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Samsungs erstes Android-Tablet

© Samsung

Samsung brachte mit dem Galaxy Tab das erste 7-Zoll-Android-Tablet auf den Markt, das in puncto Verarbeitung und Leistung dem iPad Paroli bieten kann. Aktuell kostet es nur noch rund 300 Euro. Lesen Sie hier, was Sie zu diesem Preis bekommen.

Plusminus

+ Gute Verarbeitung

+ Günstiger Preis

– Update nur über Kies

– Stark spiegelndes Display

– Unsichere Update-Politik

Auch wenn das Galaxy Tab schon über ein halbes Jahr alt ist, gehört es weiterhin zu den besten 7-Zoll-Tablets. Auch hinsichtlich der verbauten Hardware und Benutzerfreundlichkeit braucht es sich nicht vor den inzwischen zahlreichen Konkurrenten zu verstecken, zudem geistern einzelne Gerüchte durchs Netz, dass das Tab eventuelle ein Update auf Android 3.2 bzw. Ice Cream Sandwich bekommen soll. Zurzeit sind das aber nur Gerüchte. In anderen Ländern hat das Tablet ein Update auf Gingerbread 2.3 erhalten, das aber keine wesentlichen Vorteile gegenüber der aktuell installierten Version 2.2. bietet.

Das 380 Gramm schwere Galaxy Tab treibt ein von Samsung gebauter ARM-Prozessor namens Hummingbird mit 1 GHz Takt an, der kapazitive 7-Zoll-Multitouch-Widescreeen-Bildschirm, der bis zu fünf Finger gleichzeitig erkennt, bietet dank einer Netbook-Auflösung von 1024 x 600 ordentlich Platz. Das sehr blickwinkelunabhängige und farbstarke Display ist nicht in Samsungs superleichter AMOLED-Technik gefertigt, wie etwa die der Galaxy-S-Handys und spiegelt zudem sehr stark.

Das mit Android 2.2 gelieferte Gerät unterstützt hardwarebeschleunigtes Flash über den PowerVR-SGX540-Grafikkern und hat 802.11a/b/g/n-WLAN, Bluetooth 3.0, GPS sowie zwei Kameras zum Fotografieren und Filmen (3 MPixel, rückwärtig, mit LED-Blitz) bzw. Videochat (1,3 MPixel, Vorderseite) an Bord. Mit dem fest verbauten 4000-mAh-Akku erreicht es Samsung zufolge eine Standby-Zeit von 1500 Stunden und eine Gesprächzeit von 16,6 Stunden, im Test hielt es unter normaler Benutzung ungefähr einen Tag durch. Man sollte darauf achten, dass beim Schlafenschicken so viele Schnittstellen wie möglich deaktiviert sind, denn GPS, 3G, WLAN und Bluetooth ziehen auch im Schlaf ordentlich Strom – insbesondere wenn alle gleichzeitig an sind.

Abbildung 1: Die optional erhältliche Tastatur kostet rund 60 Euro und bringt auch Anschlüsse für externe Lautsprecher mit.
Abbildung 1: Die optional erhältliche Tastatur kostet rund 60 Euro und bringt auch Anschlüsse für externe Lautsprecher mit.

Mit einer Größe von 192 x 120 x 12 mm passt es gerade noch bequem in die Hand, unergonomisches Halten am Rand wie etwa beim iPad ist nicht nötig. Samsung liefert das Gerät mit 16 GByte integriertem NAND-Speicher, per MicroSD lassen sich bis zu 32 GByte weiterer Speicher nachrüsten.

Ausstattung

Das Gerät wird in einer recht kleinen Schachtel ausgeliefert. An Zubehör legt Samsung ein USB-Ladekabel inklusive USB-Steckernetzteil (mit welchem das Laden deutlich schneller geht als am Computer) bei. Auch ein Kabel-Headset mit qualitativ erstaunlich guten In-Ohr-Kopfhörern und integriertem Mikrofon zum Musikhören und Telefonieren findet sich in der Schachtel. Der Connector des Galaxy Tabs ähnelt dem bekannten Apple-Stecker auf den ersten Blick verblüffend, ist jedoch zu diesem nicht kompatibel.

Abbildung 2: Die Docking-Station bietet einen HDMI-Ausgang und dient als Ladegerät.
Abbildung 2: Die Docking-Station bietet einen HDMI-Ausgang und dient als Ladegerät.

Optional gibt es eine Dockingstation (ECR-D980), die das Gerät hochkant hinstellt und dabei lädt, für 30-40 Euro. Ein Keyboard-Dock mit integrierter vollformatiger Tastatur (ECR-K10D, Abbildung 1) ist für rund 70 Euro im Handel erhältlich. Auch Zubehör wie Ledertaschen, Schutzhüllen und Beutel sowie einen Halter und Ladekabel fürs Auto gibt es schon von Samsung oder Drittherstellern.

Das Galaxy Tab ist auch zum Telefonieren gedacht, ein HSPA/GSM-Modem ist integriert. Nur das amerikanische CDMA wird von den hierzulande verkauften Galaxy Tabs nicht unterstützt, für den US-Markt gibt es eine eigene Version. Beim Telefonieren sieht Samsung mehrere Nutzungsszenarien: entweder über das beigelegte Kabel-Headset (auch per Video mit anderen Galaxy-Tab-Nutzern) oder per optionalem Bluetooth-Gerät. Bei letzterem schweben Samsung nicht nur die klassischen Headsets vor, für das Galaxy Tab soll es auch einen speziellen Bluetooth-Stylus geben, der zusätzlich ein Mikrofon integriert hat. Beim Telefonieren unterwegs ist das Galaxy Tab in der Jackentasche, wo es in der Regel gut Platz findet.

Test

Die Benutzung des Geräts macht Spaß. Samsung hat sich im Gegensatz zu vielen anderen Android-Tablet-Herstellern viel Mühe gegeben, das Gerät so benutzerfreundlich wie möglich zu machen, und hat viele Anpassungen und eigene Programme (zum Beispiel den Medienplayer oder die Swype-Tastatur) in das normale Android eingebaut. Die Kamera macht akzeptable, aber etwas verrauschte Bilder in 1232 x 2048 Pixel, Video wird mit 30 fps in 480p-Auflösung (720 x 480) in H.264 Baseline Profile aufgezeichnet und im MP4-Container gespeichert.

Der Lagesensor reagiert je nach Einstellungen etwas arg empfindlich oder zu spät. Man kann ihn jedoch schnell über die Statusleiste abstellen. Das gilt auch für die automatische Helligkeitsanpassung, diese regelt das Bild für unseren Geschmack immer etwas zu dunkel. Erstaunlich laut und klar sind die integrierten Lautsprecher, auch der Klang der beigelegten Kopfhörer ist gut. Das Gerät filtert über zwei Mikrofone Umgebungsgeräusche und hat auch Sprachsynthese sowie eine Sprachsteuerung. Beides funktioniert recht gut, sogar komplexe Wörter wie "Desoxyribonukleinsäure" erkennt die Software korrekt. Ein kleiner Vibrationsmotor sorgt für haptisches Feedback bei der Bedienung. Samsungs Musik- und Videoplayer sowie der E-Book-Reader sind schön gemacht.

Gelegentlich stolperten wir über kleinere Probleme: Wenn Flash läuft, zieht das Gerät offensichtlich auch im Standby-Modus viel Strom, so dass am nächsten Morgen der Akku leer war. Einmal blieb das Display mit einer Meldung über einen speziellen USB-Modus hängen und musste über Druck auf die Einschalttaste hart neu gestartet werden.

Um das Galaxy Tab per USB ohne die Software Kies zu benutzen, müssen Sie zuerst den USB-Modus in den Einstellungen bei Drahtlos und Netzwerk von Samsung Kies auf Massenspeicher umstellen. Erst dann wird das Gerät ohne zusätzliche Software anstandslos erkannt. Wir bemerkten jedoch, dass der 14 Gigabyte große interne Speicher (2 GByte braucht das System) FAT-formatiert ist. Das hat zur Folge, dass man keine Dateien größer als 4 Gigabyte daraufkopieren kann.

An Videos spielt das Galaxy Tab AVIs mit DivX/Xvid und MP3, MKVs mit H.264 und MP3/Dolby Digital, WMV und MP4s mit H.263/H.264 und AAC, sogar H.264 bis hoch zu 1080p meisterte das Galaxy Tab. Allerdings traten bei einigen HD-Videos an den Rändern Artefakte auf. Zwei Test-Encodings bestätigten die Vermutung, dass diese Bildstörungen nur bei HD-Auflösungen auftreten, die nicht exakt 1920 x 1080 (1080p) oder 1280 x 720 (720p) entsprechen (Abbildung 3).

Abbildung 3: Bei HD-Videos, die nicht exakt 720p- oder 1080p-Auflösung haben, treten hässliche Kanten auf (oben).
Abbildung 3: Bei HD-Videos, die nicht exakt 720p- oder 1080p-Auflösung haben, treten hässliche Kanten auf (oben).

In Sachen Soundformaten beherrscht das Galaxy Tab OGG, FLAC, MP3, AC3, MID, WAV, WMA und M4A/AAC.

Geschwindigkeit

Das Galaxy Tab reagiert sehr flott und flüssig, nur selten ruckelt es ein wenig (zum Beispiel bei der Einschaltanimation). Surfen macht Spaß mit dem Gerät, der große, gute Bildschirm und die Tatsache, dass man es bequem in einer Hand halten kann, verstärken diesen Eindruck noch.

In Benchmarks schlägt sich Samsungs Gerät sehr ordentlich, beim AnTuTu-Benchmark kommt es auf 3050 Zähler und liegt damit leicht über dem Level des Nexus S. Auch beim Web-Benchmark Vellamo schafft es sehr gute 512 Punkte, bleibt damit aber deutlich hinter der Leistung des 1,5-GHz schnellen HTC Flyer zurück.

Fazit

Das Galaxy Tab kostet mittlerweile nur noch 300 Euro. Es bietet sich somit ideal als Einsteigergerät an, wenn Sie bereits eine mobile Datenflat besitzen. Einige Anbieter haben es auch mit passenden Tarifen im Angebot. Die Softwareanpassung, Akkulaufzeit, Verarbeitung und Ergonomie sind vorbildlich, die Bedienung flott und der Funktionsumfang überzeugend – Nicht zuletzt dank der Möglichkeit, damit auch in Bild oder Ton telefonieren zu können.

Galaxy Tab P1000

Kerndaten
Hersteller Samsung
Formfaktor 7-Zoll-Tablet
Auflösung 1024×600 Pixel
Prozessor Samsung 1 GHz
Android-Version 2.2
Akku 4000 mAh
Laufzeit 1500 h / 16,6h / 7 h (Standby/Gespräch/Video)
Preis WiFi 16 GByte: ca. 300 Euro, 3G 16 GByte ca. 350 Euro
Gewicht 380g
Web-Infos
Produktseite http://galaxytab.samsungmobile.com
Technische Daten http://www.samsung.com/global/microsite/galaxytab/2010/
Performance
AnTuTu-Benchmark 3050 Punkte
Vellamo-Benchmark 512 Punkte
Video-Wiedergabe 1080p / Youtube: 480p
Android-User-Bewertung 4,7 Punkte
 

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