Start Magazin LG G2 D800: Das Nexus-5-Vorbild im Test

LG G2 D800: Das Nexus-5-Vorbild im Test

© LG

Das G2 von LG gehört zu den aktuell besten Android-Smartphones, ist vielleicht sogar das beste überhaupt. Wie wir zu dieser Meinung kommen, lesen Sie in unserem Testbericht.

Plusminus

+ Verarbeitung

+ Software

+ Akkulaufzeit

– Kein Qi

– Monolautsprecher

Einen ersten Eindruck verschafften wir uns vom G2 von LG bereits auf der IFA im September. In den vergangenen Wochen hatten wir das 5,2-Zoll-Smartphone mit Full-HD-Display und dem sehr schnellen Quad-Core-Prozessor von Qualcomm nun intensiv im Test. Das Testgerät stammt von 1&1; die 1&1-Version des G2 kommt komplett ohne Branding und ist in Kombination mit dem Tarif All-Net-Flat Plus bei 24 Monaten Laufzeit zum Nulltarif erhältlich.

Auf den zweiten Blick

Das G2 unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht von anderen LG-Smartphones. Erst beim zweiten Hinschauen fällt auf, dass sich an der Seite weder ein Einschaltknopf noch eine Lautstärkewippe befindet. Diese beiden Elemente hat LG auf der Rückseite unterhalb der 13-Megapixel-Kamera angebracht. Rear Key nennt sich das auf Englisch, eine gute deutsche Übersetzung ist uns bislang nicht über den Weg gelaufen. Ob der Rear Key wirklich praktisch ist, darüber streiten sich die Android-Fans. In der Redaktion konnte sich niemand so richtig damit anfreunden, was aber in erster Linie damit zusammenhängt, dass er sich schlicht am falschen Platz befindet. Selbst für kleine Hände ist er zu tief angebracht. Damit der Zeigefinger bequem zu liegen kommt, müssen Sie das Handy sehr weit unten halten. Das ist zum Glück nicht weiter tragisch, denn eigentlich können Sie den Button auf der Rückseite ignorieren: Um das Gerät aus dem Standby zu wecken, tippen Sie einfach das Display zweimal sanft an, eine weitere Berührung schaltet es wieder aus. Das ist äußerst praktisch, und Sie werden sich sehr schnell daran gewöhnen.

Das Display aus Gorilla Glass 2 ist an den Seiten etwas abgerundet und überzeugt durch sehr natürliche Farben. Sämtliche Anschlüsse hat LG an der Unterseite des Geräts verbaut: MicroUSB-Eingang mit Slimport-Support, 3,5-mm-Klinke für die Kopfhörer und – wie beim Nexus 5, allerdings auf der rechten Seite – einen Monolautsprecher. Hinter der zweiten Aussparung befindet sich ein zweites Mikrofon. Auch beim G2 finden Sie einen Infrarotsender, damit Sie das Handy als Universalfernbedienung einsetzen können.

Das G2 ist weder zu groß noch zu klein und ein echter Handschmeichler. Die weiße Version finden wir noch etwas edler, bei der schwarzen Variante sammeln sich schnell Fingerabdrücke auf der Rückseite. Das verwundert uns nicht weiter: LG hat außer dem Nexus 4 noch kein Android-Handy geliefert, das über eine wirklich schöne Rückseite verfügt.

Viele Software-Features

Die Möglichkeiten von LGs Optimus-Oberfläche aufzuzeichnen, würde den Rahmen dieses Artikels deutlich sprengen. Wie beim Galaxy S4 bleibt auch beim LG G2 der Bildschirm an, solange Sie daraufschauen und beendet die Videowiedergabe, sobald Sie abgelenkt sind. Diese Features sind in der Grundeinstellung allerdings deaktiviert. LG-eigene Funktionen sind zum Beispiel QuickMemo (einen Screenshot aufnehmen und mit Notizen versehen), QSlide (ausgewählte Apps über anderen platzieren) und die Dreifingergeste, mit der Sie Apps für das Multitasking parkieren. Gut gefallen hat uns auch der Gastmodus, obwohl dieser im Unterschied zur Mehrnutzereinrichtung beim Nexus 7 sehr beschränkt ausfällt. Das Killer-Feature des G2 ist aber ohne Zweifel die KnockOn-Funktion: Durch sanftes Antippen des Displays wecken Sie das Handy auf und legen es wieder schlafen. Um lediglich nachzuschauen, wer eine Mail geschickt hat, müssen Sie das G2 also nicht einmal in die Hand nehmen. Ebenfalls praktisch finden wir die Einstellungsmöglichkeit für die Navigationsleiste. Hier müssen Sie nicht die von Android vorgegebenen drei Symbole verwenden, sondern können aus einer großen Auswahl wählen.

Abbildung 1: Die Optimus-Oberfläche von LG ist auf den ersten Blick etwas überfrachtet, die Features sind aber praktisch.
Abbildung 1: Die Optimus-Oberfläche von LG ist auf den ersten Blick etwas überfrachtet, die Features sind aber praktisch.

Abbildung 2: Die QSlide-Anwendungen lassen sich transparent auf dem Homescreen platzieren.
Abbildung 2: Die QSlide-Anwendungen lassen sich transparent auf dem Homescreen platzieren.

Auch die LG-eigene Tastatur macht deutlich mehr Spaß als die Standardtastatur des Nexus 5. Dank der zusätzlichen Zahlenreihe fällt der umständliche Wechsel zwischen ABC- und Zahlenmodus weg, und die Wortvorhersagen sind sehr genau.

Starke Kamera, langer Atem

Der 13-Megapixel-Sensor des G2 macht sehr schöne und vor allem scharfe Fotos. Dank optischem Bildstabilisator gelingen auch bei schlechten Lichtverhältnissen noch recht gute Aufnahmen – sogar mit dem digitalen Zoom. Die Kamera-App lässt sich mit zwei Händen gut bedienen, nicht so wie beim Nexus 5. Zudem startet sie auch etwas schneller.

Im Unterschied zu Sony und Samsung, die mit dem Xperia Z1 und dem Galaxy Note 3 auf der IFA die ersten Smartphones für Ultra-HD-Videoaufnahmen vorgestellt hatten, setzt LG weiterhin auf Full-HD-Videos (1920 x 1080 Pixel), dafür aber mit 60 Bildern pro Sekunde. Dadurch erhalten Sie deutlich flüssigere Videos. Wir finden diese Entscheidung gut, da 4K-Monitore aktuell noch recht teuer sind und man von den Vorteilen der schnellen Kamera auch mit dem aktuellen Equipment zu Hause profitieren kann. Generell sind wir mit der Kamera des G2 mehr als zufrieden.

Die Akkulaufzeit des G2 ist wirklich gut. Egal, wie oft Sie Ihre Mails checken, Fotos bei Google+ posten oder Statusmeldungen auf Twitter schreiben: Am Abend ist stets noch Akku übrig. Nutzen Sie das Handy moderat, hält der 3000-mAh-Akku auch gerne zwei bis drei Tage durch.

Abbildung 3: Selbst bei sehr intensiver Nutzung kommen Sie mit dem G2 problemlos über den Tag.
Abbildung 3: Selbst bei sehr intensiver Nutzung kommen Sie mit dem G2 problemlos über den Tag.

Abbildung 4: Das G2 gehört momentan zu den schnellsten Android-Smartphones, nicht nur beim AnTuTu-Benchmark.
Abbildung 4: Das G2 gehört momentan zu den schnellsten Android-Smartphones, nicht nur beim AnTuTu-Benchmark.

Negativpunkte

Im Vergleich mit dem Galaxy Note 3 fehlt dem G2 klar ein Stift. Dieser lässt sich zwar für ein paar Euro nachrüsten, muss aber dann immer mit dabei sein. Gerade für Funktionen wie QuickMemo oder die Notizbuch-App ist ein Stift unerlässlich. Die Audioqualität über den integrierten Lautsprecher könnte besser sein, die Sprachqualität ist jedoch sehr gut, auch bei den Videos. Verzichten müssen Sie beim G2 auf drahtloses Laden via Qi. Das ist deshalb besonders ärgerlich, weil LG für Verizon in den USA eine Version mit Qi produziert hat – exklusiv. Dafür gab es 0,1 Punkt Abzug bei unserer Bewertung.

Fazit

Das G2 ist das in unseren Augen aktuell beste Android-Smartphone. Im direkten Vergleich zum Nexus 5 ist es zwar deutlich teurer, bringt aber auch die merklich bessere Kamera und den etwas besseren Lautsprecher mit. Auch bei der Software hat LG die Nase dank KnockOn, QuickMemo und QSlide vorne. Der einzige gravierende Nachteil des G2 gegenüber dem Nexus 5 besteht im fehlenden Qi-Support. Sind Ihnen Qi und der Aufpreis von rund 100 Euro für die 16-GByte-Version bzw. 150 Euro bei der neuen 32-GByte-Variante des LG G2 egal, dann holen Sie sich das G2. Google Experience können Sie per Custom Launcher immer noch nachinstallieren, und über die Akkulaufzeit und die Kamera werden Sie sich noch lange freuen!

LG G2 D800

Kerndaten
Hersteller LG
Formfaktor 5,2-Zoll-Smartphone
Auflösung 1080 x 1920 Pixel
Prozessor 2,26 GHz, Quad-Core, Snapdragon 800
Speicher 16/32 GByte
Kamera (Front/Haupt) 2 MP/13 MP
Android-Version Android 4.2.2
Akku 3000 mAh
Laufzeit (Standby/Gespräch) 29 Tage/17,9h
Gewicht 143 Gramm
Preis (Internet) 440/540 Euro (16/32 GByte)
Technische Details und Preisvergleich
  http://android-user.de/lp/26008
Performance
AnTuTu-Benchmark 33123 Punkte
Vellamo (HTML5/Metal) 2632/994 Punkte
Android-User-Bewertung 4,8 Punkte
 

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