Start Magazin Mit diesen Tools rooten Sie über 8000 Android-Geräte

Mit diesen Tools rooten Sie über 8000 Android-Geräte

Setzt man das IceFox auf die Werkseinstellungen zurück, ist es bereits gerootet und der Root Meister vorinstalliert.

Manchmal ist es beim Rooten das Schwierigste, die passende Anleitung oder wenigstens die passende Software zu finden. Dieser Artikel bietet einen Überblick über aktuell funktionierende Tools und zeigt, für welche Geräte Sie am schnellsten fündig werden.

Für die am weitesten verbreiteten Android-Geräte gibt es massenweise Root-Anleitungen im Internet. Doch was tun, wenn sich für das eigene Handy keine Anleitung und kein Tool finden lässt. Android User listet hier einige generische Root-Tools auf und zeigt, welchen sich für welche Android-Geräte am besten eignen.

Auf eigene Gefahr! Wir haben die Anleitungen und Tools für diese Ausgabe sorgfältig recherchiert und aufbereitet. Dennoch können uns Fehler unterlaufen sein und auch Ihnen können Fehler passieren. Deshalb gilt für alle Anleitungen in dieser Ausgabe von Android User: Sie rooten auf eigene Gefahr! Android User lehnt jede Haftung für eventuelle Schäden ab, die durch den Root-Vorgang entstehen können.

Framaroot

Dieses Tool [1] gehört zur klassischen Sorte der One-Klick-Root-Anwendungen. Nach dem Download von [2] (momentan ist Version 1.8.1 aktuell) kopieren Sie die knapp 1 MByte große APK-Datei auf das Smartphone, genehmigen die Installation aus Quellen unbekannter Herkunft und installieren die App. Je nach Software und Einstellungen zeigt Ihr Smartphone dabei den Hinweis, dass es sich bei der App eventuell um Schadsoftware handelt. Ignorieren Sie diese eigentlich hilfreiche Warnung (Abbildung 1) und markieren Sie die Checkbox Ich verstehe, dass diese App Schaden anrichten kann zur Installation. Je nach Smartphone sehen Sie bereits nach kurzer Zeit entweder die Meldung, dass das Rooten geklappt hat oder eine Fehlermeldung, dass das Handy für keine der Sicherheitslücken anfällig ist. In den meisten Fällen erscheint jedoch eine Auswahlliste, mit welcher Brechstange man an die Root-Rechte gelangen könnte. Probieren Sie einfach alle Möglichkeiten durch. Die einzelnen Schwachstellen sind nach Protagonisten aus „Herr der Ringe“ benannt. Tippen Sie also auf Gandalf, Aragon, Legolas, Frodo oder einen anderen Namen, den das Tool gerade so vorschlägt. Viel passieren kann dabei nicht. Im besten Fall ist das Android-Gerät anschließend gerootet, im schlimmsten erhalten Sie eine Fehlermeldung.

Abbildung 1: Es ist beruhigend zu sehen, wie viele Gefahren Google Play bereits bei der Installation blockiert.
Abbildung 1: Es ist beruhigend zu sehen, wie viele Gefahren Google Play bereits bei der Installation blockiert.

In unseren Tests mit relativ aktuellen Android-Geräten hatten wir nur bei dem für diese Ausgabe getesteten Pearl-Handy Erfolg (SP-X2.SLIM), und zwar mit dem Boromir-Exploit. Dazu musste aber eine MicroSD-Karte im Handy stecken. Auf dem Galaxy S3 mini, dem Moto G und dem HTC One X+ versuchten wir den Hack vergeblich. Die Liste der unterstützten Geräte ist aber weiterhin recht lang. Wenn Sie ein Handy mit MediaTek-Prozessor, von Huawei oder von ZTE besitzen oder noch Android 4.0/4.1 zum Einsatz kommt, dann stehen die Chancen recht gut. Da das Rooten mit Framaroot so einfach ist und keinen PC benötigt, sollten Sie immer zunächst diese Methode ausprobieren.

Abbildung 2: Beim Moto G führte keiner der Exploits zum gewünschten Ergebnis. Dieses Handy ist sicher.
Abbildung 2: Beim Moto G führte keiner der Exploits zum gewünschten Ergebnis. Dieses Handy ist sicher.
Abbildung 3: Beim Pearl-Handy SP-2X.SLIM brachte das Rooten mit dem Boromir-Exploit den gewünschten Erfolg.
Abbildung 3: Beim Pearl-Handy SP-2X.SLIM brachte das Rooten mit dem Boromir-Exploit den gewünschten Erfolg.

Je nach Ergebnis müssen Sie die SuperSU-App nach einem Reboot noch von Hand installieren oder Framaroot hat die App bereits eingerichtet. In seltenen Fällen ist es nötig, mit etwas Handarbeit nachzuhelfen. Framaroot eignet sich auch dazu, den Rootvorgang wieder rückgängig zu machen.

Xperia rootkitZ

Sony-Nutzer haben es wahrlich nicht immer leicht, ein passendes Root-Tool zu finden. Mit der App rootkitZ [3] vom japanischen Entwickler Cube klappt es bei recht vielen Modellen, nicht nur beim Xperia Z. Die 2 MByte große ZIP-Datei [4] enthält eine Batch-Datei für Windows sowie die benötigten Tools. Das Script lässt sich mit leichten Anpassungen auch unter Linux und Mac OS ausführen. Das Xperia Z1 und das Z-Modell mit der allerneuesten Firmware lassen sich mit dem Tool nicht mehr rooten, bei einem älteren Sony-Modell aus 2012 und 2013 haben Sie aber gute Chancen, dass es klappt. Dazu gehören die Xperia-Geräte V, Miro, J, Z Ultra, Z, L, VL, SX und auch das Tablet Z. Als Vorbereitung müssen USB-Debugging und die Installation aus Quellen unbekannter Herkunft aktiviert sein. Zudem müssen Sie unter Windows die entsprechenden Gerätetreiber installiert haben. Anschließend starten Sie das Skript install.bat und folgen den Anweisungen.

Original-USB-Kabel benutzen!

Micro-USB ist nicht gleich Micro-USB! Viele Hersteller ändern die Spezifikationen ihrer Kabel und Stecker leicht ab, um bestimmte Fähigkeiten zu bieten. Benutzen Sie deshalb für kritische Aufgaben wie das Rooten oder Installieren einer neuen Firmware möglichst immer das Originalkabel des Herstellers.

Kingo Android Root

Kingo Android Root stammt von chinesischen Entwicklern und hat eine grafische Oberfläche für Windows, die sehr viele unterschiedliche Exploits bereithält. Die meisten davon sind bekannt, Kingo betont aber auf seiner Webseite, dass man auch bislang unbekannte Schwachstellen in Android nutze und die App deshalb (noch) nicht als freie Software veröffentlichen wolle. Aktuell arbeiten die Entwickler daran, dass die Exploits auch unter Android 4.3 und 4.4 funktionieren, bis Android 4.2 dürften Sie mit Kingo Android Root bei vielen Geräten Erfolg haben. Als Vorbereitung müssen das USB-Debugging aktiv und die Installation aus Quellen unbekannter Herkunft erlaubt sein.

Abbildung 4: Kingo Android Root versteht sich auf mehrere hundert Smartphones und Tablets - wenn der Bootloader entsperrt ist.
Abbildung 4: Kingo Android Root versteht sich auf mehrere hundert Smartphones und Tablets – wenn der Bootloader entsperrt ist.

Kingo bietet sich als erste Wahl an, wenn Sie ein Gerät von HTC besitzen, aber noch nicht das Update auf Android 4.2 eingespielt haben (oder Ihr Gerät kein Update auf diese Version mehr erhält). In der neuesten Android-Version von HTC sind die Lecks gestopft. Die Liste der unterstützten Geräte ist sehr lang und umfasst unter anderem: HTC One, One X, One S (beide Versionen), One V, Wildfire, Salsa, Rhyme, Evo 4G, Desire und viele mehr. Aber auch einige Samsung-Geräte und sehr viele Modelle von LG, Sony, Huawei und Alcatel finden sich in der Liste [5]. Für diese Ausgabe haben wir das Samsung Galaxy S3 mini mit dem Tool erfolgreich gerootet. Wir verzichten an dieser Stelle auf eine detaillierte Anleitung. Lesen Sie stattdessen am besten den Artikel zum S3 mini ab Seite 110. Neben dem All-in-One-Root-Tool [6] bietet Kingo-App auch zwei Windows-Programme an, über die Sie den Bootloader von HTC- und Sony-Geräten entsperren können [7], [8]. Die App nutzt dazu keine Schwachstellen oder Hintertürchen, sondern bietet lediglich ein hübsches und einfach zu bedienendes grafisches Frontend für die offiziellen Tools der beiden Hersteller. Beachten Sie, dass beim Entsperren des Bootloaders alle Daten gelöscht werden.

Abbildung 5: Kingoapp.com bietet neben dem Root-Tool auch eine praktische Oberfläche, um den Bootloader zu entsperren.
Abbildung 5: Kingoapp.com bietet neben dem Root-Tool auch eine praktische Oberfläche, um den Bootloader zu entsperren.

Da die Webserver von Kingo Android Root in China stehen, lässt die Bandbreite manchmal etwas zu wünschen übrig. Haben Sie einfach Geduld und versuchen Sie es zu einer späteren Stunde oder an einem anderen Tag noch einmal, falls es beim ersten Anlauf nicht klappt. Kingo Android Root hat in einer früheren Version die IMEI-Nummern der Handys abgegriffen. Ab Version 1.1.2 liest das Programm aber keine IMEI-Nummern mehr mit. Details dazu finden Sie im Kasten „Root-Tool oder Malware?“.

Odin und Heimdall

Odin [9] dürfte mindestens Samsung-Nutzern ein Begriff sein. Das Programm kommt auch in den Root-Anleitungen für Samsung-Geräte ab Seite 18 zum Einsatz. Da Odin jedoch keine freie Software ist, haben ein paar Entwickler die Open-Source-Alternative Heimdall [10] programmiert. Heimdall hat gegenüber Odin den Vorteil, dass es auch unter Mac OS X und Linux funktioniert.

Bei Odin und Heimdall handelt es sich streng genommen nicht um Root-Tools, Odin selbst ist sogar eine offizielle Windows-Anwendung von Samsung. Mit diesen beiden Programmen können Sie alternative Firmware-Dateien auf Samsung-Geräte installieren. Dazu steht auf den Smartphones und Tablets von Samsung die Software Loki bereit. Wie in unserem Root-Artikel erklärt, gehört es zu einem sauberen Root-Vorgang, das Handy einfach mit einer Firmware auszustatten, die von Haus aus über Root-Rechte verfügt. Sie spielen also die benötigte CF-Root-Datei ein und damit ist das System gerootet, ohne dass Sie dazu eine Sicherheitslücke ausnutzen müssen.

Abbildung 6: Weniger hübsch, aber ebenso funktionell: Heimdall ist Odin für Linux und Mac OS X.
Abbildung 6: Weniger hübsch, aber ebenso funktionell: Heimdall ist Odin für Linux und Mac OS X.

Root-Tool oder Malware?

Die Grenzen zwischen einem Root-Tool und einer Schadsoftware sind manchmal nicht ganz klar zu ziehen. Einer Software, die beliebige Anwendungen auf Ihrem Handy installieren kann und dazu noch die komplette Kontrolle über das Gerät besitzt (dank frisch erlangter Root-Rechte), sollten Sie nie vertrauen. Denn wer garantiert Ihnen, dass das Root-Werkzeug nicht gleichzeitig ein echtes Root-Kit installiert (also eine Software, die Ihr Handy praktisch aus der Ferne steuerbar macht)? Vor allem bei Windows-Programmen sollten Sie äußerst vorsichtig sein, welche Anwendung Sie installieren!

vRoot

Das noch recht junge chinesische All-in-One-Tool vRoot des Entwicklerteams Mgyun aus Shenzhen steht aktuell bei XDA-Developers in Missgunst [11], weil die Software nicht nur die IMEI-Nummern der angeschlossenen Smartphones nach Hause telefoniert, sondern angeblich auch ein paar Veränderungen an der Windows-Registry vornimmt. Sie sollten vRoot deshalb nur dann einsetzen, wenn alle anderen Root-Versuche misslungen sind. Immerhin gibt es die Sofware seit kurzer Zeit auch auf Englisch, sodass wir uns für diese Ausgabe trauen, sie auch unseren Lesern vorzustellen. Zudem betreibt Mgyun ein recht großes Forum und die Software ist auch in China sehr beliebt. Wir sehen deshalb keinen Grund, vRoot mehr zu misstrauen als irgendeinem anderen Root-Tool, das keine freie Software ist. Aber auch hier gilt: Sie rooten auf eigene Gefahr!

Die Entwickler von vRoot behaupten, ihr Tool könne über 8000 Handys rooten [12]. Dazu gehört auch das Samsung Galaxy S4 mit Android 4.3. Die neueste Version 1.7.4 ist zudem eines der wenigen Root-Tools, die auch auf Android-Geräten mit Intel-Prozessor funktionieren. Explizit erwähnt das Entwicklerteam auf der Homepage die Lenovo-Modelle K900 und K860. Als einzige Voraussetzung für die erfolgreiche Nutzung von vRoot muss das USB-Debugging installiert sein. Den Rest (Treiber-Download, Exploits installieren) übernimmt vRoot.

Abbildung 7: vRoot ist ein waschechtes All-in-One-Tool, das auch die Treiberinstallation für Sie übernimmt.
Abbildung 7: vRoot ist ein waschechtes All-in-One-Tool, das auch die Treiberinstallation für Sie übernimmt.

Da vRoot auf sehr vielen Handys und Tablets funktioniert, haben die Entwickler vermutlich eine kritische Lücke in Android gefunden, die das Tool ausnutzt. Bei einigen Modellen soll sogar ein Rooten ohne Entsperren des Bootloaders möglich sein. Wie vRoot genau funktioniert, darüber schweigen sich die Entwickler allerdings aus. Den erfolgreichen Root-Vorgang erkennen Sie auch bei diesem Tool daran, dass eine Superuser-App installiert ist – allerdings eine chinesische. Sie lässt sich durch eine beliebige Superuser-App ersetzen, falls Sie das stört [13]. Achten Sie dabei aber unbedingt darauf, zuerst die neue Superuser-App zu installieren und dieser die Superuser-Rechte zu übertragen, bevor Sie die chinesische Version löschen oder einfrieren.

Fazit

Mit den hier vorgestellten Tools stehen die Chancen recht gut, dass Sie Ihr Smartphone oder Tablet rooten können. Wir freuen uns über Feedback, wenn es geklappt hat. Sie dürfen uns aber auch gerne schreiben, wenn Ihr Gerät sämtlichen Root-Versuchen widerstanden hat, wie zum Beispiel unser Moto G von Motorola mit Android 4.4. Es ließ sich mit keinem der hier vorgestellten Tools rooten.

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