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Im Test: Nokia 8

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Der finnische Telekommunikationskonzern Nokia ist wohl jedem von uns bekannt. In Prä-Smartphonezeiten stellte Nokia das In-Handy her. Relativ groß und schwer, aber mit einem Akku der wahrscheinlich heute noch laufen würde. Das Kultgerät 3310 war damals sehr begehrt. Später wurde es dann ruhig um Nokia. Doch wie Phönix aus der Asche sind die Finnen nun wieder am Start. Unter anderem mit dem Nokia 8, welches uns freundlicherweise als Leihgabe zum Testen zur Verfügung gestellt wurde.

Unboxing

Das Nokia 8 wird gut und sicher verpackt in einem flachen Karton geliefert. Inliegend befindet sich das Smartphone Nokia 8, ein Reset-Schlüssel, eine Freisprecheinrichtung mit Wechselohrpassstücken sowie ein Produkthinweisheft und Bedienungsanleitung in mehreren Sprachen. Außerdem noch das Ladekabel sowie der Netzstecker.

Das Nokia 8 wird samt Ladekabel und Netzstecker geliefert.

Spezifikationen

Das 0,79 x 7,37 x 15,15 cm große und 157 g leichte Nokia 8 besitzt einen Qualcomm Snapdragon 835 mit 4GB RAM (beim 64 GB Modell) und 6GB RAM (beim 128GB Modell). Der Speicher ist per Speicherkarte erweiterbar. Das IPS zertifizierte 5.3 Zoll WQHD Display mit 554ppi (2.560 x 1.440 Pixel) besteht aus 2.5D Corning Gorilla Glas 5. Das 7,9mm dünne Aluminium-Gehäuse hat einen 3090 mAh Akku mit USB 3.0/3.1 Gen1 Anschluss. Weiterhin befindet sich ein 3.5 Klinkenanschluss auf der Oberseite, ein SD-Karten Port für Micro-SD Karten bis 256 GB, ein Fingerprint Sensor, NFC, Helligkeitssensor, Näherungssensor, Beschleunigungsmesser, E-Kompass, Gyrosensor, Hall-Sensor, Barometer, ANT+, Android Beam, DLNA, USB-OTG. Das Gerät wird mit Android 7.1.1 ausgeliefert. Weiterhin sind eine 13 MP Dual-Rückkamera sowie eine 13 MP Frontkamera von ZEISS verbaut.

Konnektivität

GPRS / EDGE (2G): Frequenzen 850, 900, 1800, 1900 MHz, UMTS / HSPA (3G): Frequenz 850, 900, 1800, 1900 MHz, UMTS/HSUPA (3G) upload (max) 11 MBit/s, UMTS/HSDPA (3G) download (max) 42 MBit/s, UMTS/HSPA (3G) Frequenz 850, 900, 1800, 1900 MHz, LTE (4G): Frequenzen 700, 800, 850, 900, 1700, 1800, 1900, 2100, 2600 MHz, Frequenz-Bänder 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 20, 28, 38, 39, 40, 41, LTE upload (max) 50 MBit/s, LTE download (max) 450 MBit/s, WLAN Standard: IEEE 802.11a (54 MBit), IEEE 802.11b (11 MBit), IEEE 802.11g (54 MBit), IEEE 802.11n (600 MBit), IEEE 802.11ac (1300 MBit), WIFI, Tethering, Bluetooth.

Aussehen

Das Nokia 8 hat eine metallene Rückseite, welche wahlweise in poliertem oder mattem blau sowie in poliertem oder mattem silber oder kupfer zu haben ist. Unser Testgerät hat eine matt silberne Rückseite (Steel).

Auf der Rückseite befindet sich die Dual-Kamera.

In der Draufsicht befindet sich unten der Home-Button, welcher ebenfalls den Fingerabdrucksensor beherbergt. Links vom Home-Button ist die Zurück-Taste, rechts davon die Taste für die geöffneten Tabs. In der Draufsicht rechts sind die Ein-/Aus-Taste und die Lautstärke-Wippe, auf der linken Seite befindet sich der Port für die Micro-SD/Sim-Karte. Am unteren Rand sind der Anschluss für das USB-Kabel sowie der Lautsprecher verbaut und oben findest du den Anschluss für das 3,5mm Klinkenkabel. Auf der Rückseite ist das Highlight des Smartphones zu finden: Die 13 MP Dual-Rückkamera von Zeiss, welche leicht erhaben untereinander angeordnet ist. Das Nokia 8 ist gut verarbeitet und weist keine störenden Ecken oder Kanten auf. Es liegt wie ein Handschmeichler in deiner Hand.

Die Dual-Kamera steht leicht hervor.
Auf der Unterseite ist der Quick Charge Anschluss.

Betriebssystem

Das Nokia 8 wird ab Werk mit Stock-Android 7.1.1 ausgeliefert. Updates werden per OTA geliefert. So kamen in unserem Test nacheinander zuerst der Sicherheitspatch von August und dann September 2017. Laut einer Mitteilung von Nokia sind die Beta-Tests für Android 8 abgeschlossen, sodass in den nächsten 1-2 Wochen mit dem Rollout von Android 8 für das Nokia 8 begonnen wird.

Updates werden per OTA geliefert.

Display

Das WQHD-Display des Nokia 8 ist 5,3 Zoll groß und löst mit 2.560 x 1.440 Pixel auf. Es besteht aus 2.5D Corning Gorilla Glas 5. Am oberen Bildschirmrand befindet sich die Frontkamera. Die Farben sind kräftig und werden bei 554ppi scharf dargestellt.

Das Display ist gestochen scharf.

Mit der Funktion Glace, welche unter den Einstellungen und der Option Display zu finden ist, können auf dem abgeschalteten Bildschirm Informationen wie Uhrzeit, eingegangene Telefonanrufe, Mails, Nachrichten oder Akkustand angezeigt werden. Der Abruf erfolgt dann wieder bei eingeschaltetem Display.

Das Display hat eine Glace-Funktion.

Einrichtung

Nach dem Starten des Smartphones wählst du deine Landessprache aus und klickst auf den Los Geht´s-Button. Als Nächstes legst du deine SIM-Karte ein. Nun können Daten von einem iPhone oder einem anderen Androiden kopiert, oder ein neues Gerät eingerichtet werden. Du stellste eine Netzwerkverbindung her und das Gerät wählt sich ein. Ebenfalls erfolgt nun eine Suche nach Updates. Danach meldest du dich mit deinem Google-Konto an.

Fingerabdrucksensor

Der Fingerabdrucksensor befindet sich auf dem Home-Button auf der Vorderseite des Smartphones. Er wird nun entweder direkt bei der Einrichtung konfiguriert, oder später über die Einstellungen und dort über die Option Sicherheit. Um ihn direkt während der Einrichtung zu konfigurieren klickst du auf den Button Fingerabdrucksensor hinzufügen. Danach wählst du eine Display-Sperre (Fingerabdruck und Muster, Fingerabdruck und PIN, Fingerabdruck und Passwort) und gibst deinen Fingerabdruck über den Home-Button ein. Die Erkennung des Fingerabdrucks funktionierte im Test tadellos.

Telefon/Lautsprecher

Die Telefonqualität beim Nokia 8 ist gut und ohne Auffälligkeiten. Die Klangqualität des kleinen Lautsprechers, beziehungsweise der Hörmuschel, ist bei normaler Lautstärke gut und in Ordnung. Je lauter man allerdings Musik hört, desto mehr ist ein leichtes Rauschen zu vernehmen.

Kamera

Die 3 von ZEISS gebauten Kameras des Nokia 8 bringen jede einzeln 13 Megapixel an den Start. Die beiden Hauptkameras können zusammen oder getrennt genutzt werden. Jede der beiden Rückkameras hat einen eigenen Sensor. Ein Sensor ist dabei für schwarz-weiß Bilder, der andere erstellt farbige Aufnahmen. Ein doppelter LED-Blitz vervollständigt die Kamera und passt die Farbe je nach Lichteinfall der Umgebung an.

Die Kamera kann die Sensoren einzeln oder zusammen nutzen.
Schwarz-Weiß-Bilder können erstellt werden.

Die Frontkamera erstellt normale Bilder, jedoch ist hier kein Front-Blitz vorhanden, sondern es wird als Ersatz ein Display-Blitz angeboten. Als besonderes Highlight ist es möglich die Haupt- und die Frontkamera gleichzeitig zu nutzen, um mit beiden Seiten gleichzeitig ein Video/Bild zu erstellen. Das so erstellte 4K Ultra HD Video, von Nokia Bothie genannt, zeigt das gefilmte Material sowie den filmenden Nutzer.

Wird die Kamera zusammen genutzt werden Bothies erstellt.

Auf der Startseite der Kamera-App finden sich die verschiedenen Einstellungen. So ist am unteren Bildschirmrand die Umschalttaste für Kamera- oder Videoaufnahmen. Videoaufnahmen können weiterhin in Zeitlupe oder im Zeitraffer erstellt werden. Ebenfalls kann direkt ein Live-Videostream auf Facebook oder YouTube erfolgen. Per Klick auf den Sensor-Button am oberen Bildschirmrand können schwarz-weiß, Mono- oder Dual-Fotos aufgenommen werden. Mit der Dual-Funktion können oben genannte Bothies erstellt werden.

Es können Live-Streams für Facebook oder YouTube erstellt werden.

Im Test ist die Funktion für mich aber eher ein nettes Gimmick für zum Beispiel Live-Videostreams. Sofern du ein normales Video erstellst ist es eher störend noch deinen Kopf im Bild zu haben ;-).

Mit der Funktion OZO Audio, welche bei Videoaufnahmen genutzt wird, schaltest du das Vorder- und Rückmikrofon einzeln zu oder nutzt die insgesamt 3 Mikrofone als 360°Audio Surround System. Die Option soll Audioaufzeichnungen verbessern, indem ein Richtmikrofon simuliert wird. Die Umgebungsgeräusche werden herausgefiltert.

3 Mikrofone ermöglichen eine Surround-Tonaufnahme.

Die erstellten Bilder sind bei guten Lichtverhältnissen klar und werden in satten Farben dargestellt. Sofern das Licht allerdings schwächelt, sind auch die Bilder nicht mehr ganz so gut, da nur eine f2-Blende und ein kleiner Bildsensor vorhanden sind. Jedoch kann mit eingeschaltetem Blitz immer noch genügend heraus geholt werden. Auch die Frontkamera verewigt durch die 13 MP Kamera jede einzelne Falte.

Akku

Im Nokia 8 befindet sich ein fest verbauter 3090 mAh Akku mit USB 3.0/3.1 Gen1 Anschluss. Die Ladung erfolgt mit Quick Charge Technologie von Qualcomm. Innerhalb von 20 Minuten sind 30% Ladung vorhanden. Eine drahtlose Ladung ist nicht möglich. Der Akku ermöglicht dem Smartphone bei normaler Nutzung eine Laufzeit von einem Tag. Bei Hardcore-Nutzung (stundenlanges Streaming) dementsprechend weniger.

AnTuTu Benchmark

Bei unseren Benchmark-Ergebnissen mit AnTuTu schnitt das Nokia 8 wie folgt ab:
Gesamtpunktzahl: 152814 , 3D: 69419, UX: 45106, CPU: 29038, RAM: 9251.

Die Testergebnisse von AnTuTu.
Der Multitouch-Test.

Fazit

Das Nokia 8 ist ein solides Spitzensmartphone, wie man es von Nokia gewöhnt ist. Es sieht gut aus und hat einen großen, jedoch fest verbauten Akku, welcher dank Quick Charge Technologie aber schnell wieder am Start ist. Der Klang des Gerätes ist gut und auch die Kamera-App hat viele Funktionen zu bieten, die jedoch eher etwas für Social-Media-Süchtige sind. Die Performance ist flüssig und gerät auch bei starken 3D-Spielen nicht ins ruckeln.

Das Nokia 8 ist zum Preis von 502,64 Euro bei Amazon erhältlich.