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Qi-Ladestationen für das Nexus 4 und das Nexus 7 im Test

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Eine Besonderheit des Nexus 4 und des neuen Nexus 7 ist die drahtlose Ladefunktion über den Qi-Standard. Wir haben vier Ladestationen ausgiebig getestet, hier unser Testbericht.

Strom ohne Kabel zu übertragen, hätten unsere Vorfahren vermutlich noch für unmöglich gehalten. Inzwischen ist die Technologie, die mit der Induktionstechnologie bei Kochherden stark verwandt ist, allerdings salonreif und bezahlbar. Das Nexus 4 hat den Reigen der Qi-Androiden letztes Jahr eröffnet, nun zieht Google auch mit dem Nexus 7 nach. Grund genug, sich nach einer Qi-Ladestation umzusehen. Wir haben den Test gemacht.

Qi – Das müssen Sie wissen

Mit einer guten Ladestation lädt Ihr Nexus 4 oder Nexus 7 genauso gut und genauso zuverlässig wie mit dem üblichen Ladegerät über ein USB-Kabel. Die Ladestationen sind mit einem Überladungsschutz versehen und stoppen die Stromzufuhr automatisch, sobald der Akku voll ist. Allerdings sollten Sie einige Punkte beachten. Nicht jedes Case eignet sich für eine Qi-Ladestation. Bumper aus Plastik sind normalerweise kein Problem, verwenden Sie jedoch eine Lederhülle oder eine andere Hülle, die das Handy um mehr als 2-3mm von der Ladestation abhebt, dann lädt das Nexus 4 entweder überhaupt nicht mehr oder nur noch unzuverlässig.

Die erste Charge des Nexus 4 (Revision 1.0) arbeitet nicht mit allen Qi-Ladestationen zusammen. Vor allem bei der Nokia-Ladestation gibt es massive Probleme. Hier empfehlen wir Ihnen unbedingt die PowerQI am Ende des Artikels. Achten Sie bei allen Ladestationen darauf, dass das Handy an der richtigen Stelle liegt. Hinweise dazu finden Sie in der Dokumentation des Ladegeräts. Bei rund einem von zehn Ladevorgängen stoppte der Ladevorgang bereits bei 80 Prozent, unabhängig davon, auf welcher Ladestation. Das kann damit zusammenhängen, dass unser Nexus 4 aus der ersten Charge stammt. Das Handy/Tablet darf beim Aufladen warm werden (das ist normal) aber nicht heiß!

Das Original

In Deutschland nach wie vor nicht erhältlich, ist eigentlich die Ladestation WCP-400 von LG das Original-Accessoire für das Nexus 4. Doch beim aktuellen Preis von 200 Euro für die 8-GByte-Version des Nexus 4 sollte man es sich dann doch zweimal überlegen, ob man dafür bereit ist, den Amazon-Preis von knapp 100 Euro zu bezahlen. Da das Nexus 4 bereits als Auslaufmodell gilt, wird es der offizielle Orb für 60 Dollar wohl auch nie mehr in den Play Store schaffen.

Das ist aber nicht weiter tragisch, denn die Ladestation sieht zwar zugegeben recht hübsch aus, hat sich jedoch bei uns in der Praxis nicht bewährt. Das Nexus 4 bleibt darauf zu selten in genau der Position, die es zum Laden benötigt, und vor allem wenn noch der Vibrationsalam an ist, dann ist der Ladespaß schnell vorbei. Da wir für diesen Artikel auch ein paar Schutzhüllen für das Nexus 4 getestet haben, können wir allerdings die Kombination mit (inoffiziellem) Gummi-Bumper und Nexus 4 Orb empfehlen, allerdings gab es auch hier ab und zu Probleme. Da wir den Orb wieder zurückschickten bevor das neue Nexus 7 eintraf, können wir hier keine Empfehlung abgeben, aber unsere Erfahrung sagt uns, dass die beiden wohl ebenso schlecht kooperieren, wie das Nexus 4 und die LG-Ladestation. Wir empfehlen das Modell WCP-400 von LG deshalb nur für wirklich eingefleischte Nexus-Fans und empfehlen Google beziehungsweise LG dringend, beim nächsten Nexus Magnete zur Fixierung einzubauen und nicht auf eine simple Gummierung zu vertrauen. Dann klappt das auch mit dem Schrägstellen.

© GoogleAbbildung 1: Die offizielle Ladestation sieht zwar sehr hübsch aus, ist aber hierzulande nicht erhältlich und auch nicht die beste Lösung.
© GoogleAbbildung 1: Die offizielle Ladestation sieht zwar sehr hübsch aus, ist aber hierzulande nicht erhältlich und auch nicht die beste Lösung.

Nokia mit Fatboy

Nokia gehört zu den Pionieren mit dem drahtlosen Laden via Qi-Standard. Die Finnen bieten mit dem DT-900 beziehnungsweise DT-901 inklusive Kissen eine recht gute Ladestation in diversen Farben an, die bei Amazon aktuell zwischen 40 und 50 Euro kostet. Doch auch bei dieser Qi-Ladestation sind ein paar Details zu beachten. Da die Rückseite des Nexus 4 aus Glas und unheimlich glatt ist, hat sich das Nexus 4 in unseren Tests mehrfach aus dem Staub gemacht, sodass wir es nach ein paar Stunden nicht voll geladen sondern neben der Qi-Ladestation liegend und mit leerem Akku gefunden haben. Die Nexus-4-Geräte der ersten Charge (Revision 1.0) sind zudem mit der Ladestation nicht voll kompatibel. Um beide Probleme auf einen Schlag zu lösen, bindet man einfach ein möglichst breites Gummiband mit rund 2mm Dicke um die Nokia-Ladestation, sodass das Nexus 4 hinten auf dem Gummiband aufliegt und vorne das Ende der Ladestation gerade so berührt. Wer ein neueres Nexus 4 besitzt, sollte mit der Nokia-Ladestation keine Probleme haben. Wir empfehlen, den Fatboy-Sack mitzukaufen, da das Nexus 4 so am besten liegt und garantiert nicht davon rutscht. Die Version mit Kissen kostet aktuell 60 Euro [2] und die Kombination sieht auch schön aus. Allerdings sieht man durch das Kissen hindurch die LED bei Tag nicht immer optimal, gerade nachts ist diese Kombination aber am besten.

Das Kissen eignet sich hingegen wiederum nicht, um das Nexus 7 aufzuladen, weil es dann zu hoch über der Ladestation ist. Wer also ein neues Nexus 7 besitzt oder sich in naher Zukunft eines anschaffen möchte, setzt am besten auf eine alternative Lösung, die wir weiter unten beschreiben.

© NokiaAbbildung 2: Im Fatboy-Kissen von Nokia sieht das Nexus 4 nicht nur cool aus, es liegt darin auch sicher.
© NokiaAbbildung 2: Im Fatboy-Kissen von Nokia sieht das Nexus 4 nicht nur cool aus, es liegt darin auch sicher.

Oregon Scientific QW201

Die Qi-Ladestation von Oregon Scientific [3] kostet bei Amazon rund 120 Euro, bei anderen Internetanbietern bekommen Sie das Produkt aber schon für 85 Euro. Es ist aber auch so die teuerste im Testfeld. Sie bietet nicht nur das drahtlose Laden an, sondern zeigt auch Temperatur und die Zeit an. Ein Wecker ist ebenfalls integriert. Zudem liegt ein zusätzlicher Funksensor für die Außentemperatur bei, sodass man gleich sieht, wie kalt es draußen ist.

Aber auch mit dieser Station waren wir bei unseren Tests nicht rundum zufrieden. Das hat mehrere Gründe: Als Nachtuhr eignet sich das Modell QW201 nur bedingt, außer Sie schlafen gerne bei Blaulicht. Denn selbst auf der niedrigsten Helligkeitstufe leuchtet das Display noch so hell, dass es nachts in den Augen schmerzt, wenn man die Zeit ablesen will. Zudem gibt die QW 201 permanent ein zwar leises aber nicht sehr angenehmes Fiepen von sich, wenn gerade nicht geladen wird. Das ist üblicherweise kein Problem, weil das Nexus 4 ja über Nacht geladen wird und die Station beim Laden komplett ruhig ist. Rutscht das Android-Handy aber herunter, fängt prompt das Fiepen an.

Auch dieses Ladegerät verfügt über eine sehr glatte Oberfläche, sodass das Nexus 4 ohne Bumber sich gerne mal den Weg nach Nebenan sucht. Immerhin ist auf dem Ladegerät mehr als genügend Platz, und Sie müssen das Nexus 4 nicht so genau platzieren, wie bei der Ladestation von Nokia. Mit einem Bumper sind Sie hier aber auf der sicheren Seite. Leider musste auch dieses Testgerät wieder zurück, bevor wir das neue Nexus 7 erhielten, sodass wir nicht mit Sicherheit behaupten können, dass sich die Ladestation auch für das neue Nexus 7 eignet.

Abbildung 3: Die Qi-Ladestation von Oregon Scientific ist ein wahrer Allrounder, kostet aber auch recht viel.
Abbildung 3: Die Qi-Ladestation von Oregon Scientific ist ein wahrer Allrounder, kostet aber auch recht viel.

PowerQI T-100

Auf unserer Suche nach der perfekten Qi-Ladestation, die auch bezahlbar sein soll, sind wir schließlich bei Ali Express gelandet und haben mit einer Mindestbestellmenge von 5 Stück die Qi-Ladestation PowerQI von Shenzhen Horizone Technology Ltd. [4] zum Preis von rund 30 Dollar gekauft. Versand und Verpackung verliefen bestens, auch der Zoll machte keinerlei Probleme, sodass wir nach rund 10 Tagen die neuen Ladestationen ausprobieren konnten. Auch bei dieser Ladestation gibt es einen kleinen Schönheitsfehler: Sie piepst recht laut, wenn Sie das Handy zum Laden darauflegen. Das ist für das Schlafzimmer suboptimal, wenn Ihr Partner zum Beispiel schon im Bett ist und Sie dann das Handy auf die Qi-Station legen. Der Ton lässt sich auch nicht ausschalten.

Ist die Ladestation in Betrieb zeigt eine blaue LED den Ladevorgang an. Ist das Handy oder Tablet voll geladen, schaltet sich die Station aus und die LED wird grün. Im Unterschied zu den anderen getesteten Stationen schaltet sich die Ladestation auch nicht mehr automatisch ein, wenn der Akku zum Beispiel unter 90 Prozent fällt. Das empfinden wir als Vorteil. Auch diese Ladestation verfügt über eine recht glatte Oberfläche, die sich aber erstaunlich gut mit dem Nexus 4 verträgt. Achten Sie beim alten Nexus 4 (Revision 1.0) darauf, dass der komplette Schriftzug "Wireless Charger" sichtbar ist. So lädt die Station am besten. Auch das neue Nexus 7 können Sie mit diesem Ladegerät problemlos aufladen. Das klappt auch, wenn der Akku bereits so leer ist, dass sich das Handy/Tablet bereits von alleine ausgeschaltet hat. Aktuell gibt es dieses Qi-Ladegerät bei E-Bay für 24,50 Euro zum Sofortkauf [5].

Abbildung 4: Die PowerQi-Ladestation ist nicht nur die günstigste, sondern funktioniert auch am besten.
Abbildung 4: Die PowerQi-Ladestation ist nicht nur die günstigste, sondern funktioniert auch am besten.

Fazit

Das perfekte Qi-Ladegerät haben wir noch nicht gefunden. Wenn Sie es nicht eilig haben, lohnt sich also eventuell das Warten auf günstige neue Modelle. Viel billiger dürften die Qi-Stationen aber kurzfristig nicht werden. Dazu gibt es schlicht noch zu wenig Geräte mit Qi-Support.


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