Start Magazin Im Test: Streak 7 von Dell

Im Test: Streak 7 von Dell

© dell.com

Einige Tablet-Benutzer sehen ein 7-Zoll-Gerät als perfekte Lösung zwischen Mobilität und großem Display an. Gehören Sie auch zu dieser Nutzergruppe, lohnt sich ein Blick auf das Streak 7 von Dell.

Plusminus

+ Voller SD-Kartenslot

+ Solide Verarbeitung

+ 720p-Support

– Schlechter Blickwinkel

– Akkulaufzeit

– 30 Euro Versandkosten

Das Dell Streak 7 ist quasi der große Bruder des Streak 5. Allerdings bietet Dell das 7-Zoll-Tablet auch ohne 3G-Modul an (also nur mit WLAN-Modul). Wie beim Streak 5 kommt auch beim 7-Zoll-Tablet Dells eigener Launcher "Stage" zum Einsatz. Dahinter verbirgt sich ein nicht mehr ganz taufrisches Android 2.2.2, das aber in den Tests keinerlei Grund zur Kritik gab. Umso frischer gibt sich der verbaute Dualcore-Prozessor auf Tegra-2-Basis, er bietet genügend Performance für sämtliche Apps und Spiele. Für das Streak 7 gibt es bereits ROMs mit Gingerbread und auch Honeycomb (siehe Kasten "Honeycomb installieren"). Von einer Installation dieser Custom-ROMs raten wir jedoch ab, da sie keinerlei echte Vorteile gegenüber dem von Dell installierten Android 2.2.2 bieten.

Abbildung 1: Die grafische Oberfläche des 7-Zoll-Tablets von Dell nennt sich Stage. Dabei handelt es sich um einen ersetzbaren Android-Launcher.
Abbildung 1: Die grafische Oberfläche des 7-Zoll-Tablets von Dell nennt sich Stage. Dabei handelt es sich um einen ersetzbaren Android-Launcher.

Zu den weiteren Ausstattungsmerkmalen des Froyo-Tablets gehören eine 1,3-Megapixel-Kamera für Videochats auf der Frontseite und eine 5-Megapixel-Kamera mit Autofocus und Blitz auf der Rückseite. Das Tablet bringt 16 GByte Speicher mit, der sich über den vorhandenen SD-Kartenslot erweitern lässt. Trotz ausgezeichneter Multimedia-Eigenschaften verfügt das 7-Zoll-Tablet über keinen HDMI-Ausgang. Eine entsprechende Dockingstation lässt sich Dell mit 60 Euro bezahlen.

Die Verarbeitung des Streak 7 ist sehr gut, allerdings bringt das Tablet fast 500g auf die Waage.

Honeycomb installieren

Für das Streak 7 gibt es inzwischen im Internet Custom-ROMs, also angepasste Firmware-Versionen, mit Android 3.2 "Honeycomb". Die Installation dieser von freiwilligen Entwicklern bereitgestellten Firmware-Versionen ist jedoch nicht immer ganz einfach, zudem riskieren Sie bei einem Fehler im Ablauf, dass sich das Android-Tablet nicht mehr einschalten lässt. Aktuell gibt es ein Honeycomb-ROM [1] sowie ein Custom-ROM auf Gingerbread-Basis von DJ_Steve [2]. Beide sind in den Foren von xda-developers zu finden. Tipp: Sollte beim Vorbereiten für das Flashen etwas schief laufen, befindet sich links vom SD-Kartenslot ein kleines Reset-Loch, in das eine dünne Büroklammer gerade noch rein passt. Damit lässt sich das Gerät vor dem Flash-Vorgang noch zurücksetzen.

Abbildung 3: Android 3.x alias "Honeycomb" läuft auf dem Streak nicht wirklich gut. Das hängt in erster Linie mit der niedrigen Auflösung von 800 x 480 Pixeln zusammen.
Abbildung 3: Android 3.x alias "Honeycomb" läuft auf dem Streak nicht wirklich gut. Das hängt in erster Linie mit der niedrigen Auflösung von 800 x 480 Pixeln zusammen.

Wir haben Honeycomb auf dem Streak 7 kurz getestet. Aufgrund der doch relativ niedrigen Auflösung des Dell-Tablets mit 800 x 480 Pixeln eignet sich das neue Android nicht wirklich für das Streak 7. Wir raten deshalb von Honeystreak ab.

Gute Akkulaufzeit und Kamera

Wer sich Tests zum Streak 7 im Internet durchliest, findet als Kritikpunkt quasi durchs Band Hinweise auf eine schlechte Akkulaufzeit. Diesen Kritikpunkt konnten wir in den Tests nicht bestätigen. Das Streak 7 schafft problemlos über fünf Stunden Videoplayback am Stück, und wer das Tablet in erster Linie zum Surfen und E-Mails lesen einsetzt, schafft damit locker einen Arbeitstag. Allerdings muss dazu das Tablet so eingestellt sein, dass im Standby-Modus keine Netzwerkverbindungen aktiv sind. Bei unserem Testgerät war das die Grundeinstellung.

Ebenfalls zufrieden waren wir mit der verbauten Kamera, die für ein 5-Megapixel-Modell recht ordentliche Bilder und dank Tegra2 auch absolut ruckelfreie Videos in 720p aufnimmt. Lediglich bei der Lichtempfindlichkeit müssen Sie klare Kompromisse eingehen.

Zu den Software-Besonderheiten des Streak 7 gehört die vorinstallierte Swype-Tastatur, sowie zwei von Nero Deutschland programmierte Apps zu Sicherung des Adressbuchs und der Telefondaten (Dell Sync) und für ein Backup der Multimedia-Daten (Dell Backup). Dell Sync benötigt eine entsprechende Windows-Software zur Sicherung auf dem PC, Dell Backup erstellt die Sicherheitskopien direkt auf dem Tablet. Zudem bringt das Dell-Tablet einen vollen SD-Kartenslot mit. Davon dürften in erster Linie Nutzer profitieren, die das Tablet zum Speichern und/oder Anschauen ihrer Urlaubsfotos und Videos benutzen möchten.

Abbildung 2: Unter den vorinstallierten Anwendungen befindet sich auch eine Synchronisierungssoftware.
Abbildung 2: Unter den vorinstallierten Anwendungen befindet sich auch eine Synchronisierungssoftware.

Streak oder nicht?

Im direkten Vergleich mit den 7-Zöllern von Archos, Base, HTC und Samsung punktet das Streak 7 zwar mit der guten Kamera (5 Megapixel und HD-Aufnahmen in 720p), der Dualcore-CPU und dem SD-Kartenslot, liegt aber mit Ausnahme des Flyers preislich über den Konkurrenten. Zudem bringen das HTC Flyer und das Galaxy Tab von Samsung mit einer Auflösung von 1024×600 Pixeln das deutlich bessere Display mit, das auch über einen besseren Betrachtungswinkel verfügt. Kippen Sie das Streak 7 leicht nach vorne, lässt sich das Display nicht mehr ablesen. Auch eine Nutzung bei Sonnenlicht im Freien ist praktisch unmöglich, selbst bei voller Beleuchtung des Displays. Mit gut 450g bringt das Dell-Tablet zudem auch mehr Gewicht auf die Waage als die meisten seiner 7-Zoll-Konkurrenten.

Fazit

Aktuell kostet das Streak 7 in der Wifi-Version 350 Euro für die 3G-Variante müssen Sie 400 Euro bezahlen. Allerdings kommen beim Kauf über die Dell-Homepage noch 30 Euro Versandkosten hinzu. Diese Preispolitik sollte Dell bei den mobilen Geräten überdenken: 30 Euro Versandkosten für ein 1kg-Paket sind einfach zu viel. Android 3.0 macht bei der Auflösung auf dem kleinen Tablet nicht wirklich Sinn, die Entscheidung für Android 2.2.2 war somit richtig. Haben Sie sich für den Formfaktor "7-Zoll-Tablet" entschieden, dann lohnt es sich, das Streak 7 aufgrund des SD-Kartenslots in die engere Auswahl miteinzubeziehen.

Dell Streak 7

Kerndaten
Hersteller Dell
Formfaktor 7-Zoll-Tablet
Auflösung 800×480 Pixel
Prozessor ARMv7, 1 GHz (Dual-Core)
Android-Version 2.2.2
Akku 2780 mAh
Laufzeit (Standby/Video) k. A.
Gewicht 454g
Preis (Dell) 350 Euro (WiFi) / 400 Euro (3G)
Web-Infos
Produktseite http://www.dell.com/de/p/mobile-streak-7/fs
Technische Daten http://www.dell.com/de/p/mobile-streak-7/pd?oc=n00lg701&model_id=mobile-streak-7#TechSpec
Performance
AnTuTu-Benchmark 3396 Punkte
Vellamo-Benchmark 723 Punkte
Video-Wiedergabe 720p
Android-User-Bewertung 4,0 Punkte
 

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