10. Juni 2022
StartMagazinIm Test: Huawei Ascend Mate MT1-U06

Im Test: Huawei Ascend Mate MT1-U06

Wie groß darf ein Smartphone sein? An dieser Frage streiten sich die Gemüter. Wenn es nach Huawei geht, dann gelten 6,1 Zoll noch als Smartphone. Wir haben das verifiziert.

Plusminus

+ Akkulaufzeit

+ Gehäuseverarbeitung

+ Display

+ Preis

– Stift fehlt

Einen Testbericht zum Ascend Mate von Huawei zu schreiben, ohne dabei die Größe des Geräts anzusprechen, ist eigentlich nicht möglich. Denn das Handy ist wirklich riesig. Doch ob das ein Vor- oder Nachteil ist, wollen wir an dieser Stelle nicht entscheiden. Das hängt ganz klar von Ihrem persönlichen Nutzerverhalten ab. In der Hosentasche hat das Mate nichts mehr zu suchen, es passt jedoch sehr gut in einen Sakko oder in jede Damentasche.

Die Basics

Das Ascend Mate ist mit einem 1,5 GHz schnellen Vierkern-Prozessor von Huawei ausgestattet. Für die nötige Grafikpower sorgt ein Intel-Chipsatz, sodass auch aktuelle Spiele flüssig laufen und Sie Videos in 1080p genießen können. Mit 32.4 FPS im High-Quality-Modus des Grafik-Benchmarks Epic Citadel schlägt sich das Ascend Mate recht gut.

Abbildung 1: Der Homescreen des Ascend Mate mit der Emotion UI. Eine App-Übersicht gibt es keine.
Abbildung 1: Der Homescreen des Ascend Mate mit der Emotion UI. Eine App-Übersicht gibt es keine.

Abbildung 2: Über ein Dutzend sehr schöne Designs stellt Huawei dem Nutzer zur Auswahl bereit.
Abbildung 2: Über ein Dutzend sehr schöne Designs stellt Huawei dem Nutzer zur Auswahl bereit.

Zu den Hardware-Besonderheiten gehört das WLAN-Modul, das nicht nur auf den üblichen 2,4 GHz funkt, sondern auch den 5-GHz-Standard 802.11a unterstützt, der vor allem im Firmenumfeld gerne genutzt wird. Zudem beherrscht das eingebaute 3G-Modem den schnellen Standard HSDPA+ mit Übertragungsraten bis zu 21 Mbps. Im Lautsprecher auf der Frontseite befindet sich zudem eine Benachrichtigungs-LED, die allerdings etwas klein ausgefallen ist und gerne übersehen wird und zudem nur die Farben Grün, Gelb und Rot unterstützt.

Ebenfalls nicht ganz üblich ist der MicroSIM-Kartenslot auf der Geräte-Oberseite. Die MicroSD-Karte hat Huawei hingegen auf der linken Seite untergebracht. Das Huawei Ascend Mate verfügt auch über ein FM-Radio, das wie üblich das mitgelieferte Headset als Antenne benutzt.

Die 8-Megapixel-Kamera des Mate schießt recht gute Fotos, kommt aber nicht an die besten Smartphone-Kameras heran. Dafür weiß der mit Dolby Digital Plus verstärkte Sound zu gefallen, auch ohne Kopfhörer.

Mit Emotion UI

Das Ascend Mate lediglich als Riesen-Smartphone abzutun, wäre ungerecht. Huawei hat das Handy an diversen stellen angepasst, damit es aus seinen 6,1 Zoll das Beste herausholt. Dazu gehören spezielle Einstellungen, um das Mate mit einer Hand zu bedienen und ein schwebendes Widget, das den Schnellzugriff auf zentrale Funktionen ermöglicht. Die Emotion UI unterscheidet sich nicht groß von der Standard-Android-Oberfläche, allerdings fehlt ihr ein zentrales Element: der App Drawer. Die bereits installierten Apps finden Sie deshalb auf einem der Homescreens in Ordner gruppiert, neu installierte Apps landen ebenfalls automatisch auf einem der Homescreens. Das funktioniert selbst dann, wenn Sie im Play Store die automatische Platzierung von Verknüpfungen auf dem Homescreen deaktivieren.

Zu den Besonderheiten der Emotion UI gehört die einhändige Bedienung, die Sie in den Einstellungen unter System aktivieren müssen. Auf Wunsch richten sich dann die Tastatur, der Sperrbildschirm und der Dialer rechts oder links aus. In unseren Tests hat das mit Ausnahme des Sperrbildschirms ganz gut funktioniert. Der Lock Screen blieb hingegen stets in der Mitte.

Eine weitere Besonderheit ist die Schaltfläche schwebend, die Sie ebenfalls in den Einstellungen aktivieren müssen. Ein kleiner transparenter Kreis bietet dann immer den Zugriff auf die Textnachrichten, den Rechner, die Notizen und die Alben. Eine Option, diese vier Apps anzupassen, haben wir allerdings nicht gefunden. Last but not least erlaubt es der Huawei Launcher auch, die Navigationsleiste des Android-Systems auszuschalten, um noch mehr Platz auf dem Display zu erhalten. Das ist vor allem dann praktisch, wenn man Filme mit einem alternativen Videoplayer schauen möchte und auf die drei Standard-Symbole von Android verzichten kann. Um die ausgeblendete Leiste wieder einzuschalten, wischen Sie von unten ins Display hinein, wie wenn Sie Google Now aufrufen würden. Google Now startet ebenfalls auf diese Weise, aber nur, wenn die Navigationsleiste schon sichtbar ist. Wir finden das eine gute und praktische Lösung.

Unbedingt ausprobieren sollten Sie die Profile des Huawei-Smartphones. Damit schalten Sie das Handy im Handumdrehen stumm und in den Flugmodus oder aktivieren 3G und einen WLAN-Hotspot etc. Über eine Schnelleinstellung in der Benachrichtigungsleiste öffnen Sie den passenden Drehregler und wählen wirklich schnell das gewünschte Profil aus. Das Konzept und die intuitive Bedienung haben uns wirklich gefallen. Das tollste Feature ist aber die automatische Bereinigung der Apps in der Multitasking-Übersicht. Per Tipp auf das Wischer-Symbolol

Abbildung 3: Das Profilmanagement hat Huawei in der Emotion-UI-Oberfläche sehr schön gelöst.
Abbildung 3: Das Profilmanagement hat Huawei in der Emotion-UI-Oberfläche sehr schön gelöst.

Abbildung 4: Über einen Fingertipp auf das Wischer-Symbol stoppen Sie alle aktiven Apps.
Abbildung 4: Über einen Fingertipp auf das Wischer-Symbol stoppen Sie alle aktiven Apps.

Kritikpunkte

Das Mate schreit geradezu nach einem Stift, aber leider ist es nicht für die Bedienung damit ausgelegt. So fehlt eine Notiz-App mit Handschriftenerkennung oder eine Skizzen-App. Immerhin lässt es sich aber mit den üblichen Smartphone-Stiften recht gut bedienen. Ebenfalls schade finden wir, dass Huawei den verfügbaren Platz nicht für echte Stereo-Lautsprecher genutzt hat, wie man Sie beim HTC One findet. So sind die Lautsprecher zwar durchaus gut, aber um einen längeren Film zu betrachten, benötigt man Kopfhörer oder eine andere Sound-Quelle. Ebenfalls nicht anfreunden konnten wir uns mit dem fehlenden App Drawer der Emotion UI von Huawei. Hier schaffen Sie aber recht einfach Abhilfe, indem Sie einfach einen alternativen Launcher installieren.

Fazit

Zum Preis von 400 Euro bietet das Huawei Ascend Mate sehr viel Display und zwei Tage Sorglos-Akkulaufzeit für wenig Geld. Klar gibt es für 150 Euro bereits Einsteigertablets mit 3G-Funktion und 7-Zoll-Display. Diese kommen aber weder an die Leistung des Ascend Mate heran noch erreichen sie auch nur annähernd die Akkulaufzeiten des Huawei-Handys. Der einzige echte Konkurrent für das Riesenbaby bleibt aktuell das Note 2 von Samsung, das rund 50 Euro mehr kostet.

Huawei Ascend Mate MT1-U06

Kerndaten
Hersteller Huawei
Formfaktor 6,1-Zoll-Smartphone
Auflösung 1280×800 Pixel
Prozessor 1,5 Ghz Quad-Core (Hi-Silicon K3V2)
Android-Version Android 4.1.2
Akku 4050mAh
Laufzeit (Standby/Gespräch) 9 Tage/28h
Gewicht 198 Gramm
Preis (Internet) 400 Euro
Technische Details und Preisvergleich
  https://www.android-user.de/lp/18609
Performance
AnTuTu-Benchmark 15828 Punkte
Vellamo (HTML5/Metal) 1623/436 Punkte
Android-User-Bewertung 4,8 Punkte
 

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