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Neue Roaming-Preise für Daten und Telefonie

© Moyan Brenn, Lizenz: CC-BY

Ist Ihr Urlaub schon gebucht? Geht es ins EU-Ausland oder ganz weit weg? Wer in Europa bleibt, kann auf günstigere Roaming-Tarife freuen. Damit der Surf-Spaß im Urlaub aber auf keinen Fall zu teuer wird, geben wir einen ein paar Tipps mit auf den Weg.

Der große Jahresurlaub steht vor der Tür und bei den meisten Android-Usern wird das Handy mit im Gepäck nicht fehlen. Passen Sie aber auf! Nach wie vor sind Gespräche und erst recht Datenverbindungen mit einer deutschen SIM-Karte im Ausland ein richtig teures Vergnügen. Bleiben Sie im Urlaub jedoch innerhalb der Grenzen Europas können Sie sich freuen, die Preise sinken aufgrund einer Verordnung des EU-Ministerrat auch dieses Jahr wieder.

Einheitliche Roaming-Gebühren

Während wir im Inland durch Flatrates für Gespräche und Daten sorglos jederzeit das Internet über Smartphone und Tablet nutzen können, muss im Urlaub aufgepasst werden. Seit August 2007 gelten zwar für alle Mobilfunkanbieter Europas einheitliche Obergrenzen, doch diese liegen deutlich über den Preisen, die wir vom heimischen Mobilfunkmarkt gewöhnt sind.

Außerhalb der EU

Geht Ihre Reise über die Grenzen der EU hinaus, sollten Sie sich im Vorfeld bei Ihrem Anbieter über die fälligen Gebühren für Telefonate und Datenverbindungen informieren und – wenn Sie kein spezielles Datenpaket dazubuchen – die Einstellungen für Daten-Roaming doppelt und dreifach kontrollieren. Nur in Europa können Sie sich auf die vorgeschriebene Kostenbremse verlassen, außerhalb der EU drohen schnell über zwölf Euro/MByte – Ohne Kostenschutz!

Beginnend zum 01.07.2013 gelten aber neue Roaming-Preise im europäischen Ausland. Besonders deutlich wirken sich die diesjährigen Änderungen beim Daten-Roaming aus. Die Kosten dafür sinken von 70 auf 45 Cent/MByte. Die Abrechnung der Datennutzung der Datenleitung erfolgt dabei auf den KByte genau.

Doch mobiles Internet im Ausland bleibt teuer, wer sein Handy im EU-Ausland so nutzen würde wie Zuhause (ausgehend von einem kleinen Volumen-Paket mit 300 MByte) müsste so in einem Monat theoretisch mit bis zu 135 Euro an Kosten rechnen. Zum Glück bieten aber die meisten Mobilfunkanbieter extra Auslands-Datenpakete an, mit denen Sie kräftig sparen können.

Roaming Gebühren in der EU

  Seit 2012  Ab Juli 2013  Ab Juli 2014
Abgehende Telefonate (Cent/Minute)  29  24  19
Eingehende Telefonate (Cent/Minute)  8  7  5
SMS innerhalb der EU (Cent/SMS)  9  8  6
Datennutzung (Cent/MByte)  70  45  20
Alle Preise zzgl. der jeweiligen Mehrwertsteuer Ihres Urlaubslandes.

Damit die Kosten nicht explodieren hat die EU eine Warnung vorgeschrieben, sobald Sie zu 80% an eine Kostenobergrenze von 50 Euro im Monat herankommen. Überschreiten Sie diesen Betrag, wird die Internetverbindung nach Erreichen der Kostenobergrenze unterbrochen – es sei denn Sie buchen weiteren Datentraffic hinzu. Die Notrufnummer 112 können Sie übrigens in jedem EU-Land kostenlos anrufen – Sie brauchen nicht einmal eine SIM-Karte dafür.

Auf Daten-Roaming überprüfen

Damit Sie keine böse Überraschung erleben, überprüfen Sie bitte vor Antritt Ihrer Auslandsreise, ob Daten-Roaming auch wirklich deaktiviert ist. Die entsprechende Option finden Sie in den Einstellungen unter Drahtlos & Netzwerke | Mehr? | Mobilfunknetze. Nur wenn der Haken bei Daten-Roaming gesetzt ist, aktiviert das Handy in einem fremden Netz seine Datenverbindung. Zur Sicherheit können Sie aber auch gleich über den Schalter Daten aktiviert die Datenleitung komplett kappen.

Abbildung 1: Daten-Roaming sollte im Ausland nur dann aktiv sein, wenn Sie Internet dringend brauchen.
Abbildung 1: Daten-Roaming sollte im Ausland nur dann aktiv sein, wenn Sie Internet dringend brauchen.

Sollten Sie dennoch auch im Ausland nicht auf mobiles Internet verzichten möchten – mit dem Handy und entsprechenden Apps findet man sich in einer fremden Stadt einfach viel besser zurecht – dann bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als das Daten-Roaming zu aktivieren. Ihre Kosten können Sie effektiv nur durch spezielle Auslands-Packs Ihres Mobilfunkanbieters reduzieren, oder Sie organisieren sich eine Prepaid-SIM-Karte Ihres Urlaubslandes, das wäre meist die günstigste Option.

Synchronisierung deaktivieren

In jedem Fall sollten Sie darauf achten, dass Ihr Androide so wenig Daten wie möglich ins Internet schickt, schließlich ist der Roaming-Traffic besonders teuer. Problematisch ist hier die permanente Synchronisation Ihrer Online-Konten. Zuhause ist die durchaus gewollt, schließlich möchten Sie umgehend über neue E-Mails oder Facebook-Nachrichten informiert werden, doch im Urlaub kann man darauf durchaus verzichten.

Abbildung 2: Deaktivieren Sie das Datenversand von Apps, die im Hintergrund arbeiten.
Abbildung 2: Deaktivieren Sie das Datenversand von Apps, die im Hintergrund arbeiten.

Das Synchronisieren lässt sich sehr bequem über die Einstellungen unter Datenverbrauch einschränken. Ist der Haken bei Hintergrunddaten beschränken gesetzt, wird der Stand von Apps wie Gmail oder Google+ nur dann aktualisiert, wenn Sie diese auch öffnen. Das Deaktivieren der Option Daten automatisch synchronisieren dient dazu auch noch anderen Apps wie Facebook, Twitter und Co. mit Einträgen in der Kontenverwaltung Einhalt zu gebieten.

Abbildung 3: Auf älteren Androiden schalten Sie über das Energiesteuerung-Widget die Synchronisation ab.
Abbildung 3: Auf älteren Androiden schalten Sie über das Energiesteuerung-Widget die Synchronisation ab.

Diese Funktionen hat Google jedoch erst mit Android 4.0 eingeführt. Bei älteren Android-Geräten haben Sie daher nicht die Möglichkeit, so einfach den Verbrauch Ihres Datenvolumens durch im Hintergrund laufende Apps einzuschränken. Auf solchen Geräten können Sie mit dem Widget "Energiesteuerung" sehr schnell die Synchronisierung unterbrechen. Das Icon mit den zum Kreis gebogenen Pfeilen sorgt dafür. Allerdings betrifft dies nicht zwingend alle installierten Apps, wenn der Entwickler es so will, dann arbeiten diese dennoch im Hintergrund weiter.

Gefahr bei Tethering

Sollten Sie nicht alleine unterwegs sein, sondern mit Partner oder Freunden und per Tethering (via Einstellungen | Drahtlos & Netzwerke | Mehr? | Tethering & mobiler Hotspot) die Datenleitung eines Geräts mit denen Ihrer Reisegruppe teilen wollen, so sollten Sie beachten dass die per Tethering angebundenen Geräte eben im WLAN-Modus arbeiten – und dementsprechend gnadenlos die Datenleitung in Anspruch nehmen.

Abbildung 4: Achtung bei WLAN-Tethering! Angebundene Geräten denken Sie wären per WLAN im Internet.
Abbildung 4: Achtung bei WLAN-Tethering! Angebundene Geräten denken Sie wären per WLAN im Internet.

Wer etwa über das WLAN automatisch geschossene Bilder zu Dropbox oder Google+ hochlädt oder Google Currents und YouTube Offline-Daten ziehen lässt, macht dies auch automatisch über die via Tethering zustande gekommene Datenverbindung. Im Gegensatz zur Verbindung über WLAN fällt in diesem Fall das Datenvolumen jedoch durchaus ins Gewicht. Überprüfungen Sie daher die Einstellungen einschlägiger Apps (auch Facebook lädt auf Wunsch gleich Ihre Bilder ins Netz!).

Ab 2015 keine Roaming-Gebühren?

In gar nicht so ferner Zukunft könnten die Mobilfunk-Grenzen und damit teure Roaming-Gebühren innerhalb Europas gänzlich fallen. Die EU-Kommission will Roaming-Gebühren bis zum Jahr 2015 komplett abschaffen. Das teilte das Brüsseler EU-Organ in einer Stellungnahme zum letzten Roaming-Urteil des Europäischen Gerichtshof (EuGH) mit.

"Da sich die Kosten für Roaming-Gespräche nicht signifikant von denen unterscheiden dürften, die für inländische Gespräche anfallen, gibt es keine Rechtfertigung, Kunden deutlich höhere Preise für Roaming-Services in Rechnung zu stellen", so die EU-Kommission.

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