Start Im Test Im Test: Portabler WiFi-Lautsprecher Libratone Zipp

Im Test: Portabler WiFi-Lautsprecher Libratone Zipp

© Libratone

Wer 400 Euro für einen portablen Lautsprecher ausgibt, muss entweder viel Geld übrighaben oder genau wissen, was er will. Wir haben den tragbaren bunten Zylinder mit Android getestet.

Die Zipp-Lautsprecher von Libratone sind ein typisches Apple-Zubehör: schön stylisch, qualitativ hochwertig und teuer. Wer also nur einen externe lautsprecher sucht, den mal auch mal unterwegs benutzen kann, wird wohl kaum bereit sein dafür 400 Euro auszugeben. Für das Geld bekommt man schließlich von Samsung bereits eine komplette HiFi-Anlage oder für die Hälfte eine Shoqbox von Philips. Zudem gibt es den Zipp zu diesem Preis nur im Apple Store. Bei anderen Händlern beträgt der Preis rund 440 Euro. Wenn aber ein Hersteller, der bisher für sein Airplay-Zubehör bekannt war, auf einmal Android-Apps entwickelt, dann muss an der Sache mehr dran sein.

Viel Musik für viel Geld

Der Libratone-Zipp-Lautsprecher [1] gehört zum Besten, was wir an externen Lautsprechern bisher im Android-User-Testlabor hatten. Und das merkt man schon beim Auspacken: Die Box ist wirklich schwer. Nimmt man die äußere bunte Hülle einmal ab (drei davon mit je zwei Farben gehören zum Lieferumfang), findet man unter der weichen Schale einen echt harten Kern, bestehend aus einem 2.1 Speaker-System mit 4-Zoll-Bass und zwei 1-Zoll-Hochtönern, das laut Hersteller für maximal 60 Watt Ausgangsleistung sorgt. Klar trägt auch der verbaute Akku sein Stück zum Gewicht bei, aber die Box ist wirklich sehr massiv gebaut und die Musik kann sich hören lassen.

Kurz zusammengefasst, ist der Zipp-Lautsprecher ein Mini-Soundsystem mit eingebautem WiFi-Hotspot. Ursprünglich als reine Airplay-Box konzipiert beherrscht das Zipp-System seit einem Firmware-Update im Januar auch DLNA und ist somit auch mit Android und jedem anderen System kompatibel, das via WiFi DLNA-fähig ist. Libratone hat im Februar auch eine Android-App veröffentlicht, die zwar kein Playback beherrscht, aber dafür das komplette Setup übernimmt.

Am einfachsten nutzen Sie den Libratone-Lautsprecher mit einem Line-In-Kabel. Box über den Button auf der Geräteoberseite einschalten, Line-In-Kabel zwischen den Lautsprecher und das Handy schalten und schon geht die Musik ab. Gerade wenn man den Lautsprecher unterwegs nutzen möchte, ist das vermutlich das einfachste Setup, das zudem auch mit jedem beliebigen MP3-Player oder Notebook zusammen funktioniert und für die längste Akkulaufzeit (bis zu 8 Stunden) sorgt. Doch wer schleppt schon gerne eine 2kg-Box mit sich herum. In den meisten Fällen dürfte der Libratone Zipp deshalb stationär und über WiFi zum Einsatz kommen. So reicht die verbaute Batterie für maximal 4 Stunden Laufzeit, je nach Lautstärke.

Wifi oder Wifi?

Der kleine Lautsprecher startet in der Grundeinstellung beim Einschalten einen unverschlüsselten WLAN-Hotspot. Jeder in der Umgebung kann sich mit dem passenden Access Point verbinden und – vorausgesetzt man hat auf seinem Smartphone eine DLNA fähige App installiert. Doch auf diese Art können Sie zwar Musik streamen, kommen dann aber nicht mehr ins Internet (das WLAN-Symbol in Abbildung 1 ist grau, also kein Internet). Binden Sie deshalb den Libratone-Speaker mit der frei verfügbaren Android-App [2] ins eigene WiFi ein. So erreichen Sie den Lautsprecher und das Internet (Abbildung 2 mit blauem Wifi-Symbol in der Benachrichtiungsleiste).

Abbildung 1: Verbinden Sie sich mit dem Libratone-WiFi, dann besteht keine Internetverbindung.
Abbildung 1: Verbinden Sie sich mit dem Libratone-WiFi, dann besteht keine Internetverbindung.
Abbildung 2: Ist die Libratone-Box ins eigene Netz eingebunden, klappt auch der Internetzugriff noch.
Abbildung 2: Ist die Libratone-Box ins eigene Netz eingebunden, klappt auch der Internetzugriff noch.

Dazu müssen Sie sich zum ersten Mal über das Libratone WiFi-Netz mit der Box verbinden und danach in der Libratone-App das Setup aufrufen. Hier richten Sie nun das heimische WLAN ein. Anschließend bootet der Lautsprecher neu und verbindet sich automatisch mit dem eingerichteten WLAN. Falls das Setup aus irgendeinem Grund nicht klappt, dann setzen Sie den Libratone-Speaker auf die Werkseinstellungen zurück und verbinden sich mit einem Laptop oder Tablet mit dem Libratone WiFi. Rufen Sie anschließend im Browser die Adresse 192.168.1.1 auf, um zur Weboberfläche des Lautsprechers zu gelangen.

Hat das Setup geklappt, brauchen Sie einen guten DLNA-Client. Wir empfehlen BubbleUPnP [3], der Hersteller in seiner FAQ auf der Libratone-Homepage Twonky Mobile [4]. Manche Hersteller wie Sony oder Archos liefern auch von Haus aus einen Mediaplayer mit, der DLNA unterstützt.

Abbildung 3: Wählen Sie in BubbleUPnP den Libratone-Lautsprecher als Local Renderer aus.
Abbildung 3: Wählen Sie in BubbleUPnP den Libratone-Lautsprecher als Local Renderer aus.

Die Libratone-App

Der Lautsprecher allein hätte uns wohl kaum begeistern können, auch nicht mit den mitgelieferten zweifarbigen bunten Hüllen. Das wirklich geniale an den Libratone-Lautsprechern ist das Sound-Setup über die App. Hier legen Sie fest, wie und wo die Box plaziert ist und passen direkt in der App dann die Sound-Ausgabe der Box an. Und das funktioniert wirklich sehr gut. Wir haben es mit einem Setup auf einem Holztisch und einem zweiten Setup vor einer Wand ausprobiert und der Klang war wirklich in beiden Fällen durch die genaue Einrichtung deutlich besser.

Abbildung 4: In der Libratone-App sehen Sie sämtliche verfügbaren Lautsprecher.
Abbildung 4: In der Libratone-App sehen Sie sämtliche verfügbaren Lautsprecher.
Abbildung 5: Das Setup der genauen Position des Lautsprechers lohnt sich wirklich!
Abbildung 5: Das Setup der genauen Position des Lautsprechers lohnt sich wirklich!

Natürlich gibt es zusätzlich auch noch eine Reihe Equalizer zur Auswahl, aber die verbessern den Klang nicht so drastisch wie das exakte Setup. Einzig bei der Wiedergabe im freien Raum konnten wir nicht wirklich eine Verbesserung der Audio-Qualität feststellen. Mehrere Libratone-Lautsprecher lassen sich auch gemeinsam über die App einrichten und zu einem Verbund zusammenführen. (Update Juni 2016: Laut Hersteller ist das nicht (mehr) möglich!) Individuellen Sound je nach Raum wie zum Beispiel bei Sonos (siehe Testbericht aus Android User 03/2013 [5], beherrscht das Libratone-System hingegen nicht.

Fazit

400 Euro für einen kleinen Lautsprecher sind eine Menge Geld. Wer jedoch viel Wert auf eine gute Klangqualität legt, der wird die Investition nicht bereuen. Den Einsatz beim Zelten oder im Sommer am Strand, sehen wir eher nicht. Dazu ist die Box etwas zu schwer und zu wertvoll. Aber wer mit dem Wohnmobil in den Urlaub fährt oder einen guten Lautsprecher fürs Ferienhaus sucht, ist mit dem Libratone Zipp sehr gut bedient – auch zu Hause.

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