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Root-Anleitung für Nexus 4, Nexus 7 und Galaxy Nexus

Die Nexus-Geräte von Google gehören zu den Smartphones, die sich am einfachsten und sichersten rooten lassen. Wir zeigen Ihnen, wie.

Nexus-Geräte lassen sich dank des Nexus Root Toolkits [1] von Rug Fresh und der speziellen Toolkits für das Nexus 4, Nexus 7 und Nexus 10 sowie das Galaxy Nexus von Mark Skippen relativ einfach rooten. Dennoch gilt es gerade für Anfänger ein paar wichtige Schritte zu beachten. Der wichtigste Schritt ist das Entsperren des Bootloaders. Dieser kann bei allen Nexus-Geräte recht einfach über die Kommandozeile oder mit den hier vorgestellten Tools erfolgen. Dabei wird das Gerät in jedem Fall auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt und somit werden alle Daten gelöscht. Beachten Sie diesen Umstand bei unseren Anleitungen unbedingt!

Für sämtliche Anleitungen muss in den Einstellungen unter den Entwickleroptionen das USB-Debugging aktiviert sein.

WARNUNG!

Halten Sie sich strikt an die Anleitungen. Beim Unlocken des Bootloaders sowie bei dem Zurücksetzen des Gerätes werden alle auf dem Smartphone gespeicherten Daten gelöscht! Android User übernimmt keine Verantwortung für gelöschte Daten oder defekte Smartphones.

Galaxy Nexus rooten

Als Universallösung für alle Nexus-Geräte bis und mit Android 4.2 gilt das Nexus Root Toolkit. Wir beschreiben das Tool hier für das Galaxy Nexus. Sie können es aber auch mit dem Nexus 4, Nexus 7 und Nexus 10 nutzen. Die aktuelle Version 1.6.1 lädt die benötigten Dateien aus dem Internet nach, sodass man – im besten Fall – immer die aktuellste Software hat. Das Nexus Root Toolkit gibt es nur für Windows. Arbeiten Sie mit Mac OS X oder mit Linux, dann weichen Sie am besten auf das Galaxy Nexus Toolkit aus [2]. Hier finden sie die Linux-Version normalerweise im Thread verknüpft.

Das Nexus Root Toolkit ist ein gewöhnliches Windows-Programm, das nicht viel Fachwissen benötigt. Sie müssen lediglich in der richtigen Reihenfolge auf die richtigen Knöpfe drücken. Laden Sie sich von [1] die Datei NRT_1.6.1.sfx.exe herunter (48,8 MByte) und starten Sie die Datei per Doppelklick. Windows wird einen Warnhinweis anzeigen, dass die Datei aus dem Internet heruntergeladen wurde. Diesen Hinweis können Sie ignorieren. Im ersten Dialog fragt Sie das Tool, welche Version des Galaxy Nexus mit welchem Software-Build Sie benutzen. Hier wählen Sie Galaxy Nexus (GSM/HSPA+) in der oberen List und in der unteren TAKJU-MAGURO: Android 4.2.1 – Build: JOP40D für die aktuelle Version. Sind Sie sich nicht sicher, wählen Sie hier JAKJU/TAKJU-MAGURO: Android *.*.* – Any Build. Anschließend bestätigen Sie mit OK. Das Tool weist Sie daraufhin, dass USB-Debugging eingeschaltet werden muss. Unter Android 4.2 müssen Sie dazu siebenmal auf die Buildnummer unter Einstellungen | Über das Telefon klicken. Schalten Sie das Debugging ein und klicken Sie auf OK. Nun sehen Sie das Hauptfenster des Tools.

Abbildung 1: Die Schaltzentrale des Nexus Root Toolkits lässt kaum wünsche offen.
Abbildung 1: Die Schaltzentrale des Nexus Root Toolkits lässt kaum wünsche offen.

Hier klicken Sie nun auf Full Driver Installation Guide – Automatic + Manual. Falls Ihr Galaxy Nexus schon entsperrt ist, und Sie Fastboot und Adb schon auf Ihrem Rechner haben, dann können Sie auch gleich auf den Button Root klicken. Es empfiehlt sich zudem via Backup/Restore eine Sicherung vom Handy zu erstellen, da beim Entsperren des Bootloaders sämtliche Daten verlorengehen.

Im ersten Schritt müssen Sie sämtliche vorhandenen Treiber deinstallieren und neue Treiber installieren. Für das Löschen klicken Sie auf Launch USBDeview und markieren Sie dann sämtliche Einträge mit Galaxy oder Nexus. Per Rechtsklick deinstallieren Sie die Treiber. Hat alles geklappt, wechseln Sie zu Step 2. Hier stehen nun drei Treiber-Pakete zur Auswahl. Entscheiden Sie sich für die vom Toolkit empfohlene Version (in unserem Fall Lösung 3). Nun müssen Sie mit dem entsprechenden Windows-Tool die vom Toolkit mitgebrachten Treiber installieren. Das sieht nach viel Arbeit aus (12 Reiter), ist aber schnell erledigt. Sie finden Sie nötigen Treiber unter C:ProgrammeWugFresh DevelopmentdataDrivers. Beim Warnhinweis wählen Sie Treibersoftware trotzdem installieren. Die Anleitung ist komplett in englisch aber schön bebildert, sodass Sie eigentlich nichts falsch machen können. Hat alles geklappt, erkennt Windows das Galaxy Nexus als ADB Interface. Nun müssen Sie in den Bootloader booten. Dazu klicken Sie auf Reboot Bootloader auf Reiter 6. Das Galaxy Nexus startet neu und Sie sehen den Android-Roboter mit geöffneter Türe und der Überschrift Start (Abbildung 3).

Abbildung 2: Hier wählen Sie am besten die dritte Methode aus. Das ist die sauberste.
Abbildung 2: Hier wählen Sie am besten die dritte Methode aus. Das ist die sauberste.

Abbildung 3: So sieht das Galaxy Nexus im Bootloader-Modus aus.
Abbildung 3: So sieht das Galaxy Nexus im Bootloader-Modus aus.

Das Toolkit prüft nun, ob sich ihr Gerät im Fastboot-Modus befindet. Tut es das nicht, dann ist etwas schief gelaufen, oder Sie verwenden nicht das Original-USB-Kabel des Galaxy Nexus. Wechseln Sie das Kabel aus und versuchen Sie es noch einmal. Im Fastboot-Modus müssen Sie die Treiber nun noch einmal installieren mit dem gleichen Pfad. Anschließend booten Sie das Galaxy Nexus neu und schließen das Fenster.

Falls Ihr Gerät noch einen gesperrten Bootloader hat, klicken Sie auf Unlock. Dabei gehen sämtliche Dateien auf dem Smartphone verloren. Erstellen Sie also zunächst ein Backup!

Nun gelangen Sie wieder ins Hauptmenü des Nexus Root Toolkits. Hier klicken Sie jetzt auf den Button Root. Im ersten Schritt lädt das Programm das TWRP Recovery herunter. Das ersetzt das aktuelle Bootmenü, um Custom-ROMs zu installieren. Diesen Schritt können Sie nicht überspringen, aber Sie können sich für ein anderes Recovery entscheiden (nicht empfohlen). Anschließend folgt der Download der SuperSU-App. Dabei handelt es sich um eine Alternative zu Superuser. Im letzten Schritt holt sich das Toolkit einen geänderten Bootloader passend zur Firmware. Klicken Sie auch hier auf OK. Nun sind alle drei Bausteine auf Ihrem Rechner und das Toolkit bootet den neuen Bootloader, lädt die zwei Dateien (SuperSU und TWRP auf das Galaxy Nexus und führt damit quasi auf dem Gerät den Root-Vorgang durch. Für diesen Vorgang startet das Galaxy Nexus zwei mal neu, geben Sie also beim ersten Start gar nicht erst den PIN-Code ein, sondern warten Sie, bis Sie auf dem Display kurz das Logo des Team Win Recovery Projects und ein paar Statusmeldungen sehen. Nach dem zweiten Neustart ist das Galaxy Nexus gerootet und Sie finden neu die App SuperSu auf Ihrem Smartphone.

Abbildung 4: Das Nexus Root Toolkit setzt auf SuperSU als Root-App.
Abbildung 4: Das Nexus Root Toolkit setzt auf SuperSU als Root-App.

Nexus 7 rooten

Das Nexus 7 lässt sich ebenfalls via Nexus Root Toolkit rooten. Dazu gehen Sie wie bei der Anleitung für das Galaxy Nexus vor. Hier beschreiben wir die Methode via Nexus 7 Rootkit [3] in der Version 3.20. Nach dem Download der rund 40 MByte großen Datei entpacken Sie zunächst das ZIP-Archiv und starten anschließend die Datei Toolkit.exe. Falls Sie gefragt werden sollten, ob Sie nach Updates suchen möchten, dann antworten Sie mit yes. Im Hauptmenü wählen Sie zuerst die Option 1, um die benötigten Treiber zu installieren. Geben Sie also eine 1 ein, und bestätigen Sie mit der Eingabetaste. Als Nächstes wählen Sie Ihr Betriebssystem aus, also für Windows 7 die Taste [2] drücken und dann bestätigen.

Abbildung 5: Das Nexus 7 Toolkit bringt alles für das Rooten des Tablets mit.
Abbildung 5: Das Nexus 7 Toolkit bringt alles für das Rooten des Tablets mit.

Für die Installation müssen Sie erneut 1 wählen und darauf folgend kurz warten. Windows fragt eventuell nach, ob Sie die Treiber wirklich installieren möchten, bejahen Sie dieses Pop-Up. Navigieren Sie anschließend an Ihrem Nexus 7 in die Einstellungen und aktivieren unter Entwickleroptionen das USB-Debugging. Unter Android 4.2 sind die Entwickleroptionen versteckt. Um diese sichtbar zu machen, müssen Sie siebenmal auf die Buildnummer unter Einstellungen | Über das Tablet klicken. Daraufhin schließen Sie das Nexus 7 per USB-Kabel an den Computer an. Führen Sie danach im Hauptmenü des Toolkits die Option 8 aus. Tippen Sie im nächsten Schritt no ein, so dass das Toolkit Ihr Nexus 7 automatisch in den Fastboot-Modus bootet. Gegebenenfalls müssen Sie beim Entsperren des Bootloaders eine Sicherheitsabfrage bestätigen. Sie müssen damit einverstanden sein, dass dieser entlockt wird. Dabei werden sämtliche Daten gelöscht! Diese Abfrage bestätigen Sie mit der [Lauter]-Taste an Ihrem Nexus 7.

Abbildung 6: Drücken Sie einfach die gewünschte Zahl und anschließend [Enter].
Abbildung 6: Drücken Sie einfach die gewünschte Zahl und anschließend [Enter].

Das Toolkit führt jetzt im Hintergrund einige Prozesse und Abläufe durch. Wenn diese Vorgänge abgeschlossen sind, startet das Nexus 7 automatisch neu und das Programm zeigt an, dass alles erfolgreich abgeschlossen ist. Ab diesem Punkt ist Ihr Nexus 7 gerootet. Des Weiteren wurde das Stock Recovery durch das Clockwork Mod Recovery ersetzt, welches Ihnen unter anderem erlaubt, alternative Firmware-Dateien oder, Kernel einzuspielen.

Nexus 4 rooten

Seit Kurzem ist das Nexus 4 auch in Deutschland erhältlich. Wenn Sie Ihr begehrtes Stück gleich rooten möchten, finden Sie hier gleich zwei Methoden zur Auswahl. Am einfachsten lässt sich das eingangs beschriebene Nexus Root Toolkit benutzen, alternativ setzen Sie das für das Nexus 7 beschriebene Toolkit in der Version für das Nexus 4 [4] ein. Dazu gehen Sie nach dem Download einfach nach der Anleitung für das Nexus 7. Nach dem Anschließen des USB-Kabels an den Rechner und Auswahl von Option 8 wird Sie das Toolkit fragen, ob Sie Superuser oder SuperSU verwenden möchten. Entscheiden Sie sich hier für SuperSU. Die restlichen Schritte sind identisch.

Nexus 4 rooten (manuelle Methode)

Wenn Sie schon immer einmal wissen wollten, was bei einem Root-Vorgang so vor sich geht, dann empfehlen wir Ihnen die manuelle Methode. Dazu müssen Sie sich zunächst das "Isecure Boot Image" aus dem XDA Developer Thread [5], sowie die Root Dateien unter [6] herunterladenladen. Entpacken Sie dann die Root-Dateien in ein beliebiges Verzeichnis und navigieren Sie an Ihrem Nexus 4 unter den Einstellungen zum Menü Über das Telefon und klicken Sie siebenmal auf die Buildnummer. Aktivieren Sie nun in die eben freigeschalteten Entwickleroptionen den Punkt USB-Debugging.

Als nächstes verbinden Sie das Nexus 4 über ein USB Kabel mit dem Computer. Falls noch nicht geschehen, müssen Sie zuvor die passenden Treiber von [7] installieren. Laden Sie sich danach die adb– und fastboot-Dateien von [8] herunter und entpacken das Archiv. Anschließend geben Sie in der Windows-Suche im Startmenü cmd.exe ein und machen einen Rechtsklick auf den Eintrag. Wählen Sie Als Administrator ausführen. Im erscheinenden Konsolenfenster geben Sie den Befehl cd [Pfad zu den extrahierten Dateien] ein und bestätigen Ihre Eingabe mit [Enter]. Schalten Sie jetzt Ihr Nexus aus und starten es mit der Tastenkombination [Power]+[Leiser] in den Bootloader-Modus (alternativ über den Befehl adb reboot bootloader). Um den Bootloader zu entsperren geben Sie in der Windows Konsole fastboot oem unlock ein. Mit diesem Schritt wird das Gerät komplett resettet. Alle auf dem Gerät vorhanden Dateien werden gelöscht!

Abbildung 7: Die Befehle geben Sie auf der (Windows-)Kommandozeile ein.
Abbildung 7: Die Befehle geben Sie auf der (Windows-)Kommandozeile ein.

Am Nexus 4 wird eine Sicherheitswarnung erscheinen, die Sie bejahen müssen. Kehren Sie nach diesem Schritt wieder in den Bootloader zurück. Legen Sie die heruntergeladene Datei boot.img sowie die Dateien aus der Root_Files .zip in das Verzeichnis, das beim Entpacken der Fastboot bzw. ADB-Dateien entstanden ist. Booten Sie als Nächstes mit dem Befehl fastboot boot boot.img provisorisch das heruntergeladene Boot-Abbild boot.img. Hat das geklappt, geben Sie der Reihe nach die Befehle aus Listing 1 ein und warten Sie dabei jeweils, bis der vorangegangene Befehl abgearbeitet wurde. Nach dem letzten Exit-Befehl startet das Nexus 4 neu und Sie finden die App Superuser unter den Anwendungen.

Listing 1

Manuelles Rooten

adb shell mount -o remount,rw /system
adb push su /system/bin/
adb push Superuser.apk /system/app/
adb push busybox /system/xbin/
adb shell
chmod 06755 /system/bin/su
chmod 0644 /system/app/Superuser.apk
chmod 04755 /system/xbin/busybox
cd /system/xbin
busybox -install /system/xbin/
exit
exit

Original-Firmware einspielen

Bei allen Nexus-Geräten können Sie jederzeit die Original-Firmware von Google wieder einspielen. Die passenden Firmware-Dateien finden Sie auf den Google-Entwicklerseiten zum Download [9]. Unter Windows benötigen Sie zudem die passenden Plattform-Tools (ADB und Fastboot), die Sie unter [7] zum Download finden. Alternativ installieren Sie das komplette SDK, das ist auch die beste Vorgehensweise unter Linux und Mac OS X. Beachten Sie, dass der Bootloader für diesen Vorgang entsperrt sein muss! Versuchen Sie also nicht, eine Nexus-Firmware von Hand zu installieren, wenn der Bootloader noch gesperrt ist. Auch bei diesem Vorgang werden sämtliche Daten auf dem Gerät gelöscht.

Bevor Sie mit dem Flashen beginnen, überprüfen Sie am besten, ob fastboot und adb richtig funktionieren. Der Aufruf von fastboot devices auf der Kommandozeile muss Ihr Gerät anzeigen und mit adb reboot bootloader starten Sie direkt den Bootloader-Modus auf Ihrem Nexus-Gerät. Dazu muss das Nexus-Gerät per USB-Kabel mit Ihrem Rechner verbunden sein und die Debugging-Option muss in den Entwicklereinstellungen aktiviert sein.

Laden Sie sich von der Google-Seite [9] die passende Firmware herunter. Für sämtliche hier beschriebenen Nexus-Geräte ist das aktuell (Stand Anfang Dezember 2012) Version Android 4.2.1 (JOP40D). Beachten Sie, dass die 3G-Version des Nexus 7 eine separate Firmware benötigt (nakasig statt nakasi.

Entpacken Sie diese Datei, bis Sie ein Verzeichnis mit der Bezeichnung Ihres Geräts (siehe Tabelle) und der Firmware-Version erhalten. Für das Galaxy Nexus also yakju-job40d. Wechseln Sie in dieses Verzeichnis und führen Sie unter Windows die Datei flash-all.bat aus. Linux- und Mac-Nutzer rufen das Script flash-all.sh aus. Das Skript erledigt nun sämtliche Arbeit für Sie und nach rund einer Minute startet das Nexus-Gerät mit der Original-Firmware neu. Möchten Sie nun den Bootloader wieder sperren, dann rufen Sie einfach noch den Befehl fastboot oem lock auf (wiederum mit USB Debugging aktiviert). Ihr Nexus-Gerät befindet sich nun quasi wieder im Auslieferungszustand.

Gerätebezeichnungen

Gerät Codename Aktuelle Firmware
Galaxy Nexus yakju JOP40D
Nexus 4 occam JOP40D
Nexus 7 nakasi JOP40D
Nexus 7 3G nakasig JOP40D
Nexus 10 mantaray JOP40C

Fazit

Obwohl Einsteiger das Rooten auf den ersten Blick für sehr kompliziert halten, ist es dank Toolkits auch noch weniger fortgeschrittenen Usern möglich, in den Genuss von Root-Features zu kommen. Dennoch sollten Sie Vorsicht walten lassen, denn wenn Sie bösartigen Apps Root-Zugriff gewähren, können diese erheblichen Schaden an Ihrem Gerät verursachen. Informieren Sie sich also vorher gewissenhaft, welche Root App Sie installieren und meiden Sie dabei Quellen außerhalb von Google Play.

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