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Im Test: mc2-Headset von Etymotic

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© Etymotic

Sie hören oft Musik mit Ihrem Android-Smartphone? Dann sind gute Kopfhörer ein Muss. Wir haben das In-Ear-Headset mc2 von Etymotic getestet und sind damit sehr zufrieden.

Abgesehen von ganz wenigen Low-Cost-Androiden gehören eigentlich Ohrhörer zum Lieferumfang jedes Smartphones. Doch die Qualität der mitgelieferten Ohrstöpsel lässt selbst bei recht teuren Smartphones meistens zu wünschen übrig. Also muss für den vollen Musikgenuss ein neues Paar her. Wir haben das In-Ear-Headset mc2 von Etymotic [1] getestet. Es kostet in diversen Internetshops zwischen 90 und 100 Euro.

Vom In-Ear-Erfinder

Etymotic behauptet von sich selbst, die In-Ear-Kopfhörer erfunden zu haben. Die Firma verfügt also über entsprechend große Erfahrung auf dem Gebiet und das merkt man bereits beim Lieferumfang des mc2. Neben dem eigentlichen Headset und einer schwarzen Hülle befinden sich in der Verpackung auch drei alternative In-Ear-Stöpsel für einen bestmöglichen Tragekomfort und Sound. Zudem sind die Kopfhörer mit einem Filter gegen Verunreinigungen ausgestattet, der in etwa die Größe eines Stecknadelkopfs hat. Auch von diesem Filter befindet sich je ein Exemplar in der Etymotic-Box. Ein Wechsel des Filters sollte dann vorgenommen werden, wenn die Sound-Qualität hörbar nachlässt. Je nach Nutzung und Ohr-Hygiene kommen Sie aber über mehrere Jahre mit den Original-Filtern aus.

Abbildung 1: Unter den mitgelieferten Aufsätzen ist für fast jedes Ohr ein passender dabei. Gegen rund 100 Euro Aufpreis lassen sich maßgeschneiderte Otoplastiken erstellen.
Abbildung 1: Unter den mitgelieferten Aufsätzen ist für fast jedes Ohr ein passender dabei. Gegen rund 100 Euro Aufpreis lassen sich maßgeschneiderte Otoplastiken erstellen.

Auch für Android

Etymotic bietet das Headset in zwei Versionen an: Die mc3-Version für das iPhone und die Variante mc2 – die wir hier vorstellen – für Android- und andere Smartphones. Das mc2-Headset bringt am rechten Kabel ein Mikro und eine Steruerungstaste mit. Über die Taste lassen sich Anrufe entgegennehmen oder initiieren (je nach Hersteller). Per Doppeldruck springt der Audioplayer zudem zum nächsten Stück. Halten Sie den Button über längere Zeit gedrückt, dann startet Android den Musikplayer.

Allerdings zeigen sich bereits hier große Unterschiede zwischen den Herstellern und Musikprogrammen. So funktionierte das Headset in unseren Tests mit fünf Geräten nur auf dem Galaxy Nexus, dem Motorola Xoom und dem Prada 3.0 by LG korrekt. Auf dem Asus Transformer TF101 hatte die Taste keinerlei Auswirkungen, auf dem Atrix 4G von Motorola startete bei einem Tastendruck stets die Sprachwahl. Diese lässt sich auch nicht deaktivieren oder ausschalten. Immerhin lassen sich so via Headset gezielt Anrufe tätigen, was ebenfalls als Feature durchgeht. Beim Galaxy Nexus oder dem Prada Phone lassen sich hingegen nur Anrufe entgegennehmen, keine tätigen.

Abbildung 2: Auf dem Motorola Atrix startete anstelle des Musik-Players stets die Sprachbefehl-App.
Abbildung 2: Auf dem Motorola Atrix startete anstelle des Musik-Players stets die Sprachbefehl-App.

Etymotic wird das Headset in Kürze auch in einer speziellen Box mit Android-Logo anbieten, die dort verpackten Kopfhörer unterscheiden sich technisch aber nicht von den uns getesteten, lediglich in der Farbe (rot und blau, statt schwarz). Ein Headset mit Vor- und Zurück-Taste wird es voraussichtlich nicht für Android geben, da die Funktion nicht fest in Android implementiert ist, somit je nach Hersteller variiert.

Drei Ringe

Android-Smartphones und die meisten Tablets benutzen einen vierpoligen Stecker für Audio-Zubehör. Nur so lässt sich auch die Mikrofon-Funktion des Headsets lösen. Entsprechende Headsets erkennen Sie an den drei schwarzen Ringen am Stecker.

Genialer Klang

Die Sound-Qualität von In-Ear-Kopfhörern steht und fällt mit den benutzen Einlagen. Etymotic liefert wie eingangs erwähnt gleich vier Paare mit, eines davon passt garantiert. Hier eine Empfehlung abzugeben wäre in etwa, wie wenn wir allen Lesern raten würden, sich Hosen von der Größe 48 zu kaufen. Wir haben uns für die pilzförmigen Aufsätze entschieden, probieren Sie einfach sämtliche Einlagen aus. Für rund 100 Euro Aufpreis können Sie zudem eine maßgeschneiderte Einlage (so genannte Otoplastik) erstellen lassen. Damit lässt sich nicht nur der Geräuschpegel noch einmal deutlich reduzieren, auch der Tragekomfort erhöht sich mit der individuellen Einlage deutlich.

Sitzen die Etymotic-Aufsätze richtig im Ohr, dann bieten die Kopfhörer eine überdurchschnittliche Audioqualität mit absolut ausgeglichenen Höhen und Bässen: Sie hören genau die Klangvielfalt, die der Musikplayer wiedergibt, das Headset selbst nimmt praktisch keine Verfälschung vor. Je nach Geschmack müssen Sie also etwas am Equalizer schrauben, um überdurchschnittliche Bässe oder mehr Höhen zu erhalten. Ein weitere Vorteil der In-Ear-Kopfhörer: Dank der optimalen Abschirmung von Außengeräuschen können Sie auch im Flugzeug oder in einer lärmigen Umgebung Ihre Musik genießen, ohne dazu die Lautstärke zu fest aufdrehen zu müssen.

Fazit

Wenn Sie eine aktive Disco- oder Konzert-Vergangenheit haben und Ihr Gehör bereits mehrfach geschädigt haben, dann werden sie vermutlich keinen Unterschied zwischen günstigen und High-End-Kopfhörern feststellen. Legen Sie aber wert auf einen guten Sound, dann sind die 100 Euro in das Headset von Etymotic gut investiert.

Awareness! sorgt für Außengeräusche

In-Ear-Kopfhörer sind eine recht große Gefahrenquelle, weil man dadurch zum Beispiel beim Radfahren oder Spazieren keine Außengeräusche mehr hört und somit praktisch taub unterwegs ist. Um dieses Problem zu beheben haben die Programmierer bei Etymotic eine spezielle App entwickelt, die Außengeräusche über das Mikrofon auf die Kopfhörer umleitet. So hören Sie zum Beispiel während einer Zugfahrt die Durchsage aus dem Lautsprecher oder beim Joggen den Lärm um Sie herum. Wie viele der Außengeräusche über die Kopfhörer weitergeleitet werden, lässt sich dabei individuell festlegen, auch den Pegel, bei dem das Mikro anschlägt. Aktuell befindet sich die Android-Version der App noch in einer geschlossenen Beta-Phase. Bis zum Erscheinen des Heft sollte sie aber laut Plan bereits in Google Play zu finden sein.

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