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Kurztest: HTC One

Die Konkurrenz im Android-Lager ist groß, das musste HTC im vergangenen Jahr spüren. Nun sind die Taiwanesen mit einem neuen Spitzen-Smartphone zurück, das zu überzeugen weiß.

Plusminus

+ Lautsprecher

+ Design

+ Kamerafeatures

+ Infrarot-Schnittstelle

– Sensortasten

Das HTC One bringt so viele tolle Neuerungen mit, dass man gar nicht weiß, wo man mit dem Aufzählen anfangen soll. Das Gehäuse ist aus einem Stück Alu gefräst und liegt perfekt in der Hand. Das FullHD-Display auf 4,7 Zoll ist schlicht umwerfend und das Gleiche können wir auch von der Audio-Ausgabe des Smartphones behaupten. Es bringt seit langer Zeit wieder mal einen richtigen Wow-Effekt mit. Doch wir wollen auch die Nachteile nicht verschweigen.

Best Sound ever

Wer also auf der Suche nach dem Smartphone mit dem ultimativen Klang ist, kann beim HTC One defintiv aufhören, weiterzusuchen. Denn während das Musikhören mit den meisten Smartphone-Lautsprechern mehr eine Qual ist, kommt aus den Boxen des HTC One tatsächlich Musik heraus. Auch die Soundqualität über Kopfhörer und die Gesprächsqualität beim Telefonieren ist sehr gut. Durch das Unibody-Gehäuse wirkt der Sound aus den Lautsprechern zwar etwas metallig, aber das lässt sich über die Equalizer-Einstellungen etwas ausballancieren. Komplett neu ist auch der Musikplayer mit HTC Sense 5. Er zeigt nun auch Songtexte an und bringt ein paar weitere Spielereien mit.

Sehr, sehr schnell

Das HTC One besitzt mit dem Snapdragon S600 den aktuell schnellsten Mobilen Prozessor auf dem Markt und das merkt man dem Gerät auch an: Bei der Installation von Apps gibt es praktisch keine Wartezeiten. Auch das Surfen im Web ist wirklich spürbar schneller als bei anderen Geräten. Dass der Unterschied zum Nexus 4 so krass ausfallen würde, hätten wir nicht erwartet. Die gute Leistung bestätigten auch unsere Benchmarks. Beim AnTuTu-Test erreichte unser Testgerät 18252 Zähler und liegt damit auf dem Level des Samsung Galaxy Note II. Andere Tester haben aber auch schon Werte deutlich über 20000 Punkten erzielt. Ein Spitzenresultate erzielt der Snapdragon S600 beim HTML5-Test von Vellamo mit 2411 Punkten. Damit ist er fast so schnell wie der Tegra 4. Positiv überrascht waren wir von der Akkuleistung des HTC One. Wir sind sehr gut über den Tag gekommen. Da das Testgerät aber am nächsten Tag wieder zurückmusste, konnten wir keine ausführlichen Akkutests durchführen.

Abbildung 1: Beim HTML5-Benchmark von Vellamo ist kein anderes Gerät schneller!
Abbildung 1: Beim HTML5-Benchmark von Vellamo ist kein anderes Gerät schneller!

Abbildung 2: Bei der 32-GByte-Version bleiben rund 26 GByte für Daten frei.
Abbildung 2: Bei der 32-GByte-Version bleiben rund 26 GByte für Daten frei.

Die Kamera: Plus und Minus

Geteilter Meinung waren wir bei den Tests bezüglich der Kamera: Sie macht gute Fotos und spielt ihre Stärken vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen aus, aber es ist keine außergewönlich gute Kamera. Wer meistens im freien Fotografiert wird aus seiner 8-Megapixel-Smartphone-Kamera genauso gute Bilder herausholen, wie mit der 4,1-Megapixel-Cam des HTC One. Wer jedoch gerne auf Partys oder in Gebäuden fotografiert, wird die Ultrapixel des HTC One und den optischen Bildstabilisator schnel zu schätzen wissen.

Ultrapixel erklärt

Der Bildsensor des HTC One speichert 4,1 Millionen Pixel. Deshalb handelt es sich um eine 4,1-Megapixel-Kamera. HTC nutzt dafür den gleich großen BSI-CMOS Sensor, wie andere Hersteller. Auf dem Sensor sind aber deutlich weniger Pixel verbaut, sodass ein einziger Pixel 2,0 Micron groß ist (entspricht etwa dem Wert günstiger Kompaktkameras), während bei typischen 8-Megapixel-Kameras, wie zum Beispiel im Nexus 4 ein Pixel lediglich 1,4 Micron groß ist, bei 13-MP-Smartphone-Kameras sogar nur 1,1 Micron. Dadurch, dass der Pixel größer ist, kann er deutlich mehr Licht absorbieren, was zu einem Bild mit weniger Rauschen führt.

HTC hat auch dem One ein paar spezielle Software-Features für die Kamera verpasst. Diese befindet sich quasi ständig im Videomodus und speichert so bei Schnappschüssen auch die paar Sekunden vor und nach dem Betätigen des Auslösers. So lassen sich bei Gruppenfotos zum Beispiel die Gesichter nachträglich auswählen, um ein Foto zu erstellen, bei dem keiner der Beteiligten die Augen geschlossen hat. Auch Montagen mit mehreren Aufnahmen der gleichen Person wie beim Galaxy S4 lässt die Software zu. Sehr gut gefallen hat uns auch die Zoe-Funktion. Sie erstellt aus statischen Fotos dynamische Foto-Shows, die sich als Video verschicken oder zu Facebook bzw. YouTube hochladen lassen.

Mit Sense 5

Angepasste Oberflächen im Stil von HTC Sense oder Samsungs Touchwiz sind nicht Jedermanns Geschmack. Tatsache ist aber auch, dass man die Bedieung eines Smartphones mit einer smarten Oberfläche noch ein Stück besser machen kann.

Mit BlinkFeed bringt HTC Sense 5 die Inhalte auf den Homescreen, die von den meisten Nutzern häufig abgefragt werden. Dazu gehören Status-Updates bei Facebook und allgemeine Nachrichten. Der Vorteil des BlinkFeeds: Da die Meldungen gleich auf dem Homescreen erscheinen, muss man nicht (unbedingt) zur Facebook-App wechseln. Das spart Zeit und Akku! Nicht gefallen hat uns an BlinkFeed hingegen, dass sich Google+ nicht einbinden lässt und es anscheinend auch keine Einstellung für beliebige RSS-Feeds oder einzelne Twitter-Accounts gibt. Wer mit BlinkFeed nichts anfangen kann, wischt einfach nach rechts und bekommt so den gewöhnlichen Homescreen. Man muss es also nicht nutzen, wenn man es nicht mag.

Die restlichen Änderungen von Sense 5 finden wir gelungen. Das Design ist etwas überarbeitet, aber keine große Umstellung, wenn man sich an HTC Smartphones gewohnt ist. Die fehlende Multitasking-Taste haben wir nicht vermisst. Otto Normaluser konnte damit auch bei den restlichen One-Modellen nicht wirklich etwas anfangen. Immerhin scheint der HTC-Schriftzug auch eine Taste zu verbergen, sodass sich hier für PowerUser bestimmt mit Hacks noch etwas machen lässt.

Abbildung 3: Das HTC One lässt sich auch komplett ohne BlinkFeed benutzen.
Abbildung 3: Das HTC One lässt sich auch komplett ohne BlinkFeed benutzen.

Fazit

HTC hat mit der Kamera des One einen gewagten Schritt getan. Die Ultrapixel-Kamera macht zwar bei schlechten Lichtverhältnissen deutlich bessere Bilder, aber eben nur dann. Das Display des HTC One ist großartig, die Verarbeitung über alle Zweifel erhaben und die Akkulaufzeit deutlich besser als befürchtet. Bei HTC Sense 5 muss sich hingegen noch zeigen, wie praktisch BlinkFeed tatsächlich ist. Komplett überzeugt hat uns das HTC One beim Sound: Es ist das mit Abstand beste Smartphone für Musikfans.

HTC One

Kerndaten
Hersteller HTC
Formfaktor 4,7-Zoll-Smartphone
Auflösung 1080 x 1920 Pixel
Prozessor 1,7 GHz, Quad Core, Snapdragon S600
Android Version 4.1.2
Akku 2300 mAh
Laufzeit (Standby/Gesprächszeit) k. A.
Gewicht 143g
Preis 589 Euro
Technische Daten und Preisvergleich
http://www.android-user.de/lp/15873
Performance
AnTuTu-Benchmark 18252 Punkte
Vellamo-Benchmark (HTML5) 2411 Punkte
Vellamo-Benchmark (Metal) 786 Punkte
Video-Wiedergabe 1080p
Android-User Bewertung 4,8 Punkte
 

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