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Shield von Nvidia im Test

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© Nvidia

Es sieht aus wie ein Gamecontroller mit Display, ist aber in Wirklichkeit das aktuell schnellste Android-Gerät überhaupt: Shield von Nvidia macht Lust aufs Spielen. Wir durften das Gerät schon vor dem Deutschlandstart testen.

Plusminus

+ Funfaktor

+ Performance

+ Preis

+ Lautsprecher

– Gewicht

– Verfügbarkeit

Mit dem Shield stellte Nvidia auf der CES in Las Vegas Anfang 2013 ein sehr interessantes Android-Gerät vor, das eine Mischung aus Tablet, Gamecontroller und Spielekonsole darstellt. Aus dem ehemaligen Project Shield wurde später schlicht Nvidia Shield, und seit Mitte des Jahres ist Shield zum Preis von rund 300 Dollar in den USA und Kanada erhältlich. Der Deutschlandstart ist fest geplant, allerdings gibt es noch keinen konkreten Termin (siehe Kasten).

Bald in Deutschland

Nivida konnte uns bis zum Redaktionsschluss Mitte November nicht sagen, wann Shield in Deutschland verfügbar sein wird. Man rechnet aber damit, dass es "bald" soweit sei. Android User geht davon aus, dass man die Tegra-Hardware noch dieses Jahr bei uns kaufen kann.

Von Gamern für Gamer

Shield ist das aktuell schnellste Android-System. Punkt! Der Tegra 4 arbeitet schneller als der Snapdragon 800 von Qualcomm. Auch wenn es nur Nuancen sind, schlägt sich der Tegra 4 besser. Bislang haben wir davon nicht viel bemerkt, weil die Performance in Tablets von Drittanbietern, zum Beispiel von Toshiba, alles andere als top war – aber Shield ist wirklich schnell. So erreichten wir beim AnTuTu-Benchmark über 38.000 Zähler, und beim Vellamo-Test steht der Tegra-4-Prozessor mit 3213 Punkten beim HTML-5-Benchmark ebenfalls deutlich leistungsfähiger da als die Konkurrenz von Qualcomm [1]. Doch Nvidia hat nicht nur eine sehr starke CPU verbaut; auch bei den Android-Updates zeigen die Grafikspezialisten, was Sache ist. So läuft Shield bereits mit Android 4.3 und laut bislang unbestätigten Gerüchten soll die Konsole auch schnell in den Genuss von Android 4.4 "KitKat" kommen. Die nötigen Updates liefert Nvidia gleich selbst aus, auch in unserem Testzeitraum Anfang November traf ein größeres Update ein.

Abbildung 1: Mit über 38.000 Zählern beim AnTuTu-Benchmark ist Shield das aktuell stärkste Android-Gerät.
Abbildung 1: Mit über 38.000 Zählern beim AnTuTu-Benchmark ist Shield das aktuell stärkste Android-Gerät.

Abbildung 2: Shield bekommt Updates direkt von Nvidia und läuft bereits mit Android 4.3.
Abbildung 2: Shield bekommt Updates direkt von Nvidia und läuft bereits mit Android 4.3.

Für viel Freude an Shield sorgen auch die integrierten Lautsprecher, die einen wirklich tollen Sound liefern. Bislang nur auf dem Handy oder auf Tablets gezockte Spiele entdeckten wir teilweise mit völlig neuem Klang.

Tablet, Controller oder Konsole

Shield ist in erster Linie zum Spielen gebaut. Das System lässt sich aber auch schlicht als Android-Tablet nutzen. So finden Sie sämtliche Elemente von Stock-Android auch auf dem Shield, Nivida hat das System lediglich um ein paar Funktionen erweitert. So gibt es in den Quick-Settings zum Beispiel einen Eintrag, der den Mauszeiger einschaltet, und anstelle einer Lautstärkewippe hat das Shield lediglich einen Volume-Button, der die passenden Bedienelemente auf dem Touchscreen einblendet. Die Bedienung ist denkbar einfach: Am Nvidia-Button schalten Sie das Gerät ein, mit dem linken Joystick navigieren Sie in den Apps, Home- und Zurücktaste helfen dabei. Drücken Sie den Nvidia-Button auf dem Homescreen ein zweites Mal, starten die Übersicht der vorhandenen Spiele und der Shield-Store. Dabei handelt es sich um die Nvidia TegraZone in optisch sehr hübsch aufbereiteter Form. Darin finden Sie alle Spiele, die für Tegra-Geräte optimiert wurden. Unabhängig davon können Sie jedes Spiel auch aus Google Play direkt herunterladen, Angry Birds inklusive.

Abbildung 3: Im Shield-Store kaufen Sie neue Spiele oder laden diese herunter.
Abbildung 3: Im Shield-Store kaufen Sie neue Spiele oder laden diese herunter.

Abbildung 4: Spiele merken, wenn sie auf einem Shield laufen und zeigen spezielle Einstellungsdialoge an.
Abbildung 4: Spiele merken, wenn sie auf einem Shield laufen und zeigen spezielle Einstellungsdialoge an.

Wollen Sie Shield auf einem großen Monitor nutzen, dann gibt es dazu zwei Möglichkeiten: Sie schließen die Nvidia-Hardware per HDMI-Kabel an das TV-Gerät an oder stellen eine Verbindung via Miracast her – falls verfügbar. Im ersten Fall (über HDMI) können Sie Shield zuvor auch in den Konsolenmodus versetzen. Die Grafikausgabe erfolgt dann in Full-HD (das integrierte Display zeigt nur 1280 x 720 Pixel an), und Sie können Shield via Bluetooth-Controller steuern. Den Wechsel nehmen Sie bequem via App vor. Verfügen Sie über eine aktuelle Nvidia-GeForce-GTX-Grafikkarte, können Sie Spiele vom PC auf Shield streamen. Das hat den Vorteil, dass Sie unabhängig vom PC spielen können, falls dieser zum Beispiel im Keller steht, Sie aber lieber im Wohnzimmer Battlefield spielen.

Abbildung 5: Im Fall von Reaper gehen die Anpassungen besonders weit. Sie erhalten auch innerhalb des Spiels Hilfe.
Abbildung 5: Im Fall von Reaper gehen die Anpassungen besonders weit. Sie erhalten auch innerhalb des Spiels Hilfe.

Schwachstellen

Dank des integrierten 7350-mAh-Akkus hält Shield zwar beim Spielen recht lange durch (5 bis 6 Stunden liegen drin) und kommt auf Standby-Zeiten von mehreren Tagen; da das Gerät mit rund 580 Gramm allerdings schlicht zu schwer ist, halten die Oberarme des Spielers meistens nicht so lange durch wie der Akku. Am besten spielen Sie deshalb mit aufgestützten Armen. Alternativ lässt sich Shield als Android-Gerät – via HDMI an ein Fernsehgerät angeschlossen – natürlich auch mit einem leichteren Bluetooth-Controller steuern. Die Lernkurve ist bei einigen Spielen etwas hoch, je nachdem, über wieviel Konsolenerfahrung Sie verfügen. Während sich zum Beispiel Reaper über den Touchscreen relativ einfach spielt, müssen Sie sich für Shield schon merken, welcher Button nun genau was tut. Nach dieser Eingewöhnungszeit geht das Spielen aber deutlich flotter vonstatten, und bei Shootern wie Dead Trigger 2 oder Shadowgun gibt es diese Probleme praktisch nicht.

Abbildung 6: Der fette Akku sorgt für ein recht langes Spielvergnügen ohne Steckdose.
Abbildung 6: Der fette Akku sorgt für ein recht langes Spielvergnügen ohne Steckdose.

Fazit

Wir können es kaum erwarten, bis Shield auch hierzulande erscheint. Zum Preis von vermutlich 300 Euro werden Sie ein Top-Android-Gerät erhalten, das Nvidia zudem zeitnah mit Updates versorgt. Der wirklich einzige Kritikpunkt ist das Gewicht. Hier wäre es toll, wenn Nvidia Shield noch rund 100 Gramm leichter machen könnte, sofern das nicht auf Kosten des Akkus geht.


Infos

  1. Testergebnisse und technische Daten: http://www.android-user.de/Geraetedatenbank/Nvidia-Shield

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