Start Magazin Im Test: Wiko Cink Peax 2 — Günstiges Dual-SIM-Smartphone praktisch ohne Schwächen

Im Test: Wiko Cink Peax 2 — Günstiges Dual-SIM-Smartphone praktisch ohne Schwächen

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Hierzulande noch weitgehend unbekannt, ist Wiko in Frankreich eine der meistverkauften Handymarken. Grund genug für uns, ein Wiko-Smartphone genauer unter die Lupe zu nehmen. Wir haben uns für das Wiko Cink Peax 2 entschieden, hier unser erster Eindruck.

Wirklich gute Dual-SIM-Handys sind immer noch mangelware. Zwar gibt es inzwischen recht viele Androiden im Einsteigerbereich mit Dual-SIM-Support, aber gerade im Mittelklasse- oder Oberklassebereich wird das Feld schnell dünn.  Mit dem aktuellen Internetpreis von 170 Euro ordnen wir das Cink Peax 2 von Wiko im Mittelfeld ein und stellten deshalb auch entsprechende Erwartungen an das Handy.

Verarbeitung und erster Eindruck

Das Cink Peax 2 gibt es in den Farben Schwarz und Weiß. Wir haben aktuell das schwarze Modell im Test. Die Verarbeitung des Handys ist gut, allerdings würden wir uns eine etwas weniger glänzende Rückabdeckung wünschen, da diese schon nach kurzer Zeit so aussieht, als hätte man die fettigsten Finger der Welt. Die weiße Version bringt eine weniger glänzende Rückabdeckung mit, die allein schon der Farbe wegen auch die Schlieren weniger stark anzeigt. Der Einschaltknopf befindet sich oben rechts und besitzt einen angenehmen Druckpunkt ohne zu lottern. Auf der Geräteoberseite befindet sich der Klinkenstecker für die Kopfhörer und die Micro-USB-Buchse zum Aufladen bzw. Anschluss an den PC. Oben links finden Sie die Lautstärkewippe. Hinter dem abnehmbaren Rückdeckel sitzt ein 1800 mAh starker Akku, der in unseren ersten Tests für recht gute Resultate sorgte. 

Auf der Rückseite befindet sich die 8-Megapixel-Hauptkamera mit Dual-LED-Blitz und ein Mono-Lautsprecher. Die Frontkamera vorne links löst mit 2 Megpixeln auf, Helligkeits- und Annäherungssensor befinden sich vorne rechts neben dem Lautsprecher. Das 540×960 Pixel große IPS-Display verfügt nicht nur über einen guten Blickwinkel sondern zeigt auch kräftige Farben und genügend Kontrast an. Die Auflösung ist zwar für ein 4,5-Zoll-Display keine Oberklasse, aber das Display ist definitiv deutlich besser als bei den meisten Mittelklasse-Androiden. Verzichten müssen Sie hingegen auf Gorilla Glas.

Bei der Anordnung der Soft-Buttons hat sich Wiko für das Samsung-Schema entschieden. Der Zurück-Button befindet sich also auf der rechten Seite, der Menübutton links. Bei der offiziellen Android-Version von Google ist die Anordnung umgekehrt. Das erfordert eventuell etwas Umgewöhnung, je nachdem, an welches System Sie sich gewönnt sind. Im Lieferumfang befindet sich neben Handy, Ladegerät, Kurzanleitung und USB-Kabel auch ein einfaches Headset.

Flotte Software

Auf dem Wiko Cink Peax 2 ist Android 4.1.2 vorinstalliert. Die Software weicht nicht nur in Details vom Standard-Android ab, wie es auf den Nexus-Geräten installiert ist, sondern Wiko hat viele Änderungen vorgenommen. So finden Sie in den Einstellungen beim Wiko bunte Icons, und die Anordnung der Icons im Dock ist ebenfalls leicht angepasst. Die Hauptprogramme Telefon, SMS und Kontakte hat Wiko zudem durch eigene Apps ersetzt.





Die SMS-App und weitere zentrale Komponenten hat Wiko durch eigene Apps ersetzt.

Auf den ersten Blick konnten wir hier weder einen Vorteil noch einen Nachteil erkennen. Der Dialer verfügt über etwas größere Icons und zeigt auch den letzten Anruf an. Beim Gesprächsverlauf können Sie zudem schnell nach eingehenden, ausgehenden und verpassten Anrufen filtern.  Beim Standard-Dialer von Android müssen Sie dazu das Menü aufrufen. 





Der Dialer von Wiko zeigt größere Zahlen und den lezten Anruf an.

Zu den vorinstallierten Apps gehören ein Videoplayer, eine Radio-App (es ist auch ein FM-Radio verbaut), ein Dateimanager, ein Sound-Recorder und eine eigene Uhren-App. Auch ein paar eigene Widgets hat Wiko dem Cink Peax 2 spendiert. Im vergleich zu anderen günstigen "Noname"-Androiden mit Quad-Core-Prozessor macht das Wiko-Handy mit seiner Mediatek-CPU (MT6589M) einen sehr flotten Eindruck. Das gute Tempo bestätigen auch unsere Standard-Benchmarks, bei denen das Cink Peax 2 nur leicht hinter den Werten des Snapdragon S4 Pro zurückbleibt und zum Beispiel besser als das Nexus 4 abschneidet. Unser Testgerät zeigte bislang keine Schwächen hinsichtlich der Performance: das System reagiert prompt auf Eingaben und es treten keine Ruckler auf. Auch die meisten aktuellen Spiele meistert das Cink Peax 2 dank PowerVR SGX 544MP Grafikchipsatz problemlos.





Zu den vorinstallierten Apps gehört auch ein lustiges Wetter-Widget.

Abstriche müssen Sie beim internen Speicher machen. Dieser fällt mit 4 GByte nicht allzu üppig aus, wovon zudem über 1 GByte durch das Android-System belegt sind. Da man aber die MicroSD-Karte als Standard-Speicher einrichten kann, sehen wir das nicht wirklich als Problem an.

Mit zwei SIM-Karten

Zur Dual-SIM-Funktion gibt es nicht mehr zu sagen, als dass diese wie unter allen Android-Geräten mit Dual-SIM hervorragend funktioniert. Laut Hersteller sind beide SIM-Schächte gleichberechtigt. Sie können also nicht nur die SIM1 für Anrufe und Datenverbindungen nutzen sondern auch die SIM2. Für beide Slots benötigen Sie eine klassische SIM-Karte, für Nano-SIMs benötigen Sie einen Adapter. Durch entsprechende Farben lassen sich die SIM-Karten problemlos unterscheiden und bei Anrufen und Textnachrichten haben Sie stets die Auswahl, welche Karte Sie nutzen möchten (oder Sie legen eine Standard-SIM dafür fest). Eine gleichzeitige Nutzung der zwei SIM-Karten ist hingegen nicht möglich (kein DSFA). Sie können also nicht auf der ersten Karte einen Anruf entgegennehmen, diesen parken und dann über die zweite SIM ein Gespräch führen. Dazu brauchen Sie spezielle Dual-SIM-Full-Active-Geräte, zum Beispiel das Huawei Ascend G700 (270 Euro) oder das HTC Desire 600 (ca. 370 Euro). Als Workaround können Sie aber einfach eine Rufnummmer-Umleitung einrichten, sodass Gespräche immer über die gleiche Nummer eingehen.





Die Dual-SIM-Verwaltung funktioniert wie bei Android üblich problemlos.

 

Absolut erwähnenswert: Kamera & Kompass

Das Wiko Cink Peax 2 hat auch einen Kompass verbaut. Das ist in dieser Preisklasse überhaupt nicht üblich. Bereits oben erwähnt haben wir das FM-Radio. Besonders gut gefiel uns am Cink Peax 2 aber die Kamera. Sie löst nicht nur mit guten 8 Megapixeln auf, sondern überzeugt auch durch scharfe Fotos und einen sehr schnellen Autofokus. Auch die HD-Videos mit maximal 1280×720 Pixeln können sich sehen lassen.  HDR und eine Serienbildfunktion gehören bei der Kamera-App ebenfalls mit zum Standard.





Die Kamera des Wiko Cink Peak ist deutlich besser als der Durchschnitt bei Android.

Ebenfalls positiv überrascht waren wir vom GPS. Die Standort-Erkennung funktionierte deutlich flotter als zum Beispiel beim Galaxy Nexus und benötigte üblicherweise keine 10 Sekunden.

Fazit

Das Wiko Cink Peax  2 hat in unseren ersten Tests wirklich überzeugt: Zum aktuellen Internetpreis von 170 Euro bekommen Sie aktuell kein besseres Dual-SIM-Smartphone. Unseren finalen Testbericht mit Langzeitauswertung zum Akkuverbrauch und Details zu den Multimedia-Fähigkeiten finden Sie in Android User 12/2013. Die Ausgabe erscheint am 7. November am Kiosk. Die Redaktion beantwortet Fragen zum Gerät gerne in den Kommentaren.

 

[Update, 21. Oktober:] Wiko hat uns darauf hingewiesen, dass beide SIM-Slots gleichberechtigt sind. Man kann also auch den SIM2-Slot für Anrufe und Datenverbindung nutzen, nicht wie ursprünglich geschildert nur SIM1. Wir haben den Artikel entsprechend geändert.