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LG Optimus Sol im Test

LG’s Optimus-Reihe hat kürzlich Nachwuchs bekommen. Das Optimus Sol ist ein Mittelklasse-Smartphone, dass besonders durch sein AMOLED-Display und einen schnellen Launcher begeistert.

Plusminus

+Brillantes Display

+Schneller Prozessor

-kurze Standby-Laufzeit

-empfindliche Oberfläche

-Position USB-Anschluss

Das Sol ist das erste LG-Telefon mit einem Ultra-AMOLED-Touchscreen. Dass die Südkoreaner ausgerechnet ein Mittelklasse-Phone mit der leucht- und farbintensiven Technik ausstatten, ist Strategie: Das Display ist das Alleinstellungsmerkmal des Gerätes schlechthin und begeistert sofort durch seine Brillanz und Schärfe. Der Bildschirm ist schon Grund genug, sich das Optimus Sol ein wenig besser anzusehen.

Sonniges Gemüt

Der Name Sol ist bei diesem Smartphone Programm. Das Ultra-AMOLED-Display soll für die doppelte Leuchtleistung der Dioden sorgen – speziell bei direkter Sonneneinstrahlung ist dies von großem Vorteil. Wo andere Displays nur noch müde Grautöne liefern und nicht mehr ablesbar sind, kann man den Touchscreen des Sol immer noch gut entziffern. Einen großen Unterschied zur normalen AMOLED-Technik haben wir trotz ausgiebigem Testen allerdings nicht bemerkt. Allein wenn man das Gerät schräg hält, stößt die Strahlkraft an ihre Grenzen und das Display dunkelt schnell ein. Im Alltagsgebrauch sollte das aber selten stören. Abgerundet wird der gute Eindruck des Displays durch das verbaute Gorilla Glass, das kratz- und bruchfest ist.

Abbildung 1: Die Brillanz des Displays überzeugt sofort.
Abbildung 1: Die Brillanz des Displays überzeugt sofort.

Leicht und günstig

Bei der Verarbeitung muss das Sol ein wenig Federn lassen. Zwar liegt es gut in der Hand und macht einen solide gefertigten Eindruck, die verwendeten Materialien sind jedoch allesamt Marke Plastik-Modellbausatz. Wir drücken trotzdem ein Auge zu, will doch LG mit dem Sol laut Eigenauskunft im grünen Bereich bleiben, was die Kostenseite angeht. In der Pressemitteilung für das Smartphone spricht der Hersteller gar von einem non-nonsense-Phone – ohne Schnickschnack an Bord. Mit dieser Umschreibung lässt sich das Sol auch am besten auf einen Nenner bringen. Positiver Nebeneffekt des Leichtbaus: Das dünne Kunststoff-Gehäuse drückt das Gewicht des Smartphones bis nah an die 100g-Marke. Es liegt federleicht in der Hand.

Nicht gefallen hat uns allerdings die Position des USB-Anschlusses an der Oberseite des Telefons. Will man es im angeschlossenen Zustand bedienen, stört das Kabel. Die Verwendung in Docking Stations ist damit ebenfalls so gut wie obsolet. Weitere Knöpfe wie der Lautstärke-Kipphebel und der Ein- und Ausschaltknopf sind jedoch ganz gut zu erreichen.

Vielseitige Kamera

Das Smartphone verfügt an der Rückseite über eine 5MB-Kamera, die jedoch ohne LED-Blitz auskommen muss. Die Aufnahme von Bildern unter schwierigen Lichtverhältnissen ist damit leider nur schwer möglich. Die Kamera selbst ist jedoch einfach zu bedienen und bietet zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten – mehr, als in dieser Preisklasse üblich ist. So kann man Farbeffekte voreinstellen und besonders schöne Rundumblicke mit der Panoramafunktion festhalten. Außerdem sind 6 verschiedene Bildmodi wählbar – von Automatisch bis Sonnenuntergang. Bereits von einem Foto-Smartphone zu sprechen, wäre jedoch mangels Blitz übertrieben. Nicht zuletzt kann man mit dem Sol auch Videos in HD-Qualität (720p) aufnehmen.

Abbildung 2: Fotografieren macht mit dem Sol auch ohne Blitz Spaß.
Abbildung 2: Fotografieren macht mit dem Sol auch ohne Blitz Spaß.

Flinke Bedienung

Der hausgemachte LG-Launcher auf Android 2.3.4.-Basis hat uns sehr gut gefallen. Das auf Gingerbread aufgebaute Betriebssystem verfügt über 7 verschiedene Homescreens, reagiert sehr schnell und glänzt durch seine übersichtliche Gestaltung. Im Vergleich zu anderen Geräten der Klasse laufen viele Anwendungen um einiges flüssiger – ein großes Plus im Alltagseinsatz. Ein weiterer Grund für die Schnelligkeit des Geräts ist sicherlich auch der 1-GHz-Prozessor. Auch die vorinstallierte Tastatur hat uns voll überzeugt. Sie funktioniert zügig und exakt – die Tasten sind klar von einander abgegrenzt. SMS schreiben und texten wird so zum Vergnügen – ganz im Gegenteil zu vielen anderen Testgeräten, die wir schon in der Mangel hatten. Auch das App-Management fällt positiv auf – die heruntergeladenen Helferlein werden sofort in einem getrennten Ordner untergebracht. Die nervige Sucherei nach den gerade heruntergeladenen Anwendungen kann man sich beim LG Optimus Sol sparen.

Abbildung 3: Apps werden bei LG sofort nach Kategorien sortiert.
Abbildung 3: Apps werden bei LG sofort nach Kategorien sortiert.

Das Sol kommt mit nur drei Touchscreen-Buttons aus: Menu-, Home- und Back-Button. Eine weitere Besonderheit des Sol ist seine "Dark UI" genannte Benutzeroberfläche. Diese verwendet viele schwarze Elemente. Der Clou: AMOLED-Displays verbrauchen bei schwarzen Punkten keinen Strom – so wird das Sol zum Energiesparer. Rechnet man das ausgeklügelte Powermanagement im Standby-Modus dazu, verlängert sich laut LG die Laufzeit des Akkus um 20 bis 30 Prozent. Diese Angaben können wir jedoch weder bestätigen noch dementieren, da uns Vergleichswerte fehlen.

Fazit:

Unauffällig, aber gut – so kann man die Eigenschaften des LG am besten zusammenfassen. Dabei ist es mit seinem Top-Display sicher keine graue Maus und wird alle jene ansprechen, die ein schnelles und stylishes Gerät für unter 300 Euro suchen. Die Konkurrenz schläft jedoch nicht – gegen das Samsung Galaxy W oder das Motorola Defy+ sieht das LG in einzelnen Punkten dann doch etwas blass aus.

LG Optimus Sol

Kerndaten
Hersteller LG
Formfaktor 3,8-Zoll Smartphone
Auflösung 480×800 Pixel
Prozessor 1 GHz, Single Core, Qualcomm MSM8255 Snapdragon
Android-Version 2.3.4 mit LG Launcher
Akku 1500 mAh
Laufzeit (Standby/Gespräch) 375 h / 7,5 h
Gewicht 111g
Preis (Internet) ca. 250 Euro
Technische Daten und Preisvergleich
http://www.android-user.de/lp/2217
Performance
AnTuTu-Benchmark 2762 Punkte
Vellamo-Benchmark 750 Punkte
Android-User-Bewertung 4,3 Punkte
 

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