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Testbericht: Kindle Fire HD 6 Kids Edition

Viele von uns sitzen Abends mit einem Tablet auf der Couch. Das bleibt natürlich auch unserem Nachwuchs nicht verborgen und die Neugier wächst… Einige Hersteller haben hier schon einen Markt für sich entdeckt und bringen speziell auf Kinder zugeschnittene Tablets raus. So richtig gute Geräte existierten bisher jedoch nicht. Das könnte sich nun vielleicht ändern, denn nun betritt Amazon die Bühne und bringt auch hierzulande ihren Fire HD 6 in der Kids Edition heraus. Wir haben uns das Kindertablet näher angeschaut.

Digitale Medien spielen in unserem Leben eine immer größere Rolle. In nahezu jedem Haushalt gibt es heutzutage mindestens einen Computer. Wir sitzen nicht mehr um Punkt Viertel nach Acht vor der Glotze und ärgern uns über die vielen Werbeunterbrechungen, sondern haben Netflix oder Amazon Prime abonniert und sind weitestgehend unser eigener Programmchef.

Vor ungefähr 1 Woche habe ich euch das Gerät ja schon in einem Unboxing präsentiert, nun habe ich es ausführlich testen können und möchte euch hier mal meinen Eindruck schildern. Vorweg: Ich glaube der Weihnachtsmann hat dieses Jahr eine Menge Tablets zu schleppen. Aber warum durch meinen Schornstein wohl keines fällt, lest ihr hier.

Fire HD Kids aka Fire HD 6

Der Lieferumfang des Fire HD 6 Kids enthält das Netzteil mit Datenkabel und die blaue oder pinke Schutzhülle aus Gummi sowie das Gerät selbst. Es kommt wie immer vorkonfiguriert mit eurem Amazonkonto. Den Aufpreis zum normalen Fire HD 6 (+50 Euro) bezahlt ihr im Prinzip für die zweijährige Sorglos-Garantie und das „kostenlose“ FreeTime Unlimited. Wie bei jeder Versicherung, ist die Sorglos-Garantie natürlich eine Wette auf den Fall der Fälle. Geht es kaputt, hat es sich gelohnt. Bleibt es ganz, habt ihr umsonst bezahlt.

Vorweg zu der technischen Seite des Gerätes. Es handelt sich hier um die Hardware des Kindle Fire HD 6 aus dem Herbst letzten Jahres. Die Ausstattung ist exakt die gleiche. Das bedeutet für den Antrieb sorgt hier ein Mediatek Quadcore Prozessor aus 2013, und wir schauen auf ein 6 Zoll großes IPS LCD-Display mit einfacher HD-Auflösung (252ppi), das durch Gorilla Glas geschützt ist. Die verbauten Kameras sind nicht der Rede wert und taugen wirklich nur für kleine kurzweilige Spielereien mit Schnurbart ankleben etc. Die Hauptkamera hinten löst 2 Megapixel auf, hat keinen Blitz dafür aber einen Autofokus. Vorne befindet sich eine für Selfies in VGA-Auflösung.

Der Prozessor wurde für den Einsatz in kleineren Tablets konzipiert. Er zeichnet sich aus durch sein intelligentes Energiemanagement. Er besitzt 2 schnelle 1,5 GHz- und 2 sparsame 1,2 GHz Prozessoren, die je nachdem welche Aufgaben anfallen getrennt arbeiten können. Bei Bedarf funktioniert er allerdings auch wie ein echter Quadcore und benutzt alle 4 Kerne gleichzeitig. Unterstützt wird er von 1GB Arbeitsspeicher.

Diese Kombination reicht völlig aus. Die Kinder können das Gerät flüssig bedienen. Anwendungen und Videos starten sofort und laufen ruckel-und pufferfrei durch. Das einfache IPS HD Display ist sehr blickwinkelstabil und ausreichend scharf, die Farben sind gut. Der Mono-Lautsprecher ist ausreichend laut und klar, über Kopfhörer ist die Qualität natürlich besser. Das alles funktioniert so gut, dass es Spaß macht das Gerät zu benutzen. Von dieser Seite her dürfte bei den Kids also schon mal kein Frust entstehen. Allerdings hätte ich mir für die Lautstärke gewünscht einen Maximalwert definieren zu können.

FireHDKids-Produktfoto
Amazon Fire HD Kids Edition, angehendes Kultgerät der 2010´er Generation?

An Anschlüssen bietet es alles was zurzeit gängig und im Haushalt vorhanden ist. Im Heimnetzwerk ist es über 2,4 GHz WLAN (b,g,n) unterwegs, das bedeutet theoretisch wären Übertragungsraten bis zu 300MB möglich. Außerdem verfügt es über Bluetooth 3.0 und eine Micro-USB Buchse.

Gehört eindeutig zur Familie, Fire´s unter sich
Gehört eindeutig zur Familie, Fire´s unter sich

In eine eventuell bestehende „FireTV-Infrastruktur“ bindet sich der Kindle nahtlos ein. Videos lassen sich problemlos ohne weitere Einstellungen auf vorhandenen FireTV’s, FireTV-Sticks oder anderen Renderern wie einer PlayStation 3 wiedergeben. Er eignet sich somit auch Klasse für die Eltern um ihn wie eine Art Katalog zu benutzen, aus der man die Kinderfilme und Serien die die Kinder ansehen sollen auswählen kann und dann einfach auf den TV schmeißt. Google´s Chromecast wird hingegen leider (noch?) nicht unterstützt

Einfache aber anständige Verarbeitung

Vom äußeren Erscheinungsbild mag man ja nun halten was man will, die Verarbeitung ist aber anständig. Die Spaltmaße sind gering. Die Druckpunkte der Schalter sind ausnahmslos gut. Die Knöpfe lassen sich auch gut ertasten. Das verwendete Plastik ist relativ unempfindlich gegen Fingerabdrücke, das bedeutet das Gerät sieht nicht gleich völlig verwahrlost aus wenn die Kleinen mit den Patsche-Händchen da draufherum patschen. Ein Vorteil dieses einfachen Plastiks besteht darin das es sich sehr gut reinigen lässt. Nach Gebrauch von Screen-Reiniger und Mikrofasertuch sieht das Gerät aus wie neu. Das Tablet besitzt auch keine Stellen, an denen sich ungewöhnlich viel Schmutz festsetzen würde. Die Kopfhörerbuchse scheint ausreichend robust zu sein. Der Lautsprecher liegt zwar auf der Rückseite, Amazon hat aber die Kanten abgeschrägt so dass er nicht verdeckt wird wenn das Gerät flach auf einem Tisch liegt.

Ich denke bei Kindern spielt der Designaspekt nicht die ganz große Rolle, zumal das Gerät ja auch meistens in der dicken Gummihülle eingepackt sein wird. Und die ist blau oder pink, ich denke da werden sich die Jungs und die Mädels schon drüber freuen können. Sie ist ausserdem so dick und elastisch das ich mir auch vorstellen kann dass sie einen Sturz gut abfedert. Ausserdem sorgt sie wirklich für einen guten Halt in Kinderhänden.

Das Gerät an sich hat eine, ich möchte mal sagen, ganz einfache Kunstoffrückseite. Marke Cockpit meines damaligen 82’er VW Polo. Außerdem ist der Screen durch einen dicken schwarzen Rand eingefasst, was wirklich grausig aussieht. Der Touchscreen selbst reagiert gut. Die maximale Helligkeit ist sehr gut, draußen bei Tageslicht spiegelt er etwas. Was ich jedoch als wichtiger empfinde wäre bei diesem Gerät die minimale Helligkeit für das Lesen im dunklen Zimmer, und die ist absolut in Ordnung. Gegen Flüssigkeiten ist der Fire HD Kids leider nicht geschützt. Außerdem empfinde ich als Erwachsener das Gewicht schon als relativ hoch, wie schwer mag das dann für Kinder sein?

Zusammengefasst würden wir als Erwachsene das Gerät als nicht gerade auf der Höhe der Zeit empfinden. Bis auf das etwas hohe Gewicht finde ich es von der Verarbeitung her und im Zusammenspiel mit der Schutzhülle aber absolut tauglich für Kinder, und das ist ja nun mal der Aspekt, auf den es am meisten ankommt.

Umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten mit Freetime

Etwas was die Kids Edition auszeichnet sind die umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten. Hier liefert Amazon wirklich was ab, womit wir als Eltern was anfangen können. Auf den ersten Blick ist das ganze so umfangreich das man sich fast erschlagen fühlt. Sie sollten sich anfangs etwas Zeit dafür nehmen, alle Optionen kennenzulernen und das Gerät so einzustellen wie die Kinder es dann nutzen sollen. Der Dreh- und Angelpunkt hierbei ist Freetime. Die App wäre allerdings auch auf einem normalen Fire HD 6, FireTV oder FireTV-Stick verfügbar, ist also kein Grund alleine dafür das Tablet zu kaufen.

Wenn man das Gerät einschaltet, befindet man sich erst einmal in einer übergeordneten Oberfläche. Von hier aus haben die Eltern ganz normalen Zugriff auf ihre Bibliotheken und Inhalte. Auch hier kann man aber schon eine Kindersicherung einstellen, mit der man dann Tabletweit Webbrowser, E-Mail, Kontakte, Kalender, das posten in sozialen Netzwerken, die Kamerabenutzung, Amazon Maps, Firefly und Einkaufen auf Amazon sperren kann. Außerdem ist es möglich Standortbasierte Dienste oder die WLAN Nutzung aber auch Einkäufe oder die Videowiedergabe mit einem Passwortschutz zu versehen. Auch komplette Inhaltstypen lassen sich sperren. So kann ich zum Beispiel festlegen das jetzt erstmal ein paar Tage auf dem Gerät nur gelesen werden kann falls es nötig sein sollte.

Auch außerhalb der Kinderprofile lassen sich Vorsichtsmaßnahmen treffen
Auch außerhalb der Kinderprofile lassen sich Vorsichtsmaßnahmen treffen

Steigt man nun in die App Freetime ein, lassen sich noch eine ganze Menge mehr Optionen einstellen. Hier können Eltern Zeitpläne erstellen oder eine Nutzung nach einer bestimmten Uhrzeit verbieten. Man kann detailliert festlegen wie lange Apps, Videos oder Spiele am Tag genutzt werden dürfen. Das ganze reicht bis zur konkreten Einstellung das Abends zum Beispiel nur noch Bücher gelesen werden dürfen aber keine Videos oder Spiele mehr laufen.

Außerdem kann man bestimmen dass zuerst an dem Tablet „gelernt“ werden soll, bevor irgendetwas anderes damit gemacht wird. Erst nachdem bestimmte Lernziele erreicht wurden könnten die Kinder dann mit dem Gerät spielen.

Diese Freetime-Einstellungen kann ich separat pro Kinderprofil vornehmen. Es lassen sich 4 Kinderprofile auf dem Gerät einrichten.

Freetime ist der Dreh- und Angelpunkt, auch eine Unterscheidung nach Werktagen und Wochenende ist möglich
Freetime ist der Dreh- und Angelpunkt, auch eine Unterscheidung nach Werktagen und Wochenende ist möglich

Kinder müssen natürlich lernen, dass es Spielzeuge gibt mit denen nicht beide Kinder gleichzeitig spielen können. Das ganze birgt aber natürlich auch Zündstoff für einen Streit unter den Kindern. Jedoch auch die Gelegenheit (den Brüdern;)) mal klarzustellen, dass man sich mit einem Spielzeug auch abwechseln kann. Das muss jedes Elternpaar für sich entscheiden. 4 Kinder könnten auf jeden Fall ‚ran.

Maximal 4 Kinderprofile sind möglich. Die Profilfotos sind auch leider schon die einzigen Personalisierungsmöglichkeiten

Wie gesagt: die Einstellungsmöglichkeiten sind wirklich umfangreich und hierbei deckt Amazon so ziemlich alle Bereiche ab die man als Eltern beeinflussen möchte.

Die Vorstellung dass ein Kind am Tablet „lernt“ finde ich persönlich allerdings abwegig. Ein Tablet ist ein Freizeitgerät zum Konsumieren von allen möglichen Inhalten. Für Kinder ist ein Tablet ein Spielzeug, und dafür taugt das Fire HD Kids sehr gut. Den Ansatz von Amazon finde ich gut, allerdings müssen wir als Eltern die Kinder natürlich auch zu einem vernünftigen Umgang mit diesen neuen Medien erziehen.

Denjenigen die sich zu einem Kauf entscheiden, speziell als Geschenk, sei gesagt “out-of-the-box” an Weihnachten oder zum Geburtstag funktioniert nicht so richtig gut. Im Prinzip muss man die Packung vorher öffnen und das Gerät konfigurieren damit die Kinder dann gleich loslegen können. Denn das was die Kinder an diesem Tablet machen sollen ist das Amazon Angebot durchstöbern, und dann Filme und Serien ansehen und Spiele spielen.

Sorglos-Garantie

Der eigentliche Clou des Gerätes, und sicherlich für viele Eltern das Verkaufsargument schlechthin, ist die 2 Jahre „Sorglosgarantie“ die Amazon auf das Gerät gibt. Der Versandriese verspricht sofortigen bedingungslosen Ersatz für einen defekten Fire, egal wie das Gerät kaputt gegangen ist. Das gab es noch nie und ist eine richtig tolle Sache. Damit habe ich die Sicherheit mindestens 2 Jahre von dem Gerät zu profitieren. Es gibt schließlich nichts ärgerlicheres als das ein teures Spielzeug nach kurzer Zeit schon kaputt in der Ecke liegt und das Geld zum Fenster `rausgeschmissen ist. Diese Garantie ist meiner Meinung nach auch das eigentliche Verkaufsargument des Gerätes, denn die Freetime App alleine bringt nicht den entscheidenen Vorteil, sie kann man wie gesagt auch auf anderen Fire-Tablets nutzen. Und das FreeTime Unlimited-Angebot, nun ja.

FreeTime Unlimited

Erstmal finde ich es positiv das „FreeTime Unlimited“ 1 Jahr inklusive ist. Hier sind auch wirklich viele gute Inhalte dabei. Das geht von Apps über Bücher bis hin zu Filmen und Serienepisoden. Allerdings muss man auch sagen, dass das Gerät ohne dann auch fast nicht zu gebrauchen ist, wenn man nicht vor hat digitale Inhalte zu kaufen und so eine eigene Bibliothek aufzubauen. Denn fällt FreeTime Unlimited weg, stehen in den Kinderprofilen nur noch die Inhalte zur Verfügung die sich in der Familienbibliothek befinden. Und das sind halt dann nur die gekauften. Nun ja, einige Klassiker wie ”Andersens Märchen”, “Grimms Märchen” oder “Die Reise zum Mittelpunkt der Erde” sind auch kostenlos zu haben. Aber um ihn wie vorgesehen zu nutzen muss man mit einkalkulieren, dass nach einem Jahr zusätzliche 9,99€ monatlich (Prime 6,99€) für ein Familienabo dazukommen. Für ein einzelnes Kind verlangt Amazon 4,99€ (Prime 2,99€). Ich finde das einen nicht unerheblichen zusätzlichen Betrag, wenn man sich die vielleicht schon vorhandene Prime-Mitgliedschaft der Eltern vor Augen führt, in der ja die ganzen Inhalte auch schon vorhanden sind, halt nur nicht per Hand verlesen.

Negativ fällt auch auf, dass sich Videos aus Amazon Instant Video, wo wirklich tolle Kinderfilme wie „Bee Movie“ oder „Ab durch die Hecke“ dabei sind, partout nicht in die Kinderprofile hineinbekommen lassen. Das geht halt nur indem man Inhalte kauft. Und wieder kauft. Und immer so weiter. Sollen die Kinder sich so einen Film aus Prime Instant Video angucken muss man ihn außerhalb von Freetime über sein normales Konto laufen lassen. Und das kann auch mein FireTV, und zwar mit allen meinen Kindern gleichzeitig. Amazon argumentiert hier, dass die Inhalte die sich in Freetime Unlimited befinden für die Altersstufe 3-10 handverlesen sind. Gut, würde man das ganze für Inhalte aus Prime öffnen, fände sozusagen keine Kontrolle seitens Amazon mehr statt. Aber ich möchte als Elternteil schon auch frei darüber entscheiden dürfen welche Inhalte aus Prime, das ich ja schon bezahle, ich meinen Kindern zugänglich mache. Da nochmal extra für zu bezahlen, sehe ich irgendwie nicht ein.

Zu wenig Speicher

Das von Amazon angesetzte Speichermodell in den Varianten 8GB und 16GB ist meines Erachtens nach zu gering gewählt. Nachdem ich eine Handvoll Spiele installiert hatte wollte ich einen Film für die Wiedergabe unterwegs speichern. In HD (720p) war das schon nicht mehr möglich, ich musste auf SD ausweichen. Ich spreche hier von fünf Apps und einem Film! Vor dem Hintergrund das dass Gerät für die Nutzung mit bis zu vier Kinderprofilen ausgelegt ist, ist das einfach zu wenig. Ich würde hier als Minimum von 32GB ausgehen, alles andere macht in meinen Augen einfach keinen Sinn. Zumal sich der interne Speicher nicht einfach kostengünstig durch eine Speicherkarte erweitern lässt. Das hätte ich mir bei einem Gerät welches Filme für Kinder abspielen soll schon gewünscht. Hier hätte Amazon wirklich gut daran getan die Hardware des FireHD in die Richtung zu erweitern. Ich denke da zum Beispiel an die Auto- oder Zugfahrt in den Urlaub oder den Campingurlaub ohne stehende Internetverbindung. Das bedeutet auf jeden Fall, falls man über die Anschaffung eines Gerätes nachdenkt, rechnet mal mit 169€ für die 16GB Version.

Der Speicher ist leider mit  8 oder 16GB viel zu gering, und nicht erweieterbar
Der Speicher ist leider mit 8 oder 16GB viel zu gering, und nicht erweieterbar

Sehr gut hingegen finde ich das im Gerät auch die Möglichkeit gegeben ist eine VPN-Verbindung einzurichten. Das gehört heutzutage einfach dazu. Ich denke da an Gratis WLAN’s in Hotels, wo auch einfach der Sicherheitsaspekt eine Rolle spielt.

Mittelmäßiger Akku

Der Akku ist ausreichend groß dimensioniert. Wenn man bedenkt das es ein Kinderspielzeug ist und nicht exzessiv sondern nur stundenweise benutzt werden soll trifft diese Aussage noch viel mehr zu. Auf der anderen Seite muss man es natürlich wie eigentlich jedes andere Gerät der Kategorie auch jeden Abend an die Ladebuchse hängen damit es am nächsten Tag einsatzbereit ist.

Amazon hat dem Gerät sein „Smart Suspend“ spendiert. Dieses Feature soll die Zeit im Standby verlängern indem es WLAN deaktiviert wenn der Fire nicht benutzt wird. Außerdem hat man die Möglichkeit manuell einen Zeitplan für das Aussetzen des WLAN’s zu erstellen. Natürlich kann man zum Akku sparen auch die altbekannten Tricks anwenden wie zum Beispiel die Standortbasierten Dienste ausschalten oder die Displayhelligkeit herunterregeln.

Bedienung durch das Kind

Die Benutzung durch das Kind spielt sich folgendermaßen ab: Papa oder Mama meldet sich an und muss dann die App Freetime starten. Hier finden sich die eingerichteten Kinderprofile. Die lassen sich dann passwortgeschützt starten und man übergibt dem Kind das Tablet. Nun kann das Kind entsprechend des voreingestellten Profils Spiele spielen, Serien oder Filme gucken. Auf die Einstellungen kann das Kind selbst nicht zugreifen, da auch die mit Passwort geschützt sind. Hier kommt es also darauf an das Passwort  auch geheim zu halten, macht ja sonst auch keinen Sinn. Ganz ohne Kümmern der Eltern funktioniert aber auch so ein Kinderprofil nicht. Natürlich muss man sich am Nutzungsverhalten des Kindes orientieren. Wenn die Tochter oder der Sohn lieber Kinderserien guckt als zu lesen, macht es natürlich Sinn die Einstellungen so zu treffen das auch zum Beispiel 2 Episoden am Stück möglich sind.

Spiele und Bücher kann das Kind sich im App Shop von Amazon `runterladen. Filme und Serien werden gestreamt. Im Kinderprofil werden sie das aber auch ausschließlich, Mama und Papa haben die Möglichkeit in der Instant Video App Filme 48 Stunden lang für die offline Wiedergabe zu speichern. Wenn man also für die Autofahrt kurzfristig was speichern möchte, muss man leider den Umweg über das Elternprofil gehen. Das wäre ein Punkt der noch verbesserungswürdig ist.

Leider nur im Elternprofil verfügbar: Die offline-Wiedergabe
Leider nur im Elternprofil verfügbar: Die offline-Wiedergabe

Natürlich ist  es auch möglich Filme vom PC `rüberzuziehen und dann über Player wie VLC- oder MX Player abzuspielen.

Die Kinder können zwischen Büchern, Videos, Apps und der Kamera innerhalb ihres Zeitlimits hin und her wechseln. Auch zwischen mehreren Kinderprofilen kann man selbstständig wechseln, hier kann es Sinn machen ein Passwort zu setzen um zu verhindern das ein Kind dem anderen Zeit wegnimmt.

Der Homescreen lässt sich durch die Kinder leider nicht anpassen. Auch verschiedene Hintergründe sucht man vergeblich. Auch das ist eine Entscheidung die ich bei einem Kindertablet nicht nachvollziehen kann.

Ich halte fest, mit diesem Userinterface kann ich es wirklich schaffen das mein Kind sich im Amazon Kinderangebot (Apps, Spiele, Bücher) auf vorgegeben Pfaden bewegen kann ohne auf unerwünschte oder unangebrachte Inhalte zu stoßen. Ich hatte mir allerdings noch etwas mehr versprochen. Zum Beispiel hätte ich gerne einige zusätzliche Funktionen im eingebauten Silk Browser. Das die Kinder hier auf, per Whitelist, festgelegten Seiten surfen können zum Beispiel. So wie es jetzt ist kann ich nur den Browser sperren oder nicht. Zumindest die Möglichkeit eine auf Kinder spezialisierte Suchmaschine wie zum Beispiel “Blinde Kuh” auf den Startbildschirm zu legen wäre ganz gut gewesen.

Drei Suchmaschinen stehen zur Auswahl, allerdings keine auf Kinder zugeschnittene
Drei Suchmaschinen stehen zur Auswahl, allerdings keine auf Kinder zugeschnittene

Fazit

Als ich las, dass Amazon ein speziell für Kinder optimiertes Tablet herausbringt, war ich völlig begeistert. Dann war ich schier erschlagen von den umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten des Gerätes. Alles was das Gerät kann, macht es auch wirklich gut. Da kann man überhaupt nicht meckern. Trotzdem hinterlässt mich das Gerät mit einem etwas zwiespältigen Eindruck.

Alles was das Fire 6 Kids bietet, kann ich ohne größeren Aufwand, der eine Ausgabe von 149€ oder 169€ plus ein zusätzliches Abo Freetime mit 9,99€ monatlich rechtfertigen würde, jetzt schon selbst darstellen. Und habe dabei ein besseres Gefühl und die Kontrolle darüber was die Kinder sich angucken oder lesen. Und diese Kontrolle möchte ich auch haben. Der Ansatz des Fire-Tablets ist eher der, dass man grundsätzlich Amazon die Verantwortung überlässt, was die Kinder am Tablet so konsumieren und dann selbst durch Filter und schwarze Listen noch regulierend eingreift. Dann kann ich auch gleich das Programm selbst bestimmen. Davon, im Internet zu surfen, würde ich jetzt gar nicht ausgehen, das finde ich sollten Kinder in dem Alter was Amazon anpeilt gar nicht alleine tun. Aber vielleicht bin ich da auch etwas altmodisch. Es ist vielleicht besser wenn wir uns mit unseren Kindern direkt an den Rechner setzen und zusammen mit ihnen surfen, nicht zuletzt um ihnen auch erstmal überhaupt Medienkompetenz zu vermitteln. Es ist ja nicht damit getan das ich meinem Nachwuchs ein Tablet in die Hand drücke und sie damit alleine lasse.

Wenn man unbedingt Geld in die Hand nehmen will, macht es in meinen Augen mehr Sinn ein vorhandenes TV-Gerät mit einem FireTV-Stick auszustatten und dann, wenn man will, mit Freetime zu arbeiten. Das spart Geld und die Kinder können auch bequemer zusammen gucken. Der Stick hat keine Sorglos-Garantie an Bord, fällt aber üblicherweise auch nicht runter ;-)

Fire HD 6 Kids bei Amazon

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