für Tier-Beobachter und Heinz Sielmann-Fans ist sicherlich der Beobachtungen-Button der interessante – wenn er denn funktional aufgebaut wäre. Zwar gibt es hier die drei Felder "Alle senden", "Alle löschen" und "Kartenansicht" – eine Beobachtung direkt einfügen, wie es zu erwarten wäre, kann man hier jedoch nicht. Wer also Tierbeobachtungen dokumentieren will, kann dies nur über den Auge-Button der in der Artenliste aufgeführten Tiere oder auf der anymals.org-Homepage machen. Möchte man genauere Informationen zu den Tieren in der Artenliste erhalten, verlinkt die App auf Wunsch direkt auf Wikipedia.

Hoher Anspruch, mangelhafte Umsetzung

Die Kartenansicht zeigt den aktuellen Standort an, anhand dessen die Artenliste angelegt wird. Man kann jedoch auch durch einen längeren Fingerdruck auf die Karte jeden anderen Standort eingeben und sich zum Beispiel die Spezies, die im Nordosten Spaniens ansässig sind, anzeigen lassen. Klickt man zudem im Artenliste-Modus auf den gleich aussehenden Button in der unten eingefügten Leiste, kann man sich vom Server zusätzliche Naturführer herunterladen, in denen weitere Tierarten hinterlegt sind.

Es können auch zusätzliche Informationen vom Server heruntergeladen werden.
Es können auch zusätzliche Informationen vom Server heruntergeladen werden.

Fazit: Tolle Idee, jedoch kaum intentional zu bedienen. App-Kunde Juergi bringt den Sachverhalt in seinem Google Play-Kommentar auf den Punkt: "Man hätte sich mehr Gedanken um das Bedienkonzept machen sollen". Zwar wird das anymals.org-Projekt von so namhaften Institutionen wie dem Naturkundemuseum Berlin, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Alfred Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven unterstützt, die App hat jedoch konstruktive Mängel und ist schwer durchschaubar.

Die Anwendung könnte einen wirklich tollen Beitrag dazu leisten, Smartphone-Nutzer für die Artenvielfalt in ihrer Umgebung zu sensibilisieren – daher unser Appell an die Entwickler: Setzt Euch noch einmal zusammen und überarbeitet die App und  insbesondere die Verknüpfungen in der Anwendung – die Nutzer werden es Euch danken. So gibt es nur 3,5 von 5 Sternen.

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