Start Magazin Im Test: Vier Gratisspiele von Gameloft

Im Test: Vier Gratisspiele von Gameloft

Gameloft gehört ohne Zweifel zu den erfolgreichsten Spiele-Publishern für mobile Geräte. Einen großen Teil seines Erfolgs verdankt die Firma dem Geschäftsprinzip mit Gratisspielen. Wir haben uns vier aktuelle Titel angeschaut.

Cosmic Colony


Bei diesem Spiel geht ein Traum in Erfüllung und Sie dürfen einen neuen Planeten besiedeln. Dazu steht Ihnen ein sehr umfangreiches Repertoire an Gebäuden und Maschinen zur Verfügung, auch nette Nachbarn gesellen sich schnell hinzu. Spätestens wenn Sie Ihren ersten Nachtclub gebaut haben, besuchen Sie auch ein paar Allmännchen von einem entfernten Planeten.

Cosmic Colony ist ein klassisches Aufbau- und Sammel-Spiel. Sie legen Straßen, Fabriken und allerlei Gebäude an, kümmern sich um das soziale Gleichgewicht der Bevölkerung und sammeln dabei Geld ein. Davon gibt es dummerweise gleich zwei Sorten: Goldmünzen und Dollar-Scheine. Von den Goldmünzen stehen Ihnen eigentlich stets mehr als genügend zur Verfügung, die grünen Dollars sind allerdings spärlich vorhanden und dabei oft bitter nötig. Hier kommt denn auch das In-App-Kaufen ins Spiel: Für 1,59 Euro bekommen Sie gerade mal 15 Cosmic-Colony-Scheine, eine Palette mit 160 Scheinen kostet bereits 19,99 und die Schatzkammer mit 660 Scheinen lässt sich Gameloft mit 79,99 Euro bezahlen. Das ist eine Menge Geld. Immerhin bietet Gameloft auch noch die Möglichkeit über die Installation weiterer Apps etwas Geld zu verdienen. Hier locken allerdings nur zwei oder maximal sechs Scheine.

Abbildung 1: Hier ist Ihre Raumfähre gelandet und Sie beginnen mit dem Bau einer neuen Kolonie.
Abbildung 1: Hier ist Ihre Raumfähre gelandet und Sie beginnen mit dem Bau einer neuen Kolonie.

Abbildung 2: Bei den ersten Schritten werden Sie von diversen Assistenten unterstützt.
Abbildung 2: Bei den ersten Schritten werden Sie von diversen Assistenten unterstützt.

Piraten sorgen für Abwechslung

Beginnt das Spiel etwas abzuflachen (was eigentlich kaum vorkommt), dann sorgt ein Angriff der Piraten für willkommene Abwechslung. Diese gilt es in echter Fruit-Ninja-Manier abzuschlachten, ohne dabei aber ein Bombenschiff zu erwischen. Als Belohnung gibt es Goldmünzen. Auch um diese werden Sie im späteren Spielverlauf noch froh sein. Geben Sie also auch die goldenen Taler nicht allzu leichtsinnig aus.

Aber auch an anderer Stelle ist für gute Unterhaltung gesorgt. So können Sie zum Beispiel mit einem Raumschiff zu mehreren benachbarten Planeten fliegen und hier ihr Glück als Schatzsucher und Entdecker versuchen. Die ersten Versuche sind gratis, anschließend kommt man nur noch mit echtem Geld beziehungsweise viel Geduld weiter.

Abbildung 3: Zu Beginn gibt es sehr viele Aufträge, die Ihnen auch recht viele Goldmünzen einspielen.
Abbildung 3: Zu Beginn gibt es sehr viele Aufträge, die Ihnen auch recht viele Goldmünzen einspielen.

Abbildung 4: Neben den grünen Geldscheinen ist auch Energie recht knapp. Der Griff zum Geldbeutel naht.
Abbildung 4: Neben den grünen Geldscheinen ist auch Energie recht knapp. Der Griff zum Geldbeutel naht.

Cosmic Colony ist grafisch hübsch gestaltet und macht kleinen und großen Spielern Spaß. Ohne einen Cent auszugeben, können Sie problemlos über eine Stunde lang spielen. Ab Level 7 wird es mit den Ressourcen schon etwas eng und ab Level 10 hat das Spiel einen Komplexheitsgrad erreicht, der doch schon sehr anspruchsvoll ist. Zudem müssen Sie sich spätestens hier mit den Gedanken anfreunden, ein paar Euro in Ihre neue galaktische Kolonie zu investieren.

[gratis|deutsch| Version und Download je nach Gerät]

Kostenfalle Freemium?

Wer selbst Kinder hat oder noch ein Kind ist, kennt das Problem: manche Spiele sind echt so gut gemacht, dass man sich kaum mehr davon trennen kann. Und um doch noch eine Runde weiter zu kommen oder ein Spiel mehr zu spielen, gibt man dann gerne auch etwas Bargeld aus. Das Spiel an sich ist aber gratis. Dieses Prinzip – in der Branche Freemium genannt – verfolgt auch Gameloft bei einigen Klassikern, die wir hier beschreiben. Eltern sollten deshalb unbedingt darauf achten, dass die Kinder über diesen Umstand informiert sind und zwischen Spielgeld und realem Geld unterscheiden können. Für Kinder ab 7 Jahren sollte das eigentlich kein Problem sein. Die hier beschriebenen Spiele lassen sich über Stunden oder Tage auch nutzen, ohne einen Cent auszugeben. Man sollte aber auch nicht verschweigen, dass der Griff zur Kreditkarte bei einigen Spielen und in gewissen Momenten doch sehr verlockend ist. Aber das macht nun mal ein gutes Spiel aus.

Monster Life


Auch dieses Gameloft-Spiel fällt zunächst durch die sehr hübsch gestaltete Grafik und die sehr gut gemachten Assistenten auf. Das Spielprinzip unterscheidet sich nicht wirklich von Cosmic Colony, auch wenn auf den ersten Blick kaum Gemeinsamkeiten festzustellen sind, denn hier gibt es zwar auch Goldmünzen, aber keine Scheine. Dafür gibt es Kristalle und Freundsteine, die sich wiederum für echte Euro und Eurocent kaufen lassen, falls das Spielgeld nicht ausreicht.

Bei Monster Life spielen kleine Monster die Hauptrolle. Davon gibt es nicht allzuviele, man kann sich aber welche dazukaufen. Die Monster sind kleine Tamagotchis, die gefüttert und gestreichelt werden wollen. Auch spielen muss man mit ihnen und sie unterhalten. Die Gesundheit von Schreier, Buddler und Co. ist deshalb wichtig, weil sie sich von Zeit zu Zeit Kämpfen stellen müssen. Und hier kann man richtig Geld abkassieren, wenn das eigene Monster gut genug ist. Um es aber fit für den Kampf zu machen, braucht man Geld, Kristalle und Freundsteine. Richtig teuer wird das, wenn man während des Kampfes unüberlegt seine letzten zwei Kristalle opfert und dann doch verliert. Kinder werden hierfür kaum ein Gespür haben, Erwachsene umso mehr.

Abbildung 5: Die Preise sind bei allen hier getesteten Gameloft-Spielen gleich.
Abbildung 5: Die Preise sind bei allen hier getesteten Gameloft-Spielen gleich.

Abbildung 6: Die Versuchung ist groß, doch dann ist ein Kristall weg.
Abbildung 6: Die Versuchung ist groß, doch dann ist ein Kristall weg.

Neben den Monstern kann man seine Insel noch mit allerlei Schmuckobjekten und nützlichen Gebäuden versehen. Die bringen entweder Geld ein oder sorgen für ein gutes Prestige. Schließlich will man auch von anderen Mitspielern besucht werden, die dann die eigenen Monster streicheln, um dabei etwas zu verdienen und für gute Laune zu sorgen. Auch bei Monster Life gibt es ein Level-System, jedes Monster kann zudem seine eigene Karriere absolvieren. Die meisten Aufgaben wie füttern oder gesund werden sind mit einem Timeout verbunden. Dieses lässt sich mit Kristallen oder Spielgeld überspringen. Da das Timeout aber selten länger als 24 Tage dauert, eignet sich Monster Life recht gut als Gratisspiel, wenn man damit täglich nur relativ wenig Zeit verbringen möchte.

Abbildung 7: Streichelt man die Monster einer bekannten Farm, dann gibt es Münzen als Belohnung.
Abbildung 7: Streichelt man die Monster einer bekannten Farm, dann gibt es Münzen als Belohnung.

Neben den Monstern, den Freunden und der eignen Monster-Farm gibt es noch weitere Komponenten im Spiel. So kann man zum Beispiel am Hafen über eine Glocke ein Glücksschiff herbeirufen. Es stellt eine Kiste an Land, in der sich ein Zufallsgewinn befindet. Auch dieses Gratisspiel lässt sich nur ein Mal alle 24 Stunden spielen. Wer öfters sein Glück versuchen möchte, muss Kristalle oder Freundsteine aufbringen.

Abbildung 8: Jedes neue Level schaltet weitere Objekte frei.
Abbildung 8: Jedes neue Level schaltet weitere Objekte frei.

Natürlich lässt sich die Monster-Familie beliebig erweitern, sodass man später auch größere Kämpfe gegen drei oder mehr Gegner austragen kann.

Monster Life ist von den getesteten drei Aufbau-Spielen unserer Meinung nach das Spiel, das angfangs am wenigsten anziehend wirkt, aber den Spieler umso mehr in den Bann zieht, wenn er einmal richtig drin ist und seine eigenen Zöglinge bei den Kämpfen möglichst gut abschneiden sollen. Mit einen rigorosen Sparkurs bei den Kristallen kann man von Zeit zu Zeit auch gut ein neues Monster kaufen, deshalb gibt es von uns die volle Punktzahl.

[gratis|deutsch| Version 1.0.2| 92 MByte]

Ice Age: Die Siedlung


Sie kennen ZooMumba? Gut, dann wissen Sie jetzt auch, was Ice Age Village bzw. zu Deutsch "Ice Age: Die Siedlung" ist: ZooMumba mit den Spielfiguren aus den Ice-Age-Filmen. Das Spiel als einfache Kopie abzutun, würde Gameloft hingegen unrecht tun, schließlich finden sich allerlei zusätzliche Elemente im Spiel und natürlich tragen auch die Ice-Age-Charaktere sehr viel dazu bei, dass Ice Age Village mit über 5 Millionen Downloads ein Kassenschlager ist, denn auch hier kommen In-App-Käufe zum Einsatz.

Abbildung 9: Zu beginn ist die Spielfläche noch recht weiß. Besiedeln Sie sie!
Abbildung 9: Zu beginn ist die Spielfläche noch recht weiß. Besiedeln Sie sie!

Abbildung 10: Das Eiernest ist immer wieder mal gut für eine Überraschung.
Abbildung 10: Das Eiernest ist immer wieder mal gut für eine Überraschung.

 

Zu Beginn des Spiels stehen Sie vor einer leeren weißen Fläche, einzig ein kleiner Felsen scheint bewohnt zu sein. Hier gilt es nun, schnell für Nachwuchs und weitere Tierflächen zu sorgen. Dafür brauchen Sie analog wie bei Cosmic Colony zwei Arten von Bezahlmitteln: Eicheln und Eichel-Taler. Die neuen Tiere bringen Ihnen Goldtaler ein, wollen aber auch gefüttert werden, was wiederum kostet. Für neue Tiere oder Gehege brauchen Sie hingegen Zeit oder kleine Eicheln. Diese gibt es nicht allzuoft, sodass Sie vermutlich früher oder später im Shop landen. Hier kostet das kleinste Paket mit 30 Eicheln 1,59 Euro, das größte – wiederum wie bei Cosmic Colony und Monster Life – 79,90 Euro (2100 Eicheln).

Abbildung 11: Auch bei Ice Age gilt die Devise: Sie brauchen entweder viel Zeit oder viel Geld, manchmal auch beides.
Abbildung 11: Auch bei Ice Age gilt die Devise: Sie brauchen entweder viel Zeit oder viel Geld, manchmal auch beides.

Abbildung 12: Dieses nette Spielchen sorgt für etwas Abwechslung vom Tiergetümmel.
Abbildung 12: Dieses nette Spielchen sorgt für etwas Abwechslung vom Tiergetümmel.

Echte Ice-Age-Fans dürfte das aber kaum stören, da man auch ohne Geld auszugeben stundenlang spielen kann, indem man zum Beispiel Sid, Manni oder Diego antippt und dann als nette Geste die Tiere zurückwinken. Oder man legt eine kleine Pause ein, indem man sich einen kleinen Film anschaut und dabei noch fünf Eicheln kassiert, um anschließend beim Kung-Fu Scrat so richtig Dampf abzulassen. Insgesamt also ein sehr gelungenes Gratisspielt, das bei Kindern über Tage für Freude sorgt, auch wenn früher oder später die Eicheln alle sind. Last but not least gibt es auch bei Ice Age Village zahlreiche Freunde, die man besuchen kann und von denen man dann auch belohnt wird.

[gratis|deutsch| Version 1.0.2| 94 MByte]

Shark Dash Free


Unser viertes Gameloft-Spiel unterscheidet sich komplett von den Vorgängern. Hier gibt es kein Imperium zum aufbauen und auch keine Kristalle, Freundsteine oder andere Talismane – hier geht’s um Haifische und Quietschenten. Die Quietschenten nerven nämlich die Haie ganz zünftig und deshalb haben sich die Haie dazu entschieden, den gelben Entchen den Graus zu bereiten. Unterstützt werden sie dabei von Ihnen als Spieler.

Das Spielprinzip von Shark Dash Free erinnert etwas an Angry Birds, da man den Haifisch an der Schwanzflosse gehalten quasi schleuderbereit aufziehen muss und er dann eine gewisse Flugbahn bzw. Schwimmrichtung annimmt. Das Spiel enthält aber auch noch weitere Komponenten. So muss man auch Münzen einsammeln und Hindernisse überwinden. Dabei gilt es, mit möglichst wenig Sprüngen auszukommen, um die komplette Sternzahl zu kassieren.

Abbildung 13: Der Level-Aufbau von Shark Dash Free ist sehr schon umgesetzt.
Abbildung 13: Der Level-Aufbau von Shark Dash Free ist sehr schon umgesetzt.

Abbildung 14: Von Zeit zu Zeit kommt ein neues Feature dazu, wie hier die Kettensäge.
Abbildung 14: Von Zeit zu Zeit kommt ein neues Feature dazu, wie hier die Kettensäge.

Shark Dash Free ist werbefinanziert und setzt zudem auf In-App-Käufe. Es gibt auch eine Bezahlversion für 70 Cent, die aber ebenfalls In-App-Käufe enthält und lediglich ohne Werbung auskommt. Das Spielvergnügen ist mit der Gratisversion genauso gut, wie mit der Bezahlvariante. Aktuell bietet das Spiel vier Welten an. Zwei davon sind von Anfang an spielbar (Zuhause und Japan), zwei weitere müssen erst erspielt oder gekauft werden. Eine fünfte soll folgen.

Die Level sind zu Beginn recht einfach, aber bereits in Japan gibt es auch ein paar echte Knacknüsse. Zudem gibt es die volle Sternezahl und somit auch 100 Goldmünzen Belohnung nur dann, wenn Sie ein Level mit der vorgegebenen Zahl an versuchen schaffen. Im Unterschied zu Angry Birds können Sie den Hai also hier so oft schwimmen lassen, wie Sie das möchten, dann erhalten Sie aber nur die wenigen Goldstücke, die im Level herumliegen.

Abbildung 15: Dieses Level in fünf Zügen zu schaffen, ist gar nicht mal so einfach?
Abbildung 15: Dieses Level in fünf Zügen zu schaffen, ist gar nicht mal so einfach?

Abbildung 16: Nur wenn alles genau passt, gibt es die volle Punktzahl und 100 Münzen zur Belohnung.
Abbildung 16: Nur wenn alles genau passt, gibt es die volle Punktzahl und 100 Münzen zur Belohnung.

Shark Dash Free macht mächtig Spaß und ist für alle Angry-Birds-Fan ein Muss. Wer sich intensiv mit dem Spiel beschäftigt, hat es aber dennoch in ein paar Stunden durchgespielt. Für die vollen fünf Sterne fehlen dem Game deshalb noch ein paar zusätzliche Welten mit höherem Schwierigkeitsgrad.

[gratis|deutsch| Version 1.1.1| 11 MByte+Download]

Infos

  1. Cosmic Colony: http://bit.ly/OyyH9O
  2. Monster Life: http://bit.ly/ViqhHn
  3. Ice Age Village: http://bit.ly/R6JVSZ
  4. Shark Dash Free: http://bit.ly/QRDinp

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