Start Im Test Pfiffiger Browser mit Erweiterungen und Bookmark-Sync

Pfiffiger Browser mit Erweiterungen und Bookmark-Sync

Ein moderner Browser muss schnell arbeiten, er braucht Tabs, Erweiterungen, eine moderne Oberfläche und Bookmark-Sync. Das alles bringt der Next Browser mit. Ist er dadurch eine Alternative zu Chrome und Co?

Das Go-Launcher-Team ist in erster Linie für seinen sehr anpassbaren Go Launcher EX [1] bekannt. Der Launcher gehört mit an die 100 Millionen Installation zu den beliebtesten Homescreen-Alternativen aus dem Google Play Store überhaupt. Der kostenlose Next Browser [2] soll nun ebenso erfolgreich werden. Mit einer ansprechenden Oberfläche, der Möglichkeit Bookmarks über seine Androiden hinweg abzugleichen und Erweiterungen könnte dies durchaus auch funktionieren.

Next Browser

Als Homescreen zeigt der Next Browser eine Schnellwahl mit bis zu acht Webseiten, die Sie nach Ihren Wünschen anpassen können. Die Felder lassen sich verschieben und gegen anderen Seiten austauschen. Ordner, um mehr als die acht Seiten abzulegen, gibt es an dieser Stelle jedoch nicht, Sie müssen sich mit den acht Feldern begnügen.

Abbildung 1: In der Schnellwahl organisieren Sie bis zu acht Ihrer wichtigstens Webseiten.
Abbildung 1: In der Schnellwahl organisieren Sie bis zu acht Ihrer wichtigstens Webseiten.

Der Browser zeigt im Schnelltest eine gute Performance. Sowohl der Start der App, wie auch der Seitenaufbau geht zügig voran. Gefühlt sogar ein wenig schneller, als beim gerade erst vorgestellten und überarbeiteten Opera-Browser [3]. Allerdings konnten wir bei manchen Webseiten Fehler beim HTML-Rendering entdecken. Hier kommt es zu Artefakten, wenn Webseiten etwa via JavaScript und Lightroom-Effekt Bilder vergrößert darstellen möchten. Im Großen und Ganzen arbeitet der Next Browser jedoch sauber.

Abbildung 2: Webseiten werden vom Next Launcher auch auf einem älteren Androiden schnell aufgebaut.
Abbildung 2: Webseiten werden vom Next Launcher auch auf einem älteren Androiden schnell aufgebaut.

Abbildung 3: Vereinzelt lassen sich beim Seitenaufbau des Browsers Darstellungsfehler beobachten.
Abbildung 3: Vereinzelt lassen sich beim Seitenaufbau des Browsers Darstellungsfehler beobachten.

Bookmark-Sync via Google

Über das kleine Icon links neben der Adress- und Suchzeile öffnen Sie weitere Tabs, so dass Sie schnell zwischen mehreren Webseiten wechseln können. Bis zu zehn Tabs werden als kleine Striche am unten Bildschirmrand symbolisiert. Öffnen Sie noch mehr Reiter, dann wechselt der Next Browser diese zu einem Scrollbalken. So kommen selbst Tab-Messies schnell zum gesuchten Reiter. Nicht mehr gewollte Browser-Tabs wischen Sie einfach nach oben aus der Tab-Übersicht heraus. Das Prinzip kennen Sie eventuell vom Handy- und Tablet-System WebOS.

Bookmarks lassen sich in Ordner sortieren und auch über Ihre Androiden hinweg synchronisieren. Next Browser greift hierfür auf Ihr Google-Konto zu. In unserem kurzen Test funktionierte die Synchronisierung ohne Probleme. Es gibt jedoch auch viele Berichte von Usern, nach denen der Browser-Abgleich fehlschlägt. Falls Sie schon eine größere Sammlung an Webseiten im Standard-Browser angehäuft haben, müssen Sie den Umstieg auf den Next Browser nicht fürchten. Der Browser importiert auf Wunsch die Bookmarks anderer Android-Webbrowser.

Abbildung 4: Browser-Tabs dürfen bei einem modernen Webbrowser natürlich nicht mehr fehlen.
Abbildung 4: Browser-Tabs dürfen bei einem modernen Webbrowser natürlich nicht mehr fehlen.

Abbildung 5: Ihre Browser-Bookmarks lassen sich auf Wunsch per Googles Online-Dienst abgleichen.
Abbildung 5: Ihre Browser-Bookmarks lassen sich auf Wunsch per Googles Online-Dienst abgleichen.

Plugins für Evernote

Über eine Plugin-Schnittstelle lassen sich zusätzliche Funktionen zum Browser hinzufügen. Aktuell hat der Next Browser jedoch nur zwei Erweiterungen im Angebot. Es lassen sich Infos direkt in Evernote [4] als Notiz übernehmen oder Webseiten zum später Nachlesen in Pocket [5] (ehemals Read It Later) übertragen. In der Seitenleiste haben Sie zudem am unteren Rand nochmals Zugang zu den Browsersteuerungen. Hier gehen sie wieder zur letzten/nächsten Seite oder fügen die aktuelle Webseite in Ihre Bookmarks ein.

Abbildung 6: Die Erweiterungsleiste ziehen Sie per Wischgeste vom rechten Bildschirmrand heraus auf.
Abbildung 6: Die Erweiterungsleiste ziehen Sie per Wischgeste vom rechten Bildschirmrand heraus auf.

Im Browser-Menü öffnen Sie den in den Next Browser integrierten Nachrichten-Dienst "Next View". Er zeigt Ihnen aktuelle Nachrichten nach Themen sortiert direkt im Browser an. Angeboten werden bisher jedoch nur englischsprachige Medien, eigene Feeds lassen sich nicht zur Übersicht hinzufügen. Der praktische Nutzen von Next View hält sich daher – besonders außerhalb der USA – sehr in Grenzen.

Abbildung 7: Next View integriert Nachrichten-Ströme aus zahlreichen Quellen direkt in den Browser.
Abbildung 7: Next View integriert Nachrichten-Ströme aus zahlreichen Quellen direkt in den Browser.

Abbildung 8: Eigene Nachrichten-Feeds bleiben bei Next View aktuell jedoch noch außen vor.
Abbildung 8: Eigene Nachrichten-Feeds bleiben bei Next View aktuell jedoch noch außen vor.

Als sehr praktisch erweist sich die automatische Suche bei der Eingabe in die Browserzeile. Sie durchwühlt nicht nur den Seitenverlauf nach passenden Eingaben, sondern bietet anhand eine Google-Suche auch gleich stimmige URLs an. So müssen Sie nicht http://android-user.de vollständig eintippen, um auf die Seite der Android User zu gelangen, es reicht die ersten Buchstaben einzugeben.

Abbildung 9: Der Next Browser sucht bei der Eingabe automatisch passende Domains heraus.
Abbildung 9: Der Next Browser sucht bei der Eingabe automatisch passende Domains heraus.

Guter Browser für ältere Androiden

Der Next Browser ist eine interessante Option für User mit schwächeren Androiden, die am Standard-Browser ihres Handys wenig Gefallen finden, denen aber die anderen "großen" Alternativen wie Chrome, Opera oder Firefox auch wieder zu schwerfällig sind.

Next View und die bislang angebotenen Erweiterungen zeigen aufgrund des beschränkten Angebots noch nicht das volle Potential, sobald das Go-Launcher-Team jedoch auch den Fokus auf ein internationales Angebot legt, sollte man sich den Browser allerdings auf jeden Fall noch einmal näher ansehen.


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