Start Magazin Im Test: Panasonic Eluga dL1

Im Test: Panasonic Eluga dL1

© panasonic.eu

Mit Panasonic kehrt ein alter Bekannter zurück zum Smartphone-Business. Den europäischen Einstand machen die Japaner mit dem Eluga dL1, das sich durch ein flaches Design und NFC von der Masse abhebt.

Plusminus

+ Wasserfest

+ Verarbeitung

+ Software

– Keine MicroSD

– Akku fest verbaut

Auch wenn man es dem Eluga auf den ersten Blick nicht ansieht: Das Smartphone ist eigentlich ein Outdoor-Gerät und gegen Wasser und Staub mechanisch geschützt. Bei der sehr flachen Bauweise (7,8 mm) und dem schönen 4,3-Zoll-AMOLED-Display vergisst man diesen Umstand schnell.

Die Hardware

Im Eluga von Panasonic steckt auf engstem Raum ganz schön viel Technik. Das Herz des Smartphones bildet ein 1 GHz schneller Dual-Core-Prozessor von Texas Instruments, dem der SGX540 als Grafikpower zur Seite steht. Damit ist das Smartphone für praktisch alle Spiele geeignet und verfügt auch für das vorinstallierte Android 2.3.5 über genügend Leistung. Das Eluga ist laut IP55/57 geschützt gegen Staub und Wasser. Die Anschlüsse für die MicroSIM, USB und den Kopfhörer hat Panasonic an der Oberseite des Geräts verbaut. Seltsamerweise sind nur der MicroSIM-Slot und der USB-Anschluss mit einer Abdeckung geschützt, die Kopfhörerbuchse bleibt offen. Laut Handbuch soll man das Smartphone gut ausschütteln, wenn Wasser in die Buchse eingedrungen ist und anschließend trocknen lassen. Ganz ideal finden wir das aber nicht.

Ebenfalls suboptimal ist Panasonic die Anordnung des Einschalt-Knopfs und der Lautstärkewippe gelungen. Diese befinden sich auf der Geräterückseite und sind für Rechtshänder praktisch unerreichbar, wenn man das Smartphone mit einer Hand halten möchte. Da man das Telefon aber üblicherweise in der linken Hand hält (um die rechte zum Schreiben freizuhalten), gab es dafür keinen Abzug bei den Punkten.

Neben den Anschlüssen an der oberen Seite ist das Gerät wartungsfrei. Der Akku ist fest verbaut, einen MicroSD-Kartenslot gibt es nicht. Sie müssen also mit dem internen Speicher auskommen, von dem rund 5 GByte für Daten frei sind.

Zu den weiteren technischen Highlights gehören die 8-Megapixel-Kamera und der NFC-Support. Die Kamera macht bei genügend Licht sehr schöne Fotos und Videos, ist es etwas dunkler zeigt sich schnell Rauschen auf den Fotos. Auf einen Blitz hat Panasonic komplett verzichtet.

Die Software

Panasonic hat sich bei der Gestaltung des Android-Systems recht viel Mühe gegeben. Die Töne für Benachrichtigungen und die Klingeltöne sind einmalig, auch beim Lock-Screen und bei den Icons geht das Eluga recht eigene Wege. Abgesehen davon unterscheidet sich das Smartphone aber nicht von anderen Gingerbread-Geräten. Bei der App-Auswahl gibt es zwar nur eine Handvoll zusätzlicher vorinstallierter Apps von Panasonic, diese haben es aber in sich. So lassen sich über die App Datensicherheit zusätzliche Einstellungen zur Sicherheit Ihres Smartphones vornehmen. Bilder und Office-Dokumente lassen sich in einem Datensafe ablegen, den Sie nur via PIN-Code oder einem NFC-Tag öffnen können. Zudem bietet das Smartphone einen zusätzlichen E-Mail-Client, der sich komplett im Safe verstecken lässt. Ist der Safe geöffnet, können Sie ganz normal auf die Dateien zugreifen. Bei geschlossenem Safe sind die Bilder, Polaris-Dokumente und E-Mails hingegen nicht zu sehen.

Abbildung 1: Der Lockscreen des Eluga hebt sich optisch angenehm von der Konkurrenz ab.
Abbildung 1: Der Lockscreen des Eluga hebt sich optisch angenehm von der Konkurrenz ab.

Abbildung 2: Über das Spiel aus Mustern und Zahlen richten Sie eine sehr sichere Displaysperre ein.
Abbildung 2: Über das Spiel aus Mustern und Zahlen richten Sie eine sehr sichere Displaysperre ein.

Weitere Sicherheitsfeatures hat Panasonic dem Lockscreen spendiert. Hier können Sie nicht nur zwischen den Standard-Möglichkeiten von Android wählen (PIN, Muster oder Passwort), sondern das Smartphone bietet drei zusätzliche Muster zur Auswahl, die allerdings recht schwierig zu merken und auch bei der Eingabe recht Zeit-intensiv sind. Praktischerweise lässt sich das Smartphone aber auch ganz ohne manuelle Eingabe mit dem im Lieferumfang befindlichen NFC-Tag entsperren. Sie können also durchaus eine komplizierte Display-Sperre einrichten und das Gerät via NFC dennoch kinderleicht entsperren. Achten Sie dann einfach darauf, das Smartphone nicht zusammen mit dem NFC-Tag zu verlieren?

Eine weitere Besonderheit des Eluga stellt der Eco-Modus dar. Ist er aktiv, schaltet das Smartphone bei einer Akku-Kapazität unter 40 Prozent automatisch gewisse Funktionen ab. Diese lassen sich dann auch über die Einstellungen von Android nicht mehr aktivieren, nur indem Sie den Eco-Modus ausschalten. Der Eco-Modus ist dabei voll konfigurierbar. Möchten Sie ihn erst bei 20 Prozent Akku einschalten, dann funktioniert auch das, Sie können ihn aber auch bereits bei 60 Prozent aktivieren. Zu den Möglichkeiten der App gehört das Ausschalten von Hardware-Funktionen wie GPS, WiFi, NFC, automatische Display-Rotation und weitere. Auch das Deaktivieren sämtlicher Hintergrunddaten und jeglicher Synchronisation ist möglich. Leider werden Sie den Eco-Modus beim Eluga zu schätzen wissen, denn der 1150-mAh-Akku ist nicht allzu großzügig bemessen und sorgt bei intensiver Nutzung des Smartphones schon nach zehn bis 12 Stunden für Ernüchterung.

Abbildung 3: Den Ecomodus des Eluga werden Sie schon nach kurzer Zeit zu schätzen wissen.
Abbildung 3: Den Ecomodus des Eluga werden Sie schon nach kurzer Zeit zu schätzen wissen.

Als dritte Eigenheit von Panasonic ist uns bei den Tests die Sharing-Funktion für Bilder aufgefallen. Panasonic bietet hier eine eigene Galerie-App an, die zwar beim Laden von Vorschaubildern sehr schnell arbeitet, aber sonst auf den ersten Blick keine Vorteile gegenüber der Standard-App von Android bietet. Halten Sie in dieser Galerie-App in der Übersicht ein Foto gedrückt, dann erscheint ein neues Fenster. Hier können Sie das Foto zu den Favoriten hinzufügen, löschen oder im Internet posten. Dabei stehen Ihnen für das Sharing die üblichen Möglichkeiten von Android bereit. Wir fanden diese Art des Foto-Teilens recht intuitiv und schneller als über das Kontextmenü. Die hier beschriebenen Funktionen haben wir in einem Video zusammengefasst, das Sie in unserem YouTube-Channel finden.

Abbildung 4: Fotos lassen sich per Drag&Drop zu Facebook, Twitter, Google+ oder anderen Social-Networking-Diensten hochladen.
Abbildung 4: Fotos lassen sich per Drag&Drop zu Facebook, Twitter, Google+ oder anderen Social-Networking-Diensten hochladen.

Neben diesen drei Haupt-Features hat Panasonic noch an einigen weiteren Stellen ins Android-System eingegriffen und zum Beispiel die Kamera-App ersetzt oder einen Task-Manager vorinstalliert. Sämtliche Änderungen fanden wir gut gelungen.

Fazit

Selten waren wir bei der Bewertung eines Smartphones so unentschlossen, wie beim Eluga von Panasonic. Obwohl es Staub- und Wasserfest ist, würden wir es nie als Outdoor-Handy bezeichnen. Dafür stimmt einfach das flache Design nicht, zudem lassen sich die Bedienelemente nur sehr schlecht erreichen. Müssten wir es in eine Schublade stecken, dann mit der Bezeichnung Business-Handy für Frauen. Zum Label "Business-Handy" passt aber die Akkulaufzeit nicht. Die Performance des Smartphones fanden wir hingegen absolut ausreichend. Unsere Empfehlung deshalb: nehmen Sie das Eluga vor dem Kauf unbedingt in die Hand. Liegt es ihnen und telefonieren Sie nicht überdurchschnittlich viel, dann ist auch der Preis von 360 Euro gerechtfertigt, da Panasonic das Smartphone in Malaysia produzieren lässt und die Verarbeitung wirklich top ist. Möchten Sie aber einfach ein gutes Android-Smartphone für 360 Euro kaufen, dann gibt es bessere Geräte.

Panasonic Eluga EB-3901

Hersteller Panasonic
Formfaktor 4,3-Zoll-Smartphone
Auflösung 540×960 Pixel, AMOLED
Prozessor ARMv7, 1,0 GHz Dual-Core
Android-Version 2.3.5 (Update auf 4.0 angekündigt)
Akku 1150 mAh
Laufzeit (Standby/Gespräch) 300h/4h
Gewicht 103g
Preis (Internet) 360 Euro
Technische Details und Preisvergleich
  http://www.android-user.de/lp/7207
Performance
AnTuTu-Benchmark 5328 Punkte
Vellamo-Benchmark 723 Punkte
Android-User-Bewertung 4,0 Punkte
 

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