Start Magazin Im Test: LG Optimus G Pro

Im Test: LG Optimus G Pro

Das LG Optimus G Pro kommt im Vergleich zur direkten Konkurrenz sehr spät auf den Markt. Die Zeit kam LG jedoch gut gelegen, das Optimus G Pro punktet dank guter Abstimmung mit extra langer Laufzeit. Ist es aber für das Handy nicht vielleicht zu spät?

Plusminus

+ Sehr gutes Display

+ Sehr gute Akkulaufzeit im Standby

+ Kabelloses Laden (Qi)

+ Infrarotsender

+ Schneller LTE-Funk

+ Status LED um Home-Button

– Nur Mono-Lautsprecher

– Hohes Gewicht

LGs Top-Handy-Reihe verabschiedet sich vom Begriff "Optimus". In Zukunft trägt LGs Top-Modell – wie etwa das bereits Anfang August gezeigte LG G2 ? einfach nur noch ein "G" im Namen. Bis dahin aber, gibt es mit dem Optimus G Pro noch ein letztes Optimus. Ein Handy, das diesen Namen durchaus verdient trägt, das aber vielleicht ein wenig zu spät auf den Markt kommt.

Mittlere Oberklasse

Von der Leistung her braucht sich das LG Optimus G Pro nicht zu verstecken, wenn es auch nicht die High-Scores in den Benchmarks knackt. Ein Samsung Galaxy S4 oder ein HTC One liefern im AnTuTu-Benchmark etwa Werte um die 25.000 Punkte, das Optimus G Pro muss sich "nur" mit knapp 20.000 begnügen. Bei Vellamo liegt das G Pro näher an seinen Konkurrenten.

Abbildung 1: Die Performance des LG Optimus G Pro kann mit dem HTC One oder dem Galaxy S4 nicht mithalten.
Abbildung 1: Die Performance des LG Optimus G Pro kann mit dem HTC One oder dem Galaxy S4 nicht mithalten.

Im Alltag spüren Sie von diesen leicht schlechteren Leistungswerten jedoch kaum etwas. Die Oberfläche des G Pro arbeitet in jeder Situation flüssig, ohne Ruckler oder Stotterer. Auch aktuelle Action-Titel wie Riptide GP2 spielt das G Pro in (fast) höchster Detailstufe – nur Handys mit dem brandneuen Tegra 4 könnten mehr.

In Punkto Display spielt LG in einer Liga mit den Top-Modellen von Samsung, HTC oder Sony. Der hell leuchtende 5,5-Zoll-Bildschirm mit 1920×1080 Pixeln und Full-HD-Auflösung überzeugt mit tiefen Kontrasten, kräftigen Farben und sehr guter Lesbarkeit bei Einfall von starkem Sonnenlicht. Bei einer Pixeldichte von knapp 400 PPI sind die Pixel so klein, dass selbst kleinste Schriften wie gedruckt wirken.

Einfaches Gehäuse

Bei der Gestaltung des Gehäuses setzt LG rückseitig wie auch schon beim alten Optimus G oder beim Nexus 4 auf eine glitzernde Matrix aus kleinen Quadraten. Beim Optimus G Pro verzichtet LG jedoch auf teures – und empfindliches Glas – und verbaut einen Deckel aus flexiblem Kunststoff. Unter diesem finden microSD- und micro-SIM-Karte wie auch der 3140 mAh starke austauschbare Akku ihren Platz.

Abbildung 2: Mit dem Quick Button links oben erstellen Sie im handumdrehen Screenshot-Notizen.
Abbildung 2: Mit dem Quick Button links oben erstellen Sie im handumdrehen Screenshot-Notizen.

Bei den Buttons folgt LG dem üblichen Layout. Links finden Sie die Lautstärkewippe, rechts auf Daumenhöhe den An/Aus-Button. Links oben spendiert LG dem Optimus G Pro jedoch noch einen "Quick Button", der in der Grundeinstellung die Notiz-App "Quick Memo" startet, aber auch frei konfiguriert werden kann. An der Oberkante hat LG Platz für die Kopfhörerbuchse und einen Infrarotsender zum Steuern von TV und Co. gefunden.

Abbildung 3: Die Dual-Kamera nimmt gleichzeitg die Front wie auch die Rückkamera in einem Bild auf.
Abbildung 3: Die Dual-Kamera nimmt gleichzeitg die Front wie auch die Rückkamera in einem Bild auf.

Bei der Kamera-Software erinnern eine Reihe von Features an die Konkurrenz. Die "Dual-Kamera" blendet etwa die Front-Kamera während der Aufnahme in das Bild der Hauptkamera ein. "Time Catch" speichert beim Photographieren automatisch Bilder vor dem eigentlich Auslösen der Kamera ab, so dass Sie sich die beste Aufnahme aussuchen können. Das Kamera-Bild leidet jedoch unter der Optik, wir haben schon schärfere und bei Nacht weniger verrauschte Bilder gesehen.

Abbildung 4: Bei hellem Tageslicht überzeugt die Schärfe, der in das G Pro eingebauten Kamera nicht.
Abbildung 4: Bei hellem Tageslicht überzeugt die Schärfe, der in das G Pro eingebauten Kamera nicht.

Abbildung 5: Abends und Nachts bei schlechtem Licht lässt sich ein starkes Bildrauschen feststellen.
Abbildung 5: Abends und Nachts bei schlechtem Licht lässt sich ein starkes Bildrauschen feststellen.

Das an sich positive Bild trübt auch der magere Sound. Ein nach hinten gerichteter Mono-Lautsprecher ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit, gerade weil sich ein so großes Handy auch für mehr eignet als nur zu telefonieren. Gegen ein HTC One tönt das Optimus G Pro blass. Immerhin wird der Sound nicht komplett abgedämpft, wenn das Handy flach auf dem Tisch liegt.

Gute Software

Das von LG installierte Android basiert auf der Version 4.1.2, darüber legt LG seine Benutzeroberfläche Optimus UI. Wie bei allen Android-GUIs bietet diese Vor- und Nachteile, zudem ist der bunte Look gewöhnungsbedürftig. Das Aussehen lässt sich jedoch über vier vorinstallierte Themes in gewissen Grenzen schnell abändern.

Abbildung 6: Über die Buttons am unteren Rand des Lockscreens springen Sie zu wichtigen Funktionen.
Abbildung 6: Über die Buttons am unteren Rand des Lockscreens springen Sie zu wichtigen Funktionen.

Abbildung 7: Etwas mehr Eleganz und Schlichtheit täte dem Design der Optimus-UI-Gui sehr gut.
Abbildung 7: Etwas mehr Eleganz und Schlichtheit täte dem Design der Optimus-UI-Gui sehr gut.

Abbildung 8: In den Einstellungen finden Sie alternatives Themes zum Gestalten des Desktops.
Abbildung 8: In den Einstellungen finden Sie alternatives Themes zum Gestalten des Desktops.

Von den Funktionen her erinnert die Optimus UI stark an Samsungs TouchWiz. QSlide-Mini-Apps können Sie wie bei Samsung über den Bildschirm legen und der "intelligente Bildschirm" überwacht per Kamera, ob Sie gerade auf das Display sehen. So dunkelt das Handy das Display beim Schmöckern nicht ab, oder stoppt automatisch Videos, wenn Sie den Blick vom Display wandern lassen.

Abbildung 9: Die QSlide-Mini-Apps lassen sich jederzeit transparent über den Bildschirm legen.
Abbildung 9: Die QSlide-Mini-Apps lassen sich jederzeit transparent über den Bildschirm legen.

Abbildung 10: Der intelligente Bildschirm dimmt nicht mehr ab, wenn Sie längere Texte lesen.
Abbildung 10: Der intelligente Bildschirm dimmt nicht mehr ab, wenn Sie längere Texte lesen.

Neben diesen eher versteckten Features, baut LG jedoch auch noch eine Reihe von praktischen Anwendungen in seine Firmware ein. Mit dem "Video Editor" oder "Video Viz" schneiden und vertonen Sie Videos, mit dem "Task Manager" beenden Sie nervige App. Besonders nützlich ist "LG Backup", die App sichert das komplette Handy. Bei Bedarf spielen Sie Ihre Sicherung inklusive aller Apps und Daten auf einem anderen LG-Androiden wieder ein.

Abbildung 11: Das Optimus G Pro verfügt über eine Infrarot und eine App zum Steuern Ihrer Elektronik.
Abbildung 11: Das Optimus G Pro verfügt über eine Infrarot und eine App zum Steuern Ihrer Elektronik.

Abbildung 12: LG Backup sichert alle Einstellungen, Apps und deren Daten auf die Speicherkarte.
Abbildung 12: LG Backup sichert alle Einstellungen, Apps und deren Daten auf die Speicherkarte.

Fazit

Das LG Optimus G Pro kommt zu einer ungünstigen Zeit auf den Markt. Die Konkurrenz hat sich mit den direkten Konkurrenten One, dem Xperia Z oder dem S4 bereits erfolgreich positioniert. Die Alternativen sind schicker, teils wasserdicht und schneller. Und auch aus dem eigenen Haus ist der Nachfolger schon in Sichtweite, das LG G2 ist bereits (Stand Anfang September 2013) vorbestellbar – und nicht viel teurer.

Wo das Optimus G Pro jedoch eindeutig punkten kann, ist seine Akkulaufzeit. Während unseres Tests mit eingelegte UMTS-SIM-Karte und aktivem Google-Konto, hielt das Handy mehrfach mehr als sieben Tage im Standby durch. Dabei wurde das Handy durchaus auch ab- und an in die Hand genommen und benutzt. Das Optimus G Pro mag ein dicker Schokoriegel sein, die nötige Energie hat es auf jeden Fall an Bord!

LG Optimus G Pro

Kerndaten
Hersteller LG
Formfaktor 5,5-Zoll-Smartphone
Auflösung 1920×1080 Pixel
Prozessor 1,7 Ghz Quad-Core (Qualcomm Snapdragon 600)
Speicher 16 GByte (10,11 GByte verfügbar), microSD vorhanden
Kameras 13 MP (hinten), 2,1 MP (vorne)
Android-Version Android 4.1.2
Akku 3140 mAh
Laufzeit (Standby/Gespräch) 550h/21h
Gewicht 172 Gramm
Preis (Internet) 460 Euro
Technische Details und Preisvergleich
  http://android-user.de/lp/23034
Performance
AnTuTu-Benchmark 19.762 Punkte
Vellamo (HTML5/Metal) 2.237/614 Punkte
Android-User-Bewertung 4,3 Punkte
 

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