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Im Test: LG Optimus Vu

© LG

Smartphones im 5-Zoll-Format sind 2013 schwer im Kommen, Samsungs Galaxy Note 2 führt die Garde nach wie vor an. Ob das LG Optimus Vu bei den großformatigen Geräten mithalten kann, lesen Sie auf den folgenden zwei Seiten.

Plusminus

+ Hochauflösendes IPS-Display

+ Leistungsstarker Prozessor

+ Umfangreiche App-Auswahl

– Schwacher Akku

– Formatfaktor

Was für ein Bildschirm – der Redaktion klappte bei der Ankunft des Optimus Vu fast die Kinnlade herunter. Die Brillanz des verbauten IPS-Displays kann auf Anhieb überzeugen, das 4:3-Format ist jedoch sehr ungewöhnlich. LG will mit dem Smartphone neue Wege beschreiten, kein anderer namhafter Hersteller hat bisher ein 5 Zoll-Gerät mit diesem Seitenverhältnis im Programm. Im Test musste der Groß-Androide beweisen, dass sein Display mehr ist als nur ein Alleinstellungsmerkmal.

Großformatig

Wir erinnern uns: 4:3 war vor der Einführung von 16:9 das gängige TV-Format. In einem Smartphone verbaut, sieht 4:3 jedoch etwas ungewöhnlich aus und verleiht dem Gerät leicht sperrige Abmessungen von 139,6 x 90,4 x 8,85mm. Zum Vergleich: Samsungs Galaxy Note 2 ist mit 151 x 81 x 9,45mm etwas länger, aber auch einen Zentimeter schmaler. Folge: Das Optimus Vu fühlt sich in zierlichen Händen etwas unhandlich an.

Der große Bildschirm verleitet zum Spielen und Ablegen zahlreicher Apps, auch beim Tippen langer SMS oder Emails macht das Großformat eine tolle Figur. Zudem ist das Vu eine Spielmaschine: Autorennen wie Asphalt 7 sind dank des brillanten Displays ein Vergnügen, der eingebaute Nvidia Tegra 3-Prozessor mit 1,5 GHz Rechenleistung und eine leistungsstarke GPU sorgen für flüssige Abläufe. LG legt dem NFC-fähigen Gerät sogar drei NFC-Tags bei, die das Vu bei Annäherung in den Car-, Office- oder Sleep-Mode versetzen.

Bei der Hardware findet sich jedoch neben Licht auch Schatten. Zwar hat uns das Gehäuse des Geräts, das beispielsweise über einen mit einem metallenen Schieber geschützten microUSB-Anschluss verfügt, recht gut gefallen. Der interne 32 GByte-Speicher lässt sich hingegen nicht erweitern, was allerdings nur bei echten Datensammlern ohne Cloud-Anbindung ein Problem werden dürfte. Auch der 2080 mAh-Akku des Vu ist nicht austauschbar und verringert, je nach Nutzung, die Lebensdauer des Geräts. LG legt dem Vu den Rubberdium Pen bei, der in etwa dem Stift entspricht, der zusammen mit dem Galaxy Note 2 ausgeliefert wird. Der LG-Griffel kann jedoch nicht im Gehäuse untergebracht werden, außerdem verfügt das Vu nicht über die Druck-Sensitivität des Note 2, was sich bei Schreibaufgaben bemerkbar macht. Die 8-MP-Hauptkamera nimmt Videos in 1080p Full-HD-Qualität auf, enttäuscht jedoch bei Schnappschüssen durch eine recht grobkörnige Darstellung.

Abbildung 1: Das App-Angebot auf dem Vu ist recht umfassend - neben Google Play hat man auch Zugriff auf LGs SmartWorld.
Abbildung 1: Das App-Angebot auf dem Vu ist recht umfassend – neben Google Play hat man auch Zugriff auf LGs SmartWorld.

Abbildung 2: Schmales Format: Das Betrachten von Videos ist mit dem 4:3-Format mitunter gewöhnungsbedürftig.
Abbildung 2: Schmales Format: Das Betrachten von Videos ist mit dem 4:3-Format mitunter gewöhnungsbedürftig.

Umfangreiche Software

Das Optimus Vu wird mit Android 4.0.4 ausgeliefert, ein Update auf Jelly Bean soll laut Angaben von LG noch Anfang 2013 erfolgen. Die Benutzeroberfläche wurde vom Hersteller angepasst, was der Performance jedoch kaum abträglich ist, bei der App-Ausstattung holt LG sogar zu einem gelungenen Rundumschlag aus.

Besonderes Augenmerk gilt der Quick Memo-App, die mit einem Druck auf einen Hardware-Knopf, der auf der Oberseite des Geräts links angebracht ist, aktiviert wird. Egal welches Programm man gerade verwendet – mit der App lassen sich in jeder Situation Markierungen auf Screenshots anbringen oder einfach nur neue Notizen anlegen. Daneben serviert LG das komplette Google-Angebot wie Gmail, Google+ und Google Maps, als Zugabe gibt es LG-eigene Apps wie Fileshare zum Austausch von Dateien, SmartShare zum Teilen von Medieninhalten via DLNA und den LG-eigenen App- und Klingeltonshop SmartWorld. Kamera-App und Musikplayer des Vu machen einen guten Eindruck, die Musikwiedergabe wird jedoch von dem recht blechern klingenden und im flach hingelegten Zustand dysfunktionalen Lautsprecher deutlich gemindert.

Abbildung 3: Der Rubberdium-Stift reicht für Notizen aus, LG hätte das Schreibgerät jedoch noch funktionaler auslegen können.
Abbildung 3: Der Rubberdium-Stift reicht für Notizen aus, LG hätte das Schreibgerät jedoch noch funktionaler auslegen können.

Abbildung 3: Der Rubberdium-Stift reicht für Notizen aus, LG hätte das Schreibgerät jedoch noch funktionaler auslegen können.
Abbildung 3: Der Rubberdium-Stift reicht für Notizen aus, LG hätte das Schreibgerät jedoch noch funktionaler auslegen können.

Empfehlung mit Hindernissen

Trotz der nützlichen Funktionen können wir das LG Optimus Vu nur unter Vorbehalt empfehlen. Punktabzug gibt es letzten Endes für das 4:3 Format. Zwar sorgt es für eine übersichtliche App-Darstellung und Spielspaß, schrumpft aber Videos wie beispielsweise Kinofilm-Trailer auf einen schmalen und recht breit erscheinenden Streifen zusammen. Auch bei der Laufzeit kann das Vu nicht vollends überzeugen. Hat man das Gerät im Dauereinsatz und spielt zwischendurch anspruchsvolle Spiele, kann der 2080 mAh-Akku bei weitem nicht mit dem 3100 mAh-Akku des Galaxy Note 2 mithalten – bei der Gesprächszeit (3G) hält das Optimus Vu rund 8 Stunden durch, das Note 2 kommt mit 16,5 Stunden auf die doppelte Zeit.

Fazit

Das LG Optimus Vu hinterlässt einen gespaltenen Eindruck: Einerseits hinterlässt das Display einen sehr guten Eindruck, andererseits kostet das Galaxy Note 2 nur unwesentlich mehr, bietet aber deutlich mehr Pixel auf dem Touchscreen und eine deutlich längere Laufzeit. Das entscheidende Kaufargument für und gegen das Optimus Vu ist sein Display. Gefällt es Ihnen, dann werden Sie viel Freude damit haben.

LG Optimus Vu

Kerndaten
Hersteller LG
Formfaktor 5-Zoll-Smartphone
Auflösung 1024×768 Pixel
Prozessor 1,5 GHz, Quad-Core (Nvidia Tegra 3)
Android-Version Android 4.0.4
Akku 2080 mAh
Laufzeit Standby/Gespräch 460 h/8 h
Gewicht 170 g
Preis (Internet) 440 Euro
Technische Details und Preisvergleich
  http://www.android-user.de/lp/13107/
Performance
AnTuTu-Benchmark 13794 Punkte
Vellamo (HTML5/Metal) 1126/442 Punkte
Android-User-Bewertung 4,1 Punkte
 

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