Start Magazin Im Test: Point of View Mobii 1045

Im Test: Point of View Mobii 1045

© Point of View

Ein 10-Zöller mit Quad Core-Prozessor, Android 4.1.1 Jelly Bean, SD-Kartenslot und HDMI-Out hört sich nach einem echten Schnäppchen an. In unserem Testbericht lesen Sie, wie sich das Mobii 1045 des Grafikkarten-Spezialisten Point of View tatsächlich geschlagen hat.

Plusminus

+ 2GByte RAM

+ Erweiterbarer Speicher

+ HDMI-Out

– Instabile Software

– Laufleistung

10-Zöller mit Jelly Bean gibt es viele, allen voran Googles Eigenentwicklung Nexus 10, das ab 399 Euro (16GByte-Version) zu haben ist. Point of View versucht mit dem Mobii 1045 den Konkurrenten mit einem erweiterbaren internen Speicher, zwei GByte RAM und einem Preis von derzeit knapp unter 250 Euro ein paar Kunden abzuluchsen.

Graue Eminenz

Im Test liegt das Point of View durch seine aufgeraute Rückabdeckung aus grauem Aluminium gut in der Hand, Power-Button und Lautstärkewippe auf der Oberseite des Geräts reagieren schnell auf Eingaben. Auf der rechten Seite des Gehäuses finden sich ein microSD-Kartenslot, über den der 8 GByte große interne Speicher des Tablets um bis zu 32 GByte erweitert werden kann, ein Micro-USB- und HDMI-Anschluss, eine 3,5mm-Klinke für Ohrhörer und eine 5V-Buchse für das mitgelieferte Ladegerät sind ebenfalls mit an Bord. Bluetooth 4.0 und WLAN b/g/n komplettieren das Angebot.

Im Zubehörpaket findet sich zudem ein Micro-USB-zu-USB-Adapter (male/male) und ein etwas kürzerer male/female-Adapter, dazu legt Point of View noch ein Paar Ohrhörer bei, die zwar einen recht filigranen Eindruck machen, für den kleinen Radio-Konsum zwischendurch aber einen ausreichend guten Klang bieten. Für Schnappschüsse verfügt das Mobii 1045 über eine kleine 2 Megapixel-Kamera, auf der Vorderseite befindet sich eine kleine 1,3 MPixel-Kamera für Videochats.

Project Butter

Wie der recht hohe AnTuTu-Wert von über 12500 Punkten beweist, lässt sich das Tablet in Sachen Arbeitsgeschwindigkeit nicht lumpen. Das mit Jelly Bean auf Android-Geräten eingeführte Project Butter sorgt auch hier für geschmeidige Arbeitsabläufe. Trotzdem zeigten sich im Test einige Ruckler – so zum Beispiel beim Wechsel von einer App zur anderen. Befindet man sich nicht auf dem Homescreen, führt eine Betätigung des Home-Buttons darüber hinaus hin und wieder zu keiner Reaktion, der Stock-Browser ließ sich mehrmals auch nach fünfmaligem Drücken nicht zur Kooperation bewegen und gab erst nach einem System-Reset wieder Lebenszeichen von sich. Zwar ließen sich andere Apps wie der (von uns installierte) Chrome-Browser problemlos öffnen, für die temporäre Arbeitsverweigerung gibt es trotzdem einen saftigen Punkt Abzug.

Die Auswahl der vorinstallierten Apps lässt die Herkunft des Herstellers durchscheinen: Als Grafikkarten-Spezialist installiert Point of View den 4K Video-Player, Adobes Flash Player und die iDTV-App, die das Tablet zusammen mit dem iDTV-Mobile TV-Tuner in einen Fernseher verwandeln kann. Die weitere Auswahl an Apps ist eher enttäuschend, es findet sich weder eine Office Suite noch ist ein einziges Spiel an Bord. Bleibt zu erwähnen, dass Point of View neben Stock Browser, -Kamera, Dateimanager, Mailprogramm, Kalender und Musikplayer immerhin Googles Play Store installiert hat und damit Nutzern die Möglichkeit bietet, in Googles App-Shop nach Herzenslust einkaufen zu gehen und das Tablet nach eigenen Vorstellungen mit Software auszustatten.

Abbildung 1: Magere Auswahl: Das Mobii hat zwar Google Play, sonst aber recht wenige Apps an Bord.
Abbildung 1: Magere Auswahl: Das Mobii hat zwar Google Play, sonst aber recht wenige Apps an Bord.

Abbildung 2: Beim Vellamo-Benchmark erreicht das Tablet im HTML-Test 1136 Punkte.
Abbildung 2: Beim Vellamo-Benchmark erreicht das Tablet im HTML-Test 1136 Punkte.

Schwache Laufleistung

Im Rahmen des Tests waren wir irritiert, dass sich weder von Herstellerseite noch aus anderen Quellen Informationen zur exakten Akkuleistung des Mobii 1045 fanden. Punkten kann das Mobii 1045 hier leider nicht: Der 10-Zöller schreite in den Tests bereits nach 2 Stunden moderater Beschäftigung nach dem Ladekabel, wir können das Tablet kaum für den längeren Einsatz abseits der Steckdose empfehlen. Das Mobii 1045 kommt somit hauptsächlich für den Einsatz in den eigenen vier Wänden oder am Arbeitsplatz in Frage.

Bei preisbewussten Nutzern, die nicht zwangsläufig auf Top-Performance angewiesen sind, kann das Mobii 1045 jedoch durchaus eine Verkaufs-Nische finden. Ob als Familien-Tablet oder App-Sammelbasis: In diesem Bereich kann der 10-Zöller punkten. Durch die vom Hersteller angepriesene PowerVR SGX544MP2-GPU mit 8 Shader-Prozessoren, die "für enorme Grafikleistung" sorgen soll, hinterlässt das Gerät zudem bei anspruchsvollen Spielen wie (dem ebenfalls heruntergeladenen) Asphalt 7 einen guten Eindruck und prädestiniert das Mobii 1045 als preiswerte Spieleplattform, die via HDMI mit größeren Monitoren verbunden werden kann.

Abbildung 3: Mit der iDTV-App und einem TV-Tuner lässt sich das Tablet in einen Fernseher verwandeln.
Abbildung 3: Mit der iDTV-App und einem TV-Tuner lässt sich das Tablet in einen Fernseher verwandeln.

Abbildung 4: Die 2 MPixel-Hauptkamera reicht für grobkörnige Schnappschüsse aus.
Abbildung 4: Die 2 MPixel-Hauptkamera reicht für grobkörnige Schnappschüsse aus.

Apropos Monitor: Beim mit 1280×800 Pixeln auflösenden Display zeigte sich im Test Licht und Schatten. Zwar waren wir vom Kontrast und der Helligkeit angetan, auf der anderen Seite spiegelt das Display sehr stark und lässt sich nur bei direkter Draufsicht optimal ablesen.

Fazit

Das Point of View Mobii 1045 kommt zu einem guten Preis auf den Markt, kann aber höchstens Sparfüchse, die ein Tablet für den moderaten Alltagseinsatz suchen, zufriedenstellen. Ist man die flüssige und zuverlässige Bedienung eines Samsung Galaxy Note 10.1 oder eines Nexus 7 gewohnt, bedeutet die Arbeit mit dem Mobii 1045 jedoch einen klaren Rückschritt. Darüber kann leider auch der Straßenpreis von 250 Euro nicht hinwegtäuschen, denn zum gleichen Preis gibt es das Galaxy Tab 2 von Samsung.

Point of View Mobii 1045

Kerndaten
Hersteller Point of View
Formfaktor 10-Zoll-Tablet
Auflösung 1280×800 Pixel
Prozessor 1 GHz, Quad Core
Android-Version Android 4.1.1
Akku k.A.
Laufzeit (Display On) 2 Stunden
Gewicht 700 Gramm
Preis (Internet) 250 Euro
Technische Details und Preisvergleich
  http://www.android-user.de/lp/19435
Performance
AnTuTu-Benchmark 12735 Punkte
Vellamo (HTML5/Metal) 1136/376 Punkte
Android-User-Bewertung 2,7 Punkte
 

Kommentiere den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here