Start Im Test Norton Antivirus & Sicherheit in Version 3.5

Norton Antivirus & Sicherheit in Version 3.5

Norton hat seiner Android-App „Norton Antivirus & Sicherheit“ ein Update verpasst. Die App beschützt den Nutzer nun auch beim Browsen mit Chrome und weist den Nutzer auf potentielle Gefahren von Apps hin. Wir haben uns die neue Norton-App genauer angeschaut.

Den Namen Norton bringen wohl die meisten Windows-Nutzer mit dem legendären Dateimanager "Norton Commander" in Verbindung. Die Firma gehört aber unlängst zu Symantec und hat sich auf Sicherheitslösungen für diverse Betriebssysteme spezialisiert. Bei Google Play ist Norton gleich mit einem Dutzend App vertreten, von denen wir für diesen Artikel die App Norton Antivirus & Sicherheit [1] getestet haben, die allgemein als Norton Mobile Security bekannt ist.

Wie die meisten Antiviren-Apps für Android zeigt auch Norton Mobile Security nach dem Start großflächige Icons zu den einzelnen Menüpunkten an. Laden Sie sich die gratis Lite-Version aus dem Google Play Store herunter, dann sind lediglich die Schaltflächen für Antimalware und Andere Norton-Apps aktiv. Wenn Sie sich auf der Norton-Webseite registrieren, können Sie zudem Teile des Diebstahlschutzes in Anspruch nehmen. Möchten Sie die Anrufblockierung, den Webschutz oder die Backup-Funktion bzw. den kompletten Diebstahlschutz nutzen, dann müssen Sie die Vollversion kaufen, die aktuell 25,40 Euro kostet.

Abbildung 1: Das Hauptmenü von Norton Mobile Security mit den fünf Menüpunkten und weiteren Norton Apps.
Abbildung 1: Das Hauptmenü von Norton Mobile Security mit den fünf Menüpunkten und weiteren Norton Apps.

Da wir die Anti-Diebstahl-Funktion als eine der wichtigsten Komponenten einer Antimalware-Lösung halten, haben wir zunächst diese Funktion ausprobiert. Leider mit zweifelhaftem Erfolg. Über das Webinterface ortete Norton den Standort unseres Testgeräts an einem Ort, an dem wir uns am Vortag befanden. Das Handy lag aber in unserem Büro gleich neben uns. Zum gleichen Resultat kam auch die Ortung via SMS-Befehl locate PIN-Code. Die Standortbestimmung via WLAN und Mobilfunknetz war aber aktiviert. Selbst nachdem wir auf dem Handy GPS eingeschaltet hatten, konnte Norton das Gerät nicht finden, immerhin zeigt unser Testgerät aber an, dass jemand versucht auf das GPS zuzugreifen, innerhalb eines größeren Gebäudes ist das jedoch ein ziemlich aussichtsloses Unterfangen. Erst nachdem wir das Handy aufs Fensterbrett gelegt hatten konnte die Norton-App das Galaxy Nexus tatsächlich orten. Die App verlässt sich also hier komplett auf das GPS. Bei deaktiviertem GPS erhalten Sie keinerlei Informationen zum Standort.

Abbildung 2: Ein gestohlenes oder verlorenes Handy lässt sich über einen SMS-Befehl oder via Webfrontend sperren.
Abbildung 2: Ein gestohlenes oder verlorenes Handy lässt sich über einen SMS-Befehl oder via Webfrontend sperren.

Nachdem uns die Ortung gelang, versuchten wir noch remote ein Foto zu erstellen, um den (simulierten) Dieb zu erwischen. Bei diese Funktion verwies Norton auf Datenschutzgesetze des entsprechenden Landes und weigerte sich ein Foto zu erstellen. Die Alarm-Funktion ist recht gut gelöst, da sie sich nach zehn Alarmtönen selbst beendet. Aber auch diese Funktion dürfte wohl eher beim Testen bzw. Auffinden zu Hause hilfreich sein als bei einem Diebstahl. Andere Hersteller bitten hier um die Eingabe eines PIN-Codes, damit man den Alarm ausschalten kann, was im Ernstfall wohl die bessere Lösung darstellt.

Norton verzichtet in der Grundeinstellung auf eine Sperrung des Handys beim SIM-Kartenwechsel oder eine Blockierung bei erfolglosen Entsperr-Versuchen. Entsprechende Einstellungen finden Sie aber beim Diebstahlschutz via Kontextmenü, sodass Sie Norton Mobile Security auch als Geräteadministrator einsetzen können. Sehr gut gefallen hat uns auch, dass man beim Sperren des Geräts eine Meldung online eingeben kann. Sollte sich zum Beispiel das gestohlene Handy in Spanien befinden, kann man also auch eine Nachricht auf Spanisch hinterlassen.

Abbildung 3: Dass die Schnappschuss-Funktion in Deutschland nicht funktioniert, erfahren Sie erst auf der Webseite.
Abbildung 3: Dass die Schnappschuss-Funktion in Deutschland nicht funktioniert, erfahren Sie erst auf der Webseite.

Die Basics

Zu den Kernfunktionen jeder Sicherheitsapp gehört der Schutz vor Malware. Hier scannt Norton Apps von Google Play nach der Installation und meldet sich dann kurz, ob die App sicher oder gefährlich war. In unseren Tests erkannte die App drei als gefährlich eingestufte Apps problemlos, auch Adware meldete Norton im Test zuverlässig. Fälschlicherweise als Malware erkannte Sicherheitsapps als harmlos zu markieren, ist allerdings nicht möglich. Über die Anrufblockierung können Sie Telefonate oder SMS blockieren lassen. Dabei blockt die App in der Grundeinstellung beides, Sie können aber für jeden Eintrag festlegen, ob Sie nur die Anrufe oder nur die SMS abweisen möchten. Neben der Auswahl aus dem Adressbuch zeigt die App auch den Verlauf zur Auswahl an, was in den meisten Fällen wohl die beste Lösung ist. Für diese Funktion gibt es von uns die maximale Punktzahl.

Abbildung 4: Norton Mobile Security erkennt auch Apps mit aggressiven Anzeigen zuverlässig als Schadsoftware.
Abbildung 4: Norton Mobile Security erkennt auch Apps mit aggressiven Anzeigen zuverlässig als Schadsoftware.

Wenig hilfreich ist hingegen das Backup-Feature. Es sichert lediglich die Kontakte. Da man diese auf einem Android-Handy üblicherweise bei Google speichert, bringt die Funktion keinen echten Mehrwert. Sinnvoll wäre hier ein erweitertes Backup mit SMS, Anrufprotokoll und anderen persönlichen Daten, die üblicherweise nicht in der Cloud gespeichert sind. Falls Sie die Funktion nutzen, sollten Sie das geplante Backup einschalten, damit die Kontakte regelmäßig gesichert werden.

Blockierte Seiten

Neu in der aktuellen Version 3.5.0.1023 ist der Webschutz für Chrome und Chrome Beta. Bis jetzt hatte Norton nur den Standard-Browser von Android im Programm. Die Funktion soll Sie in erster Linie vor Phishing-Seiten schützen. Welche Inhalte genau von Norton gefiltert werden, erklärt die App nicht. Falsch erkannte Phishing-Seiten lassen sich für maximal 30 Minuten freischalten. Leider lassen sich keine zusätzlichen Seiten manuell hinzufügen. Andere Anbieter lösen diese Aufgabe besser, indem man nach Kategorien filtern oder zusätzliche URLs in die Blacklist aufnehmen kann.

Das zweite neue Feature finden Sie unter Antimalware | Andere Risiken. Hier listet Norton Apps auf, die nicht als Malware im eigentlichen Sinne eingestuft werden, sondern durch zu viele Berechtigungen oder aggressive Anzeigen die Privatsphäre des Benutzers bedrohen. Die gefundenen Apps lassen sich direkt aus Norton aus deinstallieren oder auf eine Whitelist setzen.

Abbildung 5: Der Webschutz bietet keinerlei Einstellungsmöglichkeiten für einzelne Webseiten oder Themenbereiche.
Abbildung 5: Der Webschutz bietet keinerlei Einstellungsmöglichkeiten für einzelne Webseiten oder Themenbereiche.

Fazit

Mit dem Scan nach Greyware und unter Datenschutz-Aspekten kritischen Apps macht Norton einen Schritt in die richtige Richtung, auch den Surfschutz für Chrome (Beta) und den sehr moderaten Akkuverbrauch begrüßen wir. Die Anti-Diebstahl-Funktion hinterlässt ein gemischtes Gefühl: Norton zeigte mangels GPS-Signal meistens eine beliebige Position des Vortages oder eines noch älteren Zeitpunkts an. Das hilft natürlich reichlich wenig, um ein gestohlenes Handy schnell wieder zu finden. Auch dass die Remote-Kamera-Funktion in Deutschland deaktiviert ist, finden wir ärgerlich. Sehr gut gelöst hat Norton die Usability: während Sie bei anderen Apps vor dem Problem stehen, bei einem Wechsel der SIM-Karte das nötige Passwort zum Entsperren nicht mehr zu finden oder sich nicht mehr anmelden zu können, verzichtet Norton in der Grundeinstellung auf solche Features. Die Nutzer danken es mit zahlreichen 5-Stern-Bewertungen bei Google Play.


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