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Mettenmeier ARMOR X7ad

Ein Android-Tablet macht nicht nur zuhause auf der Couch eine gute Figur, sondern auch in der Baugrube, dem Strand oder auf dem Segelboot. Zahlreiche Apps eignen sich auch für Outdoor-Fans. Das Mettenmeier ARMOR X7ad ist das passende Tablet dafür.

Plusminus

+ Robust gebaut

+ UMTS integriert

– Android 3.2 veraltet

– Nachladen nicht über USB

– Schwacher Akku

– Extrem überteuert

Outdoor-Geräte sind nicht nur bei aktiven Sportlern oder Hobby-Expeditionisten beliebt. Durch die robuste Bauweise hält das Handy auch einmal einen Sturz vom Tisch oder ein Bad im Gartenteich aus, ohne gleich in die ewigen Jagdgründe einzugehen. Neben den Freizeit-Aktivisten ist jedoch auch die Industrie und das Militär ein großer Abnehmer robuster Geräte, auf der Baustelle, auf der Bohrinsel oder während einer Wehrübung muss das Gerät viel mehr Einstecken, als wir es zuhause oder im Büro je dem Gerät zumuten würden.

Abbildung 1: Die japanische Herkunft merkt man unserem Testgerät an einigen Stellen noch an.
Abbildung 1: Die japanische Herkunft merkt man unserem Testgerät an einigen Stellen noch an.

Die üblichen Hersteller reagieren auf den Bedarf mit robusten Consumer-Geräten wie dem Sony Xperia go oder dem dem Samsung Galaxy Xcover oder auch mit massiven Outdoor-Handys wie dem in dieser Ausgabe vorgestellten CAT B10. Das Angebot von robusten Android-Tablets ist dagegen sehr dünn, mit dem Mettenmeier ARMOR X7ad haben wir einen der Vertreter im Test.

Hart im Nehmen

Das Outdoor-Tablet X7ad ist keine komplette Eigenentwicklung des Unternehmens, die Technik des Tablets stammt aus einem Gerät, das Asus in Japan unter dem Namen TOUGH-ETBW11AA vertreibt. So erklärt sich auch das Asus-Boot-Logo und die identische Modell-Bezeichnung in den Einstellungen des Android-Tablets. Mettenmeier hat dem System kein eigenes Branding übergestülpt.

Entworfen wurde das ARMOR X7ad für den Einsatz in der Industrie, demzufolge ist es kein auf hochglanz polierter Schminkspiegel, es ist eher der Gummistiefel unter den Android-Tablets. Das mit Magnesium-Teilen verstärkte Gehäuse ist an den Kanten und der Rückseite griffig gummierte, so dass es auch bei widrigen Bedingungen sicher in der Hand liegt. Der Touchscreen lässt sich auch mit nassen Händen sicher bedienen, eine Disziplin an der viele Outdoor-Droiden scheitern.

Abbildung 2: Das Mettenmeier ARMOR X7ad basiert auf dem in Japan vertriebenen Asus-Tablet TOUGH-ETBW11AA.
Abbildung 2: Das Mettenmeier ARMOR X7ad basiert auf dem in Japan vertriebenen Asus-Tablet TOUGH-ETBW11AA.

Abbildung 3: Sämtliche Anschlüsse und Buchsen sind staub- und spritzwasserdicht hinter Klappen verborgen.
Abbildung 3: Sämtliche Anschlüsse und Buchsen sind staub- und spritzwasserdicht hinter Klappen verborgen.

Feuchtigkeit, Staub und Stürze machen dem ARMOR X7ad wenig aus. Mettenmeier hat das Tablet dem Datenblatt auf Basis der Militär-Norm MIL-STD-810G gegen Sturzschäden aus bis zu 1,20m zertifizieren lassen. Gegen Feuchtigkeit und Staub helfen ein massiv verschraubtes und abgedichtetes Gehäuse, so dass eine IP-Klassifizierung (Ingress Protection) von 65 erreicht wird. Damit garantiert der Hersteller Schutz vor Eindringen von Staub und Strahlwasser. Andere Handys leisten hier allerdings mehr, das Xperia go ist unter der IP-67 eingestuft, die auch das kurzzeitige Eintauchen ins Wasser erlaubt.

Komplett

Technisch ist der ARMOR X7ad vollständig ausgestattet. Angetrieben wird das Tablet von einer NVIDIA-Tegra-2-CPU mit zwei Kernen bei einem Takt von 1 GHz. Gemessen an heutigen Quad-Core-Tablets wie dem Google Nexus 7 oder Asus Transformer Prime ist das keine Demonstration beeindruckender Power (AnTuTu: 5202, Vellamo:963), doch der Fokus des Geräts liegt auf anderen Schwerpunkten.

Ergänzt wird die Ausstattung von 1 GByte RAM und 16 GByte internem Speicher (13 GByte stehen Ihnen für Daten zur Verfügung). Zusätzlicher Speicherplatz lässt sich über den SD-Kartenslot leicht nachrüsten. Das Tablet verfügt über Front- und Rückkamera (1,3 bzw. 5,0 MPixel), die üblichen Lage- und Helligkeits-Sensoren sowie über Bluetooth, WLAN und UMTS/3G-Funk. Ein GPS-Empfänger darf bei einem Outdoor-Tablet natürlich nicht fehlen.

Abbildung 4: Die Ausstattung des ARMOR X7ad ist komplett. GPS, UMTS und ein SD-Kartenslot sind vorhanden.
Abbildung 4: Die Ausstattung des ARMOR X7ad ist komplett. GPS, UMTS und ein SD-Kartenslot sind vorhanden.

Hinter den Gummi-Abdeckungen verborgen liegen die Buchsen für Strom (proprietärer Stecker), Mini-USB OTG (damit lassen sich auch USB-Sticks oder Tastaturen anschließen), der Anschluss für HDMI-Fernseher oder -Monitore und der 3,5mm Klinkenstecker für Kopfhörer oder ein Headset.

Wer länger mit dem Tablet unterwegs ist, wird sich über das Netzteil ärgern. Es ist so groß wie das eines Notebooks und nutzt keinen Micro-USB-Stecker wie es heute üblich ist. Über den USB-Anschluss lässt sich das Tablet gar nicht laden, PCs oder gar Solar-Netzteile scheiden als Stromquelle dadurch komplett aus.

Display

Das 7-Zoll große Display des ARMOR X7ad ist mit einer Auflösung von 1280 x 800 Pixel angenehm hochauflösend. Die Leuchtstärke ist hell genug, um auch in der Sonne abgelesen werden zu können. Die Leuchtstärke eines Super-AMOLED-Displays aus einem Samsung Galaxy S III erreicht es allerdings nicht.

Abbildung 5: Das Display aus Corning Gorilla Glass ist zusätzlich durch das Kunstsoff-Gehäuse geschützt.
Abbildung 5: Das Display aus Corning Gorilla Glass ist zusätzlich durch das Kunstsoff-Gehäuse geschützt.

Vor Schäden schützt das im Display verbaute Gorilla Glass von Corning selber, zudem liegt über dem Display noch eine Schicht Kunststoff. Schläge oder Kratzer gehen so nicht direkt auf das Display sondern auf das Gehäuse des Tablets.

Honeycomb

Auf unserem X7ad ist in weiten Teilen unverändertes Android "Honeycomb" 3.2.1 installiert. Ein Update auf eine aktuellere Android-Version gibt es bislang noch nicht. Ein Update auf Android 4.0 wurde uns vom Hersteller allerdings zugesagt. Auch wenn auf einem Arbeitsgerät nicht zwingend die neuste und hübscheste Ausgabe des Google-System laufen muss, merkt man Honeycomb das Alter an.

Abbildung 6: Auf dem Outdoor-Tablet kommt das schon in die Jahre gekommene Android 3.2.1 zum Einsatz.
Abbildung 6: Auf dem Outdoor-Tablet kommt das schon in die Jahre gekommene Android 3.2.1 zum Einsatz.

Andere Handys oder Tablets mit Android "Ice Cream Sandwich" 4.0 der gar 4.1 "Jelly Bean" laufen selbst auf deutlich schwächerer Hardware flüssiger, als das im Outdoor-Tablet verbaute System. Aus ästhetischen Gründen braucht es das Update auf ICS nicht, doch das aktuelle System würde mehr Leistung aus dem Tegra-2-Chipsatz kitzeln, was letztendlich auch der Usability zu Gute kommt.

Fazit

Im Großen und Ganzen erfüllt das Mettenmeier ARMOR X7ad seinen Zweck. Es ist schnell genug, hell genug, hat ausreichend Speicher und hält auch einen Arbeitstag auf der Baustelle durch, allerdings sind die Leistungsdaten durchweg nicht überragend. Enttäuschend ist die Akkulaufzeit, im Standby hielt das Tablet keine zwei Tage durch. Undiskutabel ist der Preis, der Hersteller nannte in der Tat 1.231,00 Euro zzgl. Steuern als Endkundenpreis.

Abbildung 7: Die Akkuleistung überzeugte nicht, nach nicht einmal 48 Stunden im Standy war der Akku leer.
Abbildung 7: Die Akkuleistung überzeugte nicht, nach nicht einmal 48 Stunden im Standy war der Akku leer.

Alltäglich zeigen sich besonders Honeycomb und das Netzteil als Schwäche. Google hat bei seinen aktuellen Versionen massiv an der Leistungsschraube gedreht, das alte System bremst das Tablet merklich aus. Hinderlich fanden wir auch das Netzteil ohne USB-Anschluss – ein Outdoor-Tablet muss auch über ein Akku-Pack oder ein Solarmodul nachladbar sein.

Mettenmeier ARMOR X7ad

Kerndaten
Vertreiber Mettenmeier
Formfaktor 7-Zoll-Tablet
Auflösung 1280×800 Pixel
Prozessor 1,0-GHz-Dual-Core, NVIDIA Tegra 2
Android-Version 3.2
Akku 3700 mAh
Laufzeit (Standby/Spielen) 36h/5h.
Gewicht 600 g
Technische Details und Preisvergleich
  http://www.android-user.de/lp/9708
Performance
AnTuTu-Benchmark 5202 Punkte
Vellamo-Benchmark 963 Punkte
Android-User-Bewertung 3,0 Punkte
 

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