13. September 2021
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Im Test: LG P760 Optimus L9

Mit dem Nexus 4 bekommen Sie von Google ein LG-Smartphone mit 8 GByte Speicher, 2 GByte RAM und Quad-Core-Prozessor für 300 Euro. Wer zahlt da noch 300 Euro für das L9? Wir haben das LG-Smartphone von 1&1 zum Test bekommen und beantworten diese Frage.

Plusminus

+ Preisleistung

+ Akkulaufzeit

+ MicroSD-Kartenslot

– Billige Rückabdeckung

– qHD-Auflösung

Mit der Ankündigung des Nexus 4 haben viele Android-Fans für das Optimus L9 von LG nur noch ein Lächeln übrig. Es verfügt nur über eine vergleichsweise bescheidene Dual-Core-CPU mit maximal 1 GHz, nur über 1 GByte RAM und nur über 4 GByte internen Speicher. Davon belegt das System bereits knapp 2 GByte, sodass Sie also lediglich 2 GByte für Ihre Daten zur Verfügung haben. Auch die Kamera zieht mit 5 Megapixel gegen das Nexus 4 den Kürzeren und zu guter Letzt löst auch das 4,7-Zoll-Display nur mit 540×960 Bildpunkten auf. Wer sollte sich da noch für das L9 entscheiden?

Mainstream-Smartphone

Legt man die Android-Fanbrille einmal ab, dann sind die Unterschiede so groß gar nicht mehr. Das 4,7-Zoll-Display ist gleich groß. Dass es weniger Pixel anzeigt, wird den meisten Nutzern gar nicht auffallen. Es ist in jedem Fall scharf und auch sehr schön ausgeleuchtet. Auch mit dem schon etwas betagten Dual-Core-Prozessor dürfte Otto Normalnutzer spielend klar kommen. Das Smartphone reagiert auf sämtliche Eingaben flüssig und bot in den Tests keinen Grund zur Kritik. Die Benchmark-Werte liegen auf dem Level von Tegra-2-Hardware. Keine Spitzenresultate also, aber durchaus solide. Das gleiche können wir auch von der Kamera sagen. Sie schießt bei Tageslicht gute Fotos, bei schlechtem Licht gibt es recht schnell das übliche Rauschen. Dafür hat LG der Kamera ein paar Extra-Features spendiert, wie etwa die sprachgesteuerte Auslösefunktion ("cheese") oder die manuelle ISO-Kalibrierung.

Auch bei der App-Auswahl bietet das L9 gegenüber dem Nexus 4 mit Android 4.2 ein paar Vorteile. Der Nutzer bekommt zwar nur Android 4.0.4 und vermutlich wird es auch bei dieser Android-Version bleiben, dafür findet er auf dem L9 Apps für das Backup mit Windows, zwei NFC-Tools und zahlreiche Sondermöglichkeiten von LG vor (Quick Memo, QuickTranslator, Radio). Auch Polaris Office und ein paar weitere Apps sind bereits mit an Bord. Diese praktischen Funktionen fehlen beim Nexus 4.

Abbildung 1: Quick-Memo ist eine Zeichenfunktion für Screenshots und durchaus praktisch.
Abbildung 1: Quick-Memo ist eine Zeichenfunktion für Screenshots und durchaus praktisch.

Abbildung 2: Der Homescreen des Optimus L9 mit den von LG benutzten bunten Symbolen.
Abbildung 2: Der Homescreen des Optimus L9 mit den von LG benutzten bunten Symbolen.

Haupt-Features

Die zwei Hauptgründe, die für das Optimus L9 sprechen sind jedoch die Akkulaufzeit und der MicroSD-Kartenslot. So lässt sich der Speicher des L9 problemlos um weitere 32 GByte erweitern, während Sie beim Nexus 4 auf spärlich 8 bzw. 16 GByte beschränkt bleiben. Nach den aktuellen Benchmarks ist auch die Akkulaufzeit um Welten besser, als beim Nexus 4. Kein Wunder, benötigen doch die 540×960 Pixel und die Zweikern-CPU deutlich weniger Strom als die 1280×768 Bildpunkte und die vier Kerne des Nexus 4. Der Akku ist hingegen bei beiden Geräten gleich groß. Aus praktischer Sicht ist das L9 deshalb die bessere Wahl.

Abbildung 3: Themes verhelfen dem Optimus L9 zu mehr Eleganz oder mehr Verspieltheit.
Abbildung 3: Themes verhelfen dem Optimus L9 zu mehr Eleganz oder mehr Verspieltheit.

Abbildung 4: Durch die Energieverwaltung lässt sich die Akkulaufzeit noch zusätzlich verlängern.
Abbildung 4: Durch die Energieverwaltung lässt sich die Akkulaufzeit noch zusätzlich verlängern.

Einen großen Nachteil möchten wir an dieser Stelle aber auch erwähnen. Das Optimus L9 ist unglaublich leicht. Ohne Akku hat man das Gefühl, es fehlt etwas und selbst mit eingelegtem Akku bleibt das 4,7-Zoll-Gerät ein Fliegengewicht. Die Rückabdeckung wirkt dabei alles andere als hochwertig, was dem ganzen Smartphone einen haptischen Dämpfer verpasst. Die Rückabdeckung lässt sich auch nicht so einfach austauschen, da darin die NFC-Antenne verbaut ist.

Ein weiteres Problem stellten wir mit dem Home-Button fest. Dieser Hardware-Button ragt leicht über die Oberfläche hinaus (die Buttons für Zurück und das Kontextmenü sind via Sensor realisiert) und macht ebenfalls einen nicht allzu wertigen Eindruck. Wer schon einmal ein Nexus 4 oder das Optimus 4X in der Hand hatte weiß, dass LG das auch deutlich besser kann. In der Hand wirkt das L9 billig, auch wenn es recht gut aussieht.

Fazit

Das L9 von LG kann in puncto Verarbeitung nicht mit dem gleich teuren Nexus 4 mithalte und dürfte somit bei eingefleischten Android-Fans einen schweren Stand haben. Legt man jedoch die Fan-Brille zur Seite und schaut nur auf die tatsächlichen Vor- und Nachteile, dann ist das L9 durchaus ein guter Kauf. So sorgt der große 2100-mAh-Akku für sehr gute Laufzeiten und der MicroSD-Slot bietet eine gewisse Investitionssicherheit. Dass das Display nur mit 540×960 Pixeln auflöst und die verbaute Kombination von CPU und GPU schon fast antik ist, fällt hingegen im täglichen Betrieb überhaupt nicht auf. Unterm Strich erhalten Sie so für 300 Euro ein praktisches Smartphone.

LG P760 Optimus L9

Kerndaten
Hersteller LG
Formfaktor 4,7-Zoll-Smartphone
Auflösung 540×960
Prozessor 1000 MHz, Dual-Core
Android-Version 4.0.4
Akku 2100 mAh
Laufzeit (Standby/Gespräch) 628 h/ 11,5 h
Gewicht 125 g
Preis 299 Euro
Technische Details und Preisvergleich
  https://www.android-user.de/lp/12183/
Performance
AnTuTu-Benchmark 5475 Punkte
Vellamo (HTML5/Metal) 1122/355 Punkte
Android-User-Bewertung 4,0 Punkte
 

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