Start Magazin Im Test: Huawei U8510 alias X3

Im Test: Huawei U8510 alias X3

© huawei.com

Ein Android-Smartphone für 99 Euro gibt es nicht alle Tage, nicht mit diesen Spezifikationen. Wir haben uns das sehr günstige Einsteiger-Handy von Huawei näher angeschaut.

Plusminus

+ Günstiger Preis

+ Große Tasten

+ Schnelle WLAN-Verbindung

– Geringe Leistung

– Oberflächenverarbeitung

Ein Android-Smartphone mit der Leistung und dem Display eines iPhone 3G zum Preis von 100 Euro: da muss man einfach schwach werden. Deutschlandweit ging das Anfang September bei Lidl verkaufte Gerät denn auch über 10’000 Mal über die Ladentheke und ist nun seit Mitte September auch bei Fonic zum gleichen Preis zu bekommen.

Viel Smartphone für wenig Geld

Huawei ist es beim X3 gelungen, die Android-Software perfekt auf die doch etwas schwächere Hardware abzustimmen. Dabei hat Huawei war bei der CPU aber nicht bei der Datenverbindung nicht gespart und dem Ideos X3 ein schnelles W-LAN-Modul (802.11b/g/n) und auch ein flottes HSDPA-Modem spendiert, das Downloadraten bis zu 7,2 MBit/s erlaubt.

Auch beim Formfaktor macht das X3 einen guten Eindruck. Mit 11 mm Dicke passt das Smartphone gut in die Hosen- oder Hemdtasche und die Anordnung der Android-Buttons an der Gerätefront sorgen für genug Platz zwischen den einzelnen Tasten. Die Home-Taste müssen Sie dabei zur Aktivierung drücken, die übrigen drei Android-Tasten sind Sensortasten, die bereits bei leichtem Antippen reagieren.

Die 3,2-Megapixel-Kamera macht für den Preis keine schlechten Bilder, zu viel sollten Sie aber auch nicht erwarten. Das gilt auch von der zusätzlichen Frontkamera, die ein in dieser Preisklasse einmaliges Angebot ist. Mangels genügend CPU-Power und mangels passender App werden Sie damit wohl kaum jemals Videogespräche führen können, sie eignet sich also höchstens als Spiegel.

Cooles Android

Auf dem X3 ist die aktuelle Android-Version 2.3.3 vorinstalliert. Obwohl das Smartphone nur eine 600 MHz schnelle CPU besitzt, arbeitet es damit absolut flüssig. Sie müssen zwar Wartezeiten beim Starten von Apps oder beim Wechsel vom Homescreen zur App-Auswahl hinnehmen, aber in unserem Test haben wir keinerlei Hänger oder Ruckler bemerkt. Die vorinstallierte Android-Version weicht in mehreren Bereichen von einem Stock-Android ab und erinnert etwas an HTC Sense ohne Widgets. Auch die meisten Symbole sind recht bunt und kommen dabei auf dem sehr schönen Display gut zur Geltung. Die Genauigkeit des Touchscreens lässt keine Wünsche offen, Vielschreiber sollten dennoch der Einfachheit halber das Querformat nutzen, um die einzelnen Tasten besser zu treffen.

Zu den Software-Besonderheiten des X3 gehören unter anderem ein 3D-Launcher mit Homescreen-Übersicht (Abbildung 1), der gut gemachte Notification Bar (Abbildung 2) und zahlreiche von Huawei vorinstallierte Apps, zum Beispiel ein eigener Musikplayer und ein separater Videoplayer, der auf der beliebten Software Rockplayer basiert.

Abbildung 1: Huawei hat sich nicht mit dem Stock-Android begnügt und bietet sogar einen 3D-Launcher an.
Abbildung 1: Huawei hat sich nicht mit dem Stock-Android begnügt und bietet sogar einen 3D-Launcher an.

Abbildung 2: Im Notification Bar kann man auch das automatische Drehen des Displays ausschalten.
Abbildung 2: Im Notification Bar kann man auch das automatische Drehen des Displays ausschalten.

Abbildung 3: Der von Huawei mitgelieferte Audioplayer ist besser als der Standard-Player von Android.
Abbildung 3: Der von Huawei mitgelieferte Audioplayer ist besser als der Standard-Player von Android.

Abstriche

Wie wenig Leistung im Smartphone tatsächlich steckt, bemerken Sie spätestens, wenn Sie versuchen ein Grafik- oder CPU-intensives Spiel zu starten. Angry Birds lässt sich zwar gerade noch spielen, aber Spaß bereitet das Vogelschießen nicht wirklich. Auch bei unseren Standard-Benchmarks AnTuTu und Vellamo kann das X3 mit 1397 Punkten beim System-Benchmark und 241 Zählern beim Vellamo-Webbenchmark nicht wirklich überzeugen.

Die Verarbeitung bzw. Materialien des Huawei-Smartphones könnten etwas hochwertiger sein. Das gilt für den schwarzen Plastik-Rahmen um das Smartphone, der keinen sehr hochwertigen Eindruck macht, aber auch für das Display aus einfachem Glas. Hier müssen Sie schnell mit Kratzern rechnen oder zu einer Schutzfolie greifen. Insgesamt ist das X3 überdurchschnittlich anfällig auf Fettflecken – ein einfaches Abwischen über die Jeanshose reicht meistens nicht aus, um das Handy wieder glänzen zu lasen.

Wie bei den meisten günstigen Android-Geräten müssen Sie mit recht wenig internem Speicher (rund 160 MByte, davon 110 MByte frei) auskommen, das X3 verfügt zudem auch lediglich über 176 MByte RAM (Hauptspeicher). Hier müssen Sie Kompromisse eingehen, auch wenn sich viele Apps auf die SD-Karte auslagern lassen.

Abbildung 4: Bei einem Preis von 100 Euro liegen nicht viel mehr als 176 MByte RAM und 160 MByte Flash-Speicher drin.
Abbildung 4: Bei einem Preis von 100 Euro liegen nicht viel mehr als 176 MByte RAM und 160 MByte Flash-Speicher drin.

Fazit

Das Huawei X3 bietet im Angebot von Lidl und Fonic ein schier unschlagbares Preisleistungsverhältnis. Andere Android-Smartphones in dieser Preisklasse verfügen über eine deutlich schlechtere Ausstattung und meistens bloß eine Display-Auflösung von 320×240 Pixeln. Das X3 glänzt zudem auch mit einer guten Sprachqualität und einem schnellen WLAN-Modul. Für alle, die ein günstiges Android-Smartphone suchen, ist das X3 die ideale Wahl.

Huawei X3 U8510

Kerndaten
Hersteller Huawei
Formfaktor 3,2-Zoll Smartphone
Auflösung 480×320 Pixel
Prozessor ARMv6, 600 MHz (Single-Core)
Android-Version 2.3.3
Akku 1200 mAh
Laufzeit (Standby/Gespräch) ~300 h / 4 h
Gewicht 105g
Preis (Internet) 100 Euro
Web-Infos
Produktseite: http://www.huaweidevice.com/worldwide/productFeatures.do?pinfoId=2995&directoryId=6001&treeId=3745&tab=0
Fonic-Angebot: http://www.fonic.de/html/android_smartphone_huawei_ideos_x3.html
Performance
AnTuTu-Benchmark  1397 Punkte
Vellamo-Benchmark 241 Punkte
Video-Wiedergabe kein HD
Android-User-Bewertung 3,3 Punkte
 

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