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Sonys neue SmartWatch im Test

© Sony

Mit der SmartWatch am Handgelenk können Sie Ihr Handy öfter einmal in der Tasche lassen und sind trotzdem immer auf dem Laufenden. Wir schauen uns den Handy-Begleiter genauer an!

Sie sitzen in einer Besprechung oder in einer Vorlesung, vorbildlich haben Sie den Klingelton deaktiviert, schließlich möchten Sie nicht unhöflich sein. Doch Sie erwarten eine dringende E-Mail oder SMS, die umgehend einer Antwort bedarf. Darum zücken Sie bei jeder Vibration das Handy aus der Tasche. Auch wieder unhöflich! Lassen Sie Ihr Handy doch einfach in der Tasche und schauen Sie auf Ihre Sony SmartWatch.

Sony SmartWatch

Die Sony SmartWatch [1] ist nicht die erste clevere Uhr von Sony. Mit der LiveView von damals noch Sony Ericsson nahm man schon einmal Anlauf, das Smartphone näher ans Handgelenk zu bringen. Das Ergebnis war durchwachsen: Die Qualität der Uhr war schlecht, die Software verbesserungswürdig. Mit der SmartWatch möchte Sony es besser machen, was den Japanern durchaus gelungen ist.


Mit einem Gewicht von 42 Gramm und Maßen von 36×36 mm trägt sich die Uhr angenehm am Handgelenk. Nur die Dicke von 7,5 mm ragt über die Maße einer normalen Armbanduhr etwas heraus. Sony liefert ein angenehm zu tragendes Armband aus Silikon mit, alternativ können Sie die Uhr über einen Klip mit Ihren Wunsch-Armbändern aus Metall oder Leder tragen oder die Uhr ganz ohne Armband an ein Kleidungsstück klammern. Die Anmutung der Uhr liegt nicht auf der Höhe einer soliden Armbanduhr, doch vom drögen Plastik-Gefühl des Vorgängers hat Sony sich verabschiedet.

Farbiges OLED-Display

Das wichtigste Element der SmartWatch ist natürlich das Display: Mit einer Auflösung von 128×128 Pixeln ist es nicht gerade hochauflösend, doch die Pixeldichte reicht um Schriften und Bilder ausreichend scharf darzustellen. In den eigenen vier Wänden weist das OLED-Displays eine akzeptabel Helligkeit auf, in der grellen Mittagssonne erkennen Sie jedoch mehr kaum etwas.

© SonyAbbildung 2: Das Display der SmartWatch misst bei einer Auflösung von 130x130 Pixel nur 1,3 Zoll.
© SonyAbbildung 2: Das Display der SmartWatch misst bei einer Auflösung von 130×130 Pixel nur 1,3 Zoll.

Bedient wird die Uhr über Gesten, die Sie auch vom Handy kennen. Per Fingerwisch wechseln Sie zwischen den einzelnen Funktionen, per Klick führen Sie eine Aktion aus und via Pinch&Zoom gelangen Sie jederzeit auf eine Art Homescreen. Android-User mit kräftigen Fingern werden mit dem 1,3-Zoll kleinen Display und dementsprechend kleinen Icons jedoch Ihre liebe Mühe haben.

Tolle Ergänzung zu Android

Um keine Verwirrung entstehen zu lassen: Auf der SmartWatch selber läuft kein Android. Die Uhr wird per Bluetooth (Version 3.0 ist die Mindestanforderung) an Ihren Androiden gekoppelt. Von Sony im Play Store bereitgestellte Apps übernehmen dann die Kommunikation zwischen Handy, Android-Apps und SmartWatch, die dann wie ein zusätzliches Display arbeitet.

Die SmartWatch-Apps funktionieren im Alltag sehr gut. Die Uhr informiert Sie wer anruft, neue SMS werden angezeigt und über zusätzliche Apps auch Facebook-Nachrichten oder Wetter-Infos eingeblendet oder Sie steuern die Musikwiedergabe vom Handgelenk aus. Einige Apps interagieren auch mit dem Handy, unpassenden Anrufern können Sie etwa eine SMS mit einer vordefinierten Nachricht wie "Ich rufe Sie so bald wie möglich zurück" beim Wegdrücken zukommen lassen.

Sony SmartWatch App

Zur Steuerung der Uhr müssen Sie die SmartWatch-App Sonys aus dem Play Store installieren [2]. Sie dient als Schnittstelle zwischen Uhr und Handy, zudem konfigurieren Sie über die App die einzelnen Funktionen der Uhr. Zuvor muss jedoch eine Bluetooth-Verbindung zwischen beiden Geräten eingerichtet werden.

Abbildung 3: In den Bluetooth-Einstellungen gibt sich die SmartWatch zu erkennen.
Abbildung 3: In den Bluetooth-Einstellungen gibt sich die SmartWatch zu erkennen.

Schalten Sie dazu die Uhr ab und starten Sie den Koppel-Modus indem Sie beim Einschalten den An-/Aus-Taster gedrückt halten. Zwei rotierende Pfeile zeigen Ihnen den Modus an. Über die Bluetooth-Einstellungen Ihres Androiden suchen Sie nun nach neuen Bluetooth-Geräten und verbinden sich zur "SmartWatch". Durch das erste Koppeln wird umgehend ein Update der Uhren-Firmware angestoßen.

Abbildung 4: Die SmartWatch-App verzahnt Android-Handy und SmartWatch nahtlos.
Abbildung 4: Die SmartWatch-App verzahnt Android-Handy und SmartWatch nahtlos.

Abbildung 5: Beim ersten Start wird die Firmware der Uhr über das Handy aktualisiert.
Abbildung 5: Beim ersten Start wird die Firmware der Uhr über das Handy aktualisiert.

Die SmartWatch-App trägt sich nicht wie andere Anwendungen in die App-Schublade ein, sie erscheint stattdessen automatisch in der Benachrichtungsleiste, sobald Ihr Handy mit der Uhr verbunden ist. Ein Klick auf den Eintrag öffnet dann die App komplett. Hier haben Sie dann zum Beispiel unter Uhren die Möglichkeit das Uhren-Display nach Ihren Wünschen zu gestaltet.

Abbildung 6: Welche hätten Sie den gern? Verschiedene Uhren-Displays stehen zur Wahl.
Abbildung 6: Welche hätten Sie den gern? Verschiedene Uhren-Displays stehen zur Wahl.

Apps für die SmartWatch

So richtig interessant wird die SmartWatch jedoch erst dann, wenn Sie Uhr und Handy intensiver miteinander verdrahten. Unter Anwendungen werden Ihnen in der SmartWatch-App zahlreiche Zusatz-Module angeboten, die aus dem Play Store heruntergeladen werden können. Neben den unter Meine Erweiterungen aufgeführten "großen" Add-Ons zu Twitter, Facebook und Co. finden Sie über Erw. verwalt. u. herunterl. eine noch größere Auswahl an Zusatz-Apps im Play Store [3].

Abbildung 7: Zusätzliche Uhren-Apps koppeln verschiedene Android-Apps mit der SmartWatch.
Abbildung 7: Zusätzliche Uhren-Apps koppeln verschiedene Android-Apps mit der SmartWatch.

Abbildung 8: Im Play Store finden sich auch eine ganze Reihe Apps externer Entwickler.
Abbildung 8: Im Play Store finden sich auch eine ganze Reihe Apps externer Entwickler.

Die Auswahl an Dritt-Anwendungen ist sehr groß, da Sony über die Smart Extension APIs [4] externe Entwickler dazu ermutigt, eigenständige SmartWatch-Apps zu bauen. So finden Sie diverse Wecker- und Wetter-Apps, Audio-Rekorder oder auch Schnittstellen zu Sport-Apps wie Runtastic und Endomodo. Android-User mit Interesse an technischen Gimicks können die Uhr mittlerweile auch mit selbst gebauten Firmwares flashen [5].

Fazit

Wer eine große, schwere Armbanduhr am Handgelenk tragen möchte, der sollte um die Sony SmartWatch einen Bogen machen. Für Android-Fans ist die smarte Uhr jedoch eine tolle Ergänzung zum Handy. Ohne das Handy aus der Tasche holen zu müssen, sind Sie immer über das Online-Geschehen up to date.

Verbindungsprobleme, wie Sie in den Anfangstagen zu beklagen waren, konnten wir in unserem Test nicht mehr ausmachen, Uhren-Firmware und Handy-Apps laufen stabil. Nicht schön ist die kurze Laufzeit der Uhr, nach etwas mehr als zwei Tagen musste unsere SmartWatch wieder ans Netz, aber das sind Sie vom Smartphone ja auch nicht anders gewohnt.


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