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Nexus 7 und Galaxy Tab 3 im Vergleich

Das günstigste Nexus 7 kostet gerade mal 229 Euro. Lohnt sich da überhaupt noch ein Blick auf andere, teurere Tablets? Wir haben das Nexus 7 mit dem Galaxy Tab 3 verglichen, und geben Ihnen ein paar Antworten.

Das neue Nexus 7 macht einen kompakten und edlen Eindruck. Die ganze Front ist aus Glas, es sind keine Hardwaretasten zu sehen. Der Rand oben und unten ist recht groß, der an den Seiten hingegen im Vergleich zum Vorgängermodell verkleinert, wodurch das Gerät wie eine lange, überdimensionale Tafel Schokolade wirkt. Ganz anders das Galaxy Tab 3: Es besitzt das typische Galaxy Design mit den abgerundeten Ecken um dem schmalen Home-Button unterhalb des Displays. Wenn man es fotografiert und dann anschaut, sieht man auf dem ersten Blick nicht, ob es ein Galaxy S4, ein Galaxy Note oder ein Galaxy Tab ist. Zwei Tablets also, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Doch welches wählen?

Der zweite Eindruck

Beide Tablets liegen gut in der Hand. Das Nexus 7 ist leichter als das Galaxy Tab, wirkt aufgrund der Kompaktheit schwerer als das größere Galaxy Tab. Beim neuen Nexus hat sich Asus von der weichen Gummirückseite verabschiedet. Die Rückseite ist nun mit einer harten Gummierung versehen, die gerade noch so rutschfest ist. Das Galaxy Tab besitzt die übliche Klavierlackoptik der Reihe. Das fasst sich zwar gut an, Fingerabdrücke sind aber sehr schnell hinterlassen und das Tablet wirkt auch etwas rutschiger. Weiß ist in dieser Hinsicht klar von Vorteil.

Die Tasten des Galaxy Tab sind sehr angenehm: Sie haben einen guten Druckpunkt und sind trotzdem leise. Das Nexus 7 lässt sich mit seinen leicht nach hinten verschobenen Tasten nicht so bequem bedienen: Ständig muss man die Tasten erfühlen. In der Praxis ist der Home-Button klar von Vorteil: Das Galaxy Tab aktiviert man ganz fix mit dem Home-Button, wenn das Tablet auf dem Tisch liegt. Das Nexus 7 muss man hingegen in die Hand nehmen um den Ein/Aus-Schalter zu betätigen. Ein klarer Pluspunkt für das Galaxy Tab.

Nervig sind hingegen die beiden Soft-Tasten des Galaxy Tab, links und rechts neben dem Home-Button. Benutzt man das Tablet zur Abwechslung im Widescreen-Modus, kommt man ständig unabsichtlich an die Tasten heran und beendet mit der Zurück-Taste die Anwendung. Spätestens dann wird klar, warum Google bei Android Tablets konsequent auf Software-Button setzt, auch wenn diese ein wenig von der Auflösung abzwacken.

Display

Das Display des Nexus 7 fegt das des Galaxy Tab 8.0 mit Leichtigkeit vom Tisch. Die Auflösung ist mit 1.920 x 1.200 höher, die sind Farben satter, auch in puncto Helligkeit und Kontrast schneidet das Google-Tablet deutlich besser ab. Das Galaxy Tab wirkt zudem bei hoher Helligkeit grell und verliert an Kontrast, während das Nexus 7 bei hoher Helligkeit aussieht wie ein Bilderrahmen mit echtem Foto. Dieser Punkt geht klar an das Nexus 7.

Eine andere Sache ist jedoch der Formfaktor: Das Nexus 7 ist deutlich schlanker als das Galaxy Tab 3, daher wirken manche Webseiten trotz der hohen Auflösung etwas gestaucht. Das Galaxy Tab 3 hingegen ist in der 8 Zoll Variante etwas größer als das Nexus 7, daher sind die Webseiten im Hochformat etwas besser dargestellt. Je nach persönlicher Präferenz (mehr Browsen, mehr Filme anschauen), ist also das Nexus 7 besser oder das Galaxy Tab 3.

Abbildung 1: Das Galaxy Tab zeigt mehr von der Webseite, allerdings sind die Schriften zu klein für das normale Auge.
Abbildung 1: Das Galaxy Tab zeigt mehr von der Webseite, allerdings sind die Schriften zu klein für das normale Auge.

Abbildung 2: Trotz deutlich höherer Auflösung zeigt das Nexus 7 nicht mehr Content an, sondern größere Schriften. Auch die Buttons auf dem Display brauchen Platz.
Abbildung 2: Trotz deutlich höherer Auflösung zeigt das Nexus 7 nicht mehr Content an, sondern größere Schriften. Auch die Buttons auf dem Display brauchen Platz.

Performance

Auch in Sachen Performance schlägt das Nexus 7 das Galaxy Tab um Längen. Hier ruckelt nichts, das Scrollen durch die Homescreens ist butterweich, das Aufrufen der Apps geht innerhalb von Millisekunden. In den Spielen gibt es ebenfalls keine Performanceeinbrüche, egal welches Spiel wir getestet haben, sei es Galaxy on Fire HD 2, Puddle oder Asphalt 8. Das Galaxy Tab 3 hingegen kommt schon manchmal bei der schnellen Navigation durch das Android OS ins Stottern. Leider konnten wir beim Galaxy Tab hin und wieder Performance-Einbrüche erleben, die die Grenze zum Akzeptablen überschritten haben. Beim Aufrufen der Tastatur zum Beispiel war es gelegentlich unmöglich, ein paar Buchstaben zu tippen, weil die Tastatur einfach nicht reagieren wollte. Lässt sich nur hoffen, dass Samsung noch ein paar Updates in der Pipeline hat. Auch dieser Punkt geht klar an das Nexus 7.

Batterielaufzeit

Bei der Akkulaufzeit schenken sich die beiden Tabs nichts. Das Nexus 7 kommt auf gut 9 Stunden, auch wenn die ersten paar Ladezyklen eine deutlich kürzere Laufzeit vermitteln. Der Akku muss sich erst einmal einspielen. Das Galaxy Tab liegt mit rund 8 Stunden ebenfalls in einem guten Bereich, wobei die Summe der aktivierten Funktionen (Ihre App-Nutzung) einen entscheidenden Einfluss auf die Batterielaufzeit haben kann.

Software

In dieser Hinsicht könnte der Unterschied nicht größer sein: Das Nexus 7 läuft mit Android 4.3 in der originalen Version von Google (siehe auch unseren Artikel zu den Nexus-Vorteilen). Das Galaxy Tab 3 hingegen kommt mit Samsungs Touchwiz daher, das dem Gerät nicht nur einen neuen Look verpasst, sondern es auch um viele Funktionen bereichert. Smart-Stay soll dafür sorgen, dass das Gerät erkennt, wenn man den Blick abwendet und schaltet erst dann den Bildschirm ab. Leider funktionierte das im Test nicht. Toll hingegen ist die Möglichkeit, zwei Fenster nebeneinander zu positionieren. Das klappte nach etwas Eingewöhnungszeit sehr gut.

Abbildung 3: Die Möglichkeit, zwei Fenster nebeneinander zu platzieren ist sehr praktisch.
Abbildung 3: Die Möglichkeit, zwei Fenster nebeneinander zu platzieren ist sehr praktisch.

Beim Nexus hingegen herrscht eher Optionsarmut. Wer also einige Funktionen oder Anpassungsmöglichkeiten vermisst, der muss mit Apps aus dem Google Play Store nachhelfen. Dafür besitzt das Nexus 7 aber bereits Android 4.3, was mit einigen Tweaks unter der Haube glänzt wie etwa Bluetooth Smart Support (Low-Energy-Bluetooth), OpenGL ES 3.0 für verbesserte Grafikperformance und eingeschränkten Benutzerprofilen. Insofern geht auch diese Runde unentschieden aus, mit einem leichten Vorteil für das Nexus 7, da man die meisten Software-Features über Apps nachrüsten kann, wenn man das will.

Abbildung 4: Dank Android 4.3 können Sie beim Nexus 7 Profile für verschiedene Nutzer anlegen.
Abbildung 4: Dank Android 4.3 können Sie beim Nexus 7 Profile für verschiedene Nutzer anlegen.

Fazit

Sind Sie ein Purist und legen Wert auf ein fantastisches Display, eine hohe Performance, zügige Updates und ein unaufdringliches Design? Oder schauen Sie einfach gerne Videos auf dem Tablet? Dann holen Sie sich unbedingt das Nexus 7. Möchten Sie ein möglichst vielfältiges Tablet und ist es Ihnen egal, welche Software darauf installiert ist und ob das Tablet jemals ein Software-Update bekommen wird, dann ist auch das Galaxy Tab 8.0 zum Preis von rund 300 Euro eine gute, aber zweite Wahl.

Direktvergleich

  Nexus 7 Galaxy Tab 8.0
Auflösung 1.920 x 1.200 (323 ppi) 1.280 x 800 (189 ppi)
RAM 2 GB 1,5 GB
Prozessor Snapdragon S4 Quad-Core 1,5 Ghz Exynos 4212 Dual-Core 1,5 Ghz
Gewicht 290 g (WiFi), 299 g (LTE) 314 g
Abmessungen 114 x 200 x 8,65 mm 124 x 210 x 7,4 mm
Preis (16 GByte) 229 Euro 310 Euro

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