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Misfit Shine Sport-Armband und Activity Tracker im Android-Praxistest

Armbänder, die ihnen zeigen, wie aktiv Sie über den Tag (und über die Nacht) waren, liegen klar im Trend. Ein recht neues Produkt in dieser Kategorie ist das Shine von Misfit Wearables. Wir haben die edle Aluscheibe ein paar Tage lang getestet.

Das Shine gibt es zwar bereits etwas länger, aber die Android-App ist erst seit Anfang Dezember verfügbar. Wir haben deshalb ein Testgerät angefragt und es über die vergangenen Tage getestet. So viel vorweg: Mit dem Misfit Shine erregt man nicht nur Aufsehen, sondern der Activity Tracker trägt sich auch super bequem und arbeitet gut mit aktuellen Android-Smartphones zusammen. Aktuell kostet das kleine Schmuckstück zudem bei Amazon nur 89,95 Euro statt 119,95 Euro. Allerdings müssen Sie hier auf die neuen Farben verzichten: Möchten Sie das Shine in Champagner oder Topaz  Blau, dann müssen Sie es für 119,95 Dollar direkt über die Misfitwearables-Webseite bestellen.

Erste Inbetriebnahme

Das Shine kommt in einer recht unscheinbaren Verpackung, die auf den ersten Blick eher an Schokolade assoziieren lässt als an ein Hightech-Gerät. Haben Sie es geschafft, die Box zu halbieren, dann finden Sie im Inneren eine Art DIY-Set mit Shine, Batterie, Werkzeug und zwei Gummibändern. Das Shine selbst müssen Sie mit recht viel Druck aus der Mitte herausdrücken. Keine Angst, es kann dabei nicht kaputtgehen, da es aus massivem Alu gefräst ist. Negativ aufgefallen ist dabei die fehlende Dokumentation. Außer einer Kurzanleitung im IKEA-Stil und den praktisch unlesbaren in Grau auf Schwarz gedruckten Nutzerinformationen liegt dem Shine keinerlei Dokumentation bei. 





Am einfachsten Tragen Sie das Shine mit dem mitgelieferten Gummi-Armband.

Haben Sie es geschafft, das Shine mit dem mörderischen Schneidwerkzeug auseinander zu bekommen, dann empfiehlt die gut gemeinte Anleitung, zunächst die Batterie einzulegen, danach den Deckel daraufzusetzen. Das kann so aber nicht funktionieren, weil der Deckel einen sehr starken Magneten enthält, der die Knopfzelle unweigerlich aus dem Shine herauszieht. Legen Sie die Batterie also einfach in den Deckel ein und achten Sie beim Schließen des Shine darauf, dass die Aussparungen genau passen, um nichts zu beschädigen. 

Defekt oder was?

Unser Shine ließ kurz seine Lämpchen leuchten, das war es dann aber auch schon. Wir versuchten das Gerät via Bluetooth mit einem Handy zu koppeln, hatten dabei aber keinen Erfolg. Auch das Verlinken über die Shine-App gelang uns nicht, sodass wir uns zu einer kurzen Recherche gezwungen sahen. Hier wurde erst mal klar, dass der Activity Tracker nur mit Android-Smartphones zusammenarbeitet, die Bluetooth 4.0 mit dem Low-Energy-Profil unterstützen. Die App-Beschreibung bei Google Play weist zwar auf diesen Umstand hin, aber eben nur die App-Beschreibung. Auch auf der Verpackung des Shine findet sich kein entsprechender Hinweis, da diese noch für iOS-Geräte konzipiert wurde. Eventuell handelt es sich hier auch um ein Problem unseres Testgeräts und im Online-Handel sind andere Verkpackungen mit mehr Dokumentation vorhanden.





Alternativ befestigen Sie das Shine mit dem Magnetclip an einem Schal oder einem beliebigen Kleidungsstück.

Wir testeten das Shine also mit dem Nexus 5, aber auch hier weigerte sich das Handy, den Activity Tracker zu erkennen. Also nahmen wir das aus einem Alublock gefräste Shine noch einmal auseinander, bogen die Kontakte etwas zurecht und setzten die Batterie noch einmal ein. Und siehe da, jetzt funktionierte es auch: Auf doppeltes Antippen  erschien die Uhrzeit und mit dreifachem Antippen wechselte das Shine in den Modus für die Schlafanalyse. Achten Sie also darauf: Falls beim Antippen nichts passiert, ist die Batterie leer oder das Shine defekt. Sonst gilt: Doppelt antippen zeigt den täglichen Erfolg und anschließend die Uhrzeit an. Dreifachtippen schaltet in den Schlafmodus. Das Tippen muss dabei recht kräftig sein.

Die Android-App

Um die Shine-App nutzen zu können, brauchen Sie einen Account. Beim ersten Start müssen Sie sich deshalb via Facebook oder einer E-Mail-Adresse anmelden. Die gesammelten Daten speichert Misfit in der Cloud. Wenn Sie die Shine-App also auf einem zweiten Handy oder einem Tablet ohne Bluetooth-Support installieren, dann können Sie dort Ihre Trainingserfolge einsehen und auch die Ziele anpassen, aber keinen Sync-Vorgang starten. Nach dem Login müssen Sie Ihr Körpergewicht, Ihre Größe und Ihr Geburtsdatum angeben und festlegen, ob Sie das metrische System nutzen. Diese Angaben können Sie später in den Einstellungen noch ändern. Anschließend begrüßt Sie die App mit einem sehr schlichten Design.





Shine speichert den Trainingserfolg in der Cloud. Sie müssen sich also einen Account zulegen oder per Facebook anmelden.

 





Ihr persönlicher Trainer muss natürlich wissen, wie groß und wie schwer Sie sind.

 





Über Tap to link verbindet sich das Handy mit dem Shine und holt sich die gesammelten Informationen.

Hat das Setup geklappt (der Link-Vorgang dauert bis zu 10 Sekunden), dann sehen Sie nun das Hauptfenster der App mit Ihrem ersten Trainingsresultat. Je nachdem, welches "Goal Level" Sie angegeben haben, beträgt das Ziel täglich nur ein paar Hundert oder ein paar Tausend Punkte.  Den Fortschritt können Sie auch direkt auf dem Shine ablesen: Wenn Sie es doppelt antippen, dann erscheint vor der Uhrzeitanzeige zunächst der aktuelle Fortschritt. Haben Sie Ihr Resultat erreicht, dann blinken sämtliche LEDs in einer Kreisbewegung.





Noch haben wir keine Ziele erreicht. Mit 600 Punkten sind diese auch recht niedrig gesetzt.

Um die neuesten Werte des Armbands auf das Handy zu laden, tippen Sie das Icon oben rechts neben dem Kontextmenü an. Während des Abgleichs drehen sich zwei LEDs auf dem Shine im Kreis, anschließend sehen Sie das Resultat auf dem Handy. In den Tests vergingen aber zwischen dem Sync und der aktualisierten Anzeige oft Minuten. Es kann also gut sein, dass die Daten zuerst in die Cloud hochgeladen und anschließend wieder auf das Handy heruntergeladen werden.





Heute bereits 3,2 km zurückgelegt, was angeblich über 2000 Kalorien entspricht.

In den Einstellungen legen Sie fest, ob das Shine durch dreifaches Antippen in den Schlafmodus gehen soll und ob beim Doppelten Antippen zunächst die Uhrzeit oder zunächst der aktuelle Erfolg gezeigt werden soll. Zudem können Sie sich hier ausloggen und die Verbindung zum Shine trennen. Ein einmal verbundenes Gerät lässt sich nur über den passenden Account auslesen. Eine zweite Verbindung mit einem anderen Account ist nicht möglich, solange das Shine mit einem Gerät aktiv ist.





Auch die Einstellungen verfügen nur über sehr beschränkte Möglichkeiten.

Praxistest

Bei jedem Aktivitätstracker zählt zunächst, wie gut sich das Armband oder die Uhr trägt. Hier kann das Shine klar punkten. Durch das sehr geringe Gewicht von knapp 10 Gramm fällt es überhaupt nicht auf. Die Gummihalterung funktionierte bei uns anstandslos, allerdings ist langfristig ein Armband oder eine Halskette mit Metallhalterung die bessere Wahl. Diese gibt es aktuell nur auf der Webseite des Herstellers.

Den Kalorienverbrauch errechnet Shine aus den Schritten, die Sie zurücklegen und dem täglichen normalen Kalorien verbrauch. Zeigt die App also zum Beispiel am Abend 2300 Kalorien und 3 km an, dann bedeutet das nicht, dass Sie auf einem 3 km langen Spaziergang 2300 Kalorien verbraucht haben, sondern komplett über den Tag. Dabei bilden 80 Kalorien pro Stunde als Grundlage ohne jegliche Aktivität die Basis.

Das Shine ist komplett wasserdicht – auch das ist ein großer Pluspunkt für die kreisrunde Scheibe — und es arbeitet zuverlässig. So gab es in den Tests weder falsche Resultate durch das viele Tippen auf der Tastatur noch zählte das Shine andere Aktivitäten falsch. Auch die gemessenen Werte beim Schlafen stimmten mit den Erfahrungswerten überein. Nicht benutzen können Sie das Shine in der Hosentasche. Bei uns zählte es dann keine bzw. klar zu wenig Schritte.

Suchen Sie also eine möglichst zuverlässige Lösung, dann ist das Misfit Shine aktuell die beste Wahl. Nach den anfänglichen Problemen mit der Inbetriebnahme und der Android-App sind wir nun voll begeistert von der kleinen Aluscheibe mit den 12 LEDs.

Noch ein Wort zur Akkulaufzeit: Angetrieben wird das Shine durch eine CR2032-Knopfzelle, die laut Hersteller bis zu vier Monaten durchhält. Das ist recht lange im Vergleich mit anderen Aktivitätsmoitoren aber immer noch nicht lange genug, wenn man mit einer normalen Armbanduhr vergleicht. Passende Ersatzbatterien gibt es bei Amazon für 3,33 Euro im Zehnerpack von Varta. Damit sollten Sie zwei bis drei Jahre über die Runden kommen. Auch hier bietet Shine aber mehr Komfort als andere Lösungen, die man über USB aufladen muss.

Fazit

Das Shine ist mehr als nur eine Alternative zum Jawbone Up oder zu anderen Aktivitätsmonitoren. Es verfügt über die mit Abstand längste Akkulaufzeit und ist als einziges Gerät auch wirklich wasserdicht. Allerdings machen die in der Box mitgelieferten Halterungen nicht den stabilsten Eindruck, sodass Sie hier früher oder später mit weiteren Kosten rechnen müssen. Die Android-App erfüllt die grundlegenden Funktionen, sodass sich der Kauf lohnt, im Vergleich zur iOS-App fällt der Umfang aber sehr sparsam aus. Zum aktuellen Amazon-Preis von knapp 90 Euro ist das Misfit Shine eine Kaufempfehlung wert, die Dokumentation muss der Hersteller aber unbedingt verbessern!

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