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Neues aus der Tegra-Zone

Mit dem Nexus 7 gehört nun ein Tegra-3-Gerät zu den meist begehrten Android-Gadgets. Grund genug für uns, ein paar neue Spiele für den Vierpluseins-Prozessoren vorzustellen

Granny Smith


Der Granny Smith ist ein recht saurer Apfel, den die ältere Generation wohl am ehesten noch vom Plattenlabel der Beatles her kennt, die jüngere höchstens noch von Omas Apfelkuchen. Um diesen Apfel geht es auch im neuen Mediocre-Game, das es für 1,05 Euro für Tegra- und Nicht-Tegra-Geräte bei Google Play gibt [1]. Sie schlüpfen in die Rolle einer etwas älteren Dame, die sich auf der Verfolgung eines Apfeldiebes befindet und pro Level drei Äpfel einsammeln muss, bevor der Dieb sie klaut.

Was auf den ersten Blick recht einfach wirkt, entpuppt sich schon bald als grafischer, spielerischer und akustischer Leckerbissen. So überzeugt Granny Smith durch ein simples Spielprinzip mit drei Möglichkeiten: Springen, hangeln und werfen. Aus der Kombination dieser drei ergibt sich ein klasse Spiel, das über sehr viele Level für ein sehr langes Spielvergnügen sorgt. Dabei nimmt der Schwierigkeitsgrad zwar kontinuierlich zu, aber es gibt auch immer wieder mal einfachere Level zur Entspannung. Ebenfalls zur Entspannung trägt der leicht jazzige Soundtrack bei.

Abbildung 1: Das Hauptmenü von Granny Smith mit der Level-Auswahl. Die Zahl der Äpfel zeigt, wie gut Sie das Level gemeistert haben.
Abbildung 1: Das Hauptmenü von Granny Smith mit der Level-Auswahl. Die Zahl der Äpfel zeigt, wie gut Sie das Level gemeistert haben.

Die ersten 12 Level absolvieren Granny und der Apfeldieb in einem Garten mit allerlei Hindernissen und Bergen. Hier gilt es, den Stock und die Springkraft geschickt zu kombinieren. Haben Sie diese 13 Level gemeistert, dann verschiebt sich das Geschehen in eine Stadt und Sie dürfen zudem einen neuen Hauptcharakter freischalten: den Hund Scruffy.

Abbildung 2: Nach den ersten 13 Leveln gibt es den Hund Scruffy als Bonusprämie.
Abbildung 2: Nach den ersten 13 Leveln gibt es den Hund Scruffy als Bonusprämie.

Neben den drei Äpfel pro Level müssen Sie auch möglichst viel Geld einsammeln. Und das ist gar nicht so einfach, denn bei einem Sturz purzeln die mühsam ergatterten Münzen wieder davon und die ganze Arbeit war umsonst. Um einen wirklich guten Highscore zu erreichen, muss man somit nicht nur alle Äpfel ergattern, sondern auch möglichst viel Gold. Dann gibt es einen Orden.

Abbildung 3: Einen Orden gibt es nur für Level, die man besonders gut absolviert hat.
Abbildung 3: Einen Orden gibt es nur für Level, die man besonders gut absolviert hat.

Nette Zusatzfeatures

Sie möchten wissen, wo Sie welchen Fehler begangen haben? Auch dabei hilft Ihnen Granny Smith mit dem herrlich gestalteten Playback jedes Durchgang in einem historisch anmutenden Sepia-Filter und mit sehr coolen Slow-Motion-Aufnahmen von den actionreichsten Szenen. Diese Videos können Sie über den Leveldialog auch später noch einmal anschauen und Freunden zeigen. Schade, dass es keine Sharing-Funktion gibt, um die Videos auch übers Netz zu teilen.

Bei Granny Smith können Sie sich kaum Fehler leisten. Fällt man im falschen Moment zu Boden, dann ist das Level gescheitert und Sie müssen noch einmal von Vorne anfangen. Falls Sie dafür nicht die nötige Geduld aufbringen, dann bietet das Spiel als Power Ups einen Sturzhelm, Bananenschalen und Tennisbälle an. Damit schützen Sie sich selbst oder erteilen dem Apfeldieb eine Lektion. Die Power Ups lassen sich eigentlich problemlos über das Geld bezahlen, das Sie sich durch spielen erwirtschaften. Alternativ können Sie auch für 1,05 Euro 1000 Goldmünzen kaufen.

Abbildung 4: Nach dem Spiel: Lassen Sie sich das Gameplay noch einmal in Slow Motion vorführen.
Abbildung 4: Nach dem Spiel: Lassen Sie sich das Gameplay noch einmal in Slow Motion vorführen.

Granny Smith ist die 1,05 Euro mehr als wert und läuft zudem auch auf älteren Geräten und ohne Tegra-Prozessor flüssig. Wir können das Spiel uneingeschränkt empfehlen.

★★★★★

[1,05 Euro|englisch|1.0.0|20 MByte]

Horn


Der Kontrast könnte größer nicht sein. Bei diesem Adventure das in einer Zusammenarbeit des Top-Entwicklers Zynga und Phosphor Games (Dark Meadow) entstand, machen Sie sich auf die Suche nach Ihrer Vergangenheit und müssen diverse Rätsel lösen und Kämpfe bestehen. Das Besondere an Horn sind das Gameplay und natürlich die sehr detailverliebte und auf der Unreal-Engine basierende Grafik. Ähnlichkeiten mit Dark Meadow sind vor allem bei den Gräsern und beim Efeu an den Felswänden nicht zu übersehen.

Die Story von Horn ist recht schnell erklärt und trägt viel zum Spiel bei: Horn, der Lehrling eines Schmids aus dem Dorf Cuthbert wacht eines Tages in der Ruine eines Turmes auf und kann sich an fast nichts mehr erinnern. Er macht sich auf die Suche nach seinem Dorf und den Bekannten und trifft dabei auf allerlei seltsame Kreaturen (eine Art Steampunk-Roboter). Die meisten davon muss er im Kampf besiegen, um sie von ihrem Fluch zu befreien. Die Kreaturen entpuppen sich dann meistens als ehemalige Dorfbewohner. Dabei kommt es gewollt oder ungewollt auch zu komischen Szenen, die für etwas Aufheiterung sorgen. Sonst dominieren in Horn eher die düsteren spannenden Szenen, es gibt aber auch immer wieder kurze Comic-artige Videosequenzen und genug Zeit, die sehr schöne Umgebung zu betrachten.

Abbildung 5: Die Geschichte von Horn wird von Comics begleitet.
Abbildung 5: Die Geschichte von Horn wird von Comics begleitet.

Abbildung 6: Mängel bei der deutschen Übersetzung zeigen sich leider an vielen Stellen.
Abbildung 6: Mängel bei der deutschen Übersetzung zeigen sich leider an vielen Stellen.

Mit einem Preis von 6,40 Euro ist Horn nicht gerade günstig, aber dafür verzichtet das Spiel auf In-App-Käufe. Wir vermuten, dass Zynga das Spiel aber auch als Freemium-Version anbieten wird und später auch für nicht Tegra-Geräte. Zumindest lässt die Endung "Phosphor.Horn.Paid" darauf schließen, dass es auch eine Version ohne den Zusatz "paid" geben könnte.

Leider ist die deutsche Übersetzung des Spiels nicht besonders gut gelungen. Lassen Sie sich davon aber nicht die gute Laune verderben, das Gameplay ist wirklich erste Sahne und die 1,8 GByte an Grafikdaten können sich auch sehen lassen.

Sport und Spiel

Auf den ersten Blick ist Horn ein gewöhnliches Adventure. Sie gehen herum und schauen sich allerlei Gegenstände an. Einige davon lassen sich einsammeln, andere wiederum enthalten Informationsfetzen. Das neue und geniale am Spiel sind jedoch die Bewegungsabläufe. So können Sie sich nicht nur umschauen und vorwärts bewegen, sondern müssen ab und zu auch springen, seitwärts gehen oder klettern. Wie das funktioniert, lernen Sie gleich zu Beginn quasi nebenbei. So wird das Spiel nie langweilig und Sie müssen nicht nur ihren Kopf einschalten, um Rätsel zu lösen sondern auch flink mit den Fingern sein.

Abbildung 7: Horn wacht in einem Turm auf und kann sich an nichts erinnern.
Abbildung 7: Horn wacht in einem Turm auf und kann sich an nichts erinnern.

Abbildung 8: Noch hat unser Held seinen ersten Kampf vor sich.
Abbildung 8: Noch hat unser Held seinen ersten Kampf vor sich.

Doch im späteren Spielverlauf macht sich dann doch eine Art rundenbasiertes Spielprinzip mit Boss-Kämpfen am Ende sichtbar. Zudem werden Sie in der Schmiede von Cuthbert in den Shop eingeweiht und in das Geheimnis, wie Sie bessere Waffen schmieden. Spätestens ab hier kommen also auch In-App-Käufe dazu, wir sahen uns aber im Testzeitraum nicht dazu gezwungen, für Horn Geld auszugeben.

Abbildung 9: An diesen Ort müssen Sie im Laufe des Spiels noch des Öfteren zurückkehren.
Abbildung 9: An diesen Ort müssen Sie im Laufe des Spiels noch des Öfteren zurückkehren.

Horn macht Spaß und ist erfrischend anders. Auch wenn die Landschaften mal etwas weniger düster sein könnten, mangelt es dem Spiel nicht an hellen Momenten und witzigen Szenarien. Das Spiel ist zudem trotz der recht beängstigenden Kreaturen nicht wirklich gewalttätig, sodass wir es auch als Familienspiel für Kinder ab 10 empfehlen können. Spätestens wenn Sie erfahren haben, warum das Spiel Horn heißt, wird es auch Sie in seinen Bann ziehen.

★★★★

[6,39 Euro|deutsch|0.9.4|1,8 GByte]

Beach Buggy Blitz

In diesem Free-to-Play-Spiel rasen Sie mit Ihrem Buggy auf einer Insel herum und sammeln dabei Geldstücke ein. Oben links sehen Sie einen Timer, der nicht auf Null sein darf, bevor Sie den nächsten Checkpoint erreicht haben. Das ist leider gar nicht so einfach, denn die Strecken sind teilweise recht kurvenreich und der Buggy kommt bei größeren Hindernissen gerne mal ins Schliddern. Zum Glück gibt es PowerUps wie Nitro oder Schutzschilder, für die Sie aber tief in die Taschen greifen müssen. Das virtuelle Spielgeld ist im Unterschied zu Granny Smith etwas Mangelware, umso größer somit die Versuchung, sich für ein paar echte Eurocent im Play Store Spielgeld zu kaufen.

Abbildung 10: Das Spiel ist recht schnell erklärt: möglichst schnell fahren und möglichst viel Geld einsammeln.
Abbildung 10: Das Spiel ist recht schnell erklärt: möglichst schnell fahren und möglichst viel Geld einsammeln.

Abbildung 11: Für 500 Goldmünzen starten Sie 1km weiter vorne als die Konkurrenz. Das gilt aber nur ein einziges Mal.
Abbildung 11: Für 500 Goldmünzen starten Sie 1km weiter vorne als die Konkurrenz. Das gilt aber nur ein einziges Mal.

Beach Buggy ist hübsch gemacht und stammt von Vector Unit, den Entwicklern, die auch hinter dem Schnellboot-Rennen Riptide GP stehen. So erstaunt es denn nicht, wenn einige der Special-Features für Tegra 3, wie etwa die spritzenden Wassertropfen von Riptide GP her bekannt sind. Neben der aktuellen Tegra-Version soll später auch eine Variante für sämtliche Android-Smartphones folgen.

Abbildung 12: In der Grundeinstellung zeigt Beach Buggy nicht das bestmögliche Detaillevel an. Auf Tegra-3-Geräten können Sie den Regler getrost ganz nach rechts schieben.
Abbildung 12: In der Grundeinstellung zeigt Beach Buggy nicht das bestmögliche Detaillevel an. Auf Tegra-3-Geräten können Sie den Regler getrost ganz nach rechts schieben.

Abbildung 13: Auch für Verschönerungen an Ihrem Buggy werden Sie zur Kasse gebeten.
Abbildung 13: Auch für Verschönerungen an Ihrem Buggy werden Sie zur Kasse gebeten.

Auch wenn Beach Buggy zu Beginn reichlich Spaß macht, wird das Rennen gegen die Uhr auf Dauer doch etwas eintönig, sodass im Prinzip nur der Gang zu Google Play übrigbleibt, um den eigenen Flitzer etwas schöner zu gestalten und zu tunen. So fehlen dem Spiel alternative Rennstrecken oder eine Art Level-System. Immerhin hält Buggy Blitz auch nach längerem Spielen immer wieder mal einen Streckenabschnitt bereit, den man noch nicht durchfahren hat. Das motiviert auch ohne Spielgeld.

Abbildung 14: Ein neuer Wagen kostet 500 Goldmünzen. Dafür müssen Sie schon ein paar Runden zurücklegen.
Abbildung 14: Ein neuer Wagen kostet 500 Goldmünzen. Dafür müssen Sie schon ein paar Runden zurücklegen.

Beach Buggy Blitz ist in erster Linie ein Spiel für Kinder und für Leute mit Vorlieben für Hawaii-Szenarien und coole Autos. Uns fehlte in den Tests die Langzeitmotivation, für ein Freemium-Game ist Beach Buggy Blitz aber sehr gut gelungen.

★★★★★

[gratis|englisch|0.9.4|45 MByte]


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