9. Dezember 2022
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Im Test: Zwei HDMI-Sticks mit Android 4

Android gibt es nicht nur in Tablets und Smartphones sondern in vielen weiteren Geräten. Für diesen Artikel haben wir zwei Sticks mit HDMI-Anschluss und Android 4 getestet.

Sie besitzen einen Monitor oder ein TV-Gerät mit HDMI-Eingang und möchten so eine Multimedia-Zentrale erstellen. Dann sind die hier vorgestellten Sticks genau das Richtige. Sie erhalten damit ein Android-System auf Ihrem TV, wobei bei beiden Sticks eine alternative Oberfläche zum Einsatz kommt, die die Bedienung von der Couch aus deutlich angenehmer macht. Beide Sticks verfügen dank einer Dual-Core-CPU und 1 GByte RAM über genügend Rechenleistung, um auch Full-HD-Videos abzuspielen und praktisch sämtliche Spiele flüssig wiederzugeben.

Nova UG802


Bei diesem Stick handelt es sich um einen angepassten Mini-PC der Firma Motioncoding aus Freiburg. Im Dongle von der Größe von etwa zwei Streichholzschachteln werkelt ein Rockchip 3066 Multi-Core-Prozessor. Dabei handelt es sich um einen Dual Core Cortex A9 kombiniert mit der Vierkern-GPU Mali400. Zusammen mit 1 GByte RAM,4 GByte internem Speicher und Android 4.0.4 sorgt das für mehr als genug Power. Die Sticks [1] werden direkt aus Deutschland verkauft und kosten 79 Euro. Im Lieferumfang befindet sich neben dem Mini-PC und einem USB-Netzteil auch noch ein HDMI-Verlängerungskabel. Somit lässt sich der Adapter auch nutzen, wenn am TV-Gerät zu wenig Platz für den Stick vorhanden ist.

Als grafische Oberfläche setzt der Nova-Stick das Moui Media Center ein. Dabei handelt es sich um eine stark vereinfachte Oberfläche mit Kacheln, die leicht an Windows Phone bzw. Windows 8 erinnert. Die Menüpunkte sind recht schlicht gehalten und auch der Audio- und der Video-Player glänzen eher mit einfachen Funktionen anstelle von viel Schnickschnack. Auf dem Android-4.0.4-System ist auch Google Play vorinstalliert. Sie können also Apps und Spiele aus dem offiziellen Google-Store herunterladen. Zur Steuerung des Systems benutzen Sie am besten eine Bluetooth-Maus/-Tastatur. Da der Stick nur einen USB-Port frei hat, lohnt sich der Einsatz eines USB-Hubs mit eigener Stromversorgung. So können Sie auch externe Festplatten und weiteres Zubehör anschließen.

Abbildung 1: Die grafische Oberfläche des Nova-Sticks erinnert etwas an Windows Phone.
Abbildung 1: Die grafische Oberfläche des Nova-Sticks erinnert etwas an Windows Phone.

Die Besonderheit des Nova-Sticks besteht in der zugehörigen Android-Streaming-App, die Sie nach dem Kauf des Dongle herunterladen können. Damit streamen Sie vom Handy aus Musikdateien und Videos auf den Mini-PC bzw. an den Fernseher. Das Handy wird also nicht nur zur Fernbedienung sondern dient auch gleich als Mediapool. Die zugehörige App befindet sich aber noch im Entwicklungsstadium und zeigt sich bei den Routern recht wählerisch. Zudem muss auf dem Router auch die Firewall deaktiviert sein. Auch bei der App gilt das für den Mini-PC bereits gesagte: Die Funktionalität geht über das Design. Es gibt weder eine Sortierung nach Album und Interpreten bei der Musik noch Vorschaubilder bei den Fotos oder Videos. Hier müssen die Programmierer noch viel verbessern.

Abbildung 2: Über die zugehörige Remote App streamen Sie Fotos, Videos und Musik auf den Mini-PC.
Abbildung 2: Über die zugehörige Remote App streamen Sie Fotos, Videos und Musik auf den Mini-PC.

Sehr gut gefallen hat uns beim Stick die Performance: Ruckler oder gar Aussetzer traten keine auf.

Minix Neo 4G


Von der Hardware her ist der Minix-Stick mit dem Nova-Stick praktisch identisch. Einzig den Anschluss an das TV-Gerät hat man beim Minix-Stick anders gelöst. Hier verfügt der Stick über einen Female-Anschluss, in der Verpackung liegt deshalb ein kurzer HDMI-Adapter "Male auf Male" bei. Bei dieser Lösung gibt es auch den einzigen großen Kritikpunkt: Da die Montage auf diese Weise fix ist, lässt sich der Stick nur in Ausnahmefällen so anbringen, dass auch die beliegende Fernbedienung funktioniert.

Beim Mini-Stick müssen Sie zunächst den Launcher wählen. Zur Auswahl stehen der traditionelle Launcher von Android 4 und eine Media-Center-Lösung. Diese hat uns in den Tests sehr gut gefallen, da sie sich perfekt mit der im Lieferumfang befindlichen Fernbedienung nutzen lässt und zudem auch sehr flott arbeitet. Full-HD-Filme meistert auch der Minix-Stick dank der starken GPU problemlos. Mit einem empfohlenen Verkaufspreis von 84,90 Euro ist der Stick zwar rund fünf Euro teurer als die Nova-Lösung, dafür bekommen Sie aber 8 GByte internen Speicher und die Fernbedienung als großen Pluspunkt.

Abbildung 4: Die Media-Center-Oberfläche des Minix-Sticks.
Abbildung 4: Die Media-Center-Oberfläche des Minix-Sticks.

Abbildung 5: Die Einstellungen sind bei beiden Sticks identisch.
Abbildung 5: Die Einstellungen sind bei beiden Sticks identisch.

Bei beiden Sticks negativ aufgefallen ist das Problem mit der Verkabelung. So brauchen Sie einen Netzadapter, damit der Stick genügend Strom bekommt, und wenn Sie keinen Bluetooth-Dongle zur Hand haben, dann müssen Sie auch noch einen USB-Hub für Maus, Tastatur und eventuelle externe Festplatten anschließen. Je nachdem, wo Ihr TV-Gerät steht und wie es eingebaut ist, kann das zu einem kleinen Problem werden. Theoretisch lassen sich die Sticks auch über den USB-Port des TV-Geräts mit Strom versorgen, das wird von den Herstellern aber nicht empfohlen und führte auch in den Tests zu Problemen.

Fazit

Beim Minix-Stick hat uns die Lösung mit der beliegenden Fernbedienung besser gefallen. Allerdings kann man damit nicht im Internet browsen. Nutzt man das System aber als reine Media-Center-Lösung dann ist praktisch alles dabei. Der Vorteil des Nova-Sticks besteht darin, dass Sie über die zugehörige App vom Smartphone aus Musik, Bilder und Video auf den Stick streamen können. Allerdings zeigt sich der Stick recht wählerisch, was die Router anbelangt und die Android-App ist noch lange nicht ausgereift (Stand Anfang Dezember 2012). Bei beiden Sticks können Sie aber für den Preis von rund 80 Euro nicht viel falsch machen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt und dank Versand und Support in Deutschland gibt es in den ersten 12 Monaten garantiert keine Probleme.

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