Start Magazin Nur mit Root? Boot-Animationen, Übertakten, Backups

Nur mit Root? Boot-Animationen, Übertakten, Backups

Android basiert gewissermaßen auf Linux; und so kann man auch bei Android-Geräten die CPU übertakten, den Bildschirm kalibrieren oder die Bootanimation austauschen. Wir stellen die besten Root-Tipps vor.

Bootanimation auswechseln

Um den Start eines Gerätes zu verschönern, zeigen Computer und Handys während des Bootvorgangs Animationen – Bootanimationen – an. Jeder Hersteller gestaltet diese nach seinem Gusto. Kennen Sie sich ein wenig in Android aus, dann lassen sich diese Animationen auch personalisieren. Im Internet gibt es zahlreiche von Android-Usern erstellte Bootanimationen, die in der Regel alle kostenlos nutzbar sind. Eine gute Quelle für Bootanimationen, die zu Ihrem Handy passen, sind die Foren von Android-Hilfe.de [1] und XDA-Developers [2].

Bei den meisten Android-Geräten liegt die Bootanimation als bootanimation.zip in dem Verzeichnis /system/media. Bei einigen Geräten wie etwa dem Samsung Galaxy S4 müssen Sie jedoch erst einmal die ZIP-Datei CWM_CustomBootanimation_421_Enable.zip [3] per Recovery-Mode flashen, die erst Bootanimationen im ZIP-Format ermöglicht. Anschließend löschen Sie die Bootanimation in dem Verzeichnis und kopieren stattdessen Ihre heruntergeladene mittels eines Root-Explorers hinein.

Abbildung 1: Mit dem Boot Animation Changer peppen Sie die Bootanimation Ihres Handys auf.
Abbildung 1: Mit dem Boot Animation Changer peppen Sie die Bootanimation Ihres Handys auf.

Die Applikation Boot Animation Changer [4] vereinfacht und beschleunigt den Austausch der Bootanimation. Sie bietet eine Menge Varianten zum Herunterladen an und wechselt diese mit nur einem Klick aus. Wenn Sie ein Samsung-Smartphone besitzen, müssen Sie jedoch vorher ein Custom-ROM installieren, andernfalls funktioniert diese App nicht.

Displayfarben kalibrieren

Das Display ist wohl eines der wichtigsten Komponenten eines jeden Smartphones. Immerhin schauen wir ständig drauf. Es passiert aber nicht gerade selten, dass ein Smartphone mit blassen Farben und ohne Kontrast daherkommt. Dies ist zum Beispiel beim Sony Xperia Z der Fall. Da hilft es nur, die Farben des Displays zu kalibrieren. Ganz einfach ist das aber nicht.

Abbildung 2: Nexus 4 Display Control erlaubt es, die Farbdarstellung des Handydisplays zu ändern.
Abbildung 2: Nexus 4 Display Control erlaubt es, die Farbdarstellung des Handydisplays zu ändern.

Sie benötigen dafür einen Custom-Kernel, welcher das Verändern der Farben unterstützt. Meistens hat der jeweilige Kernel schon eine verbesserte Farbwiedergabe integriert. In seltenen Fällen gibt es auch noch eine Applikation, die das manuelle Anpassen der Farben erlaubt. Beim Nexus 4 wäre dies zum Beispiel Nexus 4 Display Control [5]. Eine universelle App für Android-Geräte haben wir bisher noch nicht entdecken können.

Prozessor über- und untertakten

Prozessoren zu übertakten ist die hohe Kunst des Hardware-Hackings. Natürlich geht dies nur, wenn auch die entsprechende Software bereitsteht. Für Android gibt es diverse Apps, mit denen sich die Frequenzen der CPU verändern lassen. Dies wird mit einem Stock-Kernel nicht funktionieren, weshalb Sie für Ihren Androiden einen Custom-Kernel oder ein Custom-ROM (mit entsprechendem Kernel) benötigen.

Falls Sie Ihr Smartphone übertakten wollen, achten Sie darauf, dass der Kernel dies auch unterstützt. Ein Gerät kann auch nur so hoch getaktet werden, wie es der Kernel erlaubt. Beispiel: Ein HTC One hat einen 1,7 GHz Prozessor. Sie wollen diesen übertakten und installieren einen Custom-Kernel. Dieser Custom-Kernel unterstützt eine Übertaktung bis 2,1 GHz, da der Entwickler dies für eine sichere Maximalfrequenz hält.

Es ist nämlich nicht ungefährlich, ein Handy zu übertakten. Dies kann zu einem Hardbrick (Totalschaden) führen. Da mit dem Rooten des Geräts die Garantie verloren geht, müsste man sich nach einem neuen Smartphone umsehen.

Abbildung 3: User-Profile erlauben es auch Anfängern, die CPU des Handys sicher zu übertakten.
Abbildung 3: User-Profile erlauben es auch Anfängern, die CPU des Handys sicher zu übertakten.
Abbildung 4: Profis erstellen für unterschiedliche Betriebszustände verschiedene CPU-Profile.
Abbildung 4: Profis erstellen für unterschiedliche Betriebszustände verschiedene CPU-Profile.

Es gibt zwei aktuelle Applikationen, die das Über- und Untertakten übernehmen. Mit CPU Tuner [6] können Sie nicht nur die Taktfrequenz verändern (mindestens und maximal), sondern auch Profile auswählen, die sich auf den Akkuverbrauch auswirken. Um Strom zu sparen, wird dann die CPU etwas weiter heruntergefahren, sobald das Display ausgeht.

Eine Berühmtheit im Android-Lager ist die App SetCPU for Root User [7]. Diese App macht das gleiche wie CPU Tuner, kostet allerdings 1,49 Euro. Im XDA-Thread [8] bietet der Entwickler jedoch eine etwas ältere Version auch kostenlos zum Reinschnuppern an.

Komplettes System-Backup

Ein Grund, wieso viele User Ihre Smartphones rooten, ist, dass man ein sogenanntes Nandroid-Backup erstellen kann. Mit einem entsprechenden Custom Recovery (ClockworkMod oder TWRP) lassen sich so Eins-zu-eins-Kopien erstellen. Ein Custom-Recovery ist auch generell die Voraussetzung für die Installation alternativer Firmwares (Custom-ROMs).

Abbildung 5: Mit dem ROM Manager sichern Apps Daten und ROM in einem Rutsch in den Speicher.
Abbildung 5: Mit dem ROM Manager sichern Apps Daten und ROM in einem Rutsch in den Speicher.

Ist Ihr Androide gerootet, laden Sie sich den ROM Manager [9] aus dem Play Store herunter und klicken auf Recovery Setup ganz oben. Abschließend wählen Sie noch das Custom Recovery aus. Der ROM Manager installiert dann das Recovery. Um das aktuelle ROM zu sichern, sprich ein Nandroid-Backup zu erstellen, wählen Sie Sicherung der aktuellen ROM aus. Daraufhin startet die App Ihr Smartphone in das Recovery-Menü und erstellt ein Backup. Falls Sie nun ein anderes ROM installieren und wieder zurück möchten, können Sie ganz einfach Ihre Sicherung wieder zurückspielen.

Apps und Daten sichern

Nicht nur ein ganzes System kann gesichert werden, sondern auch einzelne Applikationen. Titanium Backup [10] dürfte den meisten etwas sagen. Es ist ein Urgestein im Android-Sektor. Mit dieser Anwendung können Sie einzelne Apps komplett sichern – selbst System-Apps. Dies ist üblicherweise bei großen ROM-Updates oder beim Wechsel zu einem anderen ROM sehr nützlich, denn oft verliert man bei diesem Schritt alle App-Daten.

Abbildung 6: Vor der Installation eines neuen ROMs sichern Sie das Handy mit Titanium Backup.
Abbildung 6: Vor der Installation eines neuen ROMs sichern Sie das Handy mit Titanium Backup.

Um eine Stapelaktion durchzuführen, berühren Sie das Zeichen neben der Lupe (das Blatt Papier mit einem Haken). In der Kategorie Backup finden Sie verschiedene Aktionen zum Sichern. Bei einem ROM-Wechsel wäre es ratsam, nur die Stapelaktion Alle Benutzer-Anwendungen sichern auszuführen; Systemdaten bei einem neuen System wiederherzustellen, führt in der Regel zu vielen Fehlern. Wenn die neue Firmware installiert ist, spielen Sie Ihre Daten über Wiederherstellen und Alle Anwendungen + Daten wiederherstellen wieder zurück.

Werbung blockieren

Root-Rechte ermöglichen nicht nur „Basteleien“, sondern auch handfeste Verbesserungen der Usability des Handys. So können Sie etwa Werbeanzeigen in Apps und Webseiten unterdrücken. Der beste Adblocker ist AdAway [11]. Die App ist kostenlos, Open Source, hat ein ansprechendes Design und erledigt ihren Job äußerst zuverlässig.

Abbildung 7: AdAway unterdrückt durch eine modifizierte Host-Datei Anzeigen in Apps und Webseiten.
Abbildung 7: AdAway unterdrückt durch eine modifizierte Host-Datei Anzeigen in Apps und Webseiten.

Sobald Sie der App Root-Rechte erteilt haben, berühren Sie auf der Startseite Dateien herunterladen und den Werbeblocker aktivieren. Fast täglich werden diese Dateien aktualisiert. Von nun an haben Sie keine Werbung mehr im Browser oder in Applikationen. Selbstverständlich gibt es auch eine Black- und Whitelist.

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