24. November 2021
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Kurztest: HTC One S

Nachdem HTC 2011 mit recht vielen Smartphones die Käufer zum Teil etwas verwirrte, will man 2012 mit der One-Serie wieder zurück zur Spitze der Android-Hersteller. Wir haben uns das HTC One S näher angeschaut.

Plusminus

+ Schnelle CPU

+ Verarbeitung

+ Schnelle Kamera

+ Amoled-Display

– Keine MicroSD

– Akku fest verbaut

Eigentlich ist ja das HTC One X mit Quad-Core-Prozessor das neue Flaggschiff von HTC, das HTC One S hat jedoch kaum weniger zu bieten, im Gegenteil. Es sieht besser aus, ist in ein hochwertiges Metall-Gehäuse verbaut und glänzt zudem mit einem sehr schönen Amoled-Display.

X oder S?

HTC macht die Entscheidung nicht leicht: Das One X ist etwas größer, besitzt eine Vierkern-CPU und verfügt über 32 GByte internen Speicher. Zudem löst das 4,7" große Display mit 1280×700 Pixeln auf und das X-Modell besitzt ein NFC-Modul. Das One S ist dafür deutlich flacher, verfügt über die leicht bessere Akkulaufzeit und zeigt dank Amoled-Display schönere Farben an. Auf NFC müssen Sie beim One S verzichten, der interne Speicher beträgt nur 16 GByte.

Der erste Eindruck

Das HTC One S erweckt auch bei erfahrenen Smartphone-Fans nach langer Zeit wieder mal das Gefühl des Haben-Wollens. Das Android-4.0-Gerät liegt extrem gut in der Hand ohne zu rutschen, reagiert flott auf Eingaben und ist an der dicksten Stelle so flach, wie das Galaxy Nexus an seiner dünnsten Stelle, also sehr flach. Dank Metall-Gehäuse bleibt es zudem angenehm kühl, auch in der Hosentasche.

Sehr zufrieden waren wir in den Tests auch mit den Akku-Laufzeiten des One S. Obwohl im Smartphone ein 1,5 GHz schneller Dual-Core-Prozessor verbaut ist (Snapdragon S4) und der fest verbaute 1650-mAh-Akku im Vergleich eher schwach wirkt, schafften wir in den Tests auch mal drei Tage Laufzeit mit rund 2 Stunden Displaynutzung. Unter Last ist der Akku aber zu schwach, mehr als drei bis vier Stunden spielen liegt nicht drin, die Standby- und Gesprächszeiten sind aber gut.

Abbildung 1: Die Akkulaufzeit des HTC One S gehört trotz fest verbautem 1650-mAh-Akku zu den Stärken des Smartphones.
Abbildung 1: Die Akkulaufzeit des HTC One S gehört trotz fest verbautem 1650-mAh-Akku zu den Stärken des Smartphones.

Von seiner besten Seite zeigt sich das HTC One S auch bei unseren Standard-Benchmarks. Im AnTuTu-Test liegt das Gerät mit rund 7100 Punkten deutlich über anderen Dualcore-Modellen mit einer 1,5 GHz schnellen CPU. Beim Vellamo-Benchmark lässt der Snapdragon-Prozessor sogar die Vierkern-Konkurrenz weit hinter sich und kommt hier auf sagenhafte 2440 Punkte.

Abbildung 2: Beim Vellamo-Benchmark liegt das HTC One S deutlich vor den Quadcore-Modellen mit Tegra 3.
Abbildung 2: Beim Vellamo-Benchmark liegt das HTC One S deutlich vor den Quadcore-Modellen mit Tegra 3.

Ein weiteres Top-Feature des Smartphones stellt die 8-Megapixel-Kamera dar. Sie reagiert nicht nur unglaublich schnell auf eingaben, sondern verfügt auch über eine Serienfunktion mit maximal 20 Bildern pro Sekunde und nimmt dank 2.0-Blende und 28mm-Objektiv auch bei schlechten Lichtverhältnissen noch recht gute Fotos auf.

HTC Sense

Die Begeisterung über das sehr gelungene HTC-Smartphone bremst leider die hauseigene Sense-Oberfläche etwas. Sie lässt von der Schönheit von Ice Cream Sandwich und dem "Holo" Theme praktisch nichts an die Oberfläche geraten. Sie Symbole sind durchs Band sehr bunt und die Bedienung weicht an einigen Stellen von Android 4.0 ab. HTC hat jedoch bei der Portierung von Sense auf Android 4.0 recht gute Arbeit gemacht, sodass die Funktionalitäten von Android 4.0 enthalten sind, auch wenn man Sie manchmal auf anderen Wegen erreicht als vom Galaxy Nexus her gewohnt. Wählen Sie vom Home-Screen aus die Menütaste erscheint so eine Liste der aktiven Apps, die aber optisch stark von Android 4.0 abweicht. Hier können Sie die unerwünschten Einträge mit einer Wischgeste nach oben entfernen.

Abbildung 3: Die Liste der zuletzt benutzten Apps unterscheidet sich optisch von Android 4.0, funktionell hingegen nicht.
Abbildung 3: Die Liste der zuletzt benutzten Apps unterscheidet sich optisch von Android 4.0, funktionell hingegen nicht.

HTC Sense bietet aber auch einige Vorteile. So können HTC-Nutzer problemlos von einem Gerät zum neuen HTC One S wechseln, ohne sich umstellen zu müssen. Andere Hersteller mit individuellen Oberflächen müssen sich hier jeweils Gedanken machen, wie sie dieses Problem lösen. Zudem ist es bei HTC weiterhin möglich, Widgets über das Gedrückthalten auf einer leeren Fläche hinzuzufügen. Beim Vanilla-Android lässt sich so nur noch der Hintergrund ändern. HTC hat dem One S auch einen USB-Massenspeichermodus spendiert, wie man ihn von Android 2.3 her kennt. Wer also keine Lust hat, sich mit MTP oder PTP herumzuplagen, ist mit dem One S gut bedient.

Auch neben HTC Sense hat das Smartphone einige vorinstallierte Apps zu bieten. Dazu gehören unter anderem ein kompletter Automodus sowie ein PDF-Betrachter, Polaris Office, das Internetradio TuneIn sowie ein sehr guter Sprachrecorder und das Spiel Teeter.

Abbildung 4: Der Auto-Modus von HTC erlaubt neben dem Navi auch den Zugriff auf Musik und das Telefon.
Abbildung 4: Der Auto-Modus von HTC erlaubt neben dem Navi auch den Zugriff auf Musik und das Telefon.

Kritikpunkte

In einigen Foren ist davon zu lesen, dass die hitzebeschichtete Oberfläche an manchen Stellen bereits abblättere. Bei unserem schwarzen Testgerät konnten wir keinerlei solche Probleme feststellen. Im Gegenteil: beim Entfernen der oberen Abdeckung zum Einsetzen der MicroSIM-Karte, blieben an den Fingernägeln deutliche Kratzer zurück, die vom harten Gehäuse her stammen. Wenn die Beschichtung abblättert dürfte es sich somit eher um einen Produktionsfehler handeln, den HTC hoffentlich im Rahmen der Gerätegarantie abdeckt.

Nicht gefallen hat uns beim HTC One S die Platzierung der Benachrichtigungs-LED. Diese ist beim Mikrofon oben links verbaut (untere Reihe, fünftes Loch von links) und ziemlich schlecht sichtbar. Lediglich im Dunkeln kann man die Benachrichtigungen gut erkennen, bei Tageslicht muss man schon genau auf das Gerät schauen.

Abbildung 5: Die Benachrichtigungs-LED ist bei normalen Lichtverhältnissen kaum zu erkennen.
Abbildung 5: Die Benachrichtigungs-LED ist bei normalen Lichtverhältnissen kaum zu erkennen.

Abbildung 6: Unter der oberen Abdeckung befindet sich der Slot für die Micro-SIM-Karte.
Abbildung 6: Unter der oberen Abdeckung befindet sich der Slot für die Micro-SIM-Karte.

Fazit

Falls Sie auf der Suche nach einem würdigen Nachfolger für ein HTC-Gerät sind, dann ist das One S eine gute Wahl. Das Smartphone überzeugt nicht nur in den Benchmarks sondern fühlt sich auch sehr schnell an und HTC Sense ist in Version 4.0 recht gut gelungen. Möchten Sie hingegen nur ein aktuelles Android-Handy mit Ice Cream Sandwich, dann werden Sie vom One S leicht enttäuscht sein, da von Android 4.0 eigentlich kaum etwas zu sehen ist. Sobald es für das Gerät einen entsperrten Bootloader und Custom-ROMs gibt, können wir das HTC One S uneingeschränkt empfehlen, für neue Android-Anwender und HTC-Fans ist es aber bereits jetzt klar eines der besten Smartphones auf dem Markt, wenn nicht sogar das allerbeste.

HTC One S

Hersteller HTC
Formfaktor 4,3-Zoll-Smartphone
Auflösung 540×960 Pixel
Prozessor ARMv7, 1,5 GHz Dual-Core
Android-Version 4.0.3
Akku 1650mAh
Laufzeit (Standby/Gespräch) 378h/10h
Gewicht 120g
Preis (Internet) 500 Euro
Technische Details und Preisvergleich
  https://www.android-user.de/lp/6474
Performance
AnTuTu-Benchmark 7116 Punkte
Vellamo-Benchmark 2441 Punkte
Android-User-Bewertung 4,8 Punkte
 

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