Start Magazin Im Test: Zwei Audiosysteme von Philips und Soundfreaq

Im Test: Zwei Audiosysteme von Philips und Soundfreaq

© Philips

Wenn man abends nach Hause kommt, möchte man gerne noch etwas Musik hören und sein Smartphone dabei aufladen. Dazu eignen sich die hier vorgestellten Sound-Systeme

Eine Sound-Station für Android herzustellen, ist kein leichtes Unterfangen, da sich USB- und Audio-Anschlüsse bei jedem Hersteller, ja selbst bei jedem Gerät an einem andern Ort befinden. Die Lösung für das Problem lautet Bluetooth. Das Drahtlos-Protokoll mit relativ geringem Energieverbrauch hat in den letzten Jahren mächtig dazugelegt und kann ie heute üblichen 128 bis 192 KBit/s bei Musikdateien problemlos wiedergeben.

Bluetooth verfügt aber nach wie vor über recht hohe Latenzzeiten, und spätestens wenn Sie ein Sound-System zur begleitenden Akkustik bei einem Film einsetzen möchten, werden Sie das negativ feststellen. Für eine bestmögliche Qualität bleibt deshalb weiterhin der Kopfhörer-Ausgang bzw. der Line-In-Eingang beim Soundsystem die einzige Lösung, außer Sie gehören zu den glücklichen Besitzern eines Smartphones mit HDMI- oder MHL-Schnittstelle.

Fidelio AS 851


Bluetooth ist bei jedem Android-Smartphone vorhanden, bleibt somit noch das Problem mit dem Micro-USB-Anschluss, der sich mal oben, mal unten, mal an der Seite befindet. Dieses Problem hat Philips beim Fidelio AS 851 [1] über einen beweglichen MicroUSB-Anschluss gelöst, der sich seitlich hin und her schieben und um seine eigene Achse drehen lässt. So arbeitet praktisch jedes Android-Smartphone und -Tablet mit dem AS 851 zusammen.

Allerdings bleibt ein letztes Problem bestehen: Befinden sich USB- und Kopfhörer-Anschluss bei Ihrem Gerät an der gleichen Seite (zum Beispiel beide an der Unterseite des Handys), dann können Sie das Gerät nicht gleichzeitig laden und über den Kopfhörer-Ausgang Musik hören, da neben dem USB-Anschluss kein Platz für ein zusätzliches Line-In-Kabel besteht. Die Wiedergabe muss dann zwingendermaßen über Bluetooth erfolgen. Das ist insofern nicht weiter tragisch, da das Playback via Bluetooth in den Tests sehr gut funktioniert hat. Hier scheint Bluetooth 2.0 EDR+ tatsächlich für einen großen Fortschritt gesorgt zu haben, denn bei früheren Bluetooth-Audio-Systemen störte meistens ein leichtes Rauschen die Qualität. Lediglich beim Abnehmen des Smartphones und wieder aufstecken, kam es zu leichten Problemen und das Sound-System von Philips bzw. die Bluetooth-Übertragung geriet kurz ins Stocken.

Fünf Sterne bekommt Philips von uns für das vorbildliche Setup beim Bluetooth-Pairing und der Installation der Apps. Schließen Sie das Smartphone an das Fidelio-System an, dann geschehen auf dem Smartphone alle Schritte fast automatisch. Sie müssen nur noch Ihr OK geben, um Bluetooth einzuschalten und die Fidelio-App sowie Songbird aus dem Market zu laden. Das hat in den Tests perfekt funktioniert, sodass sich das System auch für Anfänger sehr gut eignet. Nicht ganz zufrieden waren wir mit der Fernbedienung und der Fidelio-App. Trotz zahlreicher Versuche gelang es uns nicht, das Testhandy so einzurichten, dass das Display stets hell blieb. Sobald wir irgendeine Taste auf der Fernbedienung betätigten, war das Display wieder gedimmt. In den Tests gelang es zudem nicht, mittels Fernbedienung zwischen der Wetter-/Uhr-Ansicht und dem Songbird-Player zu wechseln. Dafür eignet sie sich, um zwischen dem Playback via Bluetooth und via Line-In zu wechseln.

Abbildung 1: Die Fidelio-App zeigt das Wetter und die Uhrzeit an. Das Design der App könnte aber etwas besser sein.
Abbildung 1: Die Fidelio-App zeigt das Wetter und die Uhrzeit an. Das Design der App könnte aber etwas besser sein.

Die Audioqualität des Philips Fidelio AS 851 ist über Bluetooth und den Line-In-Anschluss sehr gut, die App selbst leider nur beim Setup vorbildlich. Sie können das Sound-System aber auch problemlos ohne Fidelio-App benutzen, da Android das über Bluetooth gekoppelte Gerät auch so als Ausgabemöglichkeit erkennt.

Abbildung 2: Der Wechsel zwischen den einzelnen Komponenten der Fidelio-App lässt sich nur via Smartphone vornehmen.
Abbildung 2: Der Wechsel zwischen den einzelnen Komponenten der Fidelio-App lässt sich nur via Smartphone vornehmen.

Zu Songbird gibt es nicht viel zu sagen. Der Player verrichtet seine Arbeit nicht schlecht und lässt sich via Windows-Software auch zur Synchronisation mit dem PC nutzen. An Audioplayer wie PowerAMP oder Winamp kommt er aber nicht heran. Das Sound-System Fidelio AS 851 kostet rund 160 Euro im Internet.

Abbildung 3: Philips arbeitet schon seit längerer Zeit mit dem freien Medienplayer Songbird für den es auch eine Windows-Version gibt.
Abbildung 3: Philips arbeitet schon seit längerer Zeit mit dem freien Medienplayer Songbird für den es auch eine Windows-Version gibt.

Soundstep Recharge


Das von Soundfreaq vertriebene System "Soundstep Recharge" ist in erster Linie für iPhone-Nutzer gedacht. Der Dock-Anschluss in der Mitte ist jedoch mit einer Gummikappe bedeckt, auf dieser lässt sich auch ein Android-Smartphone gut platzieren. Zum Laden gibt es einen Standard USB-Ausgang.

Auch Soundfreaq bietet zum Soundsystem eine App an, die wir aber nicht zur Installation empfehlen. Stattdessen sollten Sie das Handy einfach über Bluetooth mit der Soundstep-Box koppeln und anschließend die Musik über Ihren Lieblingsplayer abspielen. Die Fernbedienung funktioniert aber auch ohne App, da Standard-Befehle übertragen werden, die jedes Bluetooth-Audio-Gerät versteht, somit auch das Android-Smartphone.


An der Audioqualität gibt es fast nichts auszusetzen. Auch über Bluetooth klingt der Ton satt und klar, ein Rauschen wie bei früheren Bluetooth-Soundsystemen ist nicht zu hören. Lediglich die mittleren Frequenzen kommen etwas zu kurz, der Bass überwiegt. Das gilt auch für den zusätzlich einschaltbaren Raumklang. Gegenüber dem Fidelio-System von Philips bringt die Soundstep-Box den Vorteil eines integrierten Akkus mit: Damit können Sie bis zu sechs Stunden lang Musik auch ohne Strom genießen. Soundstep Recharge kostet rund 180 Euro.

Fazit

Stört Sie das manuelle Setup und das überflüssige iPhone-Dock nicht, dann bekommen Sie mit der Soundstep-Box von Soundfreaq ein solides Musik-System mit guter Audioqualität und integriertem Akku. Deutlich besser auf die Nutzung mit Android ausgerichtet ist allerdings das Fidelio-AS-851-System von Philips, auch wenn hier in den Tests leichte Probleme auftraten. Rundum zufrieden waren wir aber mit keinem der beiden Systemen.

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