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Im Test: Moto E von Motorola

Es ist klein, flink, günstig und besitzt einen MicroSD-Kartenslot. Die Rede ist vom neuen Android-Smartphone "Moto E" von Motorola, das neben seinem Preis auch durch einen MicroSD-Slot überrascht. Wir haben das kleine Moto getestet. 

Motorola hat Ende 2013 bzw. Anfang 2014 mit dem Moto G ein in seiner Preisklasse hervorragendes Gerät nach Europa gebracht, das neue Maßstäbe in puncto Preis-Leistungsverhältnis in der Mitteklasse setzt: Für 169 Euro bekommt man mit dem Moto G ein sehr solides Gerät, das es durchaus mit teureren Konkurrenten aufnehmen kann. Nun bringt Motorola mit dem Moto E einen kleinen Bruder, der noch günstiger daherkommt und gerade Einsteiger lockt. In unserem Testbericht klären wir, was das Moto E für seinen geringen Preis alles leistet — und was ihm fehlt.

Allgemeines

Der US-amerikanische Smartphone-Hersteller verbaut im Moto E den mit 1,2 Gigahertz getakteten Zweikernprozessor Snapdragon 200 von Qualcomm, der für ordentliche Performance und eine flüssige Bedienung sorgt. Des Weiteren sind 1 GB Arbeitsspeicher verbaut. Von den 4 GB internen Speichers stehen dem User lediglich magere 2,21 GB zur Verfügung. Durch einen microSD-Karten Slot auf der Rückseite kann der Speicher jedoch aufgerüstet werden. Das Moto E unterstützt weder Wifi-Direct noch NFC, dafür ist der Bluetooth 4.0 Low Energy Standard an Bord. Bei Abmessungen von 64,8 × 124,8 × 12,30 mm kommt das Smartphone auf ein Gewicht von 142g.

Ohne einen genügend großen Speicher können große Apps schon mal zum Problem werden.
Ohne einen genügend großen Speicher können große Apps schon mal zum Problem werden.

Design, Verarbeitung und Haptik

Das Moto E sieht seinen beiden Brüdern, dem Moto G und Moto X, von der Designsprache her sehr ähnlich, der große Frontlautsprecher verrät aber schon aus der Ferne, dass es sich um ein anderes Gerät handelt. Auch ansonsten gibt es einige Unterschiede: Motorola hat bei seinem Low-Budget-Gerät auf der Rückseite lediglich die Kamera und die altbekannte Kerbe mit dem Motorola Logo platziert. Einen Blitz sucht man hier vergebens. Über dem Display sind der Telefonlautsprecher, einige Sensoren sowie eine Benachrichtigungs-LED gruppiert. Bedient wird das Moto E wie auch die beiden Brüder Moto G und X über die On-Screen-Tasten, wobei der Abstand zwischen der Lautsprecher-Mikrofon-Einheit und dem Display doch relativ groß ist und die Höhe des Gerätes unnötig vergrößert.

Die 0,7 Millimeter weniger an Dicke zum Moto G sind kaum spürbar, die generell eher dickere Bauweise fällt bei der Benutzung hingegen auf, aber dennoch liegt das Moto E gut und angenehm in der Hand, ohne klobig zu wirken. Die rechts platzierten Buttons lassen sich alle ohne Probleme mit einer Hand erreichen. Den Druckpunkt des Powerbuttons empfinden wir allerdings als nicht ganz optimal. Hier muss man doch ziemlich fest drücken und ein wirklicher Druckpunkt ist nicht spürbar. Ungeachtet der Tatsache, dass Motorola das Gehäuse des Motorola E komplett aus Kunststoff fertigt, wirkt es nicht billig, wie bei vielen Konkurrenzprodukten in dieser Preisklasse. Bei genauer Betrachtung der Spaltmaße auf der Vorderseite erkennt man aber gleich, dass man ein Einsteiger-Smartphone vor sich hat und kein High-End Produkt.

Bei Benchmarks steht das Moto E zwar nicht ganz so gut da, das Arbeitstempo ist in der Praxis aber vollständig praktikabel.
Bei Benchmarks steht das Moto E zwar nicht ganz so gut da, das Arbeitstempo ist in der Praxis aber vollständig praktikabel.

Performance und Software

Auf dem Moto E kommt eine von Motorola nur minimal veränderte Version des originalen Stock-Android zum Einsatz. Zu den normalen Google-Apps gibt Motorola drei eigene hinzu, "Alert", "Assist" sowie "Motorola Migrieren". Alert teilt den eigenen Standort mit Freunden und Bekannten und benachrichtigt diese im Notfall, Assist automatisiert das Stummschalten während Meetings oder beim Schlafen und Motorola Migrieren unterstützt neue Nutzer beim Umzug ihrer Daten von einem anderen Android Gerät oder einem iPhone auf das Moto E. Ausgeliefert wird das Gerät noch mit Android KitKat 4.4.2, ein Update auf 4.4.3 ist bereits unterwegs, hat seinen Weg bisher aber noch nicht auf unser Testgerät gefunden.

Dadurch, dass Motorola nur geringfügige Änderungen am Android-System vorgenommen hat, läuft dieses sehr flüssig und performant. Trotz des etwas schwachen Prozessors und den lediglich 1 GByte RAM kommt es nur sehr selten zu längeren Bedenkzeiten, und die Navigation durch Apps läuft weitestgehend sehr zügig und ohne Ruckler ab. Beispielsweise arbeiten selbst grafisch aufwendige Spiele wie Dead Trigger 2 oder Smash Hit auf dem Moto E einigermaßen flüssig. Klar ist, dass sich die Performance durch die verbaute Hardware generell nicht mit High-End Geräten vergleichen lässt. Mit den meisten Mittelklasseandroiden kann das Moto E was die Geschwindigkeit in der normalen Nutzung angeht aber auf jeden Fall mithalten.

Motorola liefert für seine Smartphones immer recht schnell ein Update auf neue Android-Versionen.
Motorola liefert für seine Smartphones immer recht schnell ein Update auf neue Android-Versionen.

Die Möglichkeit Freunde und Bekannte bei einem Notfall schnell zu informieren ist sinnvoll und gut in das System integriert.
Die Möglichkeit Freunde und Bekannte bei einem Notfall schnell zu informieren ist sinnvoll und gut in das System integriert.

Die Assist Anwendung übernimmt die Aufgabe von Drittanwendungen wie Tasker und hilft Ihnen Ihr Smartphone ein Stück weit zu automatisieren.
Die Assist Anwendung übernimmt die Aufgabe von Drittanwendungen wie Tasker und hilft Ihnen Ihr Smartphone ein Stück weit zu automatisieren.

Display

Motorola hat im Moto E ein 4,3 Zoll großes IPS LCD-Display verbaut, das mit einer Auflösung von 540×960 auf eine Pixeldichte von 256 kommt. Dass diese Auflösung nur qHD Standard ist, fällt bei Betrachtung und Benutzung des Displays definitiv auf, Texte und Bilder werden jedoch ausreichend scharf dargestellt. Dennoch sind gerade bei Anwendungen die viel Text beinhalten, wie das Browsen im Web, Unschärfen zu erkennen. Ein Kritikpunkt ist die Displayhelligkeit, die nicht sonderlich hoch ist und eine Benutzung des Moto E unter direkter Sonneneinstrahlung erschwert. Mit einer kleinen Blickwinkelabhängigkeit kann das Display des Moto E auch nicht punkten: Bei Neigung verblassen Farben sehr schnell und die Helligkeit verringert sich. Das ist aber angesichts des Preises normal. Die Größe und die vergleichsweise hohe Auflösung machen das Display des Moto E trotzdem zu einer der Stärken des Geräts. Denn wenn man sich die Konkurrenzprodukte in dieser Preisklasse anschaut, findet man dort deutlich schlechtere Displays.

Nichts mit Selfies

Irgendwo muss Motorola bei einem so günstigen Gerät eingespart haben. Und das ist definitiv bei der Kamera der Fall, die wohl den größten negativen Aspekt des Moto E darstellt. Ein Problem stellt dabei nicht nur der verbaute Sensor dar, sondern auch der feste Fokus, durch den nahe Aufnahmen extrem schnell unscharf werden. Trotzdem bietet die Kamera-App die Möglichkeit HDR-Aufnahmen anzufertigen, oder Panoramen festzuhalten. Ferner hat Motorola auf eine Front-Kamera verzichtet, was in dieser Preisklasse allerdings öfter vorkommt.

Trotz der schlechten Kamera bietet das Moto E Features wie HDR Aufnahmen oder Panoramen.
Trotz der schlechten Kamera bietet das Moto E Features wie HDR Aufnahmen oder Panoramen.

Akkulaufzeit & Sound

Der verbaute 1980 mAh Akku befindet sich zwar auf der Rückseite unter der abnehmbaren Abdeckung, kann selbst aber nicht gewechselt werden. Trotz der eher geringen Kapazität hält der Akku sehr gut und bei durchschnittlicher Nutzung können Benutzungszeiten von eineinhalb bis zwei Tagen erzielt werden. Bei starker Nutzung schafft man es mit dem Moto E aber auf jeden Fall über den Tag. Gerade der Standby-Verbrauch ist sehr gering, eine Nacht ohne Benutzung übersteht das Moto E mit dem geringen Verbrauch von wenigen Prozenten.

Der Lautsprecher des Moto E befindet sich für ein Smartphone eher untypisch auf der Vorderseite des Gerätes unterhalb des Displays, in Form eines silbernen Balkens. Die damit erreichente Lautstärke ist bemerkenswert, auch wenn der Klang etwas blechern wirkt. Motorola hat zudem auch dem Moto E ein FM-Radio spendiert.

 

Mit angeschlossenen Kopfhörern können Sie mit dem Moto E sogar Radio hören.
Mit angeschlossenen Kopfhörern können Sie mit dem Moto E sogar Radio hören.

Unterschiede zum Moto G

Nun stellt sich die Frage, ob es sich lohnt, den Aufpreis zum Moto G zu zahlen, oder man getrost zum günstigeren Moto E greifen kann. Im Allgemeinen hat das Moto G einiges mehr zu bieten, unter anderem einen Snapdragon 400 Prozessor, der doppelt so viele Kerne wie der Snapdragon 200 bietet, eine deutlich bessere Kamera (die aber immer noch nicht wirklich gut ist), eine Frontkamera und ein etwas größeres HD-Display. Für knausrige Einsteiger, die noch ein Featurephone nutzen, ist das Moto E vollkommen ausreichend. Wer den Aufpreis von rund 40 Euro für das günstiste Moto G nicht scheut, greift aber besser zum Moto G oder einem vergleichbaren Smartphone um 200 Euro.

Fazit

Mit dem Moto E bringt Motorola erneut ein Smartphone auf den Markt, das in seiner Preisklasse die Maßstäbe neu definiert. Bisher erhielt man für gerade einmal 119 Euro deutlich weniger an Smartphone, was Leistung, Laufzeit, Display etc. anbelangt. Das Moto E ist ein solides Einsteigergerät, das sich bei der täglichen Benutzung behaupten kann und für die alltäglichen Aufgaben bestens gewappnet ist. Sobald die Anforderungen aber größer werden und mit dem Smartphone auch intensiver gespielt oder fotografiert werden soll, so sind die Schwächen des Moto E schnell ausgelotet und der Griff zum Moto G oder einem höherklassigen Gerätes liegt nahe.

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