Start Magazin Im Test: Motorola Moto g XT1032

Im Test: Motorola Moto g XT1032

© Motorola

Mit dem Moto g steigt Motorola zum Kampf um das beste günstige Android-Handy in den Ring und besiegt auch gleich ein paar deutlich stärkere Gegner, wie unser Testbericht zeigt.

Plusminus

+ Preis-Leistungs-Verhältnis

+ Display

+ Akkulaufzeit

+ Android & Apps

– Kein MicroSD-Slot

– Rückabdeckung

Das Moto g ist das erste Motorola-Smartphone, das komplett nach der Übernahme von Motorola durch Google entstand und auch in Europa erhältlich ist. Es ist quasi der kleine Bruder des Moto X, das es aber nicht nach Europa geschafft hat. Im Gegensatz zu diesem Modell dürfte sich das Moto g als klarer Erfolg erweisen. Das Rezept dafür ist relativ einfach: Während alle großen Hersteller ihre Einsteiger-Smartphones in der Preisklasse zwischen 200 und 300 Euro ansiedeln, setzt Motorola mit 169 Euro für die 8-GByte-Version einen klaren Kaufanreiz. Bei diesem Preis sieht man auch darüber hinweg, dass das Handy nur über 8 GByte internen Speicher verfügt, von dem rund 5 GByte für Ihre Daten zur Verfügung stehen. Ob Sie damit über die Runden kommen, hängt in erster Linie von Ihren Gewohnheiten ab: Benutzen Sie ein Offline-Navi und wollen Ihre Musiksammlung stets dabei haben, dann sollten Sie auf die 16-GByte-Variante warten, die beim Erscheinen dieser Ausgabe bereits erhältlich sein sollte. Für diesen Testbericht benutzten wir das Moto g mit 8 GByte internem Speicher.

Abbildung 1: Die 8-GByte-Version lässt rund 5 GByte für persönliche Daten und Apps frei.
Abbildung 1: Die 8-GByte-Version lässt rund 5 GByte für persönliche Daten und Apps frei.

Die Hardware

Motorola hob bei der Vorstellung des Moto g das in dieser Preisklasse einmalige Display hervor. Dieses Eigenlob ist durchaus berechtigt: Das 4,5-Zoll-Display zeigt sehr natürliche, kontrastreiche Farben und ist hell genug. Damit hebt sich Motorola klar von der Konkurrenz ab. Wir sind aber auch mit der allgemeinen Verarbeitung zufrieden. Die Tasten auf der rechten Seite verfügen über einen guten Druckpunkt und Spaltmaße in einem akzeptablen Bereich, wenn auch nicht top. In mehrerer Hinsicht nicht besonders elegant hat Motorola die Rückabdeckung gestaltet: Auf der matten Rückseite hinterlassen selbst frisch gewaschene Hände Fingerabdrücke. Das sieht einfach nicht schön aus. Zudem hat man auf die typische Aussparung zum Öffnen der Rückabdeckung verzichtet. Diese zu entfernen ist aber nötig, um die Micro-SIM-Karte einzusetzen. So müssen Sie in der kleinen Dokumentation nachschauen, wie sich der Deckel entfernen lässt, und beim Öffnen recht viel Geschick an den Tag legen.

Die Kamera ist für den Preis absolut in Ordnung. Bei schlechtem Licht weisen die Fotos recht schnell ein starkes Rauschen auf und wirken verwaschen, aber abgesehen davon reicht die Knipse für ein paar Fotos im Urlaub allemal.

Nicht gespart hat Motorola bei der verbauten CPU von Qualcomm (Snapdragon 400, MSM8226). Sie sorgt für mächtig Power unter der Haube und ist dank Adreno-305-Grafikchip theoretisch auch in der Lage, Full-HD-Videos aufzunehmen und abzuspielen. Das Moto g unterstützt allerdings maximal Videos im HD-Format 720p. Einen Pluspunkt vergeben wir auch dafür, dass das Moto g gegen Spritzwasser geschützt ist.

Der von Motorola (fest) verbaute 2070-mAh-Akku verhilft dem Handy zu einer überdurchschnittlich guten Laufzeit. Sie kommen spielend auf zwei Tage, wenn Sie das Handy nicht überbeanspruchen. Schwächen zeigte das Moto g bei der Nutzung mit schlechter Netzabdeckung, denn unter diesen Umständen zieht das verbaute 3G-Modem recht viel Strom. Wechseln Sie in solchen Fällen in den 2G-Modus, um den Akku zu schonen. Die steile Kurve auf Abbildung 2 entstand, weil wir das Handy auch als WiFi-Hotspot einsetzten.

Abbildung 2: Die Akkulaufzeit ist bei guter Netzabdeckung hervorragend, bei schlechtem Empfang gut.
Abbildung 2: Die Akkulaufzeit ist bei guter Netzabdeckung hervorragend, bei schlechtem Empfang gut.

Die Software

Das Moto g kommt von Haus aus mit Android 4.3 "Jelly Bean" und soll noch im Januar ein Update auf Android 4.4 "KitKat" bekommen. Wir gehen davon aus, dass es direkt Version 4.4.2 erhalten wird. Im Vergleich zu Nexus-Smartphones gibt es kaum Unterschiede, Motorola hat das Android-System nur in wenigen Bereichen angetastet. Zu ihnen gehört die Kamera-App. Sie fällt zwar besser aus als bei Nexus-Geräten, lässt aber einige Einstellungsmöglichkeiten vermissen (zum Beispiel die Wahl der Auflösung bei Videos). Wie unter Android üblich, lässt sich dieses Problem über alternative Apps lösen. Sehr gut gefallen hat uns der Migrationsassistent, der beim ersten Setup des Handys startet. Wenn Sie von einem anderen Android-Handy auf das Moto g umsteigen wollen, können Sie auf dem alten Handy die App Motorola Migrate aus dem Play Store installieren und auf dem Moto g den Assistenten starten. Die beiden Handys bauen dann eine WiFi-Verbindung auf, und das Moto g zieht sich sämtliche Daten vom alten Handy. Noch nie war der Umstieg ohne Cloud einfacher!

Abbildung 3: Motorola macht den Umstieg von einem anderen Android-Handy zum Kinderspiel.
Abbildung 3: Motorola macht den Umstieg von einem anderen Android-Handy zum Kinderspiel.

Äußerst hilfreich ist der schon auf früheren Motorola-Handys vorhandene Assistent. Die Assist-App schaltet das Handy automatisch stumm, wenn in Ihrem Kalender ein Termin steht oder Sie Ihre Nachtruhezeiten definieren. Zudem können Sie Ausnahmesituationen festlegen, in denen Anrufer trotz der Stummschaltung durchkommen. Die restlichen Apps basieren auf dem Open-Source-Code von Android. So beherrscht zum Beispiel die Tastatur-App keine Swype-Gesten.

Abbildung 4: Der Assistent von Motorola hilft, das Handy bei Meetings und in der Nacht stumm zu halten.
Abbildung 4: Der Assistent von Motorola hilft, das Handy bei Meetings und in der Nacht stumm zu halten.

Das Moto g besitzt zwar nur 8 GByte internen Speicher (bzw. 16 GByte), Sie bekommen aber zusätzliche 50 GByte in der Google-Wolke. Das ist praktisch, wenn Sie Ihre Fotos mit Google+ in der Cloud speichern oder Ihre Musiksammlung über Google verwalten. Der freie Cloud-Speicher steht Ihnen zwar zu, aber Sie bekommen ihn nicht automatisch, sondern nur, wenn Sie innerhalb einer bestimmten Zeit die Drive-App starten und anschließend das Angebot annehmen. Bei unserem Gerät war der Stichtag für diese Bestätigung der 5. Januar. Wir gehen davon aus, dass die Deadline mit dem Kaufdatum zusammenhängt und man das Upgrade innerhalb von 30 Tagen nach dem Kauf in Anspruch nehmen muss. Wenn Sie den erweiterten Speicher nach Ablauf von 24 Monaten weiterhin nutzen wollen, müssen Sie für 25 GByte 2,49 Dollar pro Monat bezahlen, für 4,99 Dollar gibt es 100 GByte. Eine Option auf 50 GByte fehlt in der offiziellen Preisliste.

Fazit

Das Moto g zeigt sehr schön, dass man die von der Konkurrenz teilweise deutlich überbewerteten und überbeworbenen Hard- und Software-Features in der Praxis gar nicht benötigt. Für 169 Euro bekommen Sie ein Handy, das genauso viel leistet wie ein Galaxy S3 – für erheblich weniger Geld und mit deutlich besserer Akkuleistung. Wir sind uns deshalb ganz sicher, dass viele S3-Benutzer zum Moto g oder einem anderen Motorola-Handy wechseln werden. Im Vergleich mit anderen Low-Cost-Handys wie zum Beispiel dem noch günstigeren Archos 45 Titanium überzeugt das Moto g mit einem perfekten Display. Mehr Handy braucht man nicht!

Motorola Moto g

Kerndaten
Hersteller Motorola
Formfaktor 4,5-Zoll-Smartphone
Auflösung 1280 x 720 Pixel
Prozessor 1,20 GHz, Quad-Core, Snapdragon 400
Speicher 8 oder 16 GByte
Kamera (Front/Haupt) 1,3 MP / 5 MP
Android-Version Android 4.3
Akku 2070 mAh
Laufzeit (Standby) k. A.
Gewicht 143 Gramm
Preis (Internet) 169 Euro (8 GByte), 199 Euro (16 GByte)
Technische Details
  http://android-user.de/lp/27170
Performance
AnTuTu-Benchmark 17324 Punkte
Vellamo (HTML5/Metal) 1929/538 Punkte
Android-User-Bewertung 4,5 Punkte
 

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