Start Aktuell Jabra Rox Wireless im dreimonatigen Intensivtest

Jabra Rox Wireless im dreimonatigen Intensivtest

In-Ear-Kopfhörer mit Bluetooth-Support sind eine Besonderheit. Dazu gehören auch die Rox Wireless von Jabra, die die Dänen im Frühling vorstellten. Wir haben die drahtlosen Rox-Kopfhörer über einen Zeitraum von drei Monaten ausführlich getestet und klären in diesem Testbericht, ob die Rox Wireless den Preis Wert sind.

Jabra ist eine dänische Audio-Firma, die zum Hörgerätehersteller GN gehört. Sie hat sich durch Bluetooth-Headsets einen Namen gemacht und bietet bereits seit Jahren auch Audio-Produkte im Bereich der Bluetooth-fähigen Kopfhörer an.

Design & Verarbeitung

Designtechnisch sind die Jabra Rox auf einem sehr hohen Niveau und wurden unter anderem mit dem Reddot Design Award ausgezeichnet. Erhältlich in Schwarz mit rotem Akzent, oder in Weiß (mit rotem Akzent), bieten die Rox aus einem Stahlgehäuse mit Kunststoffummantelung eine sehr robuste Qualität. Als Besonderheit verfügen beide Ohrteile über eine magnetische Aluminiumfläche. Wenn Sie beide Ohrteile aneinanderhalten, dann verbinden sich diese durch den Magneten und schalten die Kopfhörer aus. Die Verarbeitung ist wie von Jabra gewohnt sehr gut, störend ist lediglich, dass an der Aluminiumfläche der Ohrteile durch das Aneinanderklipsen mit der Zeit der Lack abgeht. Die Jabra Rox sind gegen Wasser und Staub geschützt, sodass man sie auch bei Regen tragen oder problemlos mit einem feuchten Lappen reinigen kann. Die Kopfhörer kosten aktuell bei Amazon rund 150 Euro.

Drahtlos, aber nicht ganz kabellos: Die Rox Wireless von Jabra mit Bluetooth-Support.
Drahtlos, aber nicht ganz kabellos: Die Rox Wireless von Jabra mit Bluetooth-Support.

Koppeln und bedienen

Zur Steuerung der Kopfhörer stehen drei Tasten zur Verfügung. Die Verbindung zwischen Abspielmedium und den Jabra Rox erfolgt über Bluetooth. Neben dem manuellen Pairing bietet Jabra beim Rox Wireless auch das bequeme Koppeln via NFC an. Ohne NFC-Handy hält man dazu beim Einschalten die mittlere der drei Tasten gedrückt, bis die Status LED am linken Hörer blau blinkt. Dadurch wird signalisiert, dass sich die Rox im Pairing -Modus befinden. Nun sollten die Kopfhörer im Bluetooth-Menü auftauchen und bereit für eine Verbindung sein. Via NFC geht es um einiges schneller. Das Bedienelement an die Rückseite des NFC-fähigen Smartphones halten, die Kopplungs-Anfrage bestätigen und schon ist das Headset mit dem Android-Gerät verbunden.

Die Wiedergabe lässt sich über die drei Tasten steuern, sodass man beim Hören von Musik nicht immer das Smartphone griffbereit halten muss. Ein Tipp auf die mittlere Taste pausiert bzw. startet die Wiedergabe, mit den beiden anderen wird die Lautstärke geregelt. Ebenfalls lässt sich über die Lauter-Taste, wenn keine Verbindung aktiv ist, der Akku-Stand erfragen. Sollte dieser zu Neige gehen, warnen die Kopfhörer aber vorher automatisch über Unterbrechungen, dass Sie über die Micro-USB-Buchse im einen Ohrteil Strom rechtzeitig nachliefern können. Jabra gibt eine aktive Laufzeit von 6 Stunden an, die wir in unseren Tests bestätigen konnten. Mit den Jabra Rox lässt sich nicht nur Musik hören – dank des im Bedienteil eingebauten Mikrofons funktionieren die Rox auch als Headset. Wirklich nutzbar ist das jedoch nur in einer ruhigen Umgebung, sobald die Umgebung lauter ist, wird man vom Gesprächspartner nur noch schlecht verstanden, da das Mikrofon zu weit vom Mund entfernt ist.

Sound

Die Jabra Rox liefern eine für eine Bluetooth-Verbindung erstaunlich gute Soundqualität. Wenn die Ohrstücke richtig im Ohr sitzen, ist der Klang relativ ausgeglichen mit leicht dominierenden Höhen. Sobald die Ohrstücke nicht mehr an der korrekten Stelle sitzen, schrumpfen Tiefen und Bässe sehr schnell. Das ist aber normal bei In-Ear-Kopfhörern. Die müssen einfach passen, sonst passt der Sound nicht.

Die mit den Rox Wireless zu erreichende Lautstärke ist beachtlich. Wir empfehlen deshalb, bei längerem  Musikgenuss die Lautstärke etwas runterzudrehen, um das Gehör zu schonen. Die Wiedergabe über Bluetooth ist in der Regel stabil, hin und wieder kam es in den Tests zu kleineren Verbindungsstörungen, die aber innerhalb weniger Sekunden von alleine wieder verschwinden. Auch das ist bei Bluetooth-Geräten — leider — normal. Hängt aber auch vom Smartphone bzw. Tablet ab und ob der Nachbar gerade sein Essen in der Mikrowelle wärmt…

Tragekomfort

Die ganze Technik, die in den Jabra Rox unterkommen muss, braucht ihren Platz: Die Jabra Rox sind deshalb im Vergleich zu kabelgebundenen In-Ear-Kopfhörern definitiv schwerer und größer. Das führt dazu, dass sie schneller aus dem Ohr fallen bzw. nicht richtig halten. Dem wirkt Jabra zwar entgegen, indem die Firma kleine Gummihalterungen mitliefert, mit denen die Jabra Rox deutlich besser und sicherer im Ohr sitzen. In drei Größen gibt jeweils eine Gummihalterung für den rechten und den linken Hörer. Die Halterungen lassen sich einfach über die Hörer ziehen und nach ein bisschen Feinjustierung sitzen die Jabra Rox dann gut im Ohr. An die Halterungen muss man sich jedoch erst gewöhnen. Bei anfänglicher Benutzung hatte ich noch Probleme damit, irgendwann gewöhnt man sich dann aber daran. Selbstverständlich lassen sich die Jabra Rox Wireless auch ohne die mitgegebenen Halterungen benutzen, allerdings sitzen sie dann spürbar schlechter. Für Sport oder andere bewegten Aktivitäten eignen sich die Jabra Rox deshalb nicht so wirklich optimal. Abgesehen davon ist der Tragekomfort durchaus gut.

Der große Vorteil der Jabra-Kopfhörer besteht darin, dass es kein Kabel vom Handy/Tablet zum Headset gibt, somit besteht auch keine Möglichkeit von störenden Reibungen, die sich über das Kabel übertragen, wie sie bei typischen In-Ear-Kopfhörern üblich sind.

Jabra Sound App

Jabra bietet eine eigene App für iOS und Android-Smartphones an, die noch mehr aus den Jabra Rox Wireless herausholen soll. Und zwar ist das Unternehmen eine Kooperation mit Dolby Digital eingegangen, um ein noch besseres Klangerlebnis zu bieten. Zur Nutzung des Dolby Digital Plus Codecs benötigt man die von Jabra angebotene App. Diese steht kostenfrei bei Google Play zum Download bereit. Beim ersten Start muss man das Jabra-Produkt mit einem Code authentifizieren, der im Lieferumfang enthalten ist. Danach verhält sich die Jabra Sound-App wie ein gewöhnlicher Musikplayer. Man bekommt eine Medienbibliothek aufgeteilt in Alben, Künstler, Genre und Lieder zur Verfügung und es gibt auch Playlisten. Am unteren Rand des Abspielfensters findet sich das Dolby-Icon für Dolby Digital Plus. Dieses Feature steigert die ohnehin schon gute Audioqualität noch einmal. Alles klingt voller und räumlicher als vorher. Zudem beinhaltet die App einen eigenen Equalizer sowie die Möglichkeit YouTube Videos zu speichern und die Tonspur als Lied abzuspielen. In unseren Tests funktionierte das nicht immer und auch die App an sich lief nicht immer flüssig. Davon abgesehen ist die Jabra Sound App super um einen noch besseren Klang mit den Kopfhörern zu bekommen.

 

Die Jabra-Sound-App lässt sich nur über einen entsprechenden Freischaltcode benutzen.
Die Jabra-Sound-App lässt sich nur über einen entsprechenden Freischaltcode benutzen.

Am unteren Bildschirmrand befindet sich die Steuerung für Dolby Digital Plus.
Am unteren Bildschirmrand befindet sich die Steuerung für Dolby Digital Plus.

Fazit

Jabra erweitert den Markt der Bluetooth-Kopfhörer um In-Ear-Kopfhörer, die technisch auf dem neusten Stand sind, bei denen man aber leichte Abstriche bzgl. des Tragekomforts machen muss. Der Sound ist wie von Jabra gewohnt gut und auch die Bedienung geht problemlos von der Hand. Wenn zukünftig die Technik noch kleiner und etwas leichter wird, sind wir uns sicher, dass Jabra auch noch die Kritikpunkte beim Tragekomfort ausmerzen und die Jabra Rox noch mal verbessern wird. Für alle, die Musik im Sitzen, Stehen oder Liegen genießen, gehören die Jabra Rox Wireless aber definitiv in die engere Auswahl bei der Suche nach kabellosen In-Ear Kopfhörern.

Kommentiere den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here