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Kurztest: Sony Xperia sola MT27i

© SONY

Mit dem Xperia sola zeigt Sony, dass es auch bei Mittelklasse-Handys durchaus möglich ist, sich von der breiten Masse abzuheben, wenn man das gewisse Etwas mitbringt. Wir haben den jüngsten Androiden der Japaner getestet.

Plusminus

+ Display

+ Verarbeitung

+ Preis

– Akku fest verbaut

– Kein HDMI-Ausgang

Vergleicht man Smartphones mit Autos, dann ist das Xperia sola auf den ersten Blick ein typischer Mittelklassewagen. Blickt man jedoch ins Innere, dann erkennt man, dass der Wagen mit zahlreichen Extras ausgestattet ist. Dazu gehören neben der Dual-Core-CPU und dem NFC-Modul in erster Linie das spezielle 3,7-Zoll-Display und die absolut solide Verarbeitung. Auch der Preis weiß mit rund 270 Euro zu gefallen.

Zauberhaftes Display

Sony hat im Xperia sola ein 3,7-Zoll großes Display mit einer Auflösung von 480×854 Pixeln verbaut. Wie bei sämtlichen Sony-Modellen kommt auch hier die Mobile Bravia Engine zum Einsatz, um für eine möglichst kontrastreiche und farbenfrohe Darstellung bei Videos und Fotos zu sorgen. Das Spezielle am Display ist aber die dritte Dimension, quasi eine Z-Achse die auch Annäherungen an den Touchscreen registriert. Sony nennt die Technologie "Floating Touch". Sie sorgt nicht nur dafür, dass man das Smartphone auch mit Handschuhen bedienen kann (ein Umstand der aktuell wenig relevant ist), sondern das Display registriert den Finger des Nutzers bereits, wenn sich dieser dem Touchscreen nur annähert. Das bringt zum Beispiel beim Browsen Vorteile, wenn man in einer Liste auf einen Link klicken möchte. Dieser ist dann bereits aktiv und optisch hervorgehoben, auch wenn man ihn noch nicht angeklickt hat. So lassen sich Fehlklicks vermeiden oder zumindest reduzieren.

Abbildung 1: Floating Touch lässt sich in den Einstellungen des Xperia sola ausschalten.
Abbildung 1: Floating Touch lässt sich in den Einstellungen des Xperia sola ausschalten.

Im Unterschied zu anderen Geräten, die dieses "Feature" ebenfalls mitbringen – allerdings ungewollt und unkontrollierbar – lässt sich Floating Touch in den Android-Einstellungen ausschalten (Abbildung 1). Wer das Feature also nicht nutzen will, muss es auch nicht nutzen. Das gilt auch für die eingangs erwähnte Mobile Bravia Engine.

Abbildung 2: Dank Sony gibt es auch günstige Android-Smartphones mit NFC-Modul.
Abbildung 2: Dank Sony gibt es auch günstige Android-Smartphones mit NFC-Modul.

Flotter Prototyp

Das Xperia sola soll ab 20. Mai in Deutschland verfügbar sein und wird im Unterschied zu unserem Testmodell mit 8 GByte internem Speicher ausgestattet sein (die Prototypen verfügen nur über 4 GByte). Abgesehen von dieser Kleinigkeit dürfte sich am finalen Gerät nichts mehr ändern. Wir waren mit der Verarbeitung sehr zufrieden: Das Xperia sola wirkt trotzt des Kunststoff-Gehäuses recht hochwertig und bei der Bedienung traten keinerlei Ruckler oder Aussetzer auf. Allerdings muss hier angemerkt werden, dass das sola wie die restlichen Xperia-Modelle der 2012er Serie von Haus aus mit Android 2.3.7 ausgeliefert wird und erst später ein Update auf Android 4.0 "Ice Cream Sandwich" bekommt. Laut Sony sollen zunächst das Xperia Arc S und das Xperia Arc das ICS-Update bekommen, erst danach die aktuellen Modelle und die restlichen Smartphones des vergangenen Jahres.

Abbildung 3: Ohne den Aufdruck "Prototype" hätten wir dem Smartphone nicht angemerkt, dass es sich um ein Vorseriengerät handelt.
Abbildung 3: Ohne den Aufdruck "Prototype" hätten wir dem Smartphone nicht angemerkt, dass es sich um ein Vorseriengerät handelt.

Eine recht gute Performance attestieren dem Xperia sola auch unsere Standard-Benchmarks: Im AnTuTu-Test kommt das Smartphone auf sehr gute 5420 Zähler und liegt damit deutlich vor dem Xperia Arc S mit 1,4 GHz schneller Single-Core-CPU. Auch beim Vellamo-Benchmark erreicht das Handy gute 867 Punkte, liegt hier allerdings hinter dem Xperia Arc S oder vergleichbaren Geräten mit Nvidia Tegra 2 zurück, die rund 1000 Punkte schaffen.

Die Software

Abgesehen von wenigen Details unterscheidet sich die Android-Version des Xperia sola nicht wirklich von den Xperia-Modellen des vergangenen Jahres. Die Zeiten des Timescape-Zwangs sind aber definitiv vorbei. Zwar liegen auf einigen Homescreens entsprechende Widgets bereit, Sie müssen diese aber nicht nutzen und die Integration ist recht dezent. Android 4.0 wird hier ziemlich sicher noch einmal einen Schritt in Richtung Stock Android 4.0 bringen, Sony dürfte sich damit einige Freunde in der Android-Community machen.

Abbildung 4: Timescape ist in der aktuellen Android-Version deutlich weniger aufdringlich als bei früheren Geräten von Sony Ericsson.
Abbildung 4: Timescape ist in der aktuellen Android-Version deutlich weniger aufdringlich als bei früheren Geräten von Sony Ericsson.

Wie bei den übrigen Xperia-Modellen richtet Sony auch beim sola ein großes Augenmerk auf den Multimedia-Support. Die 5-Megapixel-Kamera auf der Rückseite nimmt zwar Videos nur mit 720p auf (beim verbauten 1 GHz schnellen Dual-Core-Prozessor sollten eigentlich 1080p möglich sein), dafür sind die Videos aber gestochen scharf. Sony hat zudem auch dem sola eine extra Kamera-Taste spendiert. Die Kamera-App verfügt über praktisch sämtliche Features, die Google in Android 4.0 als Neuerung eingeführt hat. Dazu gehören neben der Panorama-Funktion auch diverse Effekte.

Sehr schön gestaltet hat Sony auch die Musik-App, die sich optisch und funktionell positiv von der Konkurrenz abhebt. Dazu gehören unter anderem die vorinstallierte TrackID-App und SenseME von Sony, das zur Stimmung passende Musik abspielt. Erstaunlicherweise waren auf unserem Prototypen die entsprechenden Musik-Shops von Sony nicht vorinstalliert, das dürfte sich aber bei den finalen Geräten ändern.

Abbildung 5: Die Musik-App von Sony hebt sich nicht nur optisch von den Konkurrenz ab, sondern verfügt auch über zusätzliche Features.
Abbildung 5: Die Musik-App von Sony hebt sich nicht nur optisch von den Konkurrenz ab, sondern verfügt auch über zusätzliche Features.

Achillesferse

Bei so viel Ruhm darf natürlich auch etwas Kritik nicht fehlen. Diese gibt es in erster Linie für den Akku. Dieser ist mit 1350 mAh nicht nur relativ knapp bemessen sondern auch fest im Gerät verbaut. Er lässt sich also nicht so ohne weiteres gegen ein stärkeres Modell austauschen. Die angegebene maximale Gesprächszeit von 6 Stunden und die 475 Stunden Standby-Zeit sind somit mit Vorsicht zu genießen. Sony hat zudem beim Xperia sola auf einen HDMI-Ausgang und eine Frontkamera verzichtet, das erklärt auch den relativ günstigen Preis.

Fazit

Auch ohne Floating Touch und ohne NFC würden wir dem Xperia sola zum aktuell geplanten Verkaufspreis von rund 270 Euro eine Empfehlung aussprechen. Erfahrungsgemäß dürfte sich der Preis zudem recht schnell bei 250 Euro oder sogar darunter einpendeln. Zu diesem Preis ist das jüngste Android-Handy von Sony dank der sehr aktuellen Technologie in jedem Fall ein gutes Smartphone. Einzig die Akkuleistung könnte etwas besser sein. Das Update auf Android 4.0 soll noch im zweiten Quartal folgen, wir werden das Gerät dann mit Android 4.0 ausgiebig testen.

Sony Xperia sola MT27i

Hersteller SONY
Formfaktor 3,7-Zoll-Smartphone
Auflösung 480 x 854 Pixel
Prozessor ARMv7, 1 GHz (Dual-Core)
Android-Version 2.3.7 (Update auf Android 4.0 im Q2 2012)
Akku 1350mAh
Laufzeit (Standby/Gespräch) 475 h / 6 h
Gewicht 107g
Preis (Internet) 260 Euro
Technische Details und Preisvergleich
http://www.android-user.de/lp/5981
Performance
AnTuTu-Benchmark 5420 Punkte
Vellamo-Benchmark 867 Punkte
Android-User-Bewertung 3,9 Punkte
 

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