Start Aktuell Project Loon: Google startet WiFi-Ballone für weltweiten Internetzugang

Project Loon: Google startet WiFi-Ballone für weltweiten Internetzugang

Google will mit Project Loon in abgelegenen Gegenden auf der südlichen Erdhalbkugel Internet-Zugang via Ballon anbieten. Was sich bei ersten Gerüchten noch nach Zukunftsmusik anhörte, konkretisiert sich: In Neuseeland startete das kalifornische Unternehmen einen groß angelegten Feldversuch.

Google hat "Project Loon" offiziell aus der Taufe gehoben. Mit Ballon-unterstützem Internetzugang will Mountain View auch Nutzern in Regionen mit schlechter Netzabdeckung Eintritt ins weltweite Datennetz gewähren. Dass Mountain View für den Netz-Zugang Prallluftschiffe verwenden will (wir berichteten), scheint damit obsolet.

Zwei von drei Menschen haben Internet-Zugang

Laut Angaben des offiziellen Google-Blogs haben nur zwei von drei Menschen weltweit Internet-Anschluss. Für die einen ist das schon beeindruckend viel, für Mountain View natürlich ein unhaltbarer Zustand. Schließlich ist jeder weitere potentielle Web-Surfer auch ein Wirtschaftsfaktor.

Project Loon-Ballon über den neuseeländischen Alpen.
Project Loon-Ballon über den neuseeländischen Alpen.

Um den Netzzugang auch in abgelegenen Regionen terrestrisch auf die Beine stellen zu können, sind oft Bergketten, Dschungel und Ozeane im Weg. Zudem steht speziell in Ländern in der südlichen Hemisphäre häufig der Kostenfaktor im Vordergrund: Ein Internetzugang belastet den Geldbeutel dort oft mit mehr als einem Monatseinkommen.

Um also auch Nutzern in einkommensschwachen, abgelegenen Gegenden einen günstigen Einstieg ins Internet zu bieten, startete Google nun offiziell ein sehr ehrgeiziges Vorhaben. "Project Loon" soll mit in großer Höhe fliegenden Ballonen den Internet-Zugang "auf dem Luftweg" ermöglichen.

Google gibt an, dass das Prozedere in ersten Tests bereits erfolgversprechend war. Zwar sei man noch in einer sehr frühen Phase des Projekts; die mehr als doppelt so hoch wie Verkehrflugzeuge fliegenden Ballone hätten jedoch Internet-Zugangsgeschwindigkeiten ermöglicht, die beim Zweifachen von aktuellen 3G-Netzwerken liegen.

Solarbetrieben: Loon-Ballone werden in Neuseeland auf den Start vorbereitet.
Solarbetrieben: Loon-Ballone werden in Neuseeland auf den Start vorbereitet.

Google selbst gibt zu, dass sich das Projekt ein wenig verrückt anhört – daher auch der Name Project Loon (Wortspiel aus engl. balloon=Ballon und loony=verrückt). Trotzdem würde sich hinter dem Vorhaben jede Menge Sinnvolles verbergen.

So hat man sich beispielsweise von älteren Plänen verabschiedet, die Ballone an eine fixe Position zu binden. Die mit Solarenergie betriebenen Loon-Balloons können sich frei mit den Stratosphärenwinden bewegen, sie verändern ihre Position analog der Windschichten, in denen sie sich gerade befinden. Geht es nach Google, wird in Zukunft eine Flotte von WiFi-Ballonen die südliche Hälfte des Erdballs umkreisen und bestmöglich abdecken. Um die Ballone ideal zu positionieren, habe man "komplexe Algorithmen" und "eine Menge Computer-Power" eingesetzt, so der Google O-Ton.

Ruf nach Hilfe

Um das Projekt entscheidende Schritte nach vorne zu bringen, bittet Google nun um Hilfe. Im neuseeländischen Canterbury hat der Konzern eine Versuchsreihe gestartet, bei der 50 Testpersonen die Verbindung zu mehr als 30 Loon-Ballonen auf Herz und Nieren prüfen. Es sei das erste Mal, dass man so viele Ballone auf einmal im Testeinsatz habe. Die Technik und das Ballon-Design sollen nach und nach optimiert werden.

In der nächsten Zeit will Google ähnliche Pilotprojekte in Ländern starten, die in etwa auf dem gleichen Breitengrad wie Neuseeland liegen. Für diese Aufgabe sucht das Project Loon-Team um Projektleiter Mike Cassidy nach erfahrenen Partnern, die bereits mit einer ähnlichen Aufgabenstellung – Internet-Anbindung in ablegenen Gebieten – zu tun hatten. Ziel ist es, eines Tages mit dem Mobiltelefon via Loon-Ballon an Orten ins Internet gehen zu können, die bisher keine Netzabdeckung haben.

Quelle: googleblog.blogspot.de

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